Instagram und Co. unter Druck: 94 Prozent der Schweizer Bevölkerung verlangen, dass Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen Auswirkungen der sozialen Medien geschützt werden, wie die «SonntagsZeitung »berichtet. Die Zahlen stammen von einer repräsentativen Umfrage von GFS Bern, die im Auftrag der Stiftung Mercator durchgeführt wurde. In Österreich hat die Regierung am Freitag ein Mindestalter von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Medien beschlossen. Frankreich will die Grenze bei 15 setzen.
Und in den USA haben Geschworene entschieden, dass Meta und Google fahrlässig handeln und Nutzer ungenügend über Suchtrisiken informieren. Die Klage kam von einer heute 20-Jährigen, die als Kind bis zu 16 Stunden täglich Social Media genutzt hat.
In der Schweiz plant der Bundesrat ein neues Gesetz, um die Plattformen zu regulieren. Mehrere Organisationen stufen die vorgeschlagenen Massnahmen aber als zu schwach ein. Die SP fordert vom Bundesrat eine Prüfung, ob und wie ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche umgesetzt werden könnte. Die Mitte hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht, der personalisierte Werbung und algorithmische Empfehlungssysteme für Minderjährige verbieten soll.
Gemäss der «SonntagsZeitung» zeigt die GFS-Umfrage zudem: 78 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind der Meinung, dass die Technologiekonzerne zu viel Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung haben. Nur ein Fünftel der Bevölkerung beurteilt Big Tech positiv. Und KI-Anwendungen gelten nicht als Allheilsbringer. Viele Menschen vertrauen bei der Digitalisierung lieber dem Staat.
Missbrauchsvorwürfe in Kita-Kette: Partners Group in den USA am Pranger
Ein Baby wird positiv auf Kokain getestet, eine Betreuerin schüttet wiederholt Wasser auf ein schlafendes Kind, ein anderes wird mit einem Pizzaschneider verletzt: Kinder-Care, die grösste Kita-Kette in den USA, steht wegen Vorwürfen von Kindsmisshandlung am Pranger, das berichtet die «NZZ». Der demokratische Senator Jeff Merkley aus Oregon wirft den Besitzern vor, sie würden ihre Gewinne über das Wohl der Familien stellen. Die Kritik zielt auf die Zuger Finanzfirma Partners Group, der Besitzerin von Kinder-Care. Partners Group kaufte die Kita-Kette 2015 auf und brachte sie 2024 an die Börse. Im gleichen Jahr profitierte Kinder-Care von staatlichen Subventionen über 850 Millionen Dollar. Man kooperiere mit den Behörden, schreibt Partners Group auf Anfrage. Mit dem Engagement bei Kinder-Care habe man positive Impulse für die ganze Branche gesetzt
Er wollte Übermenschen züchten: Jeffrey Epstein plante, Penis einzufrieren
Verstörende Pläne: Aus den freigegebenen Akten geht hervor, dass der US-amerikanische Sexualstraftäter Jeffrey Epstein plante, bis zu 20 akademisch qualifizierte Frauen auf seiner Ranch zu schwängern, um den menschlichen Genpool «aufzuwerten». Zudem wollte er Kopf und Penis tiefgefrieren lassen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Experten ordnen die Ideen als Ausdruck eugenischen und transhumanistischen Denkens ein.
Neue Studie von Pro Futuris: Ein Drittel der SVP-Wähler hält nicht viel von der Demokratie
Wie hat es die Schweizer Bevölkerung mit der Demokratie? Während autokratische Regierungen weltweit auf dem Vormarsch sind, hat eine neue Studie der Denkfabrik Pro Futuris untersucht, ob Schweizer und Schweizerinnen ihrer Demokratie überdrüssig sind. Sie führte eine repräsentative Umfrage durch und fragte die Leute zum einen, wie wichtig es ihnen sei, in einer Demokratie zu leben und wählen beziehungsweise abstimmen zu können. Zum andern wollte sie wissen, wie stark sich die Menschen politisch engagieren.
Die Ergebnisse zeigen: Ein Viertel der Befragten sind gemäss Pro Futuris «fortgeschritten» oder «eher» demokratiemüde, das berichtet die «NZZ». In einer Demokratie zu leben, scheint ihnen nicht ausschlaggebend. 27 Prozent stuft die Studie als politisch passiv ein, das ist noch etwas mehr als jener Fünftel der Bevölkerung, der gar nie an die Urne geht. «Auch wenn wir es noch nicht mit einer Mehrheit von Demokratiemüden zu tun haben, sollten uns die Resultate schon zu denken geben. Das Interesse am Politischen und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen auszuhandeln, sind gerade in unserer direkten Demokratie, kein Nice-to-Have, sagt Ivo Scherrer, einer der Studienleiter.
Auffällig ist, wie viele demokratiemüde Bürger sich politisch rechts verorten. Bei SVP-Wählern liegt der Wert mit 35 Prozent von «eher» und «fortgeschritten» Demokratiemüden deutlich über dem Durchschnitt. Einen signifikanten Zusammenhang hat die Studie auch beim Geschlecht und beim Alter festgestellt. Ältere und Frauen sind klar weniger demokratiemüde. Überraschend ist: Die oft beklagte politische Polarisierung steigert nicht unbedingt die Demokratiemüdigkeit: Je emotional engagierter man ist in politischen Themen, desto wichtiger ist einem die Demokratie.
Diagnose Alzheimer mit 51 Jahren: «Bei Alzheimer verkümmert das Denken, aber Seele und Herz sind noch da»
«Der Gedanke, dass ich irgendwann die Namen meiner Kinder nicht mehr sagen kann, quält mich jeden Tag.» Das sagt der ehemalige Reporter Jo Failer im Gespräch mit der «SonntagsZeitung». Mit 51 erhielt er die Diagnose Alzheimer, jetzt hat er ein Buch über sein Leben geschrieben. Er kämpft täglich gegen soziale Isolation – ein Schicksal, das in der Schweiz über 161’000 Menschen teilen. (has)
