Bei Experten und Leuten, die regelmässig Wintersport treiben, ist der sogenannte erste schöne Tag berüchtigt. Also jener Tag nach dem Ende des Schneefalls. Dann kommen oft mehrere Faktoren zusammen, die das Risiko für Unfälle im Gelände deutlich erhöhen: viel Neuschnee, hohe Lawinengefahr, schönes Wetter und Tausende von Sporttreibenden, die sich gerne auch abseits der markierten Pisten tummeln. Eine solche Lage herrschte auch am letzten Sonntag. Allerdings war jener «erste schöne Tag» doch aussergewöhnlich: Neben den spontanen, also nicht durch äussere Einwirkung ausgelösten Lawinen gab es im Schweizer Alpenraum über 100 Lawinen und Schneebretter, die von Schneesportlern losgetreten wurden. Das berichtet die «SonntagsZeitung».
Insgesamt 13 Personen wurden dabei von Schneemassen erfasst, 4 verschüttet. Und ein Mensch verlor sein Leben: Ex-Snowboard-Profi und Extremsportler Ueli Kestenholz, der im Oberwallis von einer Lawine mitgerissen wurde. Er konnte lebend geborgen werden, erlag aber im Spital seinen Verletzungen. Auch dieses Wochenende sei die Situation in den Bergen «heikel», sagt Kurt Winkler, der beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung für die Lawinenwarnungen zuständig ist – vor allem an Hängen, die bisher wenig oder gar nicht befahren wurden.
Bauern dürfen verbotene Pestizide weiter spritzen
Tausende Bauernbetriebe verspritzen auf ihren Feldern Pestizide, die eigentlich nicht mehr erlaubt sind. Wer vom Bund Direktzahlungen erhält, darf seit Anfang 2023 neun besonders schädliche Mittel wie zum Beispiel Deltamethrin nicht mehr verwenden. Doch wie Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen, geht der Verbrauch trotzdem nicht zurück. Ausgerechnet im Jahr des Verbots wurde mit 129 Kilogramm so viel Deltamethrin wie noch nie gespritzt. Möglich ist das, weil die Kantone grosszügig Sonderbewilligungen erteilen.
Allein 2024 haben sie 4959 Gesuche für die Anwendung von besonders schädlichen Pestiziden genehmigt. «Offensichtlich wird der Gewässerschutz nicht vollzogen und ist toter Buchstabe», kritisiert die grünliberale Nationalrätin Kathrin Bertschy. Die Agrarindustrie-Lobby torpediere die Umsetzung der beschlossenen Massnahmen und habe damit «leider Erfolg». Der renommierte Umweltanwalt Hans Maurer kritisiert die Praxis scharf: «Da stehen mir die Haare zu Berge», sagt der Rechtsanwalt zu den Tausenden Ausnahmebewilligungen. «So wird das Gesetz verwässert.» Das Pestizid Deltamethrin gilt als sehr toxisch für Wasserlebewesen. So hat auch der Kanton Luzern im Fluss Wyna viel zu hohe Werte gemessen.
Grippezahlen sinken – wars das schon?
Fieber, Husten, Gliederschmerzen – die Influenza grassiert, die echte Grippe. Und das so heftig wie seit Jahren nicht mehr. Die neuen Zahlen des Bundes lassen jetzt aber hoffen: In der zweiten Januarwoche wurden in der Schweiz und Liechtenstein 27,5 laborbestätigte Grippefälle je 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet. Das sind 24 Prozent weniger als in der Woche davor. Haben wir den Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle also hinter uns? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will sich nicht festlegen.
Gegenüber «SonntagsBlick» sagt eine Sprecherin: «Ob der Höhepunkt bereits erreicht wurde, lässt sich noch nicht beurteilen.» Auch Walter Zingg, leitender Arzt für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Unispital Zürich, bleibt vorsichtig: «Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Abnahme durch die Festtage bedingt war, weshalb ein Wiederanstieg möglich ist.» Man beobachte aber tatsächlich eine «leichte Entspannung». Klar ist vor allem: Die Grippe ist diesmal deutlich früher dran als in früheren Jahren. «Die aktuelle Welle hat einen Vorsprung von zwei bis drei Wochen», sagt Philipp Jent, Leiter Infektionsprävention und -kontrolle am Inselspital Bern. Zudem beobachten die meisten Spitäler mehr Hospitalisierungen als in anderen Jahren. (has)



