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Nach Ameti-Skandal

So will die Operation Libero in das Europa-Jahr

Die Bewegung Operation Libero positioniert sich bewusst europafreundlich. Vor den richtungsweisenden Abstimmungen tauschen sie nun ihr Spitzenpersonal aus.
Lisa Marchon und Julius Felix übernehmen die Leitung der Operation Libero.
Bild: Zvg

Sie übernehmen die neue Funktion mitten in «einem Superabstimmungsjahr», wie sie selbst sagen. Die neuen Chefs an der Spitze der Operation Libero heissen Lisa Marchon und Julius Felix. Sie übernehmen die Leitung von Sanija Ameti und Stefan Manser-Egli.

Super ist das Abstimmungsjahr deshalb, weil innert der nächsten Monate über die Nachhaltigkeitsinitiative,  die Neutralitätsinitiative, die Demokratie-Initiative, die Bilateralen III und die Grenzschutz-Initiative entschieden wird. Klassische Themen für die Operation Libero, die als Reaktion auf die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ins Leben gerufen wurde.

«Ich will nicht nur beobachten, wie sich die Schweiz verändert. Ich will sie mitgestalten», lässt sich Julius Felix zitieren. Und seine neue Co-Präsidentin Lisa Marchon doppelt nach: Es entscheide sich nun, «wie offen und wie frei dieses Land in Zukunft sein will». Operation Libero wolle dabei «ihre Rolle als laute Stimme für die liberale Demokratie weiter stärken und Menschen in der ganzen Schweiz für politisches Engagement begeistern.»

Ein Kampagnenprofi und ein Banker

Marchon ist 30 Jahre alt, kommt aus Freiburg und hat auch bereits die Europa-Initiative mitverantwortet. Felix, 26, arbeitet als Kundenberater bei einer Bank, stammt aus dem Aargau und ist dir auch Mitglied der SP. Beide waren national noch nicht wirklich im Rampenlicht.

Die Operation Libero wurde vor allem als gut geölte Kampagnenmaschine bekannt, die sich nicht davor scheute, auch mal pointiert zurückzuschiessen. In letzter Zeit wurde aber hauptsächlich über andere Schüsse im Zusammenhang mit der Bewegung geschrieben: Die scheidende Co-Präsidentin Sanija Ameti hatte mit einer Luftpistole auf ein Marienbild geschossen. Dafür wurde sie von der ersten Instanz wegen Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit schuldig gesprochen. Ameti und Manser-Egli bleiben dem Vorstand weiter erhalten, wie es in der Mitteilung heisst.

Und der neue Vorstand zielt sofort auf den alten Lieblingsgegner: die SVP. Zeitgleich mit der Bekanntgabe der Personalie wird auch der Abstimmungskampf gegen die Vorlage zur 10-Millionen-Schweiz eröffnet. Die Operation Libero unterstellt der Volkspartei ein «Blame Game». Es sei immer das gleiche Spiele, so Felix, «die SVP  instrumentalisiert Herausforderungen und schiebt die Verantwortung auf andere». Über die Initiative wird am 14. Juni abgestimmt.

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