Das Bundesstrafgericht hat den ehemaligen SBB-Kadermann im grössten Betrugsfall der jüngeren Konzerngeschichte zu 55 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Es sprach ihn des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen ungetreuen Amtsführung, der Geldwäscherei und der Urkundenfälschung schuldig.
Die Bundesanwaltschaft hatte 77 Monate verlangt. 64 Tage Untersuchungshaft werden angerechnet. Vom Verstoss gegen das Waffengesetz sprach ihn das Gericht frei.
Die Schwester erhielt einen Freispruch. Die drei mitangeklagten Geschäftsmänner wurden als Gehilfen verurteilt: zu 22 Monaten bedingt, 19 Monaten bedingt und 26 Monaten teilbedingt. Einer von ihnen muss sechs Monate absitzen.
Der Ex-SBB-Manager hatte intern Bestellungen erfasst und über kontrollierte Firmen passende Rechnungen gestellt. Meist kam keine Ware an; angebliche Lieferungen liess er später als «beim Lieferanten vernichtet» verbuchen.
Das System soll er bereits 2007 begonnen haben. Die älteren Vorgänge stellte das Gericht wegen Verjährung ein. Mit dem Geld finanzierte der Kadermann unter anderem Immobilien, Luxusautos und Wertschriften. Ein externer Hinweis an die SBB-Compliance-Stelle brachte den Fall ins Rollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
