Konflikt

«Sie wollen andere bekehren und auf den richtigen Weg führen»: Kirchenhistoriker erklärt das Wesen der Piusbrüder

Die Piusbrüder sorgen mit einer päpstlich verbotenen Bischofsweihe im Wallis weltweit für Schlagzeilen. Kirchenhistoriker Markus Ries erklärt, weshalb die erzkonservative Gemeinschaft bis heute Anhänger anzieht.
Ein bisschen Open-Air-Feeling: Die Bischofsweihe der Piusbrüder in Ecône im Kanton Wallis.
Foto: Cyril Zingaro/Keystone (Ecône, 1. Juli 2026)

Brav gekleidete Frauen, mobile Beichtstühle, die heilige Messe auf Latein und 16'000 Gläubige aus der ganzen Welt: Am Mittwoch weihte die Piusbruderschaft in Ecône im Kanton Wallis vier neue Bischöfe. Damit haben die erzkonservativen Katholiken den Willen des Papstes ignoriert und automatisch ihre Exkommunikation provoziert. Die Gemeinschaft der Piusbrüder umfasst weltweit rund 600'000 Gläubige, darunter knapp 1000 Priester und etwa 300 Nonnen. Markus Ries ist emeritierter Professor für Kirchengeschichte an der Universität Luzern und ordnet die aktuellen Ereignisse ein.

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