Am 5. Januar hat er Venezuela überfallen und dessen Präsidenten Nicolás Maduro entführt. Im Moment hegt er Gelüste, sich das zu Dänemark gehörende Grönland einzuverleiben. Und nächste Woche beehrt er die Schweiz mit seinem Besuch: US-Präsident Donald Trump kommt ans World Economic Forum in Davos.

Grund genug für «Arena»-Moderator Sandro Brotz mit seinen Gästen darüber zu diskutieren, wie die Schweiz dem US-Präsidenten begegnen soll – in Davos, aber auch ganz allgemein. Muss sich die Schweiz Trumps neuer Weltordnung unterwerfen?
Darüber diskutierten:
Mathias Zopfi, Ständerat Grüne/GL
Maja Riniker, Nationalrätin FDP/AG
Priska Seiler Graf, Nationalrätin SP/ZH
Roland Rino Büchel, Nationalrat SVP/SG
Zuerst aber hatte Saghi Gholipour ihren Auftritt. Er sollte den Rest der Sendung überstrahlen.
Gholipour ist Politologin und Mitgründerin der Organisation Free Iran Switzerland. Ihre Familie kam in den 1980er-Jahren aus dem Iran in die Schweiz, Gholipour war damals zwei Jahre alt.
Bis heute hat sie Angehörige im Iran. Sie verfolgt die am 28. Dezember 2025 ausgebrochenen Proteste in ihrem Heimatland genau. Moderator Brotz wollte von ihr zuerst wissen, wie es ihr als betroffene Beobachterin gehe:
Dann führte Gholipour aus, dass seit ungefähr einer Woche kaum mehr Infos aus dem Iran dringen. Denn das Regime habe das Internet quasi lahmgelegt. Das Wenige, was durchsickere, sei verstörend.
Das Regime und die Revolutionsgarden würden mit voller Härte gegen die Demonstrierenden durchgreifen – ohne Rücksicht auf Leib und Leben.
Gholipour ruft in Erinnerung, dass viele Menschen im Iran wegen der Hyperinflation und der prekären Versorgungslage nicht mal das Geld besitzen, um einen Laib Brot kaufen zu können.
Gholipour schliesst ihren Bericht mit einem Appell an die in der Runde versammelten Politikerinnen und Politiker. Am WEF, das kommende Woche in Davos beginnt, ist nämlich nicht nur Donald Trump eingeladen. Sondern auch eine Delegation des iranischen Regimes:
Nach Gholipours Schilderung bleibt es zunächst einfach ruhig. Ein Déjà-Vu zur ausserordentlich leisen Arena zur Brandkatastrophe in Crans-Montana von vergangener Woche.
Mehr als Allgemeinplätze konnten die Politikerinnen und Politiker Gholipour auch nach der Stille nicht bieten:
«Diese Delegation ist trotzdem Teil eines offiziellen Regimes. Da kann man nichts direkt dagegen tun. Leider ist die Welt so.» Roland Rino Büchel «Was man jetzt sicher machen kann: die iranische Zivilbevölkerung finanziell unterstützen.» Priska Seiler Graf «Wir müssen uns mit unseren europäischen Partnern absprechen und griffige Sanktionen beschliessen.» Mathias Zopfi
Selbst Brotz kam nicht umhin, die allgemeine Ratlosigkeit in der Runde zu benennen. Eigentlich hätte die «Arena» hier auch zu Ende sein dürfen. War sie aber nicht.
SVP-Büchel hat Verständnis für Trump
Denn jetzt wollte Brotz mit der Politik-Runde über den US-Angriff in Venezuela und das Säbelrasseln in Grönland sprechen.
Schnell zeigte sich, dass sich die Vertreterinnen und Vertreter von SP, Grünen und FDP einig sind: Die USA sind unter Donald Trump kein verlässlicher Partner mehr.
Der US-Präsident führe die USA weg von internationalen Regeln und Dialog und hin zum Recht des Stärkeren, findet Maja Riniker.
Ähnlich sahen das Seiler Graf («imperialistischer Anstrich») und Zopfi («Trump macht die Welt unsicherer»). Nur Rino Büchel gab den Trump-Versteher.
Zwar sagte der SVP-Aussenpolitiker, es gefalle ihm nicht, dass die USA sich als Weltpolizist aufspielen. «Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern hält Trump aber, was er verspricht», sagt Rino Büchel. Und an die Adresse von Riniker: «Populistischer Kerl ist nicht die Bezeichnung, die ich für einen gewählten Präsidenten verwende.»
Strategisch könne er es verstehen, dass es Trump auf Grönland abgesehen habe. Schliesslich bezeichnet Rino Büchel die NATO als «Möchtegern-Grossorganisation», an die sich die Schweiz keinesfalls anbiedern dürfe.
Das letzte Wort soll Gholipour gehören. Auch die Iran-Beobachterin äussert sich zu Trump. Denn der US-Präsident hatte zunächst einen Schlag gegen das Mullah-Regime angekündigt – nur um dann am Donnerstag zurückzukrebsen.
«Ich habe den Worten von Donald Trump noch nie vertraut. Deshalb kann er mich auch nicht enttäuschen», sagt Gholispour.

