
Die Idee einer Praxisgebühr hatte das Bundesamt für Gesundheit vor gut einer Woche lanciert. Mit einer solchen Eintrittstaxe sollen die Leute dazu angehalten werden, zuerst zur Apotheke zu gehen und erst nachher allenfalls einen Arzt aufzusuchen. Die Gebühr sollte auch für ambulante Stationen in Spitälern gelten.
Wie die im "SonntagsBlick" und in der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche" veröffentlichte Umfrage zeigt, stösst der Vorschlag einer Praxisgebühr einzig bei FDP-Wählern auf Zustimmung. Bereits gestern hatten sich sich Politiker von links bis rechts gegen eine solchen Praxisgebühr gewehrt.
Hingegen erhält eine alte Idee der Linken Aufschwung: Wer mehr verdient, soll für die Krankenkasse mehr bezahlen. 56 Prozent der Befragten befürworten einkommensabhängige Prämien. Nach Parteien aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild: SP-Anhänger (76%) und CVP-Anhänger (58%) sind dafür. Dagegen sind jene von SVP (52%) und FDP (51%).
Gestern hatten sich die grossen Parteien dafür ausgesprochen, die Gesundheitskosten zu senken. Hausärzte etwa sollen zulasten von Spezialisten besser entlöhnt werden. Entsprechende Schritte erwarten die Parteien vom Gesundheitsgipfel am Dienstag. Zu diesem hat Bundesrat Pascal Couchepin Krankenkassen, Ärzte und Kantone eingeladen.
Ziel des Treffens ist, Rezepte zu finden, mit welchen die steigenden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen sind. Für das nächste Jahr werden Prämienerhöhungen von bis zu 14 Prozent erwartet, wie Peter Indra, Vizedirektor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), diese Woche sagte.