
Bundesbern bezahlt den neuen Kampfjet F35 schneller, als mit den USA abgemacht war: Wie der Rüstungschef Urs Loher im Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagt, hat die Schweiz grosse Summen freiwillig frühzeitig überwiesen. «Es geht um etwas weniger als 500 Millionen Franken», sagt Loher zur Grössenordnung der vorzeitig bezahlten Gelder.
Konkret hat der Bund alle für 2026 fälligen Raten für den Jet schon überwiesen. «Wir haben bereits jetzt alle Zahlungen geleistet und vorgezogen», bestätigt Loher.
Damit vollzieht die Schweiz eine Kehrtwende. Eigentlich wollte Bern im Streit um Preise und Lieferfristen für US-Rüstungsgüter gegenüber Washington selbstbewusst auftreten. Der Bund hat darum im Herbst seine Ratenzahlungen für die verspäteten Patriot-Raketensysteme eingestellt.
Als Reaktion darauf haben sich die USA aber einfach bei den F35-Geldern aus der Schweiz bedient. Das hat in Bern die Sorge geweckt, sich mit dem Stopp selber zu schaden und den F35-Kauf zu gefährden. Deshalb ist der Bund nun eingeknickt und hat sämtliche für 2026 fälligen Raten für den Jet freiwillig schon bezahlt.
«Das Risiko war zu gross. Das können wir uns mit der aktuellen geopolitischen Lage schlicht nicht leisten», sagt Loher. Wie der Bundesrat diese Woche bekanntgab, will die Schweiz auch für die verspäteten Patriot wieder bezahlen – damit ist Bundesbern gegenüber Washington vollumfänglich eingeknickt. (pin)


