Klima

Schüler ungenügend vor Hitze geschützt: Lehrerverband fordert Massnahmen

Hohe Temperaturen machen den Schulkindern zu schaffen. Der Lehrerverband will deshalb einen verbindlichen Grenzwert von 26 Grad definieren – und notfalls Klimaanlagen installieren lassen.
Die Hitze kommt nicht erst in den Sommerferien, sondern bereits in den Wochen davor.
Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Die Schweiz schwitzt – und das schon im Mai. Die Temperaturen bewegen sich draussen die ganze Woche um die 30-Grad-Marke. Auch in Klassenzimmern im ganzen Land wird es heiss. Denn viele Schulhäuser sind «ungenügend auf sommerliche Überhitzung» vorbereitet.

Dieser Ansicht ist der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer. «Fehlende Beschattung, unzureichende Dämmung und provisorische Bauten führen dazu, dass sich Klassenzimmer schnell aufheizen und kaum mehr abkühlen», schreibt er am Dienstag zu einem neu veröffentlichten Positionspapier. Das sei «kein reines Komfortproblem», sondern beeinträchtige die Gesundheit und Lernleistung der Schulkinder erheblich.

In einem Pilotprojekt in Montreux und Locarno mass das Bundesamt für Umwelt bereits vor einigen Jahren Temperaturen von über 26 Grad – und das in allen untersuchten Gebäudetypen. Ein für die Gesundheit zuträgliches Raumklima ist damit überschritten. Das Staatssekretariat für Wirtschaft nennt für Büroarbeit den Temperaturbereich von 23 bis 26 Grad. Der Lehrerverband will, dass diese Werte auch an den Schulen eingehalten werden. Der Schutz der Gesundheit dürfe «nicht vom Budget eines Kantons oder einer einzelnen Gemeinde abhängen».

Ein Plan statt Notlösungen

Konkret schlägt der Lehrerverband ein dreistufiges System vor, das in der ganzen Schweiz verbindlich werden soll. Bis 26 Grad soll der Unterricht regulär stattfinden. Zwischen 26 und 30 Grad wären organisatorische Massnahmen wie der Wechsel in kühlere Räume nötig. Bei Temperaturen über 30 Grad soll der reguläre Unterricht eingestellt werden. Betroffene Klassen könnten zum Beispiel in den heissen Nachmittagsstunden im Wald Unterschlupf finden.

Zur Regel werden soll aber auch das nicht. Der Lehrerverband will «weg von kurzfristigen Notlösungen, hin zu einem systematischen, präventiven Hitzemanagement». Im Positionspapier sind unter anderem die Begrünung von Schulanlagen und angepasste Bauweisen erwähnt. Solche Massnahmen sollen bei Sanierung und Neubauten zur Pflicht werden. Wird es trotzdem zu heiss, sollen die Schulen auch Klimaanlagen installieren können. Wobei diese, wie der Lehrerverband anmerkt, idealerweise mit Solaranlagen zu betreiben sind.