Rave-Tragödie

Das ist der Amoktäter von Aarau

Schweizer, 43 Jahre alt, geständig und doch schweigsam: Was die Ermittler über den Schützen vom Schachen bekannt gegeben haben.

40 Mal schoss er in der Nacht auf Sonntag wahllos auf feiernde Menschen, tötete eine 22-jährige Italienerin und verletzte sechs weitere Menschen: Am Mittwoch nun gaben die Ermittlungsbehörden Details zum Verbrechen von der Aarauer Pferderennbahn bekannt.

Demnach handelt es sich beim Täter um einen 43-jährigen Schweizer ohne Migrationshintergrund, der seinen Wohnort im Kanton Jura hat. Mehr persönliche Informationen, etwa Wohnort, Familienstand oder Beruf, liessen sich Polizeikommandant Michael Leupold und Staatsanwalt Christoph Rüedi nicht entlocken.

Nicht polizeibekannt

Nur so viel: Es gebe Anzeichen, dass der Mann psychische Probleme habe. Gesichert - etwa durch den Behörden vorliegende Diagnosen - sei das jedoch noch nicht. Laut Rüedi hat der Täter gegenüber der jurassischen Polizei gesagt, dass es ihm gesundheitlich seit längerer Zeit schlecht gehe.

Der Beschuldigte sei vor der Tat am Sonntag jedenfalls nicht polizeibekannt gewesen. Eine vollständige Übersicht über mögliche Vorstrafen gibt es noch nicht. Bekannt sind bisher nur einige Bagatell-Verkehrsdelikte.

«Ich bin der Täter von Aarau»

Der Mann hat sich in der Nacht auf Montag auf dem Polizeiposten in Delsberg gestellt. Er gab an, für die Tat in Aarau verantwortlich zu sein. Auf Nachfrage, wie er das getan habe, sagte Einsatzleiter Matthias Schildknecht, man könne sich das so vorstellen: Der Täter betrete den Posten und sage: «Ich bin der Täter von Aarau.» Er machte zudem Angaben, wo er wohnt, und dass sich die Tatwaffen in seinem Auto befänden.

Der Mann hat nach aktuellen Informationen keine speziellen Verbindungen in den Aargau und ist mutmasslich zufällig auf den Rave aufmerksam geworden.

Keine extremistische Gesinnung

Auch, warum genau der Täter das Feuer eröffnete, ist unklar. Der Beschuldigte hat genauere Aussagen in den Befragungen bislang verweigert. Es gebe aber Stand heute keine Hinweise auf eine extremistische Gesinnung – «weder rechts, noch links, noch islamistisch», wie Polizeikommandant Michael Leupold erklärte.

Berichte von italienischen Medien, wonach der Mann enge Verbindungen zur Schweizer Armee hatte, verneinte die Polizei indirekt. Der mutmassliche Schütze war normaler Milizsoldat als Truppenkoch und ist 2013 aus der Wehrpflicht und der Armee ausgeschieden. Seine persönliche Dienstwaffe hat er zurückgegeben.

Der Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft. Ermittelt wird gegen ihn unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Mord, mehrfacher Gefährdung des Lebens und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Die Behörden bitten Personen, welche Angaben zum mutmasslichen Täter machen können, sich bei ihnen zu melden. (sf/con/watson)

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