Auch in diesem Jahr werden an Ostern wieder haufenweise Osterhasen aus Schokolade verdrückt. Nach Schätzungen von Chocosuisse, dem Verband der Schweizer Schokoladenfabrikanten, werden in der Schweiz pro Jahr allein für den Inlandmarkt rund 20 Millionen Osterhasen produziert – das sind fast drei Osterhasen pro Kopf. Rund 7 Prozent des jährlichen Schokoladenabsatzes in der Schweiz gehen auf das Konto der Osterfeiertage.

Doch die Konsumkurve zeigt im Jahresvergleich, dass auch im «Schoggi»-Land Schweiz der Konsum der braunen Versuchung tendenziell leicht abnimmt. Als Gründe gelten die gestiegenen Preise sowie das erhöhte Gesundheitsbewusstsein der jüngeren Generationen. Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 10,3 Kilogramm Schokolade sind wir vor Deutschland aber noch immer «Schoggi»-Europameister.
Doch welcher Hase soll es zu Ostern nun sein? Da sind die Geschmäcker natürlich verschieden, wie wir im grossen Osterhasen-Duell von unserem Food-Experten Oliver Baroni feststellen konnten. Objektiver ist da schon ein Blick auf die Preise. Denn diese könnten unterschiedlicher kaum sein, wie unser Preisvergleich der bekanntesten in der Schweiz verkauften Osterhasen (ohne Aktionen) zeigt.
Von 1.50 bis 37.25 Franken pro 100 Gramm
Den günstigsten Osterhasen gibt es bei Lidl: Der 40-Gramm-Favorina-Hase kostet beim Discounter nur 95 Rappen. Pro 100 Gramm ist dieser aber fast einen Franken teurer als der Fairtrade-Stehhase von Coop, der zwar 6.50 Franken kostet, dafür aber 400 Gramm schwer ist und so auf einen 100-Gramm-Preis von knapp unter 1.50 Franken kommt.
Zuoberst in unserem Ranking steht der Osterhase Edition-Hasenmann der Confiserie Sprüngli. 149 Franken bezahlt man für ihn, also satte 37.25 Franken für 100 Gramm. Dafür ist jeder Hase ein Unikat und wird von Hand gegossen sowie von den Lernenden individuell bemalt.
Osterhasen immer teurer
Auch abgesehen vom Sprüngli-Hasenmann unterscheiden sich die aufgeführten Osterhasen in Qualität, Nachhaltigkeit und Produktionsaufwand enorm untereinander. Fakt ist aber, dass fast alle Schoggi-Osterhasen in den letzten beiden Jahren deutlich teurer geworden sind.
Der Osterhase Nico von Sprüngli kostete 2024 noch 15 Franken, in diesem Jahr geht er für 17.90 Franken über den Thresen. Der Läderach-Osterhase Cleo hat im gleichen Zeitraum einen Franken aufgeschlagen, das Sternschnupperli der Confiserie Bachmann zwei Franken. Unsere Analyse zeigt, dass fast alle Osterhasen seit 2024 zwischen 5 und 20 Prozent teurer geworden sind.

Prozentual hat der Preis des Goldhasen von Lindt am meisten aufgeschlagen. 2026 kostet die 100-Gramm-Variante 5.95 Franken, 2025 waren es 4.95 Franken, 2024 4.20 Franken. In zwei Jahren wurde der Lindt-Goldhase also mehr als 40 Prozent teurer. «Die enorme Steigerung der Kakaopreise hat uns dazu gezwungen», erklärt Adalbert Lechner, Konzernchef von Lindt & Sprüngli, unlängst gegenüber dem SRF. Man habe über Effizienzprogramme möglichst viel abgefedert, es sei aber unumgänglich, einen Teil der Kosten an die Konsumenten weiterzugeben.
Preissenkungen wirken sich noch nicht aus
Wer nun aber einen Blick auf die Entwicklung des Kakaopreises wirft, stellt fest: Seit Anfang 2025 befinden sich diese im Sinkflug. Kostete eine Tonne Kakao vor 15 Monaten wegen Ernteausfällen und Anbauproblemen noch über 11'000 Franken, sind es aktuell nur noch etwas über 2500 Franken – und damit ziemlich genau so viel wie vor der grossen Preissteigerung Anfang 2024.
Warum werden die Osterhasen also nicht günstiger? Das hat mit der Einkaufspolitik der Schweizer Schoggi-Produzenten zu tun. «Die Schokolade-Industrie deckt sich aus Vorsichtgründen längerfristig ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ausserdem werden die Preise mit den Handelspartnern immer für ein ganzes Jahr festgesetzt», erklärt Lindt-Chef Lechner. «Deshalb hat die gesamte Industrie nicht den Spielraum, die Preise zu senken.»
Der aktuelle Sinkflug der Kakaopreise hat für dieses Jahr also noch keine Auswirkungen auf die Schoggi-Preise. «Frühestens 2027 wirken sich die tieferen Kakaopreise auf unsere Kalkulation aus», sagt Lechner. Stand jetzt ist für die Ostern im kommenden Jahr also mit keiner weiteren Preiserhöhung bei den Schoggi-Hasen zu rechnen.