IS-Unterstützung

Dschihad-Teenager aus Schaffhausen müssen vor Gericht

Sie sollen den IS unterstützt und einen Anschlag in der Schweiz geplant haben. Mit 15 und 16 Jahren wurden die beiden Schaffhauser Jugendlichen festgenommen. Nun hat die Jugendanwaltschaft Anklage erhoben.

Rund zweieinhalb Jahre nach der Festnahme von zwei mutmasslichen IS-Anhängern hat die Schaffhauser Jugendanwaltschaft Anklage erhoben. Die beiden heute 18-jährigen Beschuldigten aus dem Kanton Schaffhausen müssen sich unter anderem wegen mehrfacher Unterstützung einer terroristischen Organisation vor der Jugendstrafkammer des Kantonsgerichts verantworten. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Die Jugendanwaltschaft habe das Verfahren nach umfangreichen und zeitintensiven Ermittlungen abgeschlossen und Anklage erhoben. Für beide Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Die Jugendlichen waren über Ostern 2024 im Alter von 15 und 16 Jahren festgenommen worden. Ihnen wurde damals vorgeworfen, die Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) unterstützt und einen Sprengstoffanschlag in der Schweiz geplant zu haben. Nach Angaben der Schaffhauser Staatsanwaltschaft gehört die mutmassliche Planung von Anschlägen weiterhin zur Anklage.

In Chatgruppe über Anschläge diskutiert

Die Ermittlungen wurden in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden geführt. Die beiden Schaffhauser sollen Kontakt zu jugendlichen IS-Sympathisanten in Deutschland unterhalten haben, die sich in einer Chatgruppe über mögliche Anschläge austauschten. Gemäss den damaligen Ermittlungen wurden dort Ziele wie Kirchen, Synagogen und Polizeistationen diskutiert. Während die deutschen Jugendlichen Anschläge in Deutschland erwogen haben sollen, sollen die beiden Schaffhauser einen Anschlag in der Schweiz geplant haben.

Zeitgleich nahmen die Behörden auch einen damals 18-jährigen Schweizer aus dem Kanton Thurgau fest. Gegen ihn führt die Bundesanwaltschaft ein separates Strafverfahren.

Die Festnahmen erfolgten nur wenige Wochen nach dem Messerangriff eines 15-jährigen IS-Anhängers auf einen orthodoxen Juden in Zürich, der schweizweit eine Debatte über die Radikalisierung Jugendlicher ausgelöst hatte.

Mehr zum Thema: