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Nach Schiess-Skandal

Knall in der GLP: Sanija Ameti verlässt die Partei

Sanija Ameti verlässt die GLP. Dies teilt sie am Dienstagmorgen mit. Sie teilt dabei gegen die Partei aus.
ÄSanija Ameti verlässt die GLP.
Bild: Sandra Ardizzone

Viel ist spekuliert worden in den vergangenen Monaten, wie die Grünliberalen mit ihrem in Ungnade gefallenen Mitglied umgehen werden. Nun schafft Sanija Ameti selber Tatsachen: «Ich bin in die Politik gegangen, weil ich meine liberalen und demokratischen Werte einbringen und die Schweizer Politik mitgestalten will. Dies ist bei der GLP nicht mehr möglich», steht in einem Schreiben an die Medien.

Gegenüber der eigenen Partei wird Ameti nicht so deutlich. Im Rücktrittsschreiben heisst es lediglich, der Schritt erfolge nach «reiflicher Überlegung». Sie danke für die wertvollen Erfahrungen.

Noch vor wenigen Wochen klang dies ganz anders. In einem Interview gegenüber dieser Zeitung kündigte Ameti an: «Ich bin grünliberal und bleibe grünliberal.» Die GLP sei ihre politische Heimat, auch wenn sie Überschneidungen mit anderen Parteien habe. Mit dem Austritt kommt Ameti einem Parteiausschlussverfahren zuvor, dessen Ausgang aber noch offen war.

Sanija Ameti galt lange als aufstrebendes Polittalent. Die Chefin von Operation Libero setzte sich öffentlich mit markigen Auftritten in Szene. Im vergangenen Herbst aber entstand eine Kontroverse um ihre Person, nachdem sie in einem Schiesskeller auf eine Seite aus einem Kunstkatalog geschossen hatte, das Jesus und Maria zeigt - und ein Foto davon anschliessend auf Sozialen Netzwerken teilte.

Grossen wünscht alles Gute

Nora Ernst, Co-Präsidentin GLP Kanton Zürich, bestätigte gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass die Partei heute Morgen von Ameti informiert worden sei, dass diese die Partei verlassen werde. «Das Ausschlussverfahren ist nach wie vor am Laufen gewesen. Wir haben versucht, mit Sanija eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dieser Prozess ist mit dem Austritt nun hinfällig», sagte Ernst. Man wünsche Sanija für die Zukunft alles Gute.

Dem schloss sich Jürg Grossen, Parteipräsident der GLP Schweiz, in einem kurzen Statement an. Grossen hatte ganz zu Beginn der Kontroverse klar Stellung bezogen: Er sah für Ameti keine weitere Zukunft in der GLP. Ameti war für eine Stellungnahme gegenüber dieser Redaktion bislang nicht erreichbar. (bro/cma, watson.ch)