Piddington

Dorf will wegen Asylplan nicht mehr britisch sein: Rupert Lowes Partei unterstützt das Vorhaben

Migration ist auch in Grossbritannien ein Wahlkampfthema. Ein kleines Dorf in England hält aus Protest gegen eine geplante grosse Asylunterkunft ein aufsehenerregendes Referendum ab.

Unterstützt von der rechtsextremen Partei Restore Britain strebt ein kleines Dorf in England aus Protest gegen die Unterbringung von Asylsuchenden symbolisch die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich an. Die grosse Mehrheit der gut 350 Einwohnerinnen und Einwohner von Piddington stimmte bei einem rechtlich wirkungslosen Referendum entsprechend ab, wie britische Medien übereinstimmend berichteten.

Zuvor hatte die Regierung Pläne veröffentlicht, das nahe gelegene ehemalige Militärgelände Bicester für zehn Jahre in eine Asylunterkunft umzuwandeln. Die maximale Kapazität soll bei rund 1250 Menschen liegen.

Beim Referendum am Dienstag war Rupert Lowe, der Vorsitzende von Restore Britain, im Dorf zu sehen. Er gab zahlreiche Interviews. Lowe war 2024 für die rechtspopulistische Partei Reform UK ins Parlament gewählt worden, trat aber unter anderem nach Differenzen mit Reform-Chef Nigel Farage aus. Seitdem sitzt er als unabhängiges Mitglied im Unterhaus. Restore Britain wird politisch noch weiter rechts als Reform UK eingeordnet.

Migration als Wahlkampfthema

Migration ist in Grossbritannien seit Jahren ein Wahlkampfthema. Insbesondere Reform UK erstarkte mit der Ankündigung eines strikteren Kurses. Den von der Regierung veröffentlichten Statistiken zufolge steigen die Einwanderungszahlen im Vereinigten Königreich jedoch nicht an. Im Gegenteil: Bei der Nettozuwanderung wurde im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang verzeichnet. (dpa)

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