Parteienlandschaft

Rund 40 SVP-ler gründen Homosexuellen-Verein "GaySVP"

Schwul und SVP - passt das zusammen? Rund 40 Parteimitglieder sehen darin keinen Widerspruch und haben sich im Zürcher Volkshaus offiziell zur "GaySVP" zusammengeschlossen. Die Gratulation der Mutterpartei blieb jedoch aus.

"Auch in der SVP gibt es Homosexuelle", stellt der frischgewählte Vereinspräsident Beat Feurer aus Biel gleich zu Beginn klar. Von den rund 100'000 Parteimitgliedern seien sicher einige Tausend schwul oder lesbisch.

Viele würden sich aber lieber nicht exponieren, weil die SVP-Wählerschaft und auch viele Mitglieder "nicht aus Prinzip homosexuellenfreundlich" seien.

Als einige schwule SVP-ler im Dezember 2009 publik machten, dass sie sich zur "GaySVP" zusammenschliessen, waren die Reaktionen dementsprechend: Bei prominenten Parteimitgliedern sorgte die Idee der mehrheitlich jungen Männer für Kopfschütteln.

Von der Mutterpartei gab es eine Standpauke, weil der Verein ungefragt das Sünneli-Logo auf der Website platzierte. Das Sünneli ist mittlerweile verschwunden, das "GaySVP"-Logo zeigt jetzt einen Strudel aus Regenbogenfarben. Die Mitglieder finden es sehr gelungen, denn im Zentrum steht immer noch der grüne SVP-Schriftzug.

"Für uns das Wichtigste", sagte Feurer. "Wir bekennen uns ganz klar zum Parteiprogramm." Schwule seien nicht automatisch links oder alternativ, sondern durchaus auch bürgerlich.

Nur bei den Rechten für Homosexuelle gibt es Abweichungen, etwa was die Adoption betrifft. Im Gegensatz zur Mutterpartei, die nach wie vor das traditionelle Familienbild vertritt, fordert die "GaySVP" das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

Die "GaySVP" ist in der Schweiz nicht die erste Homosexuellen-Vereinigung, die aus einer Partei hervorgegangen ist. In der FDP kämpfen die "Radigal" um homosexuelle Anliegen, in der SP ist es die Fachkommission "Sexuelle Orientierung und Identität". Noch keine solche Gruppierung gibt es bei der katholisch orientierten CVP. Entsprechende Bemühungen sind gemäss "GaySVP" aber im Gang.