Migration

Bund rechnet noch mit 22'000 Asylgesuchen

Das Staatssekretariat für Migration ging Anfang Jahr von 25'000 Asylgesuchen aus. Jetzt korrigiert es seine Prognose nach unten. Ein Grund: Über die Mittelmeerroute gelangen weniger Migranten nach Europa.
Ein Asylsuchender im Bundesasylzentrum Zürich.
Bild: Keystone

Die Asylpolitik ist ein Dauerbrenner. In der letzten Woche sorgte eine Zahl für Negativschlagzeilen: 80 Prozent der Asylsuchenden aus den Maghrebstaaten werden einer Straftat beschuldigt.

Am Dienstag publizierte das Staatssekretariat für Migration (SEM) eine Zahl, die eher hilft, die Gemüter etwas zu beruhigen. Für das laufende Jahr rechnet es mit 22'000 Asylgesuchen. In seiner Prognose von Anfang Jahr war das SEM noch von 25'000 Gesuchen ausgegangen. Im letzten Jahr baten knapp 26'000 Personen um Schutz.

Der Bund rechnet für das laufende Jahr weiter mit 12'000 Gesuchen von Geflüchteten aus der Ukraine. Im letzten Jahr registrierte das SEM knapp 12'900 Gesuche für den Schutzstatus S.

Die Gesamtkapazität sank um 700 Plätze

Dass der Druck auf das Asylsystem nachlassen würde, zeichnete sich schon relativ früh ab. Bis April lag die Zahl der Asylgesuche 20 Prozent unter dem Vorjahreswert, bis Ende Juli waren es knapp 2500 weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung erlaubte es dem Staatssekretariat für Migration, die Bundesasylzentren in Thônex, Niederscherli, Aesch, Arlesheim und Chiasso ab Mitte Juni für mehrere Wochen stillzulegen. Die Gesamtkapazität sank dadurch um 700 Plätze. Der Bund nutzte die temporäre Ausserbetriebsetzung für kleinere Unterhaltsarbeiten.

Ein Grund für den Rückgang der Asylgesuche ist die Tatsache, dass weniger Personen über die Mittelmeerroute illegal nach Europa gelangten. Dies hat auch mit dem ungünstigen Wetter zu tun. Auch auf der Balkanroute zogen weniger Migranten nach Europa.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema: