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Schaffhausen

Prügelattacke auf Frau: Regierung lässt Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden untersuchen

Die Strafuntersuchungsbehörden des Kantons Schaffhausen stehen in der Kritik: Sie sollen im Fall einer Prügelattacke auf eine Frau schlampig ermittelt haben. Nun setzt die Regierung einen externen Experten ein, um die Vorgänge zu untersuchen.

Eine Prügelattacke auf eine Frau in Schaffhausen sorgt schweizweit für Schlagzeilen. In Videos aus Überwachungskameras, die von der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie mehrere Männer eine Frau bedrohen, schlagen und verprügeln. Es sind verstörende Bilder, die in der Bevölkerung für Wut und Entsetzen sorgten. Am letzten Samstag demonstrierten in Schaffhausen rund 500 Personen gegen sexualisierte Gewalt.

Auf Videos sind Prügelattacken auf die Frau zu sehen.
Bild: Screenshot: SRF

Kritisiert wurde auch die angeblich schlampigen Ermittlungen. Vorwürfe, der auch in der «Rundschau» erhoben wurden: Befangenheit und mangelhafte Untersuchung durch die Polizei. Am Donnerstag hat sich nun der Regierungsrat mit dem Vorfall und den Vorwürfen befasst. Laut einer Medienmitteilung hat er mit Andreas Donatsch einen unabhängigen Strafrechtsexperten eingesetzt, der die Vorwürfe abklären soll. Weiter schreibt die Regierung, die Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft gegen mehrere Beschuldigte sei in vollem Gange und werde «unabhängig von der medialen Berichterstattung zeitnah abgeschlossen».

Wiewohl sie Professor Donatsch mit einer Untersuchung beauftragt haben, stellen sich Polizeidirektorin Cornelia Stamm Hurter und Justizdirektor Dino Tamagni bereits vor die Untersuchungsbehörden: «Soweit die beiden Regierungsräte ins Bild gesetzt wurden, erkennen sie keine relevanten Fehler in der Verfahrensführung und keine Rechtsverweigerung», heisst es in der Mitteilung. Während des Verfahrens sind von den Anwältinnen und Anwälten der Beteiligten «nie aufsichtsrechtliche oder strafprozessuale Beschwerden erhoben worden».