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Kerzers FR

«Eine brennende Frau kam aus dem Bus»: Augenzeugen berichten vom Postauto-Brand

Ein Augenzeuge und Ersthelfer berichtet von dramatischen Szenen beim Postautobrand in Kerzers FR.
Bild: TeleBärn

In Kerzers im Kanton Freiburg ist ein Postauto komplett ausgebrannt. Sechs Menschen kamen nach derzeitigem Kenntnisstand ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Drei der Verletzten befinden sich laut Polizei in kritischem Zustand.

Teke Zeynel hat den verheerenden Brand hautnah miterlebt. Der Betreiber eines Dönerstands direkt neben der Unfallstelle war einer der ersten Helfer vor Ort. Er berichtet gegenüber TeleBärn, wie er die Brandkatastrophe miterlebt hat. Er habe die Flammen aus nächster Nähe beobachtet. Der Bus habe angehalten, die Türen seien geöffnet worden. Passagiere hätten das Postauto teilweise mit brennenden Kleidern verlassen: «Eine Frau brannte. Wir konnten das Feuer bei ihr per Hand löschen.»

Danach wollte er mit einem Feuerlöscher helfen, den er aus seinem Lager holte. Angst habe er nicht gehabt, er habe nur den Insassen aus dem Postauto helfen wollen. «Keine Chance», so Zeynel weiter. Das Feuer war zu gross, die Flammen schossen aus der Tür. Jemand habe noch erfolglos versucht, von aussen einen Stein an die Scheibe des Busses zu werfen, damit die Personen im Innern das brennende Fahrzeug verlassen können.

Ersthelfer geht von Brennstoff im Bus aus

Als die Feuerwehr eintraf, war der Bus bereits im Vollbrand. Die Passagiere, die im Bus gefangen waren, hätten keine Chance gehabt, sagt Teke Zeynel, der gegenüber dem Ort des Geschehens lebt.

Ob sich ein Mann im Bus angezündet hat, könne er nicht sagen. Es sei aber sicher ein Brennstoff im Bus und nicht der Motor gewesen. «Das ist einfach ein Drama», so der Ersthelfer weiter.

Eine weitere Augenzeugin lobt die Einsatzkräfte und Ersthelfer. Sie alle hätten gut reagiert, sagt sie gegenüber TeleBärn. Auch eine Stunde nach dem Brand seien Ambulanzen und Rega-Helikopter zu hören gewesen.

«Hätte gerne mehr geholfen»

Mina Gendre öffnet am Mittwoch auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine Drogerie. Die 27-Jährige ist sichtlich bewegt. Am Vorabend hat sie gesehen, wie ein brennender Mann aus dem Postauto rannte; wie an anderer Mann Steine gegen die Fenster des Postauto schoss, um den Passagieren eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen.

Die Hilfe sei schnell vor Ort gewesen, sie selbst musste wegen des Rauchs die Drogerie schliessen. Sie brachte noch einen Feuerlöscher, doch dieser wurde nicht gebraucht. Die junge Frau fühlte sich an die Brandkatastrophe von Crans Montana erinnert. Sie spricht von ihrer Traurigkeit und darüber, wo man heute noch sicher sei. Und auch über ihre eigene Hilflosigkeit. Sie hätte gerne mehr geholfen. (fan/dk)

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