notifications
Logistik

Post will Sortierzentren umnutzen – 140 Mitarbeitende betroffen

Der Staatskonzern bündelt die Briefsortierung in den grossen Zentren, kleine Briefsortierzentren haben das Nachsehen.
Die Briefsortierung soll in den grossen Zentren gebündelt werden. Kleine Briefsortierzentren, wie jenes in Gossau, sollen umfunktioniert werden.
Bild: Lisa Jenny

Jahr für Jahr geht die Briefmenge zurück. Um rund 5 Prozent, wie die Post festhält. Das hat nun einschneidende Folgen für die Briefsortierzentren und ihre Mitarbeitenden, wie die Post am Mittwoch bekannt gab. Der Staatsbetrieb will die Briefsortierung in den grossen Zentren bündeln. Konkret: Die Post beabsichtigt, die Sortierung von Kriens LU nach Härkingen SO und von Gossau SG nach Zürich-Mülligen zu verlagern.

Das hat Folgen für insgesamt 140 Mitarbeitende, wie die Post einräumt. Wie die Briefsortierung sollen auch sie beziehungsweise ihre Aufgaben von Kriens nach Härkingen und von Gossau nach Zürich-Mülligen verschoben werden. In Kriens sind alle 70 Post-Angestellten betroffen, in Gossau sind es 70 von insgesamt 120 Mitarbeitenden. Die anderen 50, die heute bereits in der Zustellung arbeiten, sind von den Massnahmen nicht betroffen.

Die Post hat laut eigenen Angaben die betroffenen Mitarbeitenden am 4. Februar 2025 informiert. «Die Post prüft individuelle Lösungen und geht davon aus, dass sie allen betreffenden Mitarbeitenden eine Stelle anbieten kann», hält der Staatskonzern fest.

Die Mitarbeitenden hätten nun im Rahmen eines Konsultationsverfahrens, das bis zum 14. März dauert, die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen, wie allfällige negative Folgen abgefedert werden könnten. Die Post tauscht sich dazu regelmässig mit ihren Sozialpartnern aus.

Zustellung statt Briefsortierung

Die Standorte Kriens und Gossau sollen aber nicht geschlossen werden. Die Post will künftig für die Zustellung «umnutzen». In Kriens plant sie nach eigenen Angaben, eine Zustellstelle zu integrieren, von der aus Pöstlerinnen und Pöstler Briefe und Pakete verteilen sollen. Dabei sollen der Annahmestandort für Geschäftskundinnen und -kunden und die Nachtlogistik bestehen bleiben.

Für Gossau hegt die Post ähnliche Pläne. Sie prüfe, ob die frei werdenden Flächen für die Zustellung umgenutzt werden könnten. Auch an diesem Standort sollen die Tätigkeiten rund um die Annahme für Geschäftskundinnen und -kunden, Sendungsaufbereitung oder die Nachtlogistik bestehen bleiben.

Die Verlagerung der Sortierung von Kriens nach Härkingen ist laut Angaben der Post für «spätestens 2027» vorgesehen. Die Verlagerung von Gossau nach Zürich-Mülligen würde voraussichtlich bis «spätestens 2028» umgesetzt.

Die beiden Standorte Kriens und Gossau haben 2024 zusammen 194 Millionen Briefe sortiert. Das entspricht einem Anteil von 8,5 Prozent aller sortierten Briefe in der Schweiz.