
Was haben der Papst und Latino-Superstar Bad Bunny gemeinsam? Donald Trump mag beide nicht. Und: Sie füllen gerade die Stadien in Madrid. Der eine das des Fussballclubs Atlético, und der andere das von Real. Am Montagabend kam es in letzterem zu einem Treffen.
Wie Vatikan-Sprecher Matteo Bruni bestätigte, empfing Leo XIV. den Puertoricaner und seine Familie im Fussballstadion Santiago Bernabéu. Das private Treffen habe am späten Nachmittag stattgefunden, «kurz bevor er (der Papst) das Stadion verliess», so Bruni. Insgesamt hat der Papst in Madrid ein knappes Dutzend weitere Prominente getroffen, darunter Real Madrid-Präsident Florentino Pérez, wie spanische Medien berichten.
Bilder der beiden wurden keine veröffentlicht. In den sozialen Medien kursieren jedoch Dutzende mehr oder weniger realistische KI-generierte Videos, in denen der Papst am Konzert von Bad Bunny mit ihm feiert. Der Sänger und Rapper gibt im Rahmen seiner Welttournee noch bis zum 15. Juni insgesamt zehn Konzerte in der spanischen Hauptstadt. Pro Abend werden rund 66'000 Besucherinnen und Besucher erwartet - insgesamt also rund 660'000 Fans.
Bereits auf dem Flug nach Spanien hatte Leo scherzhaft auf die Popularität des Musikers Bezug genommen. Auf die Frage, ob die Menschen in Madrid lieber Bad Bunny oder den Papst sehen wollten, sagte der 70-jährige US-Amerikaner: «Ich glaube, viele werden zu Bad Bunny gehen.» Er ergänzte: «Aber ich glaube, ein paar kommen auch wegen des Papstes. Und das sagt etwas aus.»
Rund 80'000 Menschen machten letztlich den Weg ins Stadion, um den obersten Katholiken zu sehen. Online machen Videos die Runde, auf denen junge Fans zeigen, wie sie am Tag dem Papst von der Strasse zuwinken und am Abend das Konzert des 32-jährigen Superstars besuchen.
Trump wetterte schon gegen beide
Als einer der aktuell erfolgreichsten und beliebtesten Musikstars weltweit sorgt Bad Bunny auch für politische Schlagzeilen. Beim Super Bowl Anfang Februar nutzte der Grammy-Preisträger, der als Kritiker der radikalen Abschiebepolitik der US-Regierung gilt, seinen Auftritt in der Halbzeitshow für Botschaften zu Zusammenhalt und Migration. Trump kritisierte die vollständig auf Spanisch gehaltene Performance anschliessend scharf. Diese sei eine der schlechtesten Halbzeitshows, die er je gesehen habe. Er monierte damals über Social Media, man verstehe kein Wort.

Auch der Papst wurde schon zum Ziel von Trumps Online-Attacken. Er sei «schrecklich», was die Aussenpolitik anbelangt, und «schwach» im Umgang mit Kriminalität. Dies, nachdem das Kirchenoberhaupt sich kritisch gegenüber Drohungen des US-Präsidenten gegenüber dem Iran äusserte.
Zum Schluss seiner Spanien-Reise rückt auch Leo XIV. das Thema Migration auf die Agenda. Ab Donnerstag weilt er auf den Kanaren. Auf Gran Canaria wird er den Hafen von Arguineguín besuchen, der während der letzten Jahre zum Symbol der humanitären Notlage vieler Migranten wurde.
Dort harrten im August 2020 zeitweise fast 3000 Menschen unter prekären Bedingungen aus, obwohl der Bereich nur für etwa 500 Personen ausgelegt war. Sie schliefen auf Beton, die hygienischen Verhältnisse waren entsetzlich. Hier wird der Pontifex an diesem Donnerstag Helfer und Migranten treffen. Am Freitag geht es für Leo weiter nach Teneriffa. Dort trifft er Flüchtlinge in der Aufnahmeeinrichtung Las Raíces. (mit Material der dpa)

