Papst Franziskus ist am Ostersonntag kurz in der Öffentlichkeit aufgetreten. «Brüder und Schwestern, frohe Ostern!», sagte Franziskus auf der Loggia des Petersdoms. Seine Stimme klang kräftiger als zuletzt nach seinem wochenlangen Krankenhausaufenthalt im Februar und März. Franziskus winkte vom Balkon aus und bat dann einen Helfer, seine Rede zu verlesen.
Der Ostergottesdienst im Vatikan hat teilweise ohne Papst Franziskus stattgefunden. Der 88-Jährige, der sich immer noch von seiner Lungenentzündung erholt, liess sich bei der Messe am Sonntag vor dem Petersdom von Kardinal Angelo Comastri vertreten, der vor Tausenden Gläubigen die von Franziskus verfasste Predigt verlas. Der Petersplatz war mit Narzissen, Tulpen und anderen Blumen übersät, die aus den Niederlanden gespendet worden sind.
Das Publikum brach in Jubel aus
Danach erschien der Papst aber selbst auf dem Balkon, um die Tausenden von Menschen auf dem Petersplatz zu segnen. Die Menge brach in Jubel aus, als eine Militärkapelle die Hymne des Heiligen Stuhls und die italienische Hymne anstimmte.
Der Papst war im Februar und März wochenlang im Krankenhaus behandelt worden und hat auf ärztliche Anweisung hin sein Arbeitspensum stark reduziert, um sich zu erholen. In der Öffentlichkeit ist Franziskus nur sehr selten und dann spontan aufgetreten. Er atmet offensichtlich immer noch schwer und hat Schwierigkeiten, die Stimme zu heben.
Sein grösster Termin seit seiner Entlassung aus der Klinik war am Gründonnerstag ein Besuch im römischen Gefängnis Regina Caeli, wo er Häftlinge traf. Der Gefangenenbesuch verdeutlicht seine Prioritäten während seiner langsamen Genesung: Zeit mit Menschen zu verbringen, die am meisten am Rande stehen. (dpa)
