Am Montag und in der Nacht zum Dienstag hatte es bei gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei auf beiden Seiten Verletzte gegeben, wie italienische Medien berichteten. Derweil türmen sich - gut zwei Jahre nach der grossen Müllkrise - etwa 1000 Tonnen Abfälle in Neapel. "Der Müll-Krieg ist zurück", stellt der "Corriere della Sera" fest.
Noch ist die Abfallkrise nicht so dramatisch wie 2008. Die Lage könnte sich aber weiter verschärfen, weil es nach wie vor an Deponien mangelt.
In Terzigno ist zwar eine Müllkippe in Betrieb, doch immer wieder verhindern empörte Bürger den Abfalltransport dorthin: Sie rollten etwa einen Felsblock auf die Zufahrtsstrasse, so dass Bagger diesen erst beiseite schaffen mussten.
Die von der Polizei begleiteten Mülltransporter wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Am Dienstag knieten sich Frauen mit erhobenen Händen vor den Fahrzeugen hin und versuchten damit, den Transport zu blockieren. Andere zeigten den Polizisten deformierte Äpfel: Sie sind der Meinung, dass Giftmüll auf der Deponie diese Schäden hervorrufen.
Im September hatte der neapolitanische Polizeichef Santi Giuffre angeordnet, dass die Müllfahrzeuge von der Polizei eskortiert und geschützt werden. Unbekannte hatten zuvor Müllautos angesteckt.
Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hatte das Abfallproblem Neapels 2008 durch angeordnete Sondereinsätze zumindest teilweise bewältigt. Gut zwei Jahre später scheint der Ausgangspunkt praktisch wieder erreicht. Die verfügbaren Mülldeponien sind überlastet.