Seit Jahren interveniert die Schweizerische Nationalbank (SNB) zugunsten eines schwachen Schweizer Frankens. Sie greift systematisch in das Gebot von Angebot und Nachfrage ein, indem sie unter anderem die Bilanzsumme durch Zukäufe schwächerer Währungen von rund 100 Milliarden auf rund 1000 Milliarden Franken erhöht hat und damit unrentable Unternehmen künstlich am Leben erhält.
Mit ihren Massnahmen fördert die SNB die Zuwanderung und initiiert letztlich einen Teufelskreis, der die Schweiz in zunehmend noch grössere Probleme stürzen wird.
Mit ihren Interventionen durch Käufe von anderen Währungen bezweckt sie eine möglichst hohe Beschäftigung. Die SNB verfehlt damit indes ihr Ziel. Ihre marktwirtschaftswidrige Politik verhindert nämlich die ständige Anpassung der Wirtschaft an den Markt und begünstigt das Fehlen von Visionen, Ideen und Risikobereitschaft.
Die Aufgabe der SNB ist es einzig, die Inflationsgefahren zu erkennen, in vertretbaren Grenzen zu halten und den Zahlungsverkehr zu sichern. Stattdessen verursacht sie mit intransparentem Protektionismus an sich unnötige neue staatliche Stellen, besonders in sozialen Bereichen, allesamt nicht wertschöpfend. Die Konkurrenzfähigkeit sinkt, der Staat wird immer teurer.
Hält man den Franken künstlich schwach, baut man bildlich gesprochen einen Damm, der, kommt es zum Bruch, Folgen auslöst, die weder Rücksicht auf Schwimmer noch auf Nichtschwimmer nehmen.
Wirtschaft politisiert nicht. Sie verhält sich wie das Wasser und geht dorthin, wo der Widerstand am geringsten ist. Deshalb braucht es geeignete freiheitliche Rahmenbedingungen. Das Ziel, eine dauernde Vollbeschäftigung mit Arbeitsplatzerhaltung anzustreben, ist falsch. Das beweist der einst bedeutendste Wirtschaftszweig der Schweiz, die Textilindustrie. Sie ist trotz bester Produkte vom Markt verschwunden, weil sie im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz zu teuer wurde. Die Textilindustrie hat nolens volens rentableren Unternehmen Platz gemacht, hunderttausende von Arbeitskräften freigestellt und neuen Wirtschaftszweigen zugeführt.
Schon aus demografischen Gründen wird es weiterhin Zuwanderung geben. Sie darf aber nicht derart auswuchern, dass Populisten nicht das Kernproblem angehen, sondern Symptome kultivieren, um sie als Missstände anzuprangern. Das taten sie mit der sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative. Die Initianten verfolgten damit nämlich nicht das Wohl des Volkes, sondern vielmehr ihr eigentliches Ziel, mit unseren Nachbarn, den EU-Staaten, zu brechen.
Um dem marktwirtschaftswidrigen Verhalten der SNB auszuweichen, haben einige namhafte Unternehmen längst begonnen, ihren in der Schweiz domizilierten Lieferanten Verträge in Fremdwährungen aufzuzwingen, insbesondere in Euro oder US-Dollar. Mittlere und kleinere Unternehmen kommen nicht umhin, sich mit Währungsthemen zu befassen. In Analogie zum Kanton Zug, wo sich die dort aufgewachsenen Kinder wegen der unbezahlbaren Mietkosten gezwungen sehen, in den Kanton Aargau zu ziehen, obwohl Zug ihre Heimat ist, in der sie sich geborgen fühlen.
Die SNB-Interventionspolitik zeigt den Teufelskreis zwischen künstlicher Vollbeschäftigung und Zuwanderung auf. Interventionen rächen sich. Die Märkte werden es richten – ob wir wollen oder nicht. Eine dem Markt überlassene Wirtschaft muss forschen, entwickeln, effizient produzieren, verkaufen und schlussendlich kassieren. Dieser Aufgabe kann sich der Unternehmer nicht entziehen. In einem erfolgreichen Land wie der Schweiz muss der Markt eine starke Stellung haben und beibehalten.
Die Kernprobleme sind zu finden in einem überbordenden Staatsapparat, der die universitären Eliten aus den ungenauen Wissenschaften anzieht und ihnen ein 15 Prozent höheres Einkommen als in der Privatwirtschaft bezahlt. Mit dem geringsten Aufwand einen maximalen Ertrag zu erzielen, heisst ein uralter Wirtschaftsgrundsatz. Der Grundsatz sollte anders lauten, nämlich einen möglichst hohen Ertrag erzielen bei möglichst geringem Aufwand. Exportieren wir nur noch konkurrenzfähige Produkte, brauchen wir keine Zuwanderung über das Mass der demografischen Zwänge hinaus. Arbeitsplätze sind kein unternehmerisches Ziel, sondern die Folge einer gesunden, konkurrenzfähigen Wirtschaft.
Adrian Gasser ist Unternehmer und Wirtschaftsprüfer.

