Nach ihrer gescheiterten Hinrichtung mit einer Giftspritze im US-Bundesstaat Tennessee leidet Christa Pike nach eigenen Angaben unter ständigen Schmerzen. Sie habe weiterhin Schwierigkeiten beim Sprechen, erklärte sie am Freitag in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme seit dem Hinrichtungsversuch im vergangenen Monat, die sie über ihre Anwälte veröffentlichte.
«Seit jener Nacht gab es keinen Moment, in dem ich keine Schmerzen hatte. Mein Körper tut weh. Meine Arme tun weh. Meine Hände tun weh. Mein Hals tut weh», erklärte Pike. Die Schmerzen seien nicht nur körperlich, sondern beträfen auch ihre Psyche und ihre Seele.
Pike dankt medizinischem Personal und Unterstützern
Pike erklärte, sie sei darauf vorbereitet gewesen, in Frieden zu sterben, als sie die Hinrichtungskammer betreten habe. Stattdessen sei sie allein und verwirrt in einem Krankenhausbett aufgewacht. Über ein Leben nach ihrem Hinrichtungstermin habe sie zuvor nicht nachgedacht. Sie sei zutiefst verletzt durch die Inkompetenz, die so viele Menschen in diese schreckliche Lage gebracht habe. Sie denke weiterhin an die Familie ihres Opfers und deren Schmerz und Verlust.
Zugleich dankte Pike dem medizinischen Personal, das ihr Leben gerettet habe, und den Menschen, die ihr mit Freundlichkeit begegnet seien. «Ich weiss nicht, warum ich jene Nacht überlebt habe. Ich weiss nicht, was als Nächstes kommt», erklärte sie. Sie versuche nun, Tag für Tag zu heilen, und halte sich an der Liebe und Freundlichkeit der Menschen fest, die sie daran erinnert hätten, dass sie nicht allein sei.
Pike war wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Zur Tatzeit war sie 18 Jahre alt. Sie wäre die erste Frau seit mindestens 200 Jahren gewesen, an der in Tennessee die Todesstrafe vollstreckt worden wäre. Ihre Unterstützer verwiesen auf ihr damaliges Alter, psychische Probleme und schweren sexuellen Missbrauch seit frühester Kindheit. (dpa)


