Trotz der anhaltenden Bedrohung im Iran-Krieg sind erneut Hunderttausende Muslime zur Wallfahrt Hadsch nach Mekka in Saudi-Arabien gereist. Vor dem Beginn am heutigen Montag reisten allein aus dem Ausland nach offiziellen Angaben 1,5 Millionen Gläubige an. Am frühen Morgen brachen die in weisse Gewänder gehüllten Pilger aus Mekka auf in die rund acht Kilometer entfernte Zeltstadt Mina zum Beginn der religiösen Rituale.
Saudi-Arabien wurde im Zuge des Iran-Kriegs bisher mit Hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern angegriffen. Die Flugabwehr fing den grössten Teil davon ab, es gab aber auch einige Opfer und Schäden etwa an Energie-Infrastruktur, Wohngebieten oder der US-Botschaft in Riad. Das Königreich ist bemüht, die Wallfahrt trotz des laufenden Konflikts möglich zu machen. Der Hadsch zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen neben dem Ölgeschäft.
Flugabwehr zum Schutz der Pilger und deren «innerer Ruhe»
Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium veröffentlichte Aufnahmen, wie Einheiten zur Flugabwehr zum Schutz der religiösen Stätten rund um Mekka in Stellung gebracht werden. Die Streitkräfte seien dafür zuständig, den «Luftraum über den heiligen Stätten zu schützen und auf alle Bedrohungen zu reagieren, um die Sicherheit und die innere Ruhe der Pilger sicherzustellen», teilte das Ministerium mit.
Für die meisten Muslime ist die Teilnahme am Hadsch ein einmaliges Erlebnis, viele sparen jahrelang, um sich die Anreise und Hadsch-Pakete von speziellen Touranbietern leisten zu können. Pro Person können diese umgerechnet schnell 5000 Euro und mehr kosten. Besonders viele ausländische Gläubige reisen aus Indonesien an – dieses Jahr schätzungsweise 220.000 Pilger – sowie aus Pakistan und Indien.
Die Preise für Flugtickets sind in der Folge des Iran-Kriegs deutlich gestiegen. Die Airlines haben ihre Zuschläge und Gebühren etwa für Flugbenzin, Extra-Services oder Umbuchungen stark erhöht. Eine grosse Herausforderung ist erneut die hohe Hitze. In Mekka wurden heute Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius erwartet. Vor zwei Jahren waren bei hoher Hitze mehr als 1300 Menschen ums Leben gekommen. (dpa)

