Prognose

Zieht ein Gewitter auf? MeteoSchweiz will es mit KI früher wissen

Gewitter können sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Ein neues KI-Modell soll genauer erkennen, wo Starkregen, Hagel und Blitze drohen – und gleichzeitig Fehlalarme reduzieren.

MeteoSchweiz setzt neu künstliche Intelligenz ein, um genauer und früher vor heftigen Gewittern zu warnen. Das neue Vorhersagemodell wurde nach vierjähriger Entwicklung im Sommer in Betrieb genommen, wie der nationale Wetterdienst am Donnerstag mitteilte. Es soll Starkregen, Hagel und Blitze für die kommende Stunde zuverlässiger vorhersagen und Fehlalarme reduzieren.

Gewitter sind wegen ihrer kurzen Lebensdauer und ihrer oft kleinräumigen Entwicklung besonders schwierig vorherzusagen. Das bisherige Warnsystem von MeteoSchweiz stützte sich vor allem auf aktuelle Radarmessungen. Der neue Algorithmus kombiniert diese nun unter anderem mit Blitzdaten und berücksichtigt auch die Schweizer Topografie.

Alle fünf Minuten wertet das KI-Modell die Daten für die gesamte Schweiz aus. Es erkennt dabei auch, ob sich ein Gewitter verstärkt oder abschwächt und ob es seine Zugrichtung ändert. Trainiert wurde das Modell mit grossen Datenmengen auf den Supercomputern des Schweizerischen Hochleistungsrechenzentrums CSCS in Lugano.

Meteorologinnen und Meteorologen werden dadurch aber nicht überflüssig. Gerade bei Gewittern und anderen Warnlagen blieben deren Fachwissen und Erfahrung entscheidend, betont MeteoSchweiz. (cbe)

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