Unwetter in Spanien

Jetzt steht auch der Flughafen Barcelona unter Wasser ++ Vermisstensuche nach Flutdrama geht weiter

Heftige Regenfälle haben weite Teile Spaniens heimgesucht und für gefährliche Überschwemmungen gesorgt. Mindestens 214 Personen kamen ums Leben. Jetzt drohen Überschwemmungen in anderen Regionen.

Das Wichtigste in Kürze

Die schweren Unwetter in Spanien fordern bisher 214 Tote. Besonders schlimm getroffenen hat es Mittelmeerregion Valencia. Bis zu 2'000 Menschen werden vermisst.

Dem spanischen König Felipe VI. sind bei einem Besuch im Überschwemmungsgebiet in der Region Valencia wütende Proteste von Überlebenden entgegengeschlagen.

Nach grossen Teilen des spanischen Festlandes trifft es nun die Balearen. Auf Mallorca haben Flüge Verspätung.

An vielen Orten scheint nach den schweren Unwettern vom Dienstag ungeachtet der Zerstörung wieder die Sonne – doch die Gefahr ist nicht gebannt. Jetzt drohen Überschwemmungen in anderen Regionen.

20:47 Uhr

Montag, 4. November

Fieberhafte Vermisstensuche läuft weiter

Es wirkt wie eine Szene aus einem Horrorfilm: In einer dunklen und stillen Tiefgarage waten mehrere Männer langsam und vorsichtig durch hüfthohes Wasser. Sie tragen Schutzhelm, Mundschutz und Taschenlampen. Nicht identifizierbare Objekte treiben an der Oberfläche. Auf diesen unterirdischen Parkplatz des Einkaufszentrums Bonaire in Aldaia, einem Vorort Metropole Valencia, sowie auf andere Tiefgaragen konzentriert sich die Suche nach Vermissten - sechs Tage nach dem Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens.

Nach der jüngsten offiziellen Bilanz forderten die Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 217 Menschenleben, die meisten in der auch bei deutschen Urlaubern beliebten Region Valencia. Man geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird – auch, weil noch immer viele Menschen nicht kontaktiert werden konnten.

Suche inmitten eines bestialischen Gestanks

Alle Blicke richten sich besonders auf Bonaire, da dort nicht weniger als 2700 unterirdische Stellplätze existieren. Die Einsatzkräfte der Polizei, des Militärs und der Feuerwehr arbeiten unermüdlich – inmitten eines bestialischen Gestanks, wie Reporter berichten. Die gute Nachricht: Bei der Durchsuchung der ersten 50 Fahrzeuge wurde keine Leiche entdeckt.

Aldaia-Bürgermeister Guillermo Luján relativierte unterdessen im staatlichen TV-Sender RTVE die dramatisierenden Berichte einiger Medien. Manche spekulierten, man könnte allein in Bonaire womöglich Hunderte Tote finden. «Der Parkplatz war fast leer, wir schätzen, dass dort zum Zeitpunkt der Überschwemmung weniger als 100 Fahrzeuge parkten», betonte Luján. Man müsse vorsichtig sein, es seien übertriebene Darstellungen im Umlauf.

Warnungen vor Spekulationen

Eine offizielle Vermisstenzahl gibt es nach wie vor nicht. Einige wenige Medien schreiben seit Tagen von 1500, 2000 oder sogar 2500 Vermissten. Dafür gibt es jedoch keine belastbaren Quellen. Vermutlich basieren sie auf den Notrufen, die teils schon zu Beginn des Unwetters bei den Behörden eingingen. «Wir dürfen nicht spekulieren», sagte zu diesem Thema der Minister für Territoriale Politik, Ángel Víctor Torres. Er warnte vor Fake News. Man müsse seriös vorgehen.

Die Bergung der Leichen, das Zittern um die Vermissten und die Verzweiflung der Tausenden, die ihr ganzes Hab und Gut und zum Teil auch Angehörige und Freunde verloren haben, stehen nach einer knappen Woche weiter im Mittelpunkt. Wie gereizt die Stimmung unter den Betroffenen ist, die sich über eine schleppende Hilfe beklagen, zeigten auch die Tumulte beim Besuch des Königspaars Felipe und Letizia und Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag in der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Gemeinde Paiporta, als die Gäste mit Schlamm beworfen, beschimpft und sogar attackiert wurden. Vermutet wird, dass rechtsextreme Gruppen die Bürger aufgestachelt haben. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Aber es gibt auch News, die etwas Trost spenden: Immer wieder tauchen als vermisst geltende Personen auf. Zuletzt die Rentnerin Josefa, wie der Polizist Iván García in RTVE erzählte. «Die Freude der Angehörigen und Freunde war beim Wiedersehen riesengross, unbeschreiblich», sagte er. «Sie war die ganze Zeit zu Hause, konnte aber nicht kontaktiert werden.» García zieht mit Kollegen und freiwilligen Helfern von Haus zu Haus. Es gebe weiterhin «viele Menschen, die völlig desorientiert sind» - und sich daher nicht melden.

Keine Unwetterwarnung mehr im Katastrophengebiet

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten kamen derweil immer mehr auf Touren. Am Montag waren neben rund 10.000 Polizisten der Policía Nacional und der Guardia Civil mehr als 7.500 Militärangehörige im Einsatz. Sie wurden von Feuerwehr und Zivilschutz sowie von unzähligen Freiwilligen unterstützt. Es wird vermutet, dass die Aufräumarbeiten viele Tage und sogar Wochen in Anspruch nehmen werden. Der Wiederaufbau dürfte Monate dauern.

In Valencia hatte es am Dienstag in einigen Ortschaften innerhalb weniger Stunden so viel Regen gegeben wie sonst in einem Jahr. Am Montag und auch in den nächsten Tagen wurden im Katastrophengebiet keine nennenswerten Niederschläge erwartet. Dafür regnete es in Katalonien im Nordosten des Landes heftig. Der Flughafen der Regionalhauptstadt Barcelona musste rund 70 Flüge streichen und 18 umleiten. Zeitweilig wurde der gesamte regionale Bahnverkehr eingestellt. Zahlreiche Strassen wurden überflutet, 150 Schulen sagten den Unterricht ab. (dpa)

18:01 Uhr

Montag, 4. November

So reagieren die deutschen Reiseveranstalter

Der auch in der Schweiz aktive Reiseveranstalter Dertour reagiert auf die Unwetter in Spanien. Bei dem Unternehmen können Reisen in die besonders betroffene Region Valencia bis zum 15. November kostenlos storniert oder umgebucht werden, wie die Leiterin für Sicherheits- und Krisenmanagement des Unternehmens, Melanie Gerhardt, sagte. Im Flugverkehr sei mit Beeinträchtigungen zu rechnen, doch für Pauschalreisende sei umfassend gesorgt.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind Pauschalreisende aber kaum noch vor Ort. Die Saison sei dort zu Ende und auch die Herbstferien sind in vielen Bundesländern vorbei oder in der letzten Woche. Mit Blick auf deutsche Urlauber gebe es keine grösseren Probleme.

«Wir behalten die Buchungen und die Entwicklung der Wetterlage aufmerksam im Blick», sagte Dertour-Expertin Gerhardt. In Andalusien normalisiere sich die Lage zusehends, am Flughafen Jerez gebe es keine Einschränkungen mehr und Golfplätze seien teilweise wieder bespielbar. «Unsere Gäste werden engmaschig von uns betreut und sind alle wohlauf.»

Der weltgrösste Reisekonzern Tui sieht sich von Unwettern kaum betroffen. Die zum Teil verwüsteten Regionen würden derzeit eher von Individualreisenden besucht, sagte ein Sprecher. (dpa)

15:43 Uhr

Montag, 4. November

Kein Ankommen in Barcelona: Überflutetes Rollfeld am Flughafen

Der Flughafen in der Regionalhauptstadt Barcelona hat wegen der Unwetter vormittags bereits rund 70 Flüge gestrichen und 18 umgeleitet, teilt die Flughafenverwaltungsbehörde Aena mit. Medien wie die Regionalzeitung «El Periódico» veröffentlichten Videos und Bilder, auf denen ein überflutetes Rollfeld zu sehen ist.

Zum Teil lief das Wasser auch durch die Decke in den Innenbereich des Airports. Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente berichtete auf X, in einigen Bereichen der Terminals und der Parkplätze des Flughafens gebe es Lecks. Auf Antrag des Zivilschutzes sei der gesamte regionale Bahnverkehr vorläufig eingestellt worden, teilte der Minister auch mit.

Puente berichtete auch von einem Erdrutsch auf der Autobahn 27, der den Verkehr beeinträchtige. Inzwischen habe man dort aber eine Spur öffnen können. Nach Berichten spanischer Medien wurden mehrere Strassen in Katalonien im Nordosten Spaniens überflutet. 150 Bildungseinrichtungen sagten nach Medienberichten den Unterricht ab.

Besonders betroffen vom Unwetter in Katalonien ist die Küstenregion um die Provinzhauptstadt Barcelona. Die für dieses Gebiet vormittags ausgegebene Warnstufe Rot wurde vom Wetterdienst Aemet inzwischen um zwei Stufen auf Gelb herabgesetzt. Anwohner hatten auf dem Handy Warnmeldungen des Zivilschutzes unter anderem mit der Empfehlung erhalten, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten zu vermeiden. (dpa)

14:20 Uhr

Montag, 4. November

Schwere Regenfälle legen Bahnverkehr in Katalonien teilweise lahm

Nach den verheerenden Unwettern im ostspanischen Valencia hat die benachbarte Region Katalonien am Montag heftige Regenfälle erlebt. Auf Ersuchen der Katastrophenschutzbehörde wurden alle Pendlerzüge im Nordosten der Region und damit auch in der Metropole Barcelona ausgesetzt, sagte der spanische Verkehrsminister Óscar Puente. Die Bewohner der Stadt wurden per Textnachrichten vor extremen und anhaltenden Regenfällen am südlichen Stadtrand gewarnt. Schluchten und Kanäle sollten nicht betreten werden.

Wegen der Regenfälle änderten Fluglotsen dem Minister zufolge den Kurs von 15 Maschinen am Flughafen von Barcelona im Süden der Stadt. Mehrere Autobahnen wurden wegen Überschwemmungen gesperrt. In Tarragona, einer Stadt im Süden Kataloniens etwa auf halbem Weg zwischen Barcelona und Valencia, fiel der Schulunterricht aus, nachdem eine Regenwarnung der Stufe Rot ausgegeben worden war.

In Valencia wurde unterdessen die Suche nach Todesopfern in Häusern und Tausenden weggeschwemmten Autowracks fortgesetzt. Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte, die Behörden könnten noch immer keine zuverlässige Schätzung zur Zahl der Vermissten abgeben. Der spanische Fernsehsender RTVE zeigte Hilferufe verzweifelter Menschen, die nach Angehörigen suchten.

In der Gemeinde Aldaia suchten etwa 50 Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute, manche in Neoprenanzüge, in der Tiefgarage eines grossen Einkaufszentrums nach möglichen Opfern. Sie bewegten sich per Boot in dem riesigen Gebäude, wo die Fahrzeuge mindestens einen Meter tief im trüben Wasser standen.

Polizeisprecher Ricardo Gutiérrez sagte, bisher seien etwa 50 Fahrzeuge, aber keine Leichen entdeckt worden. Die Tiefgarage des Einkaufszentrums Bonaire mit 1800 Stellplätzen füllte sich am Dienstag und Mittwoch schnell mit Wasser und Schlamm, als der südliche Stadtrand von Valencia von einer Flut getroffen wurde.

Tausende Polizisten und Soldaten, aber auch Freiwillige setzten in Valencia die Aufräumarbeiten fort. Das Transportschiff «Galicia» der spanischen Marine traf am Montag mit Marinesoldaten, Hubschraubern sowie mit Lebensmitteln und Wasser beladenen Lastwagen im Hafen von Valencia ein, um die Hilfsmassnahmen zu unterstützen.

Spanien ist an Herbststürme gewöhnt, die zu Überschwemmungen führen können. Die Unwetter in Valencia waren jedoch die folgenschwersten seit Beginn der Aufzeichnungen. (dpa)

12:59 Uhr

Montag, 4. November

Vermisstensuche nach Flutdrama in Spanien geht weiter

Eine knappe Woche nach dem sogenannten Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens mit mehr als 200 Todesopfern geht die Suche nach Vermissten im Katastrophengebiet weiter. Alle Blicke richteten sich zuletzt vor allem auf ein Einkaufszentrum in Aldaia, einem Vorort der Provinzhauptstadt Valencia. Aus dem unterirdischen Parkplatz mit 2.700 Stellplätzen wird das Wasser abgepumpt. Es wird befürchtet, dass dort und auch in anderen Tiefgaragen Leichen entdeckt werden könnten.

«Die Einsatzkräfte haben bereits rund 20 Fahrzeuge durchsucht, aber keine Körper gefunden», sagte Aldaia-Bürgermeister Guillermo Luján im staatlichen TV-Sender RTVE. Luján relativierte die dramatisierenden Berichte in einigen Medien. «Der Parkplatz war fast leer, wir schätzen, dass dort zum Zeitpunkt der Überschwemmung weniger als 100 Fahrzeuge parkten.» Man müsse vorsichtig sein, es seien übertriebene Darstellungen im Umlauf.

Warnungen vor Spekulationen

Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 217 - 213 allein in der bei Urlaubern beliebten Provinz Valencia. Zudem gelten viele Menschen weiter als vermisst - eine offizielle Zahl gibt es nach wie vor nicht. Einige wenige Medien schreiben seit Tagen von 1.500, 2.000 oder sogar 2.500 Vermissten. Für diese Zahlen gibt es allerdings keine Quellen. Vermutlich basieren sie auf den Notrufen, die zum Teil schon zu Beginn des Unwetters bei den Behörden eingegangen waren. «Wir dürfen nicht spekulieren», sagte zu diesem Thema der Minister für Territoriale Politik, Ángel Víctor Torres. Man müsse seriös vorgehen.

Inzwischen werden aber nicht nur die sterblichen Überreste verschwundener Menschen geborgen. Immer wieder tauchen auch vielerorts als vermisst geltende Personen auf. Zuletzt die Rentnerin Josefa, wie der Polizeibeamte Iván García am Montag in RTVE berichtete. «Die Freude der Angehörigen und Freunde war beim Wiedersehen riesengross, unbeschreiblich», erzählte der Beamte. «Sie war die ganze Zeit zu Hause, hatte aber nicht kontaktiert werden können.» Es gebe ausserdem weiterhin auch «viele Menschen, die völlig desorientiert sind».

Keine Unwetterwarnung mehr im Katastrophengebiet

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten kamen derweil immer besser auf Touren. Am Montag waren neben rund 10.000 Polizisten der Policía Nacional und der Guardia Civil bereits mehr als 7.500 Militärangehörige im Einsatz. Sie wurden von Feuerwehr und Zivilschutz sowie von unzähligen Freiwilligen unterstützt. Es wird vermutet, dass die Aufräumarbeiten viele Tage und sogar Wochen in Anspruch nehmen werden. Der Wiederaufbau dürfte Monate dauern.

In Valencia hatte es am Dienstag in einigen Ortschaften innerhalb weniger Stunden so viel Regen gegeben wie sonst in einem Jahr. Am Montag sollte es im Katastrophengebiet keine nennenswerten Niederschläge mehr geben. Unwetterwarnungen des Wetterdienstes Aemet galten für Teile von Katalonien im Nordosten sowie von Extremadura im Westen des Landes. (dpa)

12:58 Uhr

Montag, 4. November

Unwetter beeinträchtigt Bahn- und Flugverkehr in Katalonien

Nach der Unwetterkatastrophe im ostspanischen Valencia wird nun die benachbarte Region Katalonien von heftigen Niederschlägen heimgesucht. Der Flughafen in der Regionalhauptstadt Barcelona habe deshalb vormittags bereits 15 Flüge umgeleitet, teilte der spanische Verkehrsminister Óscar Puente auf X mit. In einigen Bereichen der Terminals und der Parkplätze des Flughafens gebe es Lecks. Auf Antrag des Zivilschutzes sei ausserdem der gesamte regionale Bahnverkehr vorläufig eingestellt worden.

Puente berichtete auch von einem Erdrutsch auf der Autobahn 27, der den Verkehr beeinträchtige. Bald werde dort aber eine Spur geöffnet werden können. Nach Berichten spanischer Medien wurden mehrere Strassen in Katalonien im Nordosten Spaniens überflutet. 150 Bildungseinrichtungen sagten nach Medienberichten den Unterricht ab.

Besonders betroffen vom Unwetter in Katalonien ist die Küstenregion um die Provinzhauptstadt Barcelona. Dort gilt bis 14.00 Uhr die höchste Warnstufe Rot des Wetterdienstes Aemet. Anwohner erhielten auf dem Handy Warnmeldungen des Zivilschutzes unter anderem mit der Empfehlung, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten zu vermeiden. (dpa)

05:48 Uhr

Montag, 4. November

Protest von Unwetter-Opfern: König Felipe zeigt Verständnis

Der spanische König Felipe VI. hat Verständnis für die Reaktion aufgebrachter Einwohner im Katastrophengebiet bei Valencia geäussert. «Man muss die Wut und die Enttäuschung vieler Menschen darüber verstehen, was ihnen Schlimmes widerfahren ist, weil es schwer zu verstehen ist, wie die Mechanismen funktionieren und es die Erwartung gibt, dass man sich um die Notlage kümmert», sagte der König nach Angaben der Agentur Europa Press.

Felipe und Königin Letizia hatten zwei verwüstete Orte in der Region besucht, die von dem Unwetter besonders schwer getroffen worden waren. Dabei wurden die beiden beschimpft und auch mit Schlamm beworfen. Letizia zeigte ebenfalls Verständnis: «Natürlich empfinden sie das so. Natürlich sind sie wütend», sagte sie dem Fernsehsender ABC.

Felipe fügte nach dem Besuch im Katastrophengebiet hinzu, der Staat müsse als Ganzes präsent seien. Zur Hilfe für die Betroffenen meinte er: «Jeden Tag läuft es besser, so wie ich es verstehe. Das ist nicht spekulativ. Ich glaube, dass immer mehr Mittel zur Verfügung stehen und die Wirksamkeit sich ebenso erhöht.» Felipe dankte den Soldaten für ihren Einsatz im Katastrophengebiet «stellvertretend für alle Spanier». (dpa)

15:24 Uhr

Sonntag, 3. November

Besuch im Unwettergebiet: Königspaar wird mit Flaschen beworfen

Die Menschen im Unwettergebiet werfen mit Schlamm und Flaschen nach Königspaar. Vor Ort wollte sich das Königspaar ein Bild der Lage machen. Von den Anwohnerinnen und Anwohnern wurde das royale Paar wenig herzlich empfangen. Sie beschimpfen Felipe als «Mörder.» (chm)

14:43 Uhr

Sonntag, 3. November

214 Tote und viele Vermisste nach Unwettern in Spanien

In Spanien ist ein Ende der Tragödie nach den schweren Unwettern vom Dienstag immer noch nicht absehbar. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf 214, wie die Nachrichtenagentur Europapress unter Verweis auf die Regionalregierung in der besonders schlimm getroffenen Mittelmeerregion Valencia berichtete.

Viele Menschen gelten zudem weiter als vermisst - eine offizielle Zahl gibt es nach wie vor nicht, aber einige spanische Medien schreiben sogar von bis zu 2'000.

Das Unwetterphänomen «Kalter Tropfen» hält sich derweil weiter über Spaniens Mittelmeerküste auf. Die höchste Warnstufe Rot rief der Wetterdienst Aemet zunächst bis Sonntagabend für Teile der Provinz Almería in der Region Andalusien ganz im Süden Spaniens aus. Menschen sollten dort möglichst zu Hause bleiben, mahnten die Behörden. (dpa)

17:41 Uhr

Samstag, 2. November

Drei Tage eingeschlossen - Frau in Spanien lebend gerettet

Endlich eine gute Nachricht in Spanien: Drei Tage nach den tödlichen Unwettern haben Rettungskräfte in der schwer getroffenen Mittelmeerregion Valencia eine Frau lebend aus einem Auto geborgen. Die Polizei in der Gemeinde Moncada teilte auf der Plattform X ein entsprechendes Video, in dem der Präsident des Zivilschutzes Valencia, Martín Pérez, ihre Rettung vor Mitarbeitern unter Applaus verkündet.

Die Frau soll drei Tage lang neben der Leiche ihrer Schwägerin in dem Fahrzeug in der Gemeinde Benetússer südlich der Grossstadt Valencia eingeklemmt gewesen sein, wie die Nachrichtenagentur Europapress mit Bezug auf die Lokalzeitung «Las Provincias» berichtet. Rettungskräfte hätten ihre Schreie gehört, als sie aus einem Tunnel steckengebliebene Autos wegschleppten. Die Gerettete sei zu einer medizinischen Untersuchung gebracht worden, weitere Details waren nicht bekannt.

Bei den schweren Unwettern vom Dienstag kamen jüngsten Zahlen der spanischen Regierung zufolge 211 Menschen ums Leben, die meisten in der Region Valencia. (dpa)

08:14 Uhr

Samstag, 2. November

Wolkenbruch über Mallorca – Dutzende Einsätze der Feuerwehr

A uf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca haben heftige Regenfälle und Gewitter für steigende Flusspegel und manch gefährliche Situation gesorgt. Die Feuerwehr musste am Freitag fast 90 Mal ausrücken sowie einmal auf der Nachbarinsel Menorca, wie die Nachrichtenagentur Europapress berichtete. Der Wetterdienst Aemet gab am Morgen jedoch Entwarnung: Es gelte keine Warnstufe mehr für die Inselgruppe.

Am Freitag war die zweithöchste Warnstufe Orange in Kraft gewesen. In der Inselhauptstadt Palma de Mallorca schien vormittags noch die Sonne, aber am Nachmittag setzte dann Starkregen mit Gewittern ein. Am Flughafen Palma führten die Unwetter zum Teil zu mehrstündigen Verspätungen. Am schwersten getroffen habe es aber die Bergkette Serra d’Àlfàbia nördlich von Palma, schrieb die Lokalzeitung «Diario de Mallorca». Dort seien 112,9 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

In Spanien über 200 Tote

In Gefahr gerieten drei Frauen und eine Jugendliche, die nahe Galatzó im Westen der Insel von dem schnell steigenden Wasserpegel eines Baches überrascht wurden, wie Europapress berichtete. Die Familie habe Schutz in einem geschlossenen Hotelbau gesucht, wo die Feuerwehr sie geborgen habe. Über Schäden oder Verletzte nach den Unwettern ist bisher nichts bekannt.

Auslöser für die heftigen Regenfälle und Gewitter war dasselbe Wetterphänomen «Kalter Tropfen», das am Dienstag im Süden und Osten Spaniens Überschwemmungen und schwere Verwüstungen verursacht hatte. Die bisherige Zahl der Toten liegt bei 207, davon alleine 204 in der Mittelmeerregion Valencia. (dpa)

06:59 Uhr

Samstag, 2. November

Vorrang für Retter: Valencia schränkt Strassenverkehr ein

Um den Einsatz der Rettungsdienste nach den Unwettern zu erleichtern, hat die Regierung der spanischen Mittelmeerregion Valencia Verkehrsbeschränkungen angeordnet. Ab Samstag und für zunächst 48 Stunden werde nur noch in besonders begründeten Fällen der Verkehr auf den wichtigen Verbindungsstrassen um die betroffenen Orten erlaubt, kündigte der für Infrastruktur zuständige Beamte, Vicente Martínez Mus, an.

In der Notsituation können die Menschen auch nicht angemessen trauern. Die Zahl der Toten liegt mittlerweile bei 205. Vielen Anwohnern war es bislang nicht möglich, von ihren verstorbenen Angehörigen Abschied zu nehmen. Nach der Obduktion werden die identifizierten und nicht identifizierten Todesopfer in die Feria de Valencia gebracht. In der grossen Messehalle der Regionalhauptstadt wurde eine 1.300 Quadratmeter grosse provisorische Leichenhalle eingerichtet.

Familienmitgliedern sei der Zugang zu der Leichenhalle nicht gestattet, sagte Nuria Montes, Mitglied der Regionalregierung. «Der beste Ort für die Familien, um auf Nachrichten von ihren Angehörigen zu warten, ist zu Hause», sagte die Beamtin mit Nachdruck. Wegen ihrer Tonart wurde ihr indes mangelnde Empathie vorgeworfen und sie musste um Entschuldigung bitten. Nach der Unwetterkatastrophe werden zahlreiche Menschen noch vermisst.

Einige Züge fahren wieder

Nach den schweren Regenfällen und verheerenden Fluten vom Dienstag im Osten und Süden Spaniens ist die Lage weiterhin schwierig. Die Bergungsarbeiten dauern an. Ganze Orte sind mit Schlamm überzogen. Immer mehr Soldaten helfen mit. Auch die Zahl freiwilliger Helfer wächst. Viele Orte sind nach wie vor abgeschnitten. Fast überall fehlen Lebensmittel, Trinkwasser und Geräte wie Schaufeln.

Der Bahnverkehr ist aufgrund der Schäden an der Infrastruktur weitgehend gestört. Ab Samstag sollen aber begrenzt die ersten Züge fahren. Zwei Bahnlinien des Nahverkehrs in der Region Valencia und der Hochgeschwindigkeitsservice Euromed zwischen Valencia und Barcelona entlang der Mittelmeerküste nehmen den Betrieb wieder auf, wie die Bahngesellschaft Renfe mitteilte. (dpa)

06:58 Uhr

Samstag, 2. November

Spanische Dörfer bitten um freiwillige Helfer

Mehrere Gemeinden in der spanischen Mittelmeerregion Valencia haben nach den verheerenden Unwettern vom Dienstag jetzt die Hilfe von Freiwilligen für die Aufräumarbeiten erbeten. Gefragt seien vor allem Helfer, die unter anderem möglichst mit Lieferwagen und grossen Fahrzeugen sowie Schaufeln, Besen und ähnlichen Gegenständen ausgestattet seien, berichtete die Nachrichtenagentur Europapress. In der Stadt Valencia soll am Morgen um 7.00 Uhr ein Koordinationszentrum für den Einsatz der Freiwilligen in Betrieb gehen, wie die Regionalregierung Valencia mitteilte.

Zu den Orten, die freiwillige Helfer suchen, gehören etwa Chiva, Catarroja und Utiel, die alle nahe der Stadt Valencia liegen und von den Überschwemmungen schwer gezeichnet sind. In einigen Gemeinden türmen sich nach wie vor von den Wassermassen ineinandergeschobene Autos. Möbel sowie sonstiger Hausrat versperren die meist mit Schlamm überzogenen Strassen. Auch Strom, Trinkwasser und Telekommunikationsnetze sind noch nicht wieder überall vorhanden.

Mittlerweile haben sich mehrere Tausend Menschen über soziale Medien zusammengefunden. Viele gingen bereits mit Schaufeln und anderen Geräten ausgestattet von Valencia in Richtung einiger Dörfer und nahmen dafür Fussmärsche von ein bis zwei Stunden in Kauf, wie spanische Medien berichteten. Die offizielle Zahl der Toten liegt mittlerweile bei 205, davon allein 202 in der Region Valencia. Eine nicht bekannte Zahl wird noch vermisst. (dpa)

18:07 Uhr

Freitag, 1. November

Unwetter erreicht Balearen: Starker Regen auf Mallorca

Das Tiefdruckgebiet, das am Dienstag für die verheerenden Fluten im Süden und Osten Spaniens sorgte, hat jetzt Mallorca mit ersten heftigen Schauern überzogen. In manchen Gebieten der beliebten Balearen-Insel seien bereits mehr als 100 Liter pro Quadratmeter gefallen, berichtete das Wetterportal «MeteoDadesBalears». Am Flughafen Palma sind alle Flüge etwa ein bis zwei Stunden verspätet, wie aus der deutschen Website der Flughafengesellschaft Aena hervorgeht.

Der spanische Wetterdienst Aemet gab vorsorglich für den heutigen Feiertag Allerheiligen die Warnstufe Orange für die gesamte Inselgruppe aus, zu der auch Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera gehören. Die Regierung der Balearen riet von allen Aktivitäten im Freien ab. Bis Samstag 8 Uhr gilt für die Inseln die zweithöchste Warnstufe Orange. In den folgenden Tagen soll es wechselhaft bleiben, wenngleich es wohl nicht mehr so stark regnet. (dpa)

14:15 Uhr

Freitag, 1. November

Bereits mehr als 200 Tote nach Unwettern in Spanien

Die Zahl der Toten nach den heftigen Unwettern in Spanien ist nach der Bergung weiterer Leichen auf mindestens 205 gestiegen. Allein 202 Opfer habe es in der besonders hart getroffenen Mittelmeerregion Valencia gegeben, teilte der Notdienst der Region auf X mit. Zwei weitere Menschen kamen Behörden zufolge in der Region Kastilien-La Mancha ums Leben, und einen Toten gab es in der Region Andalusien. Zuletzt hatten die Behörden von insgesamt 158 bisher bestätigten Toten gesprochen.

Noch immer werden Dutzende Menschen vermisst. Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte im Sender RTVE, man rechne damit, etwa in Autos möglicherweise noch weitere Tote zu finden. Bei dem Unwetter vom Dienstag waren zahlreiche Fahrzeuge in den Fluten steckengebliebenen.

Spaniens Regierung schickte mittlerweile zusätzliche 500 Soldaten in die betroffene Region, allen voran im Gebiet um die Mittelmeermetropole Valencia. Mehr als 1.200 Soldaten sind bereits zusätzlich zu den Rettungskräften im Einsatz. Man werde versuchen, jedes betroffene Dorf zu erreichen, sagte Robles weiter. Dafür wolle sie «so viele Soldaten wie nötig» in die Gebiete schicken. Im Grossraum Valencia seien 80 Kilometer Strassen sowie die Nahverkehrsverbindungen zerstört, sagte Transportminister Óscar Puente.

Viele Orte sind nach wie vor abgeschnitten, fast überall fehlen Lebensmittel, Trinkwasser, Geräte wie Schaufeln sowie Strom und Telekommunikation. Das für die heftigen Regenfälle vom Dienstag verantwortliche Wetterphänomen «Kalter Tropfen» zieht derweil teilweise in Richtung Nordosten weiter. Behörden warnen vor Gewitter und heftigen Regenfällen, allen voran in der auch zur Region Valencia gehörenden Provinz Castellón.

Auch die Balearen erwarten Unwetter auf den beliebten Touristeninseln Mallorca und Menorca. Bisher gilt dort die zweithöchste Warnstufe Orange. Betroffen waren von den Unwettern am Dienstag auch andere bei Touristen beliebte Regionen am Mittelmeer wie Andalusien und Murcia sowie Kastilien-La Mancha im Landesinneren. (dpa)

12:43 Uhr

Freitag, 1. November

Flutopfer in Spanien bitten um Unterstützung

Wut, Frustration, aber auch viel Solidarität: Nach den Verwüstungen durch schwere Unwetter im Osten Spaniens haben Betroffene am Freitag in den Medien um Hilfe gebeten. Immer noch waren Strassen durch Fahrzeuge und Trümmer blockiert, manche Bewohner sassen in ihren Häusern fest. Einige Ortschaften hatten weiterhin keinen Strom, mussten ohne fliessendes Wasser und eine stabile Telefonverbindung auskommen.

«Das ist eine Katastrophe», sagte ein Bewohner von Alfafar, einer der am stärksten betroffenen Städte im Süden Valencias, dem Fernsehsender TVE. «Viele ältere Menschen haben keine Medikamente. Viele Kinder haben nichts zu essen. Wir haben keine Milch, kein Wasser.»

Bewohner von Gemeinden wie Paiporta, wo mindestens 62 Menschen ums Leben kamen, und Catarroja nahmen kilometerlange Fussmärsche auf sich, um Lebensmittel zu besorgen. Bewohner von weniger schwer getroffenen Gebieten unterstützten die Flutopfer mit Wasser, Nahrung oder Schaufeln zum Entfernen des Schlamms.

Der Bürgermeister von Alfafar, Juan Ramón Adsuara, sagte, die Hilfe reiche bei weitem nicht aus. «Es gibt Menschen, die mit Leichen zu Hause leben. Es ist sehr traurig. Wir organisieren uns, aber uns geht alles aus», sagte er. «Wir fahren mit Lieferwagen nach Valencia, kaufen ein und kommen zurück, aber hier werden wir völlig vergessen.»

In den sozialen Medien organisierten Menschen die Hilfe selbst. Einige veröffentlichten Bilder von Vermissten in der Hoffnung, Informationen über ihren Verbleib zu erhalten, andere starteten Initiativen wie «Suport Mutu» (gegenseitige Unterstützung). Damit sollten Hilfegesuche die Menschen erreichen, die Hilfe anbieten. Wieder andere organisierten im ganzen Land das Sammeln von Gütern des täglichen Bedarfs oder starteten Spendenaktionen.

Bisher wurden nach der schlimmsten Naturkatastrophe Spaniens seit Menschengedenken 158 Leichen geborgen – 155 in Valencia, zwei in der Region Kastilien-La Mancha und eine weitere in Andalusien. Angehörige der Sicherheitskräfte und Soldaten suchten nach einer unbekannten Zahl Vermisster, die in zerstörten Fahrzeugen oder überfluteten Garagen eingeschlossen sein könnten.

Weitere Stürme wurden erwartet, wie die Behörden immer wieder betonten. Die spanische Wetterbehörde gab Warnungen vor starken Regenfällen in Tarragona, Katalonien sowie Teilen der Balearen heraus. (dpa)

12:42 Uhr

Freitag, 1. November

Spanien schickt immer mehr Soldaten ins Katastrophengebiet

Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles will in die von den Unwettern zerstörten Gebiete noch mehr Soldaten schicken als die bereits eingesetzten 1.700. Die Zahl werde solange aufgestockt, wie es nötig sei für Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten, sagte sie heute im staatlichen Sender RTVE. Betroffen sind vor allem Gemeinden und Orte in der Mittelmeerregion Valencia nahe der gleichnamigen Grossstadt.

Robles nannte die Ortschaften Ribarroja, Paiporta und Algemesí, in denen das Militär bisher noch nicht im Einsatz sei und in die nun Kräfte geschickt würden. Es werde keine Grenzen für Ressourcen geben. Eine konkrete Zahl, wie viele zusätzliche Soldaten etwa morgen dazukommen sollen, nannte sie nicht.

Bei den Unwettern vom Dienstag waren nach bisheriger Bilanz mindestens 158 Menschen ums Leben gekommen, allein 155 in der Region Valencia. Dutzende gelten als vermisst. Auch Robles wies darauf hin, dass es immer noch zu früh sei, das ganze Ausmass der Unwetterkatastrophe abzuschätzen. Es gebe «immer noch Orte, in denen Autos übereinandergetürmt sind mit Personen, Familien, die sich darin befinden könnten».

Derzeit sind 1.700 Soldaten im Einsatz, die aus ganz Spanien herbeigeholt wurden. «Die Armee wird in allen Ortschaften sein, die Opfer dieser Situation geworden sind», versprach Robles. Erste Gemeinden wie Catarroja südlich von Valencia, die immer noch nicht per Strasse wieder zu erreichen sind, greifen mittlerweile zur Selbsthilfe, um die Einwohner mit dem Nötigsten versorgen zu können.

Auch immer mehr Freiwillige finden sich etwa in der Stadt Valencia zusammen, wie die Zeitung «Las Provincias» berichtete. Sie sammeln demnach Spenden, die sie in betroffenen Stadtgebieten verteilen und helfen mit Geräten ausgerüstet bei den Aufräumarbeiten. Auch haben sich in der Stadt erste Anlaufstellen für Menschen gebildet, die aus umliegenden Orten oft schlammbedeckt und zu Fuss über eine Brücke in die Stadt kommen - auf der Suche nach Essen, Trinkwasser oder einem Unterschlupf, wie RTVE berichtete. (dpa)

10:59 Uhr

Freitag, 1. November

Unwetter: Spanische Gemeinden wollen sich selbst helfen

Am dritten Tag nach den schweren Unwettern im Süden und Osten Spaniens mit mindestens 158 Toten und Dutzenden Vermissten sind weiter viele Gemeinden von der Aussenwelt abgeschnitten und müssen Hilfe für die Einwohner auf eigene Faust organisieren. Es fehle an allem, sagte die Bürgermeisterin des besonders stark verwüsteten Ortes Catarroja südlich der Grossstadt Valencia, Lorena Silvent, am Morgen im staatlichen Sender RVTE. «Alles ist willkommen - Essen, Trinkwasser, Geräte zur Wiederherstellung der Wasserversorgung, Kleidung.» Auch die Stromversorgung und die Telekommunikationsnetze seien nicht überall wieder hergestellt.

Silvent plant nun, Versorgungspunkte in dem knapp 30.000 Einwohner zählenden Ort aufzubauen, wo Spenden wie Lebensmittel und Kleidung verteilt werden sollen. Auch wolle sie eine Anlaufstelle für medizinische Versorgung rund um die Uhr einrichten. Wann sie staatlich organisierte Hilfe erwarte, etwa für die Verteilung humanitärer Hilfe oder beim Freiräumen der durch aufgetürmte Autos blockierten Strassen, sagte sie nicht.

Auch in anderen Orten organisieren Bürgermeister mittlerweile Hilfe für die Einwohner. «Wir mussten einen Supermarkt ausräumen, um Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen», sagte der Bürgermeister des Orts Alfafar, Juan Ramón Adsuara, dem Fernsehsender À Punt in der Provinz Valencia. In der Gemeinde mit 20.000 Einwohnern gebe es noch Menschen, die mit Leichen in ihren Häusern lebten. (dpa)

07:29 Uhr

Freitag, 1. November

Grossteil der Stadt Huelva überschwemmt

Ein starker Sturm hat die Stadt Huelva getroffen und einen Grossteil überschwemmt. In den angrenzenden Städten wurden in den frühen Morgenstunden bis zu 100 Liter pro Quadratmeter gemessen. Mehr als 40 Vorfälle wegen Überschwemmungen wurden auch in den Städten Aljaraque, Cartaya, Punta Umbría und Gibraleón gemeldet, wie der Rettungsdienst der Junta de Andalucía berichtete.

05:22 Uhr

Freitag, 1. November

Spanien schickt mehr Einsatzkräfte ins Katastrophengebiet

Nach den extremen Regenfällen in Spanien mit mindestens 158 Toten fehlt es an vielen Orten an Lebensmitteln, Wasser und Strom. Spaniens Regierung kündigte an, von Freitag an weitere 500 Soldaten in die betroffene Region zu entsenden, um die Logistik und die Verteilung von Hilfsgütern sicherzustellen.

«Wir mussten einen Supermarkt ausräumen, um Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen», sagte der Bürgermeister des Orts Alfafar, Juan Ramón Adsuara, dem Fernsehsender À Punt in der Provinz Valencia. In der Gemeinde mit 20.000 Einwohnern gebe es noch Menschen, die mit Leichen in ihren Häusern lebten. Mehr als 1.200 Soldaten beteiligten sich bereits an den Rettungsarbeiten.

Einwohner, freiwillige Helfer und Rettungsdienste schafften Schlamm, Schutt und weggespülte Autos von den Strassen. Die schweren Unwetter vom Dienstag hatten vor allem in der Mittelmeerregion Valencia gewütet. Allein in der gleichnamigen Provinz wurden 155 der bestätigten Todesopfer gemeldet. Auch andere bei Touristen beliebte Regionen am Mittelmeer wie Andalusien und Murcia sowie Kastilien-La Mancha im Landesinneren waren betroffen.

Diebstähle in Einkaufzentren und Häusern

Weiterhin würden Dutzende Menschen vermisst, erklärte der spanische Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, nach einer Sitzung des Krisenkomitees. Wegen der hohen Zahl an Todesopfern würden zusätzliche Forensiker in das Katastrophengebiet geholt und notfalls auch Hilfe aus dem Ausland angefordert.

Bei der Wiederherstellung der Infrastruktur und der Räumung blockierter Strassen habe man zwar Fortschritte gemacht. Die Situation sei allerdings weiterhin schwierig, sagte der Minister. Zehntausende Haushalte seien weiterhin ohne Strom. Nach Plünderungen in Geschäften und Häusern werde die Polizei mehr Präsenz zeigen. Medienberichten zufolge wurden in Einkaufzentren, die nach der Katastrophe unbewacht waren, unter anderem elektronische Geräte, Schmuck und Parfüm gestohlen. 39 Verdächtige sind nach Angaben der Nationalpolizei festgenommen worden. (dpa)

19:25 Uhr

Donnerstag, 31. August

Real spendet eine Million Euro für Flutopfer

Der spanische Fussball-Rekordmeister Real Madrid spendet eine Million Euro für die von der Unwetterkatastrophe im Südosten des Landes betroffenen Menschen. Die Stiftung des Klubs startete am Donnerstag gemeinsam mit dem Roten Kreuz eine Kampagne und ging mit gutem Beispiel voran.

Ziel sei es, «den vielen Familien zu helfen, die sich in einer kritischen Situation befinden und all unsere Hilfe und Solidarität benötigen», teilte Real mit.

Bei der Flutkatastrophe waren bis Donnerstagnachmittag 158 Tote geborgen worden. (sid)

16:35 Uhr

Donnerstag, 31. August

Mindestens 158 Tote bei Unwettern in Valencia

Die Zahl der Toten nach den verheerenden Unwettern in der spanischen Region Valencia ist auf mindestens 158 gestiegen. Das teilte die Regionalregierung mit. (dpa)

16:25 Uhr

Donnerstag, 31. August

In Spanien beginnen die Schuldzuweisungen

Nach den verheerenden Unwettern in Spanien sind die Räumungsarbeiten in vollem Gang. Die Opferzahlen steigen, zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

15:53 Uhr

Donnerstag, 31. August

Zahl der Toten durch Unwetter in Spanien steigt auf 140

Die Zahl der Todesopfer durch die verheerenden Unwetter im Osten und Süden Spaniens ist laut einem Bericht der Nachrichtenagentur EFE auf 140 gestiegen. Eine unbekannte Zahl von Menschen wurde laut Angaben der Behörden weiterhin vermisst. In einigen Fahrzeugen gebe es weitere Tote, sagte der spanische Verkehrsminister Óscar Puente. Ganze Dörfer wurden am Dienstag und Mittwoch nach heftigen Regenfällen von Sturzfluten verschlungen. (dpa)

14:42 Uhr

Donnerstag, 31. August

Neue Unwetterwarnungen in Teilen Spaniens

Nach den schweren Unwettern in Spanien mit mindestens 95 Toten drohen weitere Regenfälle. Der Wetterdienst Aemet gab eine Hochwasserwarnung für die gesamte Provinz Castellón aus, die sich ebenfalls in der von heftigen Regenfällen am Dienstag stark getroffenen Mittelmeerregion Valencia befindet. Sie war bisher von dem Wetterphänomen «Kalter Tropfen» verschont geblieben, das jetzt gen Nordosten weiterzieht.

«Die Unwetter sind noch nicht vorbei»

«Die Unwetter sind noch nicht vorbei», warnte auch Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bei einem Besuch in Valencia. Dort sicherte er den Menschen die Unterstützung der Zentralregierung in Madrid zu. Alleine in Valencia selbst und der gleichnamigen Provinz wurden 92 der bisher bestätigten 95 Toten geborgen.

Auch die Regierung der Balearen rief die Bevölkerung vor allem auf den beliebten Urlaubsinseln Mallorca und Menorca zu grösster Vorsicht in den kommenden Tagen auf. Dort galt die Warnstufe orange, die zweithöchste. In Spanien steht wegen des morgigen Feiertags ein langes Wochenende bevor, das gewöhnlich viele Spanier für Reisen nutzen. Doch Sánchez appellierte an die Menschen in den betroffenen Provinzen Valencia und Castellón: «Bleiben Sie zu Hause!» Es sei wichtig, auf die Warnungen der Behörden zu achten und deren Empfehlungen zu befolgen, sagte er weiter. (dpa)

14:08 Uhr

Donnerstag, 31. August

Nach der Flut: Suche nach Vermissten in Spanien

Nach den verheerenden Unwettern im Süden und Osten Spaniens mit mindestens 95 Toten werden trotz zahlreicher Geretteter immer noch viele Menschen vermisst. Verteidigungsministerin Margarita Robles erklärte die Suche nach ihnen zur Priorität des Tages, wie sie dem TV-Sender Telecinco sagte. Die Ministerin nannte keine Zahl, aber laut Medien gelten Dutzende Menschen als vermisst. In den Fokus rückt nun die Frage, ob die Behörden nicht früh genug vor der Gefahr gewarnt haben. Das ganze Ausmass der Schäden war auch am Donnerstagmittag noch unklar.

Von «vielen» Menschen wisse man gar nichts über deren Schicksal, sagte die Ministerin. In der besonders stark betroffenen Mittelmeerregion Valencia, in der 92 der bisher bestätigten 95 Toten gefunden wurden, soll nun das Militär gezielt in den Ortschaften Paiporta und Masanasa nach Menschen in Not suchen.

Zugleich lehnte Robles es ab, sich an der in Spanien entbrannten Diskussion über Versäumnisse bei der Warnung vor diesen verheerenden Unwettern zu beteiligen. «Jeder weiss, was er gut und schlecht gemacht hat», sagte sie mit Blick auch auf einen Streit zwischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska und dem Regierungschef der Region Valencia, Carlos Mazón. Beide werfen sich gegenseitig vor, für das Warnsystem zuständig gewesen zu sein.

Zeitung: Uni schickte Studenten nach Hause

Tatsächlich gingen Warnungen des Zivilschutzes am Dienstag gegen 20.10 Uhr an die Handys aller Menschen in der Region Valencia, wie der staatliche Rundfunksender RTVE rekonstruiert. Dabei habe es aber schon Stunden vorher zu regnen begonnen, merkte die Zeitung «El País» an. Und schrieb weiter: Der Wetterdienst Aemet habe bereits am Dienstagmorgen gegen 7.30 Uhr die höchste Warnstufe ausgerufen, was sehr hohe Gefahr bedeutet.

Doch die Warnungen des Zivilschutzes seien dann erst am Abend erfolgt, als erste Flüsse bereits über die Ufer getreten waren. Viele Menschen waren trotz der Unwetter in ihren Autos unterwegs und liefen damit Risiko, liegenzubleiben oder von der Strömung weggerissen zu werden. Die grosse Ford-Fabrik in Almussafes und die Universität València hatten ihre Leute zuvor bereits nach Hause geschickt, wie die Zeitung schrieb.

Erinnerungen an das Ahrtal

Schwer getroffen von den heftigen Regenfällen vom Dienstag sind auch andere bei Touristen beliebte Regionen am Mittelmeer wie Andalusien und Murcia sowie Kastilien-La Mancha im Landesinnern. Die extremen Niederschläge hatten binnen weniger Stunden zahlreiche Flüsse in reissende Ströme und Strassen in Flüsse verwandelt, die Häuser zerstörten und Bäume, Menschen sowie Fahrzeuge mit sich rissen. Der Wetterdienst Aemet sprach von einem «historischen Unwetter», dem schlimmsten solcher Art in der Region Valencia, wo die meisten Toten verzeichnet wurden.

Mancherorts fiel innerhalb eines Tages so viel Regen wie sonst in einem Jahr - in einigen Orten der Region Valencia Aemet zufolge bis zu 400 Liter pro Quadratmeter. Menschen, Autos und Bäume, aber auch Infrastruktur wurden in den Fluten mitgerissen. Vielerorts gab es grosse Verwüstung.

Angesichts dieser plötzlichen Wettergewalten fühlten sich nicht wenige gerade in Deutschland auch an die Flutkatastrophe im Ahrtal erinnert, bei der im Juli 2021 mindestens 135 Menschen ums Leben kamen. (dpa)

14:06 Uhr

Donnerstag, 31. Oktober

Ausmass der Verwüstung durch «Jahrhundertunwetter» wird sichtbar

Nach den verheerenden Unwettern im Osten und Süden Spaniens stehen viele Überlebende vor den Trümmern ihrer Existenz. Am Donnerstagmorgen bot sich Betroffenen vielerorts ein Bild der Verwüstung. Ganze Dörfer wurden von massiven Sturzfluten verschlungen, die nach Behördenangaben mindestens 95 Menschen das Leben gekostet haben. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch steigt, da es Vermisste gibt, zu denen Einsatzkräfte bislang nicht vordringen konnten. Schon jetzt sprechen viele Beobachter von einem Jahrhundertunwetter.

Die Strassen von Barrio de la Torre waren von Autowracks, Ästen, herabgefallenen Strommasten und Haushaltsgegenständen übersät, die von einer brauen Schlammschicht bedeckt waren. Ähnliche Szenen boten sich in Dutzenden weiteren Dörfern und Kleinstädten in der besonders hart getroffenen Region Valencia, wo zwischen Dienstag und Mittwochmorgen mindestens 92 Tote gezählt wurden. Zwei weitere Todesopfer wurden aus der Nachbarregion Kastilien-La Mancha und eines aus dem Süden Andalusiens gemeldet.

Vielerorts verwandelten Sturzfluten die Strassen in reissende Ströme, die für viele zur Todesfalle wurden. Wassermassen bahnten sich den Weg in Keller und Erdgeschosse von Häusern und rissen Autos, Menschen und alles andere in ihrem Weg hinfort. «Die Nachbarschaft ist zerstört, alle Autos liegen aufeinander, sie sind buchstäblich zerschmettert», schilderte Christian Viena, Inhaber einer Bar in Barrio de la Torre, am Telefon.

Tausende Menschen waren ohne Wasser und Strom. Hunderte strandeten, als ihre Autos beschädigt oder Strassen blockiert wurden. Etliche Gegenden sind von der Aussenwelt abgeschnitten, zumal Zugverbindungen unterbrochen waren, unter anderem die Schnellverbindung nach Madrid.

Mehr als 1000 Soldaten aus den Einheiten für die Notfallrettung schlossen sich örtlichen Einsatzkräften bei der Suche nach Toten und Vermissten an. Verteidigungsministerin Margarita Robles teilte mit, dass die Soldaten bis Mittwochabend 22 Leichen geborgen und 110 Menschen gerettet hätten. «Wir gehen bei der Suche von Haus zu Haus», sagte Ángel Martínez, Offizier einer beteiligten Militäreinheit, dem Radiosender RNE am Donnerstag in der Kleinstadt Utiel, wo bis zum Morgen sechs Tote zu beklagen waren.

Am Mittwochabend hatten die Regionalbehörden erklärt, dass allem Anschein nach niemand mehr auf Häuserdächern oder in Autos festsitze, nachdem mithilfe von Helikoptern rund 70 Menschen gerettet worden seien. Neben lokalen Einsatzkräften inspizierten auch einfache Bürger aber auch tags darauf noch von Sturzfluten beschädigte Fahrzeuge und Häuser in der Hoffnung, auf weitere Gestrandete zu stossen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez machte sich am Donnerstag in das Katastrophengebiet auf, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Unterdessen begann eine dreitägige Staatstrauer, die die Regierung in Madrid ausgerufen hat.

In den Kummer mischen sich inzwischen auch bohrende Fragen nach dem Krisenmanagement der Behörden. Die Regionalregierung steht in der Kritik, weil sie erst gegen 20.00 Uhr per SMS Flutwarnungen an die Bevölkerung verschicken liess. Zu diesem Zeitpunkt wurden etliche Gebiete bereits überschwemmt. (dpa)

07:17 Uhr

Donnerstag, 31. Oktober

Aufräumarbeiten nach Flutkatastrophe in Spanien gehen weiter

Nach dem heftigen Unwetter mit mindestens 95 Toten in Spanien gehen die Rettungs- und Aufräumarbeiten weiter. Eine erste Phase sei bereits abgeschlossen worden, sagte der Regierungschef der am meisten betroffenen Region Valencia, Carlos Mazón, in der Nacht zum Donnerstag. Nach etwa 70 Einsätzen aus der Luft seien augenscheinlich alle Menschen gerettet worden, die sich auf Hausdächer geflüchtet hatten.

Die Einsatzkräfte hätten inzwischen auch alle betroffenen Ortschaften erreichen können. Auch die Suche nach Vermissten wird fortgesetzt. Im Laufe des Morgens wird Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez in Valencia erwartet.

Mazón wies zugleich Kritik zurück, die Bevölkerung sei zu spät vor den Wassermassen gewarnt worden. Erste Warnungen seien bereits am Sonntag ausgesprochen worden. Die Verantwortlichen hätten sich strikt an die Protokolle des Zivilschutzes gehalten. (dpa)

05:53 Uhr

Donnerstag, 31. Oktober

1200 Menschen sitzen in Valencia weiter in Fahrzeugen fest

Rund 1200 Menschen sitzen in Spanien nach dem verheerenden Unwetter zum Teil seit mehr als 24 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Man schätze, dass auf den Autobahnen A3 und A7 in der Region Valencia insgesamt circa 5.000 Fahrzeuge feststecken, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) am Abend mit. Es handele sich um Autos, Busse oder Lastwagen, die zum Teil von den Fahrern und Passagieren verlassen worden seien. Es gebe aber auch Menschen, die nicht von ihren Fahrzeugen weggehen wollten, hiess es.

Beim Unwetter starben nach vorläufigen amtlichen Angaben mindestens 95 Menschen. Am schwersten betroffen war die auch bei Schweizer Urlaubern beliebte Region Valencia im Osten des Landes, wo bislang 92 Leichen geborgen wurden. Ob Touristen oder Ausländer unter den Opfern sind, war zunächst nicht bekannt. Es wird befürchtet, dass die Opferzahl weiter ansteigen wird. Unter Berufung auf verschiedene Behörden und Betroffenen sprachen Medien am Abend von «Dutzenden» Vermissten.

Der Wetterdienst Aemet bezeichnete das Unwetter als «historisch». Es habe sich um den schlimmsten «Kalten Tropfen» (gota fría) dieses Jahrhunderts in der Region Valencia gehandelt, hiess es auf X. Diese Wettererscheinung tritt in der spanischen Mittelmeerregion in den Monaten September und Oktober häufig auf. Sie basiert auf stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft und entsteht, wenn sich die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das warme Mittelmeer schieben. (dpa)

05:43 Uhr

Donnerstag, 31. Oktober

Tödliche Flut: Spanien sucht nach Vermissten und Schuldigen

Nach der Unwetterkatastrophe mit mindestens 95 Toten wird in Spanien die Suche nach Leichen, Vermissten und von der Aussenwelt abgeschnittenen Menschen in der Nacht fortgesetzt. «Wegen der Dunkelheit müssen allerdings viele Aktivitäten bis Tagesanbruch unterbrochen werden», sagte der Leiter der Notfallabteilung des spanischen Roten Kreuzes, Iñigo Vila, am Abend dem staatlichen Fernsehsender RTVE.

Unter den Toten sind laut spanischen Medienberichten mindestens vier Kinder und sechs alte Menschen in einem Pflegeheim. Befürchtet wird, dass die Opferzahl weiter ansteigt. Eine offizielle Gesamtzahl der Vermissten lag nicht vor. Hilfe benötigten auch Tausende Menschen, die in Fahrzeugen, Häusern und Dörfern ausharrten.

Dreitägige Staatstrauer

Besonders schlimm ist die Lage in der bei Urlaubern sehr beliebten Region Valencia, wo 92 der insgesamt 95 bislang bestätigten Todesopfern geborgen wurden. Schwer betroffen sind aber auch andere Regionen am Mittelmeer wie Andalusien und Murcia sowie Kastilien-La Mancha. Die Zentralregierung in Madrid rief eine dreitägige Staatstrauer ab Donnerstag aus. Sie sicherte den Betroffenen auch schnelle Hilfe beim Wiederaufbau zu.

In der Nacht waren zahlreiche Autobahnen und Landstrassen weiter unbefahrbar. Auch der Bahnverkehr wurde erheblich beeinträchtigt. Rund 115.000 Haushalte waren ohne Strom, zudem gab es weiter Probleme mit den Handyverbindungen. Rund 1.200 Menschen sassen am Abend seit über 24 Stunden in Fahrzeugen fest

Ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil schätzte am Abend, dass auf den Autobahnen A3 und A7 noch 1.200 Menschen in Autos, Bussen oder Lastwagen gefangen seien. Es gebe aber auch viele, die ihre Fahrzeuge nicht verlassen wollten, hiess es. Demnach steckten in Valencia 5.000 - teils von Fahrern und Passagieren verlassene - Fahrzeuge fest.

Auch in Zügen, Häusern, Büros, Schulen und Einkaufszentren sind seit Dienstagabend viele Tausende Menschen eingeschlossen. Andere suchten auf Dächern von Autos oder Häusern Schutz. Sie wurden am Mittwoch von Tausenden Einsatzkräften des Militärs, des Zivildienstes, der Feuerwehr und der Polizei zum Teil unter Einsatz von Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht.

Was hat die Tragödie ausgelöst? Bei extrem starkem Niederschlag - mancherorts fiel innerhalb von einem Tag so viel Regen wie sonst in einem Jahr - waren am Dienstag immer mehr Flüsse über die Ufer getreten. Der Wetterdienst Aemet sprach von einem «historischen Unwetter», dem schlimmsten solcher Art in diesem Jahrhundert in der Region Valencia.

Unzählige Strassen verwandelten sich blitzschnell in reissende Ströme. Gebäude und Felder wurden unter Wasser gesetzt. Strassen, Häuser und kleinere Brücken brachen weg. Bäume, Container, Autos, Lastwagen und Menschen wurden vom Wasser wie Spielzeug mitgerissen. Fahrzeuge wurden ineinander geschoben und zu Schrottbergen aufgetürmt.

Überlebende berichteten von erschütternden Erlebnissen. Ein 57-jähriger Mann erzählte der Zeitung «El País», er habe in Paiporta nahe der Provinzhauptstadt Valencia auf einem Bauwagen Zuflucht gesucht und von dort aus mehreren Menschen im Wasser helfen wollen. «Ich hielt sie an der Hand fest, aber die Strömung war so brutal und so schnell, dass wir getrennt wurden und sie von der Flut fortgerissen wurden.»

Kamen die Warnungen zu spät?

Obwohl das ganze Ausmass der Tragödie noch nicht bekannt ist und die Such- und Rettungsarbeiten noch länger anhalten werden, hat in Spanien bereits eine Debatte über mögliche Schuldige begonnen. In den Medien und im Internet wurde diskutiert, ob die Behörden die Bürger früher oder besser hätten warnen müssen. Entsprechende Kritik gab es etwa von mehreren Rathaus-Chefs. Schliesslich wisse man, dass das Wetterphänomen der «Dana» oder des «kalten Tropfens» gefährlich sei. Es tritt zu Herbstbeginn, wenn sich die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das warme Mittelmeer schieben, im Süden und Osten Spaniens häufiger auf.

Die Regionalregierung und auch Experten wiesen die Vorwürfe zurück. Man könne solche «brutalen Folgen» nicht vorhersagen, weil diese von verschiedenen Faktoren abhängig seien, sagte etwa der angesehene Meteorologe Francisco Martín León der Nachrichtenagentur Europa Press. Der Wetterdienst Aemet habe mit Unwetterwarnungen der Stufen drei (Gelb), zwei (Orange) und eins (Rot) ausreichend und rechtzeitig informiert.

Am Donnerstag soll das Wetter besser werden. Unwetterwarnungen gelten noch für Teile von Andalusien und Extremadura im Westen und für Teile von Katalonien im Nordosten des Landes. Die vorausgesagten Niederschlagsmengen halten sich in Grenzen. Die Katastrophe ist trotzdem noch längst nicht überstanden, wie die Behörden immer wieder warnen. (dpa)

19:48 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Inzwischen mindestens 95 Tote bei Überschwemmungen in Spanien

Die Zahl der Toten bei Überschwemmungen in Spanien ist auf mindestens 95 gestiegen. Rettungsdienste in der ostspanischen Region Valencia bestätigten am Mittwoch, dass 92 Menschen ums Leben gekommen seien. Zwei weitere Todesopfer wurden in der benachbarten Region Kastilien-La Mancha gemeldet. Im südlichen Andalusien gab es einen Todesfall. (AP)

18:02 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Unwetter in Spanien töten mindestens 72 Menschen

Heftige Überschwemmungen nach Starkregen haben in Spanien nach Behördenangaben Dutzende Menschen das Leben gekostet. Die Notfalldienste im Osten der Region Valencia bezifferten die Zahl der Toten dort am Mittwoch auf 70. Das Büro der Zentralregierung von Kastilien-La Mancha meldete zwei Tote. Die Zahl der Vermissten stehe noch nicht fest, sagte der für die Regionen zuständige Minister Ángel Víctor Torres.

Es war zu befürchten, dass die Zahl der Toten steigt, zumal andere Regionen in Spanien noch keine Opferzahlen genannt haben. In etlichen schwer erreichbaren Gegenden gingen die Sucheinsätze zudem weiter.

Wolkenbrüche hatten am Dienstag in weiten Teilen im Osten und Süden Spaniens heftige Sturzfluten ausgelöst. Autos wurden von den Wassermassen fortgeschwemmt, Strassen in Dörfern verwandelten sich in Flüsse. Bahn- und Autoverkehr waren massiv beeinträchtigt. Nahe Málaga entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug mit fast 300 Menschen an Bord. Nach Angaben der Bahngesellschaft wurde niemand verletzt. Schnellverbindungen zwischen der Stadt Valencia und Madrid wurden unterbrochen, das Gleiche galt für Pendlerzüge.

Der Präsident der Region Valencia, Carlos Mazón, sprach von vielen Vermissten. Im Dorf Letur in der benachbarten Region Kastilien-La Mancha wurden nach Angaben des Bürgermeisters Sergio Marín Sánchez fünf Menschen vermisst.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, Dutzende Städte seien überflutet worden. «An alle, die nach ihren Angehörigen suchen - ganz Spanien fühlt euren Schmerz», sagte Sánchez in einer Fernsehansprache. «Unsere Priorität ist es, euch zu helfen.» Die Regierung kündigte eine dreitägige Staatstrauer ab Donnerstag an. (AP)

15:40 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Zahl der Toten bei Unwetter in Spanien steigt auf mehr als 70

Nach den heftigen Unwettern in weiten Teilen Spaniens steigt die Zahl der Toten auf mindestens 72. Alleine in der Mittelmeerregion Valencia kamen nach jüngsten vorläufigen Angaben mindestens 70 Menschen ums Leben, wie der spanische Staatssender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Zwei weitere Leichen wurden demnach in der benachbarten Region Kastilien-La Mancha geborgen. Dutzende Menschen galten als vermisst. Vielerorts konnten Rettungskräfte aufgrund überschwemmter oder anderweitig blockierter Strassen nicht mit Fahrzeugen zu Einsatzorten vordringen. (dpa)

13:08 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Brüssel bietet Hilfe an

Wegen der schweren Unwetter und Überschwemmungen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Spanien Hilfe der Staatengemeinschaft angeboten. «Wir haben unser Copernicus-Satellitensystem aktiviert, um bei der Koordinierung der Rettungsteams zu helfen. Und wir haben bereits angeboten, unseren Katastrophenschutz zu aktivieren», sagte von der Leyen in Brüssel. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Familien und ihren Freunden, aber auch bei den Rettungsteams.» (dpa)

12:47 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

«Historisches Unwetter» – mindestens 63 Tote in Spanien

Nach den heftigen Unwettern in weiten Teilen Spaniens steigt die Zahl der Toten weiter. Alleine in der Mittelmeerregion Valencia kamen vorläufigen Angaben zufolge mindestens 62 Menschen ums Leben, wie der spanische Staatssender RTVE unter Berufung auf die Behörden berichtete. In Cuenca in der Region Kastilien-La Mancha, wurde zudem eine 88-jährige Frau Medienberichten zufolge tot geborgen.

Dutzende Menschen galten als vermisst. Vielerorts konnten Rettungskräfte aufgrund überschwemmter oder anderweitig blockierter Strassen nicht mit Fahrzeugen zu Einsatzorten vordringen.

Der Wetterdienst Aemet in Valencia sprach in einer ersten Bilanz von einem «historischen Unwetter». Es habe sich um den schlimmsten «Kalten Tropfen» (gota fría) dieses Jahrhunderts in der Region Valencia gehandelt, schrieb Aemet auf X. Diese Wettererscheinung tritt in der spanischen Mittelmeerregion in den Monaten September und Oktober häufig auf, sie basiert auf stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft und entsteht, wenn sich die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das warme Mittelmeer schieben. (dpa)

11:56 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Deutschland bietet Unterstützung an

Wegen der schweren Überschwemmungen in Spanien hat die deutsche Bundesregierung ihre Hilfe angeboten. «Wir sind in direktem Kontakt mit der spanischen Regierung, ob es Unterstützungsleistungen aus Deutschland für diese furchtbare Katastrophe bedarf», erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.

Nach heftigen Regenfällen sind allein in der Mittelmeerregion Valencia durch Überschwemmungen mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Hebestreit versicherte, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Bundesregierung seien «zutiefst erschüttert». (dpa)

11:54 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Spiele werden verschoben

Nach dem verheerenden Unwetter hat der spanische Fussball-Verband die Pokalspiele der Klubs FC Valencia und Levante UD abgesagt. Valencia hätte am Mittwoch beim Sechstligisten Parla Escuela antreten sollen, Stadtrivale Levante beim viertklassigen Pontevedra CF. Die Region Valencia ist von den sintflutartigen Regenfällen besonders stark betroffen.

Die Spiele sollen in der kommenden Woche nachgeholt werden. Weitere Absagen anderer Begegnungen seien möglich, teilte der Verband RFEF mit.

Auch das Basketball-Eurocup-Spiel zwischen Valencia Basket und Lietkabelis Panevezys ist verlegt worden. (dpa)

11:10 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Rettungskräfte in Spanien erreichen nicht alle Einsatzorte

Nach den schweren Unwettern in grossen Teilen Spaniens ringen Einsatzkräfte in der besonders betroffenen Mittelmeerregion Valencia darum, zu den Einsatzorten vordringen zu können. Vieles könne wegen überschwemmter oder anderweitig blockierter Strassen nur per Hubschrauber geleistet werden, sagte José Miguel Basset von der Feuerwehr der Provinz Valencia der Nachrichtenagentur Europapress.

Allein in der Region Valencia, die Teil der gleichnamigen Region ist, kamen nach einer ersten Bilanz des Zivilschutzes mindestens 51 Menschen ums Leben. Dutzende galten zudem als vermisst, wie die spanische Zeitung «El PaÍs» berichtete. Auch in der weiter im Landesinneren gelegenen Stadt Albacete in der Region Kastilien-La Mancha gab es Bericht über mindestens sechs Vermisste.

In der Region Valencia können alle Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst heute zu Hause bleiben, sofern sie Probleme haben, zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen, wie Europapress meldete. Der Containerhafen in Valencia schrieb auf der Plattform X, er bleibe bis mindestens 14.00 Uhr geschlossen. (dpa)

10:15 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Schwere Unwetter in Spanien – mehr als 50 Tote

Mehrere Dutzend Menschen sind bei Überschwemmungen nach heftigem Regen in weiten Teilen Spaniens gestorben. Allein in der Mittelmeerregion Valencia seien mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die spanische Nachrichtenagentur Europapress unter Berufung auf die Regionalregierung. Dutzende Menschen werden dort weiter vermisst, wie die Zeitung «El País» schrieb.

An vielen Orten sind weiter Rettungskräfte im Einsatz. Besonders schlimm ist die Lage in den bei Urlaubern sehr beliebten Mittelmeer-Anrainer-Regionen Andalusien, Murcia und Valencia. Dort wurden vielerorts Strassen, Häuser und Felder überschwemmt sowie Autos und Bäume von den Wassermassen mitgerissen. In einigen Gebieten waren Anwohner in ihren Häusern eingeschlossen und setzten in sozialen Medien Notrufe ab, wie die Zeitung «El País» berichtete.

Der Ministerpräsident Valencias, Carlos Mazón, hatte Einwohner dazu aufgerufen, sich in höhergelegene Gebiete zu begeben. Auch in der Stadt Albacete in der benachbarten Region Kastilien-La Mancha werden Menschen vermisst, laut Medien mindestens sechs.

Das Regengebiet, über das schon seit Tagen viel berichtet worden war, soll heute gen Nordosten weiterziehen.

Für grosse Teile des Landes gilt aber weiter eine Unwetterwarnung. Erst am Donnerstag werde sich die Lage in ganz Spanien wieder komplett entspannen, teilte der Wetterdienst Aemet mit.

Hagel so gross wie Golfbälle

Neben heftigen Regenfällen gab es auch Hagel und starke Windböen. In der andalusischen Küstenortschaft El Ejido unweit von Almería, wo der Hagel bereits in der Nacht zum Dienstag besonders heftig gewütet hatte, wurden Felder und Hunderte Fahrzeuge schwer beschädigt. «Die Hagelkörner waren so gross wie Golfbälle», sagte Landwirtin Mercedes González (46) der Zeitung «El País». «Es schien wie der Weltuntergang.»

Vielerorts im Süden und im Osten Spaniens mussten Autobahnen und Landstrassen gesperrt werden. Auch der Flug- und der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. An zahlreichen Schulen und Universitäten fiel der Unterricht aus.

Wegen eines Steinrutsches geriet ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug auf dem Weg von Málaga nach Madrid kurz nach Beginn der Fahrt mit 291 Passagieren an Bord nahe der Gemeinde Álora aus den Gleisen. Dabei habe es aber keine Verletzten gegeben, teilte die spanische Bahngesellschaft Renfe mit.

Beruhigung auf Balearen

Über Mallorca und den anderen Balearen-Inseln war das Unwetter mit Starkregen bereits am Montag gezogen. Inzwischen hat sich die Situation dort wieder beruhigt, obwohl für einige Gebiete - darunter auch auf Mallorca - noch die Unwetterwarnung Gelb galt.

Allgemein ist wegen des Klimawandels Starkregen an den meisten Orten der Welt häufiger und intensiver geworden. Der Grund: Je wärmer es wird, desto mehr Feuchtigkeit kann die Atmosphäre aufnehmen – das führt zu höheren Niederschlagsmengen. Bei Überschwemmungen spielen aber auch andere menschliche Faktoren eine Rolle. (dpa)

08:09 Uhr

Mittwoch, 30. Oktober

Schwere Unwetter wüten im Süden und Osten Spaniens

Im Süden und Osten Spaniens haben heftiges Unwetter schwere Schäden verursacht. Menschen in Rollstühlen stehen in Wassermassen, und ein Supermarkt wurde vollständig überflutet. Neben starken Regenfällen gab es Hagel und heftige Windböen, wie der Wetterdienst Aemet meldete.