Von Starkregen ausgelöste Sturzfluten haben in Indien und Pakistan mehr als 280 Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche Menschen wurden am Freitag noch vermisst, wie die Behörden in beiden Ländern mitteilten. Rettungskräfte brachten rund 1600 Menschen aus zwei Bergregionen in Indien und Pakistan in Sicherheit. In Indien führte das Hochwasser zum Abbruch einer jährlichen Hindu-Pilgerfahrt. Die Regierungen in Neu-Delhi und Islamabad sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus und kündigten rasche Hilfe für die Betroffenen an.
In Indien konnten etwa 170 Menschen gerettet werden, viele von ihnen seien schwer verletzt. Da das betroffene Gebiet rund um das Dorf Chositi im Distrikt Kishtwar recht gross ist, befürchten die Retter, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Die Ortschaft ist ein Zwischenstopp auf einer beliebten Pilgerroute zu einem hinduistischen Schrein. Berichten zufolge spülte die Flut am Donnerstag provisorische Zeltküchen in dem Dorf weg, als sich die Gläubigen gerade beim Mittagessen befanden.
In Pakistan stürzte am Freitag bei schlechtem Wetter ein Helikopter mit Hilfsgütern für die Hochwasserregion Bajaur im Nordwesten des Landes ab. Alle fünf Insassen, darunter zwei Piloten, kamen ums Leben, wie aus einer Mitteilung der Behörden hervorging.
Sturzfluten sind in der Monsunzeit häufiger
Plötzliche intensive Regenfälle über sehr begrenzten Gebieten kommen in den Himalaya-Regionen von Indien und Pakistan häufig vor. An den Berghängen sind oft Sturzfluten und Erdrutsche die Folge. Experten zufolge haben solche Naturkatastrophen unter anderem wegen des Klimawandels zugenommen. Auch der Schaden, den sie anrichten, ist grösser geworden, weil in Bergregionen unkontrolliert gebaut und Wald abgeholzt wird.
Das schlechte Wetter und die Abgeschiedenheit des Katastrophengebiets erschweren die Rettungsarbeiten. Einheiten des Militärs helfen dabei. In der Monsunzeit, die von Juni bis September geht, kommen solche Sturzfluten in der Himalaya-Region öfter vor.
Auch im Norden Pakistans und dem pakistanisch verwalteten Teil von Kaschmir kam es über Nacht zu schweren Regenfällen und Sturzfluten. Rettungskräfte seien auf der Suche nach etlichen Vermissten, sagte Behördensprecher Bilal Faizi. «Es ist eine schreckliche Situation. Wir versuchen, möglicherweise mehrere Dutzend Menschen zu retten, wenn nicht sogar Hunderte.»
Im Sommer, wenn die Schulen mehr als zwei Monate lang geschlossen sind, besuchen Hunderttausende Menschen den Norden und Nordwesten Pakistans. Auch in diesem Jahr kamen viele Touristen – trotz wiederholter Warnungen der Regierung vor Erdrutschen und Sturzfluten. Die pakistanische Katastrophenschutzbehörde warnte vor Überschwemmungen durch Gletscherseen im Norden und forderte Reisende erneut auf, die betroffenen Gebiete zu meiden. (AP/dpa)












