Tauchunglück

Erste Bilder aus tödlicher Höhle auf den Malediven veröffentlicht

Nach dem tragischen Tauchunglück auf den Malediven haben finnische Elitetaucher erstmals Aufnahmen aus der Höhle veröffentlicht, in der fünf italienische Taucher ums Leben kamen.
Die Aufnahmen zeigen die engen und dunklen Passagen der Unterwasserhöhle.
Bild: Daneurope/Instagram

Die Bilder zeigen das komplexe Höhlensystem, in dem die Gruppe am Auffahrtsdonnerstag verschwand. Veröffentlicht wurden sie von der Tauchorganisation DAN Europe auf Instagram.

Auf den Aufnahmen ist zunächst noch blaues Licht zu erkennen, ehe die Höhle in völlige Dunkelheit übergeht. Laut den Tauchern wird die Sicht mit zunehmender Tiefe immer schlechter, weil feine Korallensedimente aufgewirbelt werden.

Leichen in tiefer Höhle entdeckt

Drei finnische Spezialtaucher hatten am Montag nach den Vermissten gesucht. Im dritten Abschnitt des Höhlensystems stiessen sie schliesslich auf die Leichen der fünf Italiener in mehr als 60 Metern Tiefe.

Aufgewirbelte Sedimente sorgen in der Höhle für nahezu vollständige Dunkelheit.
Bild: Daneurope/Instagram

Vier der Opfer – Monica Montefalcone (51), Giorgia Sommacal (22), Federico Gualtieri (31) und Muriel Oddenino (31) – sollen nun in ihre Heimat überführt werden. Die Leiche des fünften Opfers, Gianluca Benedetti, war bereits zuvor geborgen worden. Bei einer ersten Rettungsaktion kam zudem ein Taucher aus den Malediven ums Leben.

Offenbar in Sackgasse geraten

Die Retter erklärten nach dem Einsatz, die Leichen hätten nahe beieinander gelegen. Man sei erleichtert gewesen, die Gruppe überhaupt zu finden, nachdem sie beim ersten Suchgang lange unentdeckt geblieben war.

Nach bisherigen Erkenntnissen könnte eine optische Täuschung zu dem Unglück geführt haben. Ablagerungen aus Sand hätten den eigentlichen Ausgang wie verschlossen wirken lassen. Ein anderer Tunnel habe dagegen offen ausgesehen, führte jedoch in eine Sackgasse.

Die Taucher wurden dort später tot entdeckt. Hinweise auf Verletzungen oder ein Eingeklemmtsein gebe es nicht – offenbar ging ihnen in der Höhle die Luft aus. (mke/watson)

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