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Bürgerliche sollten das Stimmrecht für Ausländer fordern: Nur sie können Rot-Grün stoppen

In Zürich und in anderen Schweizer Städten versinken FDP und SVP in der Bedeutungslosigkeit. Könnten Ausländer wählen, stünden die Chancen besser. Ein Kommentar.

In den Grossstädten verschieben sich die Machtverhältnisse seit einem Vierteljahrhundert zuverlässig Richtung Rot-Grün. Am letzten Wochenende verloren die Bürgerlichen in Zürich erneut einen Sitz. SP und Grüne stellen jetzt sieben von neun Stadträten.

Eine Trendumkehr ist schwer vorstellbar. Rot-Grüne haben ein nahezu perfektes Perpetuum mobile gebaut: Sie machen Politik für ihre Klientel, bauen die Verwaltung aus – und vergrössern so jenes Milieu, das sie wiederwählt.

Die Mehrheit regiert kompromisslos durch, und mit der Anspruchshaltung wächst die Intoleranz. FDP-Stadtratskandidat Përparim Avdili fiel durch, obwohl er alles mitbringt, was linke Städter eigentlich lieben müssten: Er ist gesellschaftsliberal, weltoffen, Mieter und Einwandererkind. Wenn jemand Leutenegger heisst, schreibt man den Namen noch gönnerhaft auf die Liste – politische Diversität. Aber Avdili? Ist das nicht albanisch? Das wäre dann doch zu viel.

FDP-Kandidat Përparim Avdili (links) wurde in Zürich nicht gewählt, SP-Mann Raphael Golta erzielte ein Spitzenergebnis.
Bild: Andrea Zahler

Wenn die Bürgerlichen in Zürich je wieder auf einen grünen Zweig kommen wollen, müssten sie das kommunale Stimmrecht für Ausländer fordern. Diese sind in den städtischen Verwaltungen und im genossenschaftlichen Filz untervertreten, dafür überdurchschnittlich oft selbstständig erwerbend. Sie sind häufig weniger saturiert als jene Schweizer, die es sich leisten können, Teilzeit zu arbeiten und aufs Auto zu verzichten. Für FDP, SVP und Mitte wären sie politisch besser erreichbar.

Gleiches gilt für gutverdienende Expats bei Banken, Google & Co., die sich vom rot-grünen Mief kaum angesprochen fühlen. Ausländerinnen und Ausländer sind die letzte Hoffnung der Bürgerlichen.