Justiz

«Ich hätte sie gefragt, was sie sich dabei eigentlich denken»: Der frühere Präsident des Bundesgerichts fordert Rücktritte

Eine Liebesbeziehung erschüttert das Bundesgericht. Ulrich Meyer präsidierte die höchste Instanz der Schweizer Justiz von 2017 bis 2020. Er macht sich Sorgen um das Ansehen der Institution – und verlangt Konsequenzen.
«Total die Orientierung verloren»: Der ehemalige Präsident des Bundesgerichts, Ulrich Meyer, kritisiert das Krisenmanagement des höchsten Schweizer Gerichts.
Foto: Boris Bürgisser (Luzern, 26. Mai 2026)

Vor sechs Jahren beendete Ulrich Meyer seine Karriere am Bundesgericht, zuletzt als Präsident. Für den 73-jährigen Berner steckt die höchste Instanz der Schweizer Justiz in einer schlimmen Vertrauenskrise wegen des Fehlverhaltens zweier Mitglieder. Konkret geht es um die verbotene Liebesbeziehung zwischen Yves Donzallaz und Beatrice van de Graaf, die «Weltwoche»-Journalist und alt SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli Ende April publik machte. Bereits im Vorgespräch zum Interview sagt Meyer, er könne keine Signale erkennen, die darauf schliessen liessen, dass das Bundesgericht aus dieser Situation herausfinde. Deshalb melde er sich als Pensionierter zu Wort.

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