Nacktbilder mit KI: Kriminelle erpressen gezielt Teenager
Kriminelle verwandeln mit KI ein harmloses Foto einer 14-Jährigen in ein Nacktbild und erpressen das Mädchen damit. Sie fordern nicht einfach Geld, sondern dass sich die Jugendliche vor laufender Kamera das Leben nimmt.
Geschehen ist dies in der Schweiz, wie die « NZZ am Sonntag » schreibt; in letzter Minute habe ein Familienmitglied das Schlimmste verhindert, sagt Adrian Essl von «Clickandstop», der nationalen Meldestelle gegen Pädokriminalität.
Sextortion nimmt in der Schweiz stark zu. Die Kriminalstatistik erfasste 2024 doppelt so viele Straftaten wie noch vor fünf Jahren. Inzwischen ist jedes dritte Cybersexualdelikt eine Erpressung mit Nacktbildern. Mit echt aussehenden Nacktbildern, die KI einfach herstellen kann, erpressen die Täter ihre meist jugendlichen Opfer. Sie verlangen Geld, fordern echtes anzügliches Bildmaterial oder nebst Selbstverletzungen vor der Kamera auch sadistische Handlungen an Haustieren sowie Geschwistern.
Wie bei allen Sexualstraftaten ist die Dunkelziffer einiges höher als die 1453 nachgewiesenen Fälle in der Kriminalstatistik. Bei «Clickandstop» haben sich laut «NZZ am Sonntag» die Meldungen innerhalb von drei Jahren verdreifacht. Dabei machen die Täter gezielt Jagd auf junge Männer. Gut die Hälfte der Opfer ist inzwischen männlich, ein Viertel ist unter 25 Jahre alt, wie die erste internationale Studie zum Phänomen zeigt.
Tamara Parham vom Kinderschutz Schweiz fordert nun in der «NZZ am Sonntag», dass die Techkonzerne in die Verantwortung genommen werden: «Wir müssen dort ansetzen, wo das Problem entsteht.» Rückendeckung erhält sie von Mitte-Ständerat Fabio Regazzi. Ihn ärgert, dass der Bundesrat die Plattformregulierung wegen amerikanischer Bedenken hinauszögert. «Die sexuelle Integrität unserer Kinder und Jugendlichen darf in den Zollverhandlungen mit den USA nicht als Pfand dienen.»
Schutzklausel unter Beschuss: Nützt nichts gegen Wohnungsnot
Mit der Schutzklausel möchte der Bundesrat im Notfall die Zuwanderung aus der EU drosseln können und damit unter anderem die Wohnungsnot lindern. Am Mittwoch hat Justizminister Beat Jans erklärt, wie das funktionieren soll. Nun gerät das Instrument bereits unter Beschuss.
So sagt der Demograf Hendrik Budliger in der « SonntagsZeitung »: «Der Bundesrat möchte mit der Schutzklausel autonome Entscheidungsgewalt signalisieren.» Aber eigentlich bringe «die Klausel wenig bis nichts». Denn sie würde «im falschen Moment ausgelöst».
Ganz ähnlich klingt es auch aus der Politik. Dass die SVP die Klausel kritisiert, ist klar, zumal sie grundsätzlich gegen das EU-Vertragspaket ist. Nun kritisieren aber auch FDP- und Mitte-Politiker die vom Bundesrat geplante Umsetzung der Zuwanderungsregel. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen nennt sie eine «Totgeburt». Bereits das Grundkonzept funktioniere nicht, weil die zur Auslösung der Klausel notwendigen Schwellenwerte im falschen Moment erreicht würden - nämlich dann, wenn die Zuwanderung ohnehin tief wäre.
Auch in der Mitte stösst der Mechanismus auf Skepsis. «Wir brauchen eine Schutzklausel, die griffiger als der Vorschlag des Bundesrats ist und bei der die EU möglichst keine Ausgleichsmassnahmen und auf jeden Fall keine ausserhalb des Themas Personenfreizügigkeit treffen kann», sagt Nationalrat Nicolò Paganini.
Schweiz prüft umstrittenen Hilfeplan für Gaza
Die humanitäre Lage in Gaza ist desaströs. Weil die Hamas angeblich Hilfsgüter stehle, blockiert Israel seit über zwei Monaten Essenslieferungen in den Küstenstreifen.
Auf Initiative der USA soll nun eine Genfer Stiftung namens Gaza Humanitarian Foundation (GHF) die Hilfe koordinieren. Ihr Plan sieht Verteilzentren vor, die vom israelischen Militär bewacht werden sollen. Von der UNO sowie von diversen NGOs wird dieses Vorhaben harsch kritisiert, eine Zusammenarbeit mit der GHF wird grösstenteils abgelehnt.
Auch die Schweiz wurde von den USA kontaktiert und hat an einem Informationsanlass zur GHF in Tel Aviv teilgenommen, schreibt der «Sonntagsblick». Eine Schweizer Beteiligung am kontroversen Hilfeplan schliesst das Aussendepartement angesichts der ernsten humanitären Lage nicht aus.