Den vierten Tag in Folge kämpft die griechische Feuerwehr gegen mehrere grosse Wald- und Buschbrände westlich der griechischen Hauptstadt Athen. Auch im Nordwesten der USA haben Feuer immense Schäden angerichtet: Dort wüten drei gewaltige Brände rund um die Stadt Spokane. Die Behörden sprechen von der schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte der Region. In Frankreich und Spanien hingegen ist die Lage momentan weitgehend unter Kontrolle. Auch im Osten der Niederlande ist unweit der deutschen Grenze in einem Waldgebiet ein Brand ausgebrochen.
Frankreich

In Frankreich herrscht zwar in vielen Regionen weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr, die meisten der zuletzt tobenden Brände sind inzwischen aber unter Kontrolle. Die Lage gilt als stabil. Die Feuerwehr ist dennoch mit umfangreichen Kräften weiter damit beschäftigt, letzte Brandherde abzulöschen und ein Wiederaufflammen der Feuer zu verhindern.
An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet hatte, kehren die Bewohner weiterer evakuierter Orte nach Hause zurück. Einige Menschen aus dem Ort Le Porge müssen aber noch in ihren Ausweichquartieren ausharren: In diesem Ort war während des Brandes im Boden vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Der Kampfmittelräumdienst sucht noch das Gelände ab, bevor die Menschen in ihre Häuser zurückkehren dürfen.
Spanien

Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter entspannt. Nach Angaben des Waldbrandportals «Incendios Forestales» waren am Montag landesweit noch 33 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände aktiv – zehn weniger als am Vortag. Die meisten davon wurden aus den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet.
Die Grossbrände rund um die Hauptstadt Madrid, welche die Feuerwehr des beliebten Urlaubslandes Ende Juli tagelang in Atem gehalten hatten, lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle. Eine weitere gute Nachricht: Dank des Endes der vierten Hitzewelle dieses Sommers ist die Waldbrandgefahr in Spanien landesweit zurückgegangen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte.
Griechenland

Wegen der anhaltenden Waldbrände hat der griechische Zivilschutz die Evakuierung des Industrieparks der Stadt Megara angeordnet. Die Menschen, die sich dort aufhalten, sollen sich nach Megara selbst begeben, hiess es in einem Post auf der Plattform X.
Die Stadt mit ihren rund 36'000 Einwohnern liegt 45 Kilometer westlich von Athen an der Autobahn Olympia Odos, die zur Halbinsel Peloponnes führt. Obwohl in der Region Hunderte Feuerwehrkräfte und zahlreiche Löschflugzeuge im Einsatz sind, ist es bisher nicht gelungen, die Brände unter Kontrolle zu bringen. Vor der Anordnung zur Räumung des Industrieparks waren bereits drei weitere kleinere Ortschaften evakuiert worden.
In Regionen, wo Brände gelöscht sind, wird damit begonnen, die Schäden zu erheben und die verbrannten Häuser zu begutachten, damit die betroffenen Menschen finanzielle Unterstützung erhalten. Medienberichten zufolge geht die Zahl der zerstörten Häuser in die Hunderte. Insgesamt sollen in der Region rund 10'000 Hektar Fläche verbrannt sein; zahllose Nutz- und Wildtiere verendeten.
Türkei
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefacht werden. Seit Mittwoch habe man landesweit bei 169 Bränden eingegriffen, 163 davon seien am Donnerstagabend vollständig unter Kontrolle gebracht worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur den Forstminister Ibrahim Yumakli.
Der Waldbrand, der am Dienstag im Bezirk Kaş in Antalya ausgebrochen war, wurde nach intensiven Löschmassnahmen aus der Luft und vom Boden aus unter Kontrolle gebracht, ebenso der Brand im westtürkischen Isparta. Ein Sturm in Antalya habe die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3500 Kräfte im Einsatz.
Niederlande
Im Osten der Niederlande ist unweit der deutschen Grenze in einem Waldgebiet ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr sei mit einem Grossaufgebot im Einsatz, um das Feuer im Naturgebiet De Rosmolen bei der Ortschaft Oostrum zu bekämpfen und eine weitere Ausdehnung zu verhindern, teilten die Sicherheitsbehörden mit.

Über dem zwischen Venlo und Nimwegen gelegenen Waldgebiet stiegen riesige Rauchwolken auf. Ein Campingplatz mit rund 300 Urlaubern wurde wegen der schlechten Luftqualität geräumt.
Ausserdem wurde der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray unterbrochen, da die Feuerwehrkräfte auch unmittelbar an den Gleisen im Einsatz waren. Die Feuerwehr legten eine Brandschneise in dem Wald an, und die niederländische Armee setzte einen Löschhubschrauber ein. Der Brand brach in den Baumkronen aus und breitete sich von dort schnell in dem Gebiet aus.
Bundesstaat Washington, USA

Im Osten des US-Bundesstaats Washington sind wegen schwerer Waldbrände rund 60'000 Menschen evakuiert worden. Mindestens 600 Häuser, Geschäfte und andere Gebäude wurden zerstört. Die Feuer verwüsteten rund 32 Quadratkilometer rund um die Stadt Spokane und sind weiterhin ausser Kontrolle. Verletzte oder Vermisste wurden bislang nicht gemeldet.
Die Behörden warnen wegen anhaltender Trockenheit und extremer Waldbrandgefahr vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Gouverneur Bob Ferguson rief den Notstand aus. Regen ist nicht in Sicht. Auch im benachbarten Idaho und im Osten Oregons kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Grossbrand, der bereits rund 1'360 Quadratkilometer Land zerstört und mehr als 1'400 Gebäude bedroht. (dpa)

