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Attentat

Kolumbianischer Präsident sagt nach Schüssen auf Senator Miguel Uribe Reise ab

Der kolumbianische Senator und Präsidentschaftsbewerber Miguel Uribe wurde am Samstag bei der Kundgebung in der Hauptstadt Bogotá von hinten angeschossen. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat als Reaktion darauf nach Reise nach Frankreich abgesagt.
Miguel Uribe Turbay (Mitte, blaue Krawatte) erlitt zwei Schusswunden.
Bild: Fernando Vergara / AP

Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat nach Schüssen auf den Senator und Präsidentschaftsbewerber Miguel Uribe eine Reise nach Frankreich abgesagt. Petro begründete die Absage in einer Mitteilung mit der «Schwere der Ereignisse». Das Leben müsse respektiert werden, schrieb er auf der Plattform X: «Das ist die rote Linie.»

Gustavo Petro bei einer Rede zum Angriff auf den kolumbianischen Senator Miguel Uribe.
Bild: Presidency Of Colombia / Handout / EPA

Die Regierung setzte eine Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen. Die Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Uribe habe zwei Schusswunden erlitten, teilte sie mit. Ein 15-Jähriger mit einer Schusswaffe sei am Tatort festgenommen worden. Auf X kursieren Videos des Attentates.

Anmerkung der Redaktion: Das Video zeigt eine Gewalttat und könnte für gewissen Personen verstörend wirken.

Uribes konservative Partei Demokratisches Zentrum sprach von einem «inakzeptablen Gewaltakt». Der Senator sei bei der Kundgebung in einem Park in der Hauptstadt Bogotá am Samstag von hinten angeschossen worden. Bilder in sozialen Medien zeigten den Politiker blutüberströmt. Einem Krankenhausbericht zufolge wurde er in kritischem Zustand eingeliefert. Verteidigungsminister Pedro Sánchez sagte, er habe das Militär, die Polizei und die Geheimdienste angewiesen, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Hintergründe der Tat aufzuklären.

«Miguel kämpft um sein Leben», schrieb die Frau des Politikers, María Claudia Tarazona, auf dem X-Account ihres Mannes und rief die Bevölkerung zu Gebeten für den 39-Jährigen auf.

Uribe hatte seine Bewerbung um die Präsidentschaft im März bekanntgegeben. Die Wahl ist für den 31. Mai 2026 angesetzt. Das Demokratische Zentrum ist die Partei des früheren Präsidenten Álvaro Uribe. Die beiden Männer sind nicht miteinander verwandt.

Menschen versammeln sich vor dem Krankenhaus der Santa-Fe-Stiftung, in das der kolumbianische Senator Miguel Uribe Turbay verlegt wurde.
Bild: Carlos Ortega / EPA

USA machen «linke Rhetorik» für Attentat in Kolumbien verantwortlich

US-Aussenminister Marco Rubio hat nach Schüssen auf den kolumbianischen Senator und Präsidentschaftsbewerber Miguel Uribe Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro in die Pflicht genommen. Der linke Präsident solle die «hetzerische Rhetorik» drosseln und kolumbianische Amtsträger schützen, forderte er in einem Beitrag auf der Plattform X.

«Dies ist eine direkte Bedrohung für die Demokratie und das Ergebnis der gewalttätigen linken Rhetorik aus den höchsten Ebenen der kolumbianischen Regierung», schrieb Rubio. «Die Vereinigten Staaten verurteilen den Mordanschlag auf Senator Miguel Uribe aufs Schärfste.»

Der chilenische Präsident Gabriel Boric sagte, in einer Demokratie gebe es keinen Platz und keine Rechtfertigung für Gewalt. Der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa erklärte: «Wir verurteilen jede Form von Gewalt und Intoleranz.» Beide Präsidenten sprachen der Familie des Senators ihre Solidarität aus.

In Kolumbien erklärte der frühere Präsident Álvaro Uribe: «Sie haben die Hoffnung des Landes angegriffen, einen grossartigen Ehemann, Vater, Sohn, Bruder, einen grossartigen Kollegen.» Die beiden Uribes sind nicht verwandt, gehören aber beide der konservativen Partei Demokratisches Zentrum an. (AP)