Betrug

Neue Betrugsmasche: Achtung vor zu guten Jobangeboten!

Die Cyber-Gangster werden immer raffinierter. Mit KI kreieren sie neuerdings auch Stelleninserate für hochrangige Manager und wollen ihr Krypto-Vermögen anzapfen.
Neu müssen Telekom-Anbieter verdächtige Anrufe als mögliche Betrüger ausweisen.
Bild: Keystone

«Guten Tag, hier spricht die Bundespolizei, gegen Sie läuft ein Verfahren», so oder ähnlich klingen Schockanrufe. Mit gefakten Nummern geben sich die Betrüger als Polizisten, als Zöllner oder als Banker aus. Ziel der Gauner ist es, die Angerufenen zu verängstigen und sie zum raschen Handeln aufzufordern. Sie sollen Geld via E-Banking bezahlen oder ihre Zugangsdaten den Betrügern verraten.

Während beim Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) von Januar bis Juni jeweils rund 400 Meldungen pro Monat eingingen, waren es im Juli plötzlich unter 100. Die Betrüger machen aber nicht etwa Sommerpause, sondern es liegt an neuen Regeln. Seit diesem Sommer müssen Telekomanbieter im Mobilnetz verdächtige Anrufe mit gefälschten Schweizer Nummern als «unbekannt» kennzeichnen oder gar blockieren. Das erhöht das Misstrauen bei den Angerufenen.

Allerdings warnt der Bund vor zu grosser Euphorie: «Betrug ist für Cyberkriminelle noch immer ein lukratives Massengeschäft, wobei ihr finanzieller Erfolg oder Misserfolg das Verhalten steuert.» Dabei haben die Verbrecher zunehmend einen neuen Komplizen: die künstliche Intelligenz. «Während Betrüger diese früher aus verschiedenen Quellen selbst beschaffen mussten, können sie nun innert Sekunden täuschend echte E-Mails, Textnachrichten und sogar komplette Websites mit KI erzeugen», heisst es im neuen Bericht.

Massgeschneiderte Dating-Profile

So würden etwa Dating-Profile erstellt, die genau auf die Opfer passen. Oder bei einem Betrugsfall imitieren die Angreifer die Stimme des Vorgesetzten, um Mitarbeitende «zu betrügerischen Finanztransaktionen zu bewegen», wie das Bacs schreibt.

Verstärkt in den Fokus der Behörden ist die Masche mit vermeintlichen Traumjobs gerückt. Dabei bieten die Betrüger dem Opfer einen exakt auf ihn zugeschnittenen Job mit sehr hohem Gehalt an. Die Angebote richten sich dabei gezielt an Personen in IT- oder Managementrollen und sind täuschend echt aufgebaut. Nach der Kontaktaufnahme etwa via Linkedin wird versucht via Schadsoftware (getarnt etwa als Probeaufgabe für den Bewerbungsprozess) an das Wallet mit der Kryptowährung zu kommen.

So absurd das alles klingt, so erfolgreich scheint das Vorgehen zu sein: Private und Unternehmen hätten aufgrund der Kryptodiebstähle Schäden in Höhe von einigen Tausend bis hin zu rund 60 Millionen Schweizer Franken erlitten, heisst es im Bericht. Das dürfte aber nur die Spitze des Eisbergs sein: Die Dunkelziffer ist laut dem Bacs wohl «deutlich höher». Viele würden sich aus Scham nicht melden.

Neue Betrugsmasche mit Fake-Twint-Meldungen

Auf hohem Niveau bewegen sich auch die gemeldeten Phishing-Versuche. Im ersten Halbjahr wurden bei der Meldestelle 8877 Angriffe registriert. Das sind rund 50 Meldungen pro Tag. Ein neueres Phänomen ist dabei das Twint-Phishing. Hier versuchen die Betrüger, via angebliche Meldung des Finanzdienstleisters an Kontodaten oder Kreditkarteninformationen zu gelangen.

Insgesamt kam es in den ersten sechs Monaten des Jahres zu über 27'000 freiwilligen Meldungen sowie 200 meldepflichtigen Cybervorfällen. Verglichen mit der Vorjahresperiode ist das ein deutlicher Rückgang: Im ersten Halbjahr 2025 kam es zu über 35'000 Vorfällen.

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