Die Nacht ist finster und klirrend kalt, aber die typisch französische Ortstafel im Scheinwerferkegel lässt keinen Zweifel zu: Nach langer Fahrt durch das flache Moselle-Gebiet Lothringens sind wir in «Suisse» angelangt. Kein Bein ist in dem Ort zu sehen, kein Hund bellt. Ein Brunnen plätschert auf dem Dorfplatz, das ist alles. Der Ort, der zu klein ist, um auf einer Landeskarte zu figurieren, und der im Navi meist mit der grossen Schweiz verwechselt wird, wirkt an diesem Winterabend wie ausgestorben. «Y a rien», es habe nichts in dem Kaff, hatte uns ein paar Kilometer weiter die Bewohnerin eines anderen Dorfes in Aussicht gestellt, in höchstem Grad verwundert, dass jemand nach Suisse will. In die Schweiz vielleicht schon. Aber nach Suisse?
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