notifications
Kommentar

Airline lässt Pitbulls an Bord: Die Welt fliegt vor die Hunde

Die italienische Fluggesellschaft Ita behandelt grosse Hunde künftig wie normale Passagiere. Normale Passagiere sind entsetzt.
Darf bei Ita Airways an Bord: ein Pitbull-Terrier.
Bild: AP

«Ich nimme no en Campari Soda/wiit under miir liits Wolkemeer/de Ventilator summet liislig/es isch als gäbs mich nüme meh». Fliegen kann ganz schön entspannend sein, wie im Song der Band Taxi. Es sei denn, es sitzt ein Kampfhund nebendran.

Das kann passieren: Steigen Sie demnächst in Italien in einen Flieger der Ita Airways, könnte der hechelnde Atem eines Bullterriers Ihren Nacken streifen. Die Lufthansa-Tochter erlaubt neu die Mitnahme von grossen Hunden auf regulären Plätzen. Wenn Herrchen oder Frauchen genügend bezahlen, muss Bello nicht mehr in den Frachtraum. Sondern bekommt einen Fensterplatz.

Knurrende Bullterrier, sabbernde Boxer, haarige Golden Retriever und alle anderen Vierbeiner mit maximal 30 Kilo dürfen an Bord. Die Ita begründet den Schritt damit, dass Haustiere «Teil der Familie» seien: «Wir möchten, dass jede Reise gemeinsam begonnen und beendet werden kann, ohne Trennungen.» Besitzer von grossen Hunden mit gröberen Trennungsängsten sollen nicht mehr gezwungen sein, das Auto zu nehmen oder ganz aufs Reisen zu verzichten.

Aha. Und was ist mit uns Menschen, die Angst vor Hunden oder gar eine Hundehaar-Allergie haben? Müssen wir jetzt im Auto in die Ferien oder gar auf die Ferien verzichten? Selbstverständlich, so Ita, dürften alle hundelosen Passagiere den Platz wechseln, wenn es ihnen nicht passt. Zudem müssten die Hunde einen Maulkorb tragen und angeleint sein. Ein schwacher Trost.

Denn: Die Hunde bekommen jeweils einen Platz «mit einem besonders saugfähigen Teppich» zugeteilt. Spätestens mit diesem Wissen reicht dann auch ein Campari Soda nicht mehr aus. Die Welt geht vor die Hunde. Oder besser: fliegt.