USA

«Vollständig überwacht»: Was steckt hinter den Drohungen des Irans gegen Trumps Sohn?

In Washington stellt die US-Regierung ein neues Sanktionspaket gegen den Iran vor. Das Regime in Teheran aber gibt sich unerschütterlich.

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs schlagen beide Seiten eine schärfere Rhetorik an. «Der Iran bricht völlig zusammen!!!», behauptete  Donald Trump am Montag auf dem Internet-Dienst Truth Social.

Anlass für diese neuerliche Triumph-Meldung eines Präsidenten, der schon mehrmals gesagt hat, der Iran stehe vor der Kapitulation: Neue wirtschaftliche Sanktionen, die Teheran in die Knie zwingen werden.

Trumps Finanzminister Scott Bessent stellte das entsprechende Paket, das den Iran wirtschaftlich komplett isolieren werde und das angeblich das «Endspiel» im Nahost-Konflikt darstellt, am Montag an einer Pressekonferenz vor. Allerdings vermied es der Finanzminister dabei, ins Detail zu gehen. Derzeit fänden vertrauliche Gespräche mit denjenigen Ländern statt, die immer noch mit dem Iran zusammenarbeiteten. «Wir werden alle zur Verantwortung ziehen», sagte er.

Bessent zog in einem zuvor publizierten Meinungsbeitrag für die «Financial Times» einen Vergleich zur Entscheidung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, Westeuropa mit Hilfe einer Invasion in der Normandie von Nazi-Deutschland zu befreien. In diesem Zusammenhang fiel erneut der Begriff «ökonomischer D-Day». Bessent erinnerte daran, dass eine der entscheidenden Konferenzen zur Vorbereitung der Normandie-Invasion 1943 in der iranischen Hauptstadt stattgefunden habe.

Im heutigen Teheran reagierten hochrangige Vertreter des Regimes umgehend. Wer den ökonomischen Krieg der Amerikaner unterstütze, der begehe eine Kriegshandlung gegen das iranische Volk, donnerte der Funktionär Mohsen Rezaei auf dem Internet-Dienst X. Auch kündigte Rezaei eine Fortsetzung der Blockade der Strasse von Hormuz an. Zugleich kursierten in Teheran neue Anschlagspläne gegen Familienangehörige des Präsidenten.

Haben die Iraner ein Fussball-Spiel gehackt?

In einem bizarren Video, das auf einem staatlichen Fernsehsender ausgestrahlt wurde, rief der Iran zur Tötung von Barron Trump auf, dem 20 Jahre alten Sohn des Präsidenten. Dies berichtete ein unabhängiger Exil-Journalist auf X, mit Verweis auf das entsprechende Filmchen. Das Kopfgeld soll sich auf 10 Millionen Dollar belaufen.

Das animierte iranische Video behauptet, dass es Hackern gelungen sei, das Profil des jungen Trumps auf populären Videospielen wie «FC 26» zu knacken. Barron Trump werde nun «vollständig überwacht». Allerdings strotzt das Filmchen vor Fehlern.

So wird behauptet, dass der Präsidentensohn im Trump Tower in New York City wohne, aber in Washington studiere – in der Nähe des Weissen Hauses. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten beträgt gegen viereinhalb Stunden, was ein Pendeln erschwert. Ausserdem hat das Herbst-Semester der New York University, an der Trump gemäss amerikanischen Medienberichten immatrikuliert ist, noch nicht begonnen.

Ob die Drohung gegen Barron Trump ernst zu nehmen ist, darüber streiten sich deshalb die Fachleute. Sie verweisen darauf, dass die Familienmitglieder des Präsidenten auf Schritt und Tritt von Agenten des Secret Service bewacht werden.

Treffen die neuen Sanktionen auch China?

Andererseits deuten die zunehmend scharfen Attacken des Regimes in Teheran auf Trump darauf hin, dass der Präsident einen wunden Punkt trifft und die Staatsführung tatsächlich unter massivem Druck steht. So ist die iranische Volkswirtschaft in eine Rezession gestürzt und der Zivilbevölkerung fällt es zunehmend schwer, die Grundbedürfnisse zu decken.

Trump wiederum riskiert eine Konfrontation mit China, sollten Transaktionen mit iranischen Rohstoffen künftig tatsächlich sanktioniert werden. Peking ist der Hauptabnehmer von Öl aus dem Iran; schwer vorstellbar, dass die chinesische Führung die amerikanische Kriegserklärung einfach stillschweigend hinnehmen wird. Chinas Herrscher Xi Jinping wird im nächsten Monat in Washington für einen Staatsbesuch erwartet. Auf diese Visite freut sich Trump schon lange.

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