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Wirtschafts-News

Benkos Signa geht in Konkurs ++ Dieser Anbieter hat das beste Handynetz der Schweiz ++ Roche-Test schürt Hoffnung für Alzheimer-Kranke 

Wirtschafts-Ticker mit aktuellen Nachrichten aus der nationalen und internationalen Wirtschaftswelt.

15:44 Uhr

Donnerstag, 11. April

René Benkos Signa Holding meldet Konkurs an

Tief gefallen: Unternehmer René Benko. 
Bild: Bild: Frank Rumpenhorst / dpa

Die insolvente Signa-Holding des gefallenen Immobilienmilliardärs René Benko hat ein Konkursverfahren beim Handelsgericht Wien beantragt. Dies, nachdem sie zuvor ihren Sanierungsplan-Antrag zurückgezogen hatte. Dies teilte der Insolvenzverwalter Christof Stapf am Donnerstag mit, wie mehrere Medien berichten. Eine Mindestquote zur Bedienung der Forderungen der Gläubiger fällt damit laut Stapf weg. Zur Signa-Holding gehörte in Deutschland die Warenhauskette Galeria, in der Schweiz Globus.

Ende November hatte die Signa Holding Insolvenz angemeldet. Zur Krise beim Handels- und Immobilienkonzern kam es aufgrund von hohen Baukosten, steigende Kreditzinsen und internen Problemen. (red)

08:00 Uhr

Donnerstag, 11. April

Roche-Test schürt Hoffnung für Alzheimer-Kranke

Der Basler Pharmakonzern kann im Bereich Alzheimer einen Erfolg verbuchen. Und zwar hat die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) einen Roche-Bluttest als «Breakthrough Device» ausgezeichnet. Das sind neuartige Medikamente oder Therapien für schwerkranke Patienten, die dank eines Sonderzulassungsverfahren möglichst rasch zugänglich sein sollen.

Den Test hat Roche zusammen mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly entwickelt. Er soll krankhafte Veränderungen bei den Amyloid-Proteinen anzeigen. Bei Alzheimer-Kranken verklumpen diese und lagern sich ab. Wie Roche am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt, könnte der Test im Falle einer Zulassung eine frühere und genaueren Diagnose ermöglichen. So könnte er dazu beitragen, die Auswirkungen der Alzheimer-Krankheit auf Menschen und Gesellschaft abzumildern.

Alzheimer nehme weltweit zu, doch drei Viertel der Fälle blieben unentdeckt, wie sich Matt Sause, Chef von Roche Diagnostics, zitieren lässt. Der Diagnostik komme deshalb eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Alzheimer zu.

Roche kann den Zwischenerfolg dringend brauchen. Der Pharmakonzern machte zuletzt eher mit einem schwächelnden Aktienkurs und diversen Forschungsflops Schlagzeilen. Auch im Alzheimer-Bereich: Ein Medikament, das den geistigen Verfall aufhalten sollte, verfehlte Ende 2022 die Wirkungsziele in einer Studie so deutlich, dass das teure Forschungsprojekt eingestellt wurde. (aka)

07:23 Uhr

Donnerstag, 11. April

Testbericht: Swisscom bietet das beste Netz in der Schweiz

Das Fachmagazin Chip hat in einem Test die Schweizer Mobilfunkanbieter verglichen. Das Resultat dürfte den Branchenprimus freuen: Demnach bietet die Swisscom in allen Kategorien das beste Netz, wie Chip am Donnerstag mitteilt. Sie gewinne nicht nur den Netztest, sondern auch jenen für das beste 5G-Netz und das beste Netz in den Zügen. Beim mobilen Internet und Telefonie habe die Swisscom ebenfalls die Nase vorne.

Doch das schlägt sich auch in den Preisen nieder: Laut Chip führt die Swisscom zwar «in allen Belangen, aber leider gilt das auch für die Preise». Wer einen günstigen Tarif in einem anderen Netz buche, treffe damit auch keine schlechte Wahl.

Hinter der Swisscom gebe es einen engen Zweikampf zwischen Sunrise und Salt. «Während Sunrise im letzten Test noch mit der Swisscom um den Sieg in der Schweiz kämpfte, muss der Netzbetreiber eher aufpassen, nicht von Salt überholt zu werden», schreibt das Fachmagazin.

Salt habe bei der 5G-Verfügbarkeit und in der Folge auch beim mobilen Internet stark aufgeholt. Zwar liege Sunrise noch in beiden Kategorien vorne, aber beim Telefonieren ziehe Salt vorbei. Chip nennt die Nummer drei im Schweizer Markt deshalb den «Aufsteiger des Jahres».

Insgesamt hat die Schweiz laut Chip die besten Netze im deutschsprachigen Raum – auch dank des raschen 5G-Ausbaus. So bekommen alle drei grossen Anbieter vom Fachmagazin sehr gute Noten. (aka)

06:42 Uhr

Donnerstag, 11. April

Über eine Million Menschen reisen auf das Jungfraujoch

Es sei «das beste Unternehmensergebnis in der Geschichte»: Die Jungfraubahngruppe konnte ihren Gewinn 2023 auf 79,6 Millionen Franken steigern. Das ist fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bergbahnunternehmen am Donnerstagmorgen mitteilt. Der Verkehrsertrag, die wichtigste Stütze der Einnahmen, ist ebenfalls deutlich gestiegen: um 40 Prozent auf 195,9 Millionen Franken. Fast verdoppeln will der Verwaltungsrat die Dividenden: Pro Aktie sollen die Aktionäre 6.50 Franken erhalten – im Vorjahr waren es noch 3.60 Franken.

Über eine Millionen Menschen reisten im vergangenen Jahr auf das Jungfraujoch. Die Marke sei «erstmals seit 2019 und erst zum fünften Mal überhaupt» übertroffen worden. Die Besucherzahl lag 61,1 Prozent höher als 2022 und nur noch 4,6 Prozent unter dem Wert des letzten Vorkrisenjahrs 2019. Für die Zunahme verantwortlich waren vor allem Gäste aus Südostasien, Indien und den USA. «Nebst den zahlreichen Einzelreisenden besuchten vermehrt auch wieder Gruppen das Jungfraujoch», schreibt das Bahnunternehmen.

Auch die Skisaison verlief erfreulich für die Jungfraubahnen. In der laufenden Wintersaison 2023/2024 habe eine gute Schneedecke einen durchgehenden Wintersportbetrieb ab Anfang Dezember ermöglicht. Bis Ende März 2024 registrierten die Bahnen rund 1,08 Millionen Skier Visits – 6 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne in der Vorsaison. (aka)

09:06 Uhr

Mittwoch, 10. April

Kantonsranking: In Zug und Schwyz fahren die teuersten Autos

Auf den Strassen des Kantons Zug sind schweizweit die teuersten Autos unterwegs. Das zeigt eine Statistik, welche der Versicherer Axa am Mittwoch veröffentlicht hat. Der durchschnittliche Fahrzeugwert beträgt dort rund 65'000 Franken. Das ist 30 Prozent mehr als im Schweizer Schnitt. An zweiter Stelle steht der Kanton Schwyz mit etwas mehr als 58’000 Franken, gefolgt von Appenzell Innerrhoden mit knapp 55’000 Franken.

Über dem Durchschnitt liegen auch die Kantone Graubünden, Basel-Stadt, Zürich, Nidwalden, Basel-Land, Obwalden, Aargau, Wallis und Genf. Die günstigsten Autos sind in den Kantonen Jura, Neuenburg und Freiburg unterwegs. Dort beträgt der durchschnittliche Fahrzeugwert zwischen 43‘000 und etwas mehr als 44’000 Franken, also über 20‘000 Franken weniger als im Kanton Zug. (rwa)

08:57 Uhr

Mittwoch, 10. April

Barry Callebaut bolzt Umsatz dank rekordhoher Kakaopreise

Der weltweit tätige Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat im letzten halben Jahr 0,7 Prozent mehr Ware verkauft. Das entspricht insgesamt 1,138 Millionen Tonnen. Der Umsatz stieg derweil um 11,1 Prozent auf 4,6 Milliarden Franken. Hier konnte das Unternehmen mit Sitz in Zürich vom rekordhohen Kakaopreis profitieren. Dieser ist innerhalb eines Jahres um mehr als 270 Prozent angestiegen. Unter dem Strich blieb Barry Callebaut ein Reingewinn von 215,8 Millionen Franken. Das ist deutlich weniger als in der Vorjahresperiode (-7,9 Prozent).

Um die Kosten langfristig zu reduzieren, hat Barry Callebaut bereits im Herbst ein Sparprogramm angekündigt. Die Umsetzung gehe wie geplant voran, heisst es in der Mitteilung. Barry Callebaut will 2500 Stellen streichen und zwei Fabriken schliessen. Damit möchte das Unternehmen 250 Millionen Franken sparen. (mpa)

06:03 Uhr

Mittwoch, 10. April

Grosse Preisunterschiede bei Internet-Abos

Für viele Konsumentinnen und Konsumenten ist ein guter Internetzugang zu Hause mittlerweile wichtig. Vor allem Berufstätige, die im Homeoffice arbeiten, legen Wert auf ein gutes Internet-Abo. Allerdings lohnt es sich, die Preise der Anbieter zu vergleichen. Denn es gibt grosse Unterschiede, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung des Online-Vergleichsdienstes moneyland.ch zeigt.

Bei Internet-Abos mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s lassen sich demnach jährlich fast 200 Franken sparen. So kostet das Abo bei Sunrise und Salt im ersten Jahr fast 700 Franken, während es bei den günstigsten Anbietern Teleboy und iWay mit 500 Franken zu Buche schlägt. Swisscom ist gar 55 Prozent teurer als der günstigste Anbieter, Yallo sogar 63 Prozent.

Egal um welches Internet-Abo es sich handelt: Gemäss moneyland.ch sind Teleboy und iWay in jedem Fall am günstigsten. Von den grossen drei Anbietern macht Sunrise das Rennen, sehr knapp gefolgt von Salt. Swisscom ist von den drei grossen Anbietern der teuerste Anbieter. (rwa)

11:41 Uhr

Dienstag, 9. April

Rekordjahr für Lauterkeitskommission

124 Beschwerdeverfahren hat die Schweizerische Lauterkeitskommission im vergangenen Jahr durchgeführt - das bedeutet einen neuen Rekordwert. Gegenüber 2022 stieg die Anzahl Beschwerdeverfahren um rund 40 Prozent; der langjährige Jahresdurschnitt liegt bei rund 90 Verfahren.

Die Lauterkeitskommission ist die neutrale, unabhängige Institution der Kommunikationsbranche zum Zweck der werblichen Selbstkontrolle. Aus dem am Dienstag publizierten Jahresbericht geht hervor, dass sich die meisten Beschwerden um klassische Konsumententhemen drehen. Am meisten betrafen die Branche Lebensmittel/Getränke (14 Prozent), gefolgt von den Branchen Haus/Garten (10.5 Prozent) und Freizeit/Touristik (9.9. Prozent). Mehr Beschwerden als im Vorjahr gab es in den Bereichen Pharma/Gesundheit sowie Alkohol/Tabak, weniger beim Versandhandel, der Unterhaltungselektronik und bei Haushaltartikeln.

Der in Beschwerden am häufigsten erhobene Vorwurf ist Unrichtigkeit bzw. Irreführung durch Werbung (30.5 Prozent). Dahinter folgen aggressive Verkaufsmethoden (28.5 Prozent) und Geschlechterdiskriminierung (13.9 Prozent). 2023 wurden 54.4 Prozent der Beschwerden gutgeheissen. Für weltweite Schlagzeilen sorgte der Entscheid der Lauterkeitskommission, die Beschwerde gegen die Kommunikation der FIFA, wonach die WM 2022 in Katar klimaneutral sei, gutzuheissen. Der Entscheid aus dem Jahr 2023 ist unterdessen rechtskräftig. (cbe)

10:30 Uhr

Dienstag, 9. April

Schweizer Firmen verloren Millionen an Identitätsdiebe

Die Täter operierten wohl von Israel aus. Per Telefon kontaktierten sie mehrere in der Schweiz ansässige Firmen und gaben sich als Mitarbeitende ihrer Bank aus. Unter dem Vorwand, das E-Banking-System anzupassen, verschafften sie sich Zugang zum Computer der Opfer – und zweigten mehrfach hohe Summen ab. So betrogen sie sieben Schweizer Firmen um mehr als 5 Millionen Franken.

So beschreibt den Fall die Bundesanwaltschaft. Wie die Behörde am Dienstag mitteilt, hat sie Anklage erhoben gegen einen französisch-israelischen Doppelbürger. Er soll Teil der Gruppe gewesen sein, die von Dezember 2016 bis August 2018 aktiv war.

Identifiziert wurde der Mann laut der Bundesanwaltschaft dank einer engen Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol), die Banken der geschädigten Unternehmen, die Kantone und andere Länder als die Schweiz waren involviert. 2021 stellte die Bundesanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl gegen den Beschuldigten aus. Kurz darauf wurde dieser an einem Flughafen in den USA gefasst und an die Schweiz ausgeliefert.

Trotz der Ermittlungen und Rechtshilfegesuche hätten die anderen Mitglieder der Gruppe nicht identifiziert werden können, heisst es weiter. Doch dank Telefonüberwachung habe man weitere missbräuchliche Überweisungen in Höhe von rund 3 Millionen Franken verhindert. (aka)

09:35 Uhr

DieNstag, 9. APril

Anzahl Konkursverfahren erreicht neuen Rekordwert

Im Jahr 2023 wurden 15’447 Firmen- und Privatkonkursverfahren neu eröffnet, 2,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Damit wurde erstmals seit Beginn der Zeitreihe (2008) in drei aufeinanderfolgenden Jahren ein Anstieg registriert. Dies geht aus der Betreibungs- und Konkursstatistik hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag publiziert. Damit wurde 2023 einmal mehr ein neuer Rekordwert verzeichnet. Immerhin: Gegenüber den letzten beiden Jahren hat sich das Wachstum mit 2.9 Prozent deutlich verlangsamt (2021: +9,1 Prozent; 2022: +6,6 Prozent).

Die finanziellen Verluste aus ordentlichen und summarischen Konkursverfahren haben sich gegenüber 2022 verringert. Sie sanken um 11,7 Prozent auf 2 Milliarden Franken.

Wie das BFS schreibt, ist die Zahl der laufenden Betreibungsverfahren nicht verfügbar. In der Statistik werden die Anzahl Zahlungsbefehle, Pfändungsvollzüge und Verwertungen erhoben, also die Anzahl Erlasse der Betreibungsämter. Allerdings können im Rahmen eines einzelnen Betreibungsverfahrens mehrere Erlasse wie Zahlungsbefehle ausgestellt werden, etwa dann, wenn mehrere Mitschuldner involviert sind.

Dennoch vermittle die Erhebung dieser Erlasse ein allgemeines Bild der Entwicklung im Betreibungswesen, hält das BFS fest. Die Anzahl der Zahlungsbefehle, die sich während der Pandemiejahre (2020-2022) bei rund 2,7 Millionen eingependelt hatte, stieg im Jahr 2023 sprunghaft um 10,7 Prozent auf über 3 Millionen an. Damit näherte sie sich dem Rekordwert aus dem Jahr 2019 an. Die Anzahl der Pfändungsvollzüge und Verwertungen hingegen lag 2023 im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. (cbe)

06:44 Uhr

Dienstag, 9. April

Sensirion gibt Standort Berlin auf

Der Mikrosensorenhersteller Sensirion AG aus Stäfa ZH steigt aus dem Bereich der Zustandsüberwachung aus. In diesem Zusammenhang schliesst das Unternehmen seinen Standort in Berlin. Erst im September 2021 hatte Sensirion das Berliner Start-Up AiSight übernommen mit dem Ziel, ein führender Anbieter von Gesamtlösungen im Bereich der Zustandsüberwachung zu werden. Doch jetzt zieht Sensirion die Reissleine: «In der Zwischenzeit hat sich jedoch gezeigt, dass sich der Markt für Zustandsüberwachung deutlich langsamer und fragmentierter entwickelt als ursprünglich angenommen», schreibt das Unternehmen am Dienstag in einer Medienmitteilung. Es gebe eine Vielzahl von Wettbewerbern, gegenüber denen eine technische Differenzierung nur schwer möglich sein werde.

Diese Marktstruktur passe strategisch nicht zum Anspruch von Sensirion, durch Innovationen zum führenden Anbieter im jeweiligen Bereich zu werden. Mit dem Ausstieg aus dem Bereich der Zustandsüberwachung geht die Schliessung des Standorts in Berlin einher. Man bedauere den Wegfall der dortigen Arbeitsplätze sehr, und werde die betroffenen Mitarbeitenden bei der Suche nach einer Tätigkeit bestmöglich unterstützen.

Finanziell führe der Entscheid zu einer ausserordentlichen, nicht liquiditätswirksamen Wertberichtigung von rund 25 Millionen Franken. Für das laufende Jahr rechnet Sensirion im Zusammenhang mit dem Entscheid mit Restrukturierungskosten und Rückstellungen im in Höhe von rund 3 bis 5 Millionen Franken. Der Entscheid werde «keine wesentlichen Auswirkungen auf Sensirions mittel- und langfristiges Wachstumspotential haben», ist man überzeugt. (cbe)

17:25 Uhr

Montag, 8. April

Stadler liefert Züge nach Bulgarien

Bulgarien hat dem Schienenfahrzeughersteller Stadler einen Auftrag im Wert von gut 300 Millionen Lew oder umgerechnet 153,6 Millionen Euro erteilt. Stadlers polnische Tochtergesellschaft Stadler Polska wird dafür sieben doppelstöckige elektrische Triebzüge des Typs Kiss mit jeweils mindestens 300 Sitzplätzen liefern.

Die Beschaffung umfasst auch einen Vertrag zur Wartung der Züge während 15 Jahren. Das neue Rollmaterial soll laut einer Mitteilung auf der Website des bulgarischen Verkehrsministeriums innert 26 Monaten geliefert werden. Bulgarien ist für Stadler ein neuer Markt. (T.G.)

16:42 Uhr

Montag, 8. April

Swiss: Weniger als 5 Prozent kompensieren Emissionen

Swiss-Chef Dieter Vranckx kündigt in einem Interview mit dem «AeroTelegraph» an , dass es auf ausgewählten Verbindungen der Fluggesellschaft innerhalb von Europa nur noch sogenannte grüne Tarife geben könnte. Bei diesen «Green Fares» wird ein zusätzlicher Betrag fällig, den die Airline zur Kompensation von CO 2 -Emissionen nutzt – standardmässig zu 20 Prozent durch Einsatz von nachhaltigem Treibstoff (SAF) und zu 80 Prozent durch Investitionen in Klimaschutzprojekte.

Auf der Strecke Zürich-Genf gibt es nur noch solche Tarife zu kaufen. Die Nachfrage habe sich dadurch nicht verändert, sagt Vranckx. «Wir schauen uns Strecken in Europa an, wo wir auch ausschliesslich grüne Tarife einführen könnten – analog zu Genf-Zürich.» Allerdings sei das Vorhaben «nicht so einfach» umzusetzen.

Kundinnen und Kunden der Swiss können auf vielen Strecken bereits heute freiwillig grüne Tarife buchen. Laut Vranckx kaufen allerdings weniger als 5 Prozent der Reisenden als Kompensation SAF dazu. Es brauche «viel mehr». Der Anteil nehme zu, aber in kleinen Schritten. Der Airline-Chef, der im Juli in den Vorstand der Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa wechselt, plädiert für staatliche Hilfe beim Aufbau der SAF-Produktion. «Es wäre wichtig, dass sich der Staat Gedanken macht, ob man das mit Startkapital unterstützen kann», sagt er. (ehs)

11:35 Uhr

Montag, 8. April

Mehr Fahrten mit Lime in der Schweiz

Lime, ein US-amerikanischer Anbieter von E-Trottinetts und Elektrovelos zum Ausleihen, hat im Jahr 2023 weltweit über 150 Millionen Fahrten gezählt und dabei einen Gesamtumsatz von 616 Millionen US-Dollar erzielt. Laut einer Mitteilung vom Montag war Lime zum zweiten Mal in Folge profitabel. Das bereinigte Ebitda stieg auf über 90 Millionen US-Dollar.

Auch in der Schweiz war Lime demnach profitabel. Die Zahl der Fahrten stieg hier im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent, die Zahl der Benutzerinnen und Benutzer um 19 Prozent und der Gesamtumsatz um 42 Prozent.

Lime bietet seine Fahrzeuge weltweit in 280 Städten in fast 30 Ländern an. Das vergangene Jahr habe einen Wendepunkt markiert, wird Unternehmenschef Wayne Ting zitiert. Das deutliche Wachstum beim Umsatz und Gewinn bestätige, dass ein widerstandsfähiges Unternehmen aufgebaut werde, das in der Lage sei, langfristig einen Beitrag zu klimafreundlichem Verkehr zu leisten.

In der Schweiz stehen Fahrzeuge von Lime gemäss Angaben auf der Internetseite der Firma in Basel, Zug, Winterthur und Zürich sowie in den Zürcher Gemeinden Opfikon, Uster und Wetzikon zur Verfügung. (ehs)

08:54 Uhr

Montag, 8. April

Arbeitslosenquote verharrt bei 2,4 Prozent

Ende März waren 108'953 Menschen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos eingeschrieben. Das sind 3286 weniger als im Vormonat, aber 15'838 Personen oder 17,1 Prozent mehr als im März vor einem Jahr. Das teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mit. Die Arbeitslosenquote verharrte damit bei 2,4 Prozent.

Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im März um 943 auf 42'413. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl der Arbeitslosen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren um 11,0 Prozent auf 30'594 zu. Eine Zunahme wurde auch bei der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet: Im Vergleich zum März 2023 nahm diese um 1'275 Personen oder 15,5 Prozent auf 9'505 zu.

Einen starken Rückgang verzeichnete das Seco zuletzt hingegen bei der Kurzarbeit. Im Januar waren 2'719 Personen von Kurzarbeit betroffen, die ausgefallenen Arbeitsstunden summierten sich auf 132'895 Stunden. Im Januar 2023 waren noch 3'388 Personen und die Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden hatte 186'731 betragen. (ehs)

14:47 Uhr

FReitag, 5. APril

Chefwechsel bei Fenaco

Am 1. März hatte Martin Keller bekannt gegeben, dass er nach 13 Jahren an der Spitze von Fenaco den Chefposten abgebe. Nun ist klar, wer ihn beerben wird: Ab Juli wird Michael Feitknecht die Agrargenossenschaft lenken, zu der etwa die Landi-Läden, die Agrola-Tankstellen, das Ufa-Saatgut oder die Landor-Dünger gehören. Derzeit leitet der 41-Jährige als Fenaco-Geschäftsleitungsmitglied das Departement Pflanzenbau. Diese Funktion geht nun an den Landor-Chef Jürg Friedli. Bevor Feitknecht 2018 zu Fenaco stiess, war er zehn Jahren bei Syngenta. (fv)

Neuer Fenaco-Chef: Michael Feitknecht.
Bild: zvg

12:59 Uhr

Freitag, 5. April

Mehr Bahn-Passagiere zwischen Zürich und München

Die Bahn-Verbindung zwischen München und Zürich gehört zu den fünf wachstumsstärksten internationalen Strecken der Deutschen Bahn (DB). Das teilte sie am Donnerstag mit. Im Jahr 2023 nutzten 17'000 mehr Fahrgäste als im Vorjahr die Züge auf dieser Strecke. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent. Insgesamt waren demnach fast 110'000 Menschen mit dem Zug zwischen den beiden Städten unterwegs. Im Dezember wurde das Angebot mit einem siebten täglichen Zugpaar ausgebaut. Noch stärker zugenommen hat der Verkehr laut DB zwischen Berlin und Amsterdam (+23%), Berlin und Warschau (+22%), München und Verona (+20%) und München und Wien (+17%).

Auch im Vergleich zum Jahr 2019 und damit vor der Coronakrise nutzten vergangenes Jahr mit einem Zuwachs von 21 Prozent auf 24 Millionen deutlich mehr Passagiere die grenzüberschreitenden Züge der DB. Das liege an kurzen Reisezeiten von Innenstadt zu Innendstadt, den attraktiven Preisen und der klimafreundlichen Art des Reisens, schreibt die Bahn.

Wie die DB weiter mitteilt, werden ab Sommer erstmals die Giruno-Züge der SBB, die von Hersteller Stadler gebaut wurden, auf der Verbindung Frankfurt-Zürich-Mailand zum Einsatz kommen. Von einem Boom von internationalen Zugreisen berichteten zuletzt auch die SBB: Anlässlich der Präsentation ihrer Jahreszahlen gaben sie im März bekannt, dass sich die Verkehrsleistung im internationalen Fernverkehr im Jahr 2023 gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2022 um noch einmal 15,2 Prozent gesteigert habe. Insgesamt zählten die SBB letztes Jahr 12,3 Millionen internationale Reisende, davon 600'000 in Nachtzügen. (ehs)

08:10 Uhr

Freitag, 5. April

Skigebiete: März «viel zu warm»

Im März sind etwa gleich viele Ersteintritte in Schweizer Skigebiete verzeichnet worden wie im Februar. Das teilt der Verband Seilbahnen Schweiz am Freitag mit. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspreche das einem Plus von 5 Prozent. Der Verband spricht von einem «positiven Signal», wenn man die «speziellen und teils problematischen Wetterbedingungen» berücksichtigt.

Denn die Zunahme täuscht: In diesem Jahr fielen die aufkommensstarken Oster-Feiertage bereits auf Ende März. Davon hätten die Skigebiete nur bedingt profitieren können, heisst es in der Mitteilung. Viele Skigebiete hätten ihren Betrieb während mehrere Tage wegen starkem Wind einstellen müssen. Wie bereits der Februar sei auch der März «viel zu warm» gewesen.

Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich. In der Ostschweiz wurden seit Beginn der aktuellen Saison bis und mit Ende März 11 Prozent mehr Eintritte gezählt als im Vorjahr, in Graubünden 9 Prozent mehr und in den Waadtländer Alpen 8 Prozent mehr. Ebenfalls im Plus liegen die Gebiete in der Zentralschweiz (+6%) und im Wallis (+4%). Gar 43 Prozent mehr Ersteintritte verzeichnete das Tessin – auch wenn das Wetter dort an Ostern «sehr feucht und nass» gewesen sei. Einen Rückgang verzeichnen mussten diese Saison hingegen das Berner Oberland (-4%), die Jura-Region (-21%) und die Freiburger Alpen (-31%).

Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre waren in der aktuellen Wintersaison bis Ende März 4 Prozent mehr Gäste unterwegs. Auch in dieser Betrachtung gewannen einige Regionen - etwa das Wallis mit einer Zunahme von 11 Prozent, Graubünden und die Waadtländer Alpen mit einer Zunahme von je 10 Prozent oder die Ostschweiz mit 6 Prozent mehr Eintritten, während das Berner Oberland 17 Prozent weniger Eintritte zählte als im Fünf-Jahres-Schnitt. Noch grösser waren die Rückgänge in den Freiburger Alpen (-39%) und im Jurabogen (-79%). Leicht unter dem langjährigen Durchschnitt lagen die Eintritte auch in der Zentralschweiz (-1%) und im Tessin (-2%), wie der Verband mitteilt. (ehs)

07:49 Uhr

Freitag, 5. April

Holcim übernimmt Tensolite

Der Schweizer Baustoffproduzent Holcim will Tensolite übernehmen, einen argentinischen Hersteller von Fertigteil- und Spannbetonbausystemen. Das teilt er am Freitag mit. Tensolite mit einem Nettoumsatz von 22 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 verfüge über eine starke Präsenz in den schnell wachsenden Märkten Lateinamerikas und über Werke und ein Vertriebsnetz in Argentinien, Paraguay und Uruguay.

Tensolite beschäftigt 155 Mitarbeitende und wurde 1979 gegründet. Das Unternehmen stellt unter anderem Balken, Dachsteine und Fertigteilwände her. Laut der Mitteilung sind rund 80 Prozent der Einfamilienhäuser in Argentinien mit Betonbalken gebaut worden, weshalb es sich um einen Markt mit grossem Potenzial handle.

Mit der Übernahme will Holcim einen weiteren Schritt in der Umsetzung der Strategie gehen, die vorsieht, dass der Geschäftsbereich Solutions & Products bis im Jahr 2025 seinen Anteil am Konzernumsatz auf 30 Prozent erhöht. Holcim wolle «in die attraktivsten Segmente der Bauindustrie eintreten, von der Bedachung und Isolierung bis hin zu Reparatur und Sanierung», heisst es weiter. Der Abschluss der Übernahme wird vorbehalten der behördlichen Genehmigung im 2. Quartal erwartet. (ehs)

07:06 Uhr

Freitag, 5. April

Industriellenfamilie steigt bei Implenia ein

Der Investor Max Rössler hat seine Nachfolge als Ankeraktionär des Schweizer Baukonzerns Implenia geregelt. Wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst, übernimmt die in Cham ZG beheimatete Buru-Holding, die im Besitz der Zuger Industriellenfirma Buhofer ist, von ihm eine signifikante Beteiligung von 13,7 Prozent an Implenia.

Der Präsident des Verwaltungsrats von Implenia, Hans Ulrich Meister, wird damit zitiert, er freue sich, dass mit dieser Lösung die Stabilität im Aktionariat gewährleistet bleibe. Er danke Rössler für seine «jahrzehntelange Treue», die ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens gewesen sei.

Der 84-jährige Rössler ist an mehreren Schweizer Unternehmen beteiligt, neben Implenia etwa auch am Werkzeughersteller Starrag Group. Die Familie Buhofer wiederum verdankt ihr Vermögen zu einem grossen Teil einer Beteiligung am Industrieunternehmen Metall Zug.

Der Baukonzern Implenia mit Sitz im zürcherischen Opfikon beschäftigt europaweit über 9000 Mitarbeitende und erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Franken. Er ist im Hoch- und Tiefbau tätig sowie im Tunnelbau. Implenia ist an der Schweizer Börse kotiert und entstand im Jahr 2006 aus der Fusion der Batigroup Holding und der Zschokke Holding. (ehs)

18:30 Uhr

Donnerstag, 4. April

Swiss-Steel-Aktionariat ebnet Weg für Sanierung

Lichtblick für den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Stahlkocher Swiss Steel: Das Aktionariat des Luzerner Industriekonzerns hat an der gestrigen ausserordentlichen Generalversammlung mit grosser Mehrheit für die geplante Kapitalerhöhung gestimmt. Damit will Swiss Steel mindestens 300 Millionen Euro, rund 295 Millionen Franken, einnehmen.

Grossaktionär Martin Haefner, der über seine Gesellschaft Bigpoint fast ein Drittel der Anteile am Unternehmen hält, hatte bei der Veranstaltung in Emmenbrücke mit Erfolg für die Finanzspritze geweibelt. Am Ende votierten 99,79 Prozent mit «Ja». An der GV waren insgesamt 132 Aktionäre anwesend, die rund 90 Prozent des stimmberechtigten Aktienkapital vertraten.

Mit dem frischen Geld soll die Sanierung des angeschlagenen Konzerns vorangetrieben werden. Diese ist dringend notwendig. Im letzen Geschäftsjahr hatte Swiss Steel einen Verlust von fast 300 Millionen Franken eingefahren, unter anderem infolge der globalen Schwäche in der Stahlbranche. Die Eigenkapitalquote schrumpfte von 22 auf 12 Prozent zusammen, was den Konzern in akute Liquiditätsschwierigkeiten brachte.

Mit dem Aktionärsbeschluss von gestern kann Swiss Steel nun wie geplant 3,1 Milliarden neue Aktien zu einem Nennwert von 0.08 Franken ausgeben. (gr)

15:45 Uhr

Donnerstag, 4. April

Alstom gewinnt Auftrag der SBB

Der französische Bahnbauer Alstom hat einen Vertrag der SBB für die Korrosionssanierung von 250 Wagen der Doppelstock-Fernverkehrszüge des Typs IC 2000 erhalten. Dieser hat einen Wert von 62,7 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Alstom-Standort in Villeneuve VD werde den Auftrag ab Herbst und bis im Jahr 2030 durchführen. Daniel Novak, der Leiter Grossprojekte Flotte der SBB wird damit zitiert, dass die IC-2000-Flotte zentral sei für den Fernverkehr.

Die IC 2000 wurden ab dem Jahr 1997 von einem Konsortium gefertigt, dem unter anderem Alstom und der damalige Schweizer Wagenbauer Schindler angehörten. Schindler ging danach in Adtranz und später in Bombardier auf. Die Bahnsparte von Bombardier wiederum gehört seit drei Jahren zu Alstom. Der Auftrag geht also an jene Firma, welche die Züge zu einem grossen Teil bereits produziert hat. Im Jahr 2010 hatte Bombardier auch den Auftrag für die Produktion der Nachfolgezüge gewonnen, die sogenannten FV-Dosto. Von diesen wurden mittlerweile alle 62 Züge an die SBB abgeliefert. Der Auftrag für die FV-Dosto war mit einem Volumen von 1,9 Milliarden Franken der damals grösste in der Geschichte der SBB. Die Endmontage der FV-Dosto erfolgte im Werk in Villeneuve. Auch weil die Produktion mittlerweile abgeschlossen ist und die Franzosen seither keine grösseren Aufträge für neue Züge in der Schweiz mehr gewonnen haben, hat Alstom das dortige Werk zu einem Service-Standort umfunktioniert.

Ob Alstom dereinst wieder neue Züge für die SBB bauen kann, ist offen. Der letzte grosse Auftrag zur Beschaffung von einstöckigen Triebzügen für den Regionalverkehr für rund 2 Milliarden Franken ging 2021 an den Schweizer Bahnbauer Stadler. Alstom hatte sich – wie der deutsche Bahnbauer Siemens – ebenfalls beworben, war aber unterlegen. Eine Klage dagegen vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde von diesem abgewiesen.

Die nächste grosse Beschaffung der SBB wurde im Jahr 2023 mit einer Informationsbeschaffung bei potenziellen Herstellern eingeleitet . Vor allem für die Zürcher S-Bahn will die Bahn über 120 neue Züge beschaffen. Es könnte der potenziell teuerste Auftrag werden, den die SBB je vergeben haben.

Zu einer offiziellen Ausschreibung kam es bisher noch nicht. Es wird erwartet, dass sowohl Stadler als auch Alstom und Siemens Interesse anmelden dürften. Siemens hat bereits 61 Züge der zweiten Generation der Zürcher S-Bahn geliefert, die seit dem Jahr 2006 im Einsatz sind. Siemens-Schweiz-Chef Gerd Scheller kritisierte vor gut einem Jahr gegenüber der NZZ , dass sich hierzulande so oft Stadler durchsetze. Wenn die SBB nur noch als Stadler-Bundesbahnen wahrgenommen würden, «wäre dies sehr schlecht für künftige Innovationen und Investitionen in die Schweizer Bahnindustrie». (ehs)

11:46 Uhr

Donnerstag, 4. april

Zürcher PKB-Bank muss Strafe zahlen

Die Bundesanwaltschaft hat die PKB Privatbank per Strafbefehl verurteilt. Das Zürcher Finanzinstitut muss eine Busse von 750’000 Franken bezahlen. Die Bundesanwaltschaft kam in ihrer Untersuchung zum Schluss, dass die Bank zwischen 2011 und 2014 nicht alle zumutbaren und erforderlichen organisatorischen Vorkehrungen getroffen hat, um zu verhindern, dass zwei ihrer Mitarbeiter – ein für die Entwicklung der südamerikanischen Kundenbeziehungen zuständiger Kundenberater und sein direkter Linienvorgesetzter – die Straftat der schweren Geldwäscherei begehen konnten.

Konkret konnten die Ermittler Geldwäscherei-Handlungen im Gesamtwert von über 20 Millionen US-Dollar feststellen. «Die PKB hat die Identität des wirtschaftlich Berechtigten der Vermögenswerte, die auf bestimmten Bankverbindungen bei der Geschäftsstelle in Lugano hinterlegt waren, nicht korrekt überprüft. Ebenso hat sie es unterlassen, die Umstände und den Zweck der durchgeführten Transaktionen zu klären und sicherzustellen, dass es sich hierbei um nichts Aussergewöhnliches handle und/oder kein Verdacht bezüglich ihrer Herkunft bestehe», heisst es in einer Mitteilung.

Da die Bank keine Einsprache gegen den Strafbefehl erhoben hat, ist er rechtskräftig. (mpa)

10:19 Uhr

Donnerstag, 4. April

Migros kooperiert mit Illy Caffè

Die Migros baut ihr Angebot an nachhaltigen CoffeeB-Bällen aus. Dazu spannt der Händler mit der italienischen Traditionsmarke Illy Caffè zusammen. Das Ergebnis seien zwei Espresso-Röstungen, die ausschliesslich aus Arabica-Bohnen hergestellt werden, heisst es in einer Medienmitteilung. Matthias Wunderlin, Leiter der Migros-Industrie, sagt dazu: «Durch die Partnerschaft mit illycaffè können wir das langjährige italienische Kaffee-Erbe und Know-how in unsere noch junge Marke integrieren und unser Angebot an feinsten Aromen erweitern.» Erst kürzlich wurde bekannt, dass der US-Kaffeeriese Keurig auf die Technologie von Coffee B setzt, die das Kompostieren der Kaffee-Bälle erlaubt. (mpa)

08:38 Uhr

Donnerstag, 4. April

Preise bleiben stabil

Der Landesindex der Konsumentenpreise misst die Teuerung eines durchschnittlichen Warenkorbs. Im März blieb der Index im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 107,1 Punkten. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung 1 Prozent. Dies geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Damit hat sich die Inflation deutlich abgeschwächt (siehe Grafik).

Die Preisstabilität gegenüber dem Vormonat resultiert aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen haben. Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland und den Luftverkehr sind gestiegen, ebenso wie jene für Bekleidung und Schuhe. Die Preise für die Parahotellerie und für Automobile sind hingegen gesunken, ebenso wie die Miete von privaten Verkehrsmitteln. (mpa)

08:01 Uhr

Donnerstag, 4. April

Signa-Pleitier Benko sagt Auftritt ab

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur mutmasslichen Bevorzugung von Superreichen in Österreich wird am Donnerstag ohne den Ex-Milliardär René Benko tagen. Wenige Wochen nach dem Zusammenbruch seines Immobilien-Imperiums sollte er vor dem Ausschuss in Wien als Zeuge aussagen. Benkos Anwalt sagte jedoch kurzfristig für seinen Mandanten ab. Der Jurist verwies dabei auf rechtliche Risiken wegen strafrechtlicher Verfahren gegen Benko, wie aus dem Brief des Anwalts an das Parlament hervorgeht. Es wäre der erste öffentliche Auftritt des einst als Immobilien-Tycoon gefeierten Unternehmers seit der Pleite-Serie der von ihm gegründeten Signa-Gruppe gewesen.

Das Gremium des Parlaments in Österreich wurde von der Opposition eingesetzt, um die mutmassliche Bevorzugung von Superreichen zu beleuchten, die Verbindungen zur konservativen Kanzlerpartei ÖVP pflegen.

Benko hat sich in den vergangenen Monaten kein einziges Mal öffentlich zu den zahlreichen Insolvenzen von Signa-Firmen wie Galeria Karstadt Kaufhof und KaDeWe geäussert. Der 46-Jährige hatte in Zeiten niedriger Zinsen ein undurchsichtiges Firmennetzwerk aufgebaut, zu dem unter anderem der unfertige Elbtower in Hamburg, die mittlerweile insolventen Kaufhausmarken KaDeWe und Galeria Karstadt Kaufhof sowie die Globus-Warenhauskette in der Schweiz gehören. Mit dem Anstieg von Zinsen, Baukosten und Energiepreisen ist die Signa-Gruppe weitgehend zusammengebrochen. (dpa)

07:39 Uhr

Donnerstag, 4. April

Milliardenstrafe für Rohstoffhändler

Das amerikanische Justizdepartement verkündete letzte Woche einen Sieg gegen Rohstoffhändler, die in Afrika und Lateinamerika Bestechungsgelder gezahlt hatten. So wollten die Firmen an staatliche Aufträge kommen. Nach jahrelangen Ermittlungen schliesst die US-Behörde die Fälle mit 20 Verurteilungen und Strafzahlungen von über 1,7 Milliarden Dollar ab. Betroffen sind mit Glencore, Vitol, Trafigura und Gunvor auch einflussreiche Händler mit Sitz oder Wurzeln in der Schweiz. Unter den Verurteilten befinden sich sechs Beamte, acht Zwischenhändler und fünf Rohstoffhändler. Zudem sei ein früherer Vitol-Trader wegen Geldwäsche verurteilt worden.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» begrüsste Oliver Classen, Sprecher der Nichtregierungsorganisation Public Eye, den harten Kurs der US-Behörden. Allerdings merkt er an: «Problematisch ist aber, dass die Erträge aus den Rohstoffen als Steuern in der Schweiz oder als Bussen in den USA landen, nicht aber dort, wo sie gefördert wurden und besonders gebraucht würden.» (mpa)

07:09 Uhr

Donnerstag, 4. April

Bio-Preis kommt nicht bei den Bauern an

Bio-Bauern erhalten nur wenig höhere Preise, aber die Konsumenten zahlen einen viel höheren Preis für Bioprodukte im Supermarkt. Das ist das Fazit des zweiten Preismonitors des Vereins Faire Märkte Schweiz. Erstellt hat es der Ökonom Mathias Binswanger. Demnach landen von einem Franken, den Konsumentinnen und Konsumenten für Bioprodukte ausgeben, 33 Prozent beim Bauern. Bei günstigen Varianten von Standardprodukten liegt dieser Anteil hingegen bei 41 Prozent.

«Die beiden Grossverteiler Migros und Coop dominieren den Schweizer Lebensmittelmarkt und besitzen erhebliche Marktmacht», schreibt Faire Märkte Schweiz dazu, Diese habe zu Folge, dass man sowohl bei konventionellen als auch bei Bioprodukten gegenüber den Bauern geringe Preise durchdrücken könne.

Erstmals hat der Monitor auch die Discounter Aldi und Lidl betrachtet. Hier liegt der Mittelwert der Preisdifferenzen zwischen dem Konsumenten- und Produzentenpreis, deutlich tiefer als bei Migros und Coop. Besonders ausgeprägt sei dies bei Rindsplätzli und Kartoffeln, wo Aldi oder Lidl Biovarianten um rund 25 Prozent billiger anbieten. (mpa)

13:23 Uhr

MITTWOCH, 3. APRIL

Swiss zählt über Ostern rund 200’000 Passagiere

Die Fluggesellschaft Swiss hat von Karfreitag bis Ostermontag rund 200’000 Passagiere ans Ziel gebracht, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das seien 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Anzahl Flüge stieg im Vergleich zur Osterperiode 2023 um 1,2 Prozent auf knapp 1600.

Bei der Pünktlichkeit schnitt die Swiss hingegen schlechter ab. 73 Prozent der Swiss-Flüge starteten an den Osterfeiertagen pünktlich, das heisst mit weniger als einer Viertelstunde Verzug, wie die Swiss schreibt. Die Pünktlichkeit liege damit 7,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Grund dafür war laut Swiss insbesondere das Wetter: Starke Westwinde hätten zu einer reduzierten Kapazität am Flughafen Zürich geführt und entsprechend Verspätungen verursacht.

Beliebteste Swiss-Flugreiseziele in Europa waren laut Mitteilung London, Berlin und Palma de Mallorca, ausserhalb Europas waren es die US-Städte New York, Miami und San Francisco.

08:50 Uhr

Mittwoch, 3. April

Quickline mit tieferem Umsatz

Das Berner Telekommunikations-Unternehmen Quickline hat 2023 einen Umsatz von 245 Millionen Franken geschrieben. Das sind 2 Millionen oder 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Zurück ging die Zahl der Kundinnen und Kunden im Festnetz (-4,8 Prozent) und im margenträchtigen TV-Geschäft (-0,9 Prozent). Zulegen konnte Quickline hingegen bei den Mobilfunk-Kunden, deren Zahl auf 99'100 und damit um fast 17 Prozent stieg. Auch beim TV-Streaming-Angebot sowie bei den Internet-Anschlüssen legten Quickline und seine Partnerfirmen um 7,7 respektive 2,0 Prozent zu.

Seit September 2022 bietet Quickline seine Produkte nicht nur im eigenen Kabelnetz und in den Netzen der Partner an, sondern in der ganzen Schweiz. Dafür greift das Unternehmen auf die Infrastruktur der Swisscom zurück – etwa deren Glasfaser- und Kupfer-Netz sowie das Mobilfunknetz.

Vor kurzem verliess der frühere CEO Frédéric Goetschmann das Unternehmen wegen Differenzen bei der Expansion, wie das Portal Inside-IT berichtete . Es seien Meinungsverschiedenheiten zur Geschwindigkeit und Art der Expansion aufgetreten. Seit Januar führt Verwaltungsratspräsident Felix Kunz die Firma ad interim. Tatsächlich kann die Expansion bisher nicht als grosser Erfolg gewertet werden: Quickline konnte in keinem Bereich zu den grossen Anbietern Swisscom, Sunrise und Salt aufschliessen, der Kundenzuwachs ist trotz Marketing-Aktionen wie dem Verschenken von Handy-Abos bescheiden. Gleichzeitig dürfte der Vertrag mit der Swisscom Kosten mit sich bringen, die durch neue Kundinnen und Kunden refinanziert werden müssen. (ehs)

07:04 Uhr

MITTWOCH, 3. APRIL

Swiss Re erhält einen neuen CEO

Chefwechsel beim Schweizer Rückversicherer Swiss Re: Der langjährige CEO Christian Mumenthaler gibt seinen Posten ab, Nachfolger wird Andreas Berger, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Wechsel erfolgt per 1. Juli 2024. «Mit dem Rückenwind der Erreichung aller finanziellen Ziele für 2023, einer Dividendenerhöhung und den positiven Auswirkungen der Umstrukturierung der Gruppe ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den CEO-Wechsel», wird Jacques de Vaucleroy, Vizepräsident des Verwaltungsrats, in der Medienmitteilung zitiert.

Andreas Berger wird neuer Swiss-Re-Chef.
Bild: Bild: Swiss Re

Der 54-jährige Mumenthaler arbeitet seit 1999 für Swiss Re, 2016 wurde er zum CEO ernannt. Sein Nachfolger Andreas Berger (57) arbeitet seit März 2019 bei Swiss Re und ist Mitglied der Geschäftsleitung. Zuvor hatte er unter anderem bei der Boston Consulting Group, bei Gerling und Allianz gearbeitet. Er wurde in Rwanda geboren, hat die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt in der Nähe von Zürich. (mjb)

06:18 Uhr

Mittwoch, 3. April

Freundlich, aber zu teuer: Schweizer sind mit Krankenkassen zufrieden – aber nicht mit Prämienhöhe

Die Versicherten in der Schweiz sind mit ihren Krankenkassen im allgemeinen zufrieden. Am positivsten wurde die Freundlichkeit der Mitarbeitenden beurteilt, am negativsten das Preis-Leistungsverhältnis. Das ergab eine Umfrage des Onlineportals Moneyland mit 1500 Befragten.

Beim Kriterium «allgemeinen Zufriedenheit» vergaben die Befragten im Schnitt 7,8 von 10 möglichen Punkten. Je nach Alter, Region und Kriterium gebe es aber grössere Unterschiede, schreibt Moneyland. Jüngere sowie Westschweizer Versicherte seien im Schnitt unzufriedener mit ihrer Krankenkasse. Auch zwischen den Krankenkassen gibt es Unterschiede: Am besten abgeschnitten haben bei der Umfrage Sanitas, Swica, ÖKK und KPT, am Ende der Rangliste rangiert wie im Vorjahr die Assura. (mjb)

15:51 Uhr

Dienstag, 2. April

Es wurde im Februar weniger eingekauft

Die um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im Februar 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 0,4 Prozent gefallen. Dies zeigen die gestern publizierten, provisorischen Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS). Auch die realen, ebenfalls um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im Februar 2024 im Vorjahresvergleich gesunken – und zwar um 0,2 Prozent. Auch gegenüber dem Vormonat sind die Detailhandelsumsätze nominal und real um 0,2 Prozent respektive 0,1 Prozent zurückgegangen. (fv)

15:21 Uhr

Dienstag, 2. April

Gutes Börsenklima - auch dank Galderma

In Europa und Amerika waren die Bedingungen für Börsengänge im ersten Quartal 2024 deutlich positiver als vor einem Jahr: In den USA gab es von Januar bis März insgesamt 49 Börsengänge, im Vorjahresquartal waren es «nur» 33. Das Gesamtvolumen sprang von 2,6 Milliarden auf 8,5 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2024. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des Beratungsunternehmens EY. In Europa lag die Zahl der Börsengänge gemäss dem neusten IPO-­Barometer mit 26 leicht unter dem Vorjahresquartal, als noch 28 Firmen den Sprung aufs Parkett wagten. Beim Volumen hingegen gab es in Europa mit umgerechnet 5,9 Milliarden US-Dollar fast eine Verdrei­fachung.

Der allergrösste Börsengang des Jahres kam aus der Schweiz. Die Kotierung der Galderma-Gruppe, einer Hautspezialistin mit Sitz in Zug, an der Schweizer Börse Six erbrachte knapp 2,3 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht gemäss EY «fast genau dem gesamten Volumen aller zehn Börsengänge in der Schweiz des letzten Jahres». Und es ist demnach der grösste Börsengang an der Six seit Landis & Gyr in 2014. (fv)

Galderma ist - bis anhin - der grösste Börsengang des Jahres.
Bild: ZVG

07:38 Uhr

Dienstag, 2. April

Wienand neuer Chef der Lonza – Baehny zieht sich zurück

Wechselt von der Siegfried zur Lonza: Wolfgang Wienand.
Bild: Andrea Zahler / CH Media

Wolfgang Wienand wird neuer CEO der Lonza. Das hat das Unternehmen am Dienstagmorgen mitgeteilt. Wienand ist derzeit CEO der Siegfried Holding AG, eine Funktion, die er seit 2019 innehat. Davor war er im gleichen Unternehmen als Chief Scientific Officer und dann als Chief Strategy Officer tätig. Wienand wird bei Lonza auf Albert Baehny folgen, der das Unternehmen seit Oktober 2023 als Verwaltungsratspräsident und CEO im Doppelmandat führt. Baehny wird das Unternehmen im Sommer verlassen. Zu seinem Nachfolger sagt Baehny in der Medienmitteilung: «Wolfgang bringt eine Fülle von Kenntnissen und Erfahrungen in die Lonza ein, die durch seine profunde wissenschaftliche und strategische Expertise ergänzt werden.» Wienand blickt als Florettfechter auf eine erfolgreiche sportliche Karriere zurück. Er nahm für Deutschland an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und 2000 in Sidney teil. ( sbü .)