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Shoa

Holocaust-Gedenkfeiern in Auschwitz - Kritik an Merz

Israel hat heute (Dienstag) der sechs Millionen während des Holocaust ermordeten Juden gedacht. Der Eklat an der Anti-Rassismuskonferenz in Genf überschattete die Gedenkfeiern. Mehrere Redner zogen Parallelen zwischen dem Iran und Nazi-Deutschland.
Juden gedenken der Holocaust-Opfer
Bild: Keystone

Um 10 Uhr heulten im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen, um an die Judenvernichtung durch die deutschen Nationalsozialisten zu erinnern. Der Verkehr blieb stehen, Menschen verharrten auf den Strassen oder am Arbeitsplatz in stiller Andacht. In Israel leben heute noch etwa 240 000 Holocaust-Überlebende.

In Polen fand der "Marsch der Lebenden" zum ehemaligen NS-Konzentrationslager Auschwitz statt. Der Marsch von mehreren tausend jungen Juden, an dem Israels Vize-Ministerpräsident Silwan Schalom teilnahm, führte von Auschwitz zum rund drei Kilometer entfernten, ehemaligen deutschen Vernichtungslager Birkenau.

Auch rund 2000 Schüler und Studenten aus Polen beteiligten sich an dem Marsch, der seit 1988 jährlich stattfindet. In Birkenau wurde am Nachmittag am Opferdenkmal in der Nähe der Gaskammer-Ruine das jüdische Totengebet Kaddisch gesprochen.

Ort der zentralen Gedenkveranstaltung in Israel war die Gedenkstätte Jad Vaschem. Staatspräsident Schimon Peres hatte sich dort am Montagabend gegen jede Form der Leugnung oder der Verharmlosung des millionenfachen Mordes an Juden gewandt.

Er warf dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in diesem Zusammenhang vor, den Holocaust zu leugnen und zur Beseitigung Israels aufzurufen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisierte in seiner Rede den Schweizer Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz für dessen Gespräch mit Ahmadinedschad im Vorfeld der Anti-Rassismuskonferenz.