Fussball

40'000 Verletzte beim Fussball: Ein Hoch auf das Grümpelturnier

Die meisten Profis haben Saisonpause, jetzt wird wieder Firmen- und Plauschfussball auf den Plätzen gespielt. Die Suva mahnt zur gesteigerten Vorsicht und gesteigertem Fairplay.
Plauschfussball kann auch ziemlich dreckig sein - wortwörtlich.
Bild: Keystone

Die wahren Weltmeisterschaften finden auf dem etwas heruntergehundeten Sportplatz um die Ecke statt. Wenn die Schreinerei Birrer gegen den Sanitär Kurmann tschuttet. Und das Buchhalter-Team der Kägi AG zu «Eintracht Freibier» mutiert und die lokale Pfadi als «Fähnlein vorwärts» um Tore, Ehre und Sonnenbrand kämpft.

Gelobt seien all die Grümpelturniere auf den Äckern, die die Welt bedeuten. Untrainiert und überambitioniert, grosse Hoffnungen und grosse Bäuche. Meist mit eingewechseltem Starspieler, der eigentlich gar nicht in der Firma arbeitet, aber zumindest der Freund der Tochter von der Freundin der Sekretärin ist.

Die Spassbremse macht die Suva. Sozusagen als Video Assistant Referee pfeift die Unfallversicherung von aussen rein und mahnt all die Hobbytschutter und Hobbytschutterinnen zur Vorsicht. 40'000 Unfälle würde es jährlich beim Fussball geben. Ein Fussballunfall habe im Schnitt 15 Ausfalltage zur Folge. Pro Tag koste das zwischen 600 und 1000 Franken. Jährlich würden so über 200 Millionen Franken von den Versicherern berappt. Das liegt über der gesamten Lohnsumme von allen Super League Clubs.

«Dance the Warm-Up» in Stollenschuhen

An guten Tipps mangelt es bei der Suva nicht. «Das Ziel ist nicht weniger Fussball, sondern sicherer Fussball», schreibt sie in der Mitteilung. Und weiter: «Fehlendes Aufwärmen, ungeeignetes Schuhwerk und fehlende Schienbeinschoner erhöhen das Risiko unnötig.» Also «Dance the Warmup» in Stollenschuhen und mit den Schonern an.

Doch damit ist es nicht getan: «Ein Drittel aller Fussballverletzungen geht ausserdem auf Fouls zurück.» Das Zauberwort heisse «Fairplay». Wer fair spiele, «schützt sich und andere». Das mag stimmen, ist aber auch der eindrückliche Beweis dafür, dass es das Firmenteam der Suva nie über die Vorrunde an einem Grümpelturnier schaffen würde.

Übrigens, auch das vermeldet die Suva korrekterweise: «Die Unfallwahrscheinlichkeit an Grümpelturnieren ist fünfmal tiefer als im organisierten Vereinsfussball.» All die Xhakas, Sommers und Embolos befolgen die Suva-Tipps offensichtlich nicht. Aber die spielen ja auch nur um dem WM-Pokal an diesem komischen Fifa-Turnier irgendwo in Amerika.

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