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Harry und Meghan: Die britischen Medien haben ihre Lieblingsfeinde zurück

Für die britische Presse ist die angebliche Rückkehr des Herzogpaares ein Geschenk: Endlich lässt sich wieder ausgiebig über die Sussexes spotten und spekulieren.

Für die britischen Medien ist es die Promi-Nachricht des Sommers: Der kalifornische Exilprinz Harry kehrt samt Familie heim ins Königreich. Womöglich sei der geplante England-Aufenthalt nur auf ein halbes Jahr begrenzt, titelte die «Sunday Times» und zitierte einen anonymen Freund des Herzogpaares von Sussex.

Dass Harry und Meghan nur die überaus verdriesslichen Herbst- und Wintermonate in England verbringen wollen, ist jedoch schwer zu glauben. Wie der «Sunday Telegraph» zu wissen glaubt, ist bisher nicht einmal die Teilnahme an der royalen Weihnachtsfeier auf Schloss Sandringham garantiert.

Das Boulevardblatt «Sun on Sunday» druckte auf der Titelseite ein vergleichsweise freundliches Foto der Herzogin. Deren TV-Deal werde ihr eine Million Pfund einbringen – oder kommt er am Ende gar nicht zustande? Das wollte «Mail on Sunday» erfahren haben. Und übrigens sind nur vier Prozent der Briten der Meinung, Thronfolger William solle den ersten Schritt machen für eine mögliche Versöhnung mit seinem jüngeren Bruder.

Rückkehr schon auf Ende Monat geplant

Eine vergnügliche Seite konnte der «Daily Star» der Sache abgewinnen. Das selten ernstzunehmende Blatt gab einem Gespräch mit Harrys Doppelgänger Rhys Wittock breiten Raum. «Ich habe unglaubliches Glück», teilte der auf zukünftige Auftritte hoffende Schauspieler mit.

Glück, so scheint es, empfinden viele Medien auf der Insel über das überraschende Manöver des jüngeren Sohnes von König Charles III und seiner amerikanischen Gattin Meghan, 45. Seit Monaten boten der kalifornische Problemprinz und seine Familie, zu der auch Prinz Archie, 7, und die fünfjährige Prinzessin Lilibet zählen, kaum noch Anlass für hämische Artikel über Psycho-Podcasts, fehlgeschlagene Netflix-Projekte oder die gepflegte Langeweile in der Vorruheständler-Siedlung von Montecito. Die schon für Ende des Monats vorgesehene Heimkehr des verlorenen Sohnes samt Einschulung der Kinder liefert Klatschkolumnisten und Gesellschaftsreporterinnen endlich wieder Stoff.

Bei der Lektüre begegnet der geneigten Leserschaft viel Häme, es kommt aber auch zu mancherlei vergnüglichen Verrenkungen. Es werde in nächster Zeit «viele, lange, detaillierte Artikel voller Spekulationen» geben, stöhnt Camilla Long in der «Sunday Times» zu Beginn ihrer langen, spekulationsgeschwängerten Kolumne. Unter anderem steuert die Fernsehkritikerin ihre Einschätzung der Herzogin als «schlechteste Schauspielerin aller Zeiten» bei und erfreut Hobby-Psychologen mit einer gewagten These: Dafür, dass Harry «unterbewusst die Monarchie zerstören» wolle, könne der arme Prinz gar nichts. Vielmehr sei dies «das Erbe seiner Mutter» Diana, deren Todestag sich Ende des Monats zum 29. Mal jährt.

Bisher ist alles Spekulation

Unklar bleibt vielen Beobachterinnen und Beobachtern noch, wie denn die Umkehr des einst unter dem Stichwort «Megxit» zusammengefassten Umzugs aus der englischen Vorhölle ins kalifornische Paradies treffend bezeichnet werden könnte. Da ist, in Anlehnung ans Verb «regain», von «Megain» die Rede. Ein Vorschlag lautet auch «Megraine»; die Assoziation mit «Migräne», ist gewollt.

Die Spottlust der Briten ist also ungebrochen, was sich auch an der Vorschlagsliste für zukünftige Schauspiel-Jobs der Herzogin von Sussex ablesen lässt. Dass die einstige Protagonistin der TV-Serie «Suits» wieder in ihren Beruf zurückkehren wolle, hatte Royal-Autorin Tina Brown («Diana») als eigentlichen Grund für den bevorstehenden Umzug ins Spiel gebracht.

Ob es dabei wirklich, wie vielfältig kolportiert, um die Drogenhändler-Serie «The Gentlemen» des Regisseurs Guy Ritchie geht? Der «Guardian» steuerte einen anderen Vorschlag bei: Da gebe es doch seit Jahren eine Vakanz für den Posten des berühmtesten Geheimagenten der Welt. Wäre es also nicht Zeit für eine weibliche, noch dazu schwarze Version von OO7 mit royalen Connections – Meghan Markle als Jamesina Bond sozusagen?

Das Herzogspaar selbst schweigt eisern. Sogar zur Mitteilung einer australischen Website, wonach es sich um eine «streng geheime, bedeutende» Rolle handele. Ohnehin basiert alles, wirklich alles, was seit der Rückkehr-Nachricht vom späten Mittwochabend mitgeteilt wurde, auf unbestätigten Medienberichten. Vielleicht liegt auf der zwischen Faszination und Abscheu oszillierenden Londoner Meute ja das neue Gleichgewicht für Harry und Meghan.

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