Nachruf

Grande Dame des Zürcher Freisinns: Vreni Spoerry ist tot

Niemand verkörperte die enge Verflechtung von Wirtschaft und Politik stärker als FDP-Politikerin Vreni Spoerry. Die Zürcherin wurde in die Politik «geschubst» – und gehörte lange Zeit zu den einflussreichsten Politikerinnen des Landes.
Vreni Spoerry verstarb an Auffahrt im Alter von 87 Jahren.
Foto: Olivier Maire/Keystone

Vreni Spoerry soll Kutteln gegessen haben, damals im Restaurant Harmonie in Bern. Acht Parlamentarier aus den vier Bundesratsparteien sassen zusammen und schmiedeten einen Kompromiss: das neue Mehrwertsteuergesetz. Dreimal wurde die Einführung dieser Konsumsteuer zuvor vom Volk abgelehnt, der damalige Finanzminister Otto Stich fand sie zudem unsozial. Doch die Stimmbevölkerung hiess 1993 den guteidgenössischen Kompromiss, an dem Vreni Spoerry massgeblich beteiligt war, schliesslich gut. Jahre später wird sie in einem SRF-Porträt sagen: «Den Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen zu finden, ist der Kerngehalt der Politik.»

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