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Nahost-Newsblog

Alle News zum Krieg im Gazastreifen und Israel – bis zum 9. November 2023

Im Nahen Osten ist die angespannte Lage zwischen Israel und Palästina eskaliert. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog. 

Einen Monat nach dem von der islamistischen Hamas in Israel verübten Massaker sind israelische Streitkräfte tief in den Gazastreifen vorgedrungen.

Eine längere Feuerpause im Gazastreifen schloss der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vorerst aus.

Die Zahl der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln steigt weiter. Mittlerweile sind es laut israelischen Angaben 242 , darunter 30 Kinder .

09:16 Uhr

DONNERSTAG, 9. NOVEMBER

Gaza: Gespräche über Feuerpause und Freilassung einiger Geiseln

Im Gaza-Krieg gibt es Verhandlungen über die Freilassung von etwa einem Dutzend Geiseln in Gewalt der Hamas sowie eine zwei bis drei Tage lange Feuerpause. Das bestätigte eine Person mit Kenntnis dieser Gespräche der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Verhandlungen darüber liefen unter Vermittlung Katars und in Absprache mit den USA, hiess es. Es gehe dabei um die «Freilassung von 10 bis 15 Geiseln im Gegenzug für eine 48 bis 72 Stunden lange humanitäre Pause» der Kämpfe. (dpa)

06:02 Uhr

Donnerstag, 9. November

Israels Militär will Korridor offenhalten – Nacht im Überblick

Angesichts der heftigen Gefechte mit der islamistischen Hamas im Norden des Gazastreifens wollen die israelischen Streitkräfte die Flucht von Zivilisten in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens weiter ermöglichen. «Wir werden diesen humanitären Korridor in den Süden weiterhin aufrechterhalten», sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Mittwoch. Dies gelte auch für Donnerstag. Demnach hätten am Mittwoch schätzungsweise 50'000 Menschen den Evakuierungskorridor genutzt.

Unterdessen wuchs die Sorge vor einer Ausweitung des Gaza-Krieges auf die ganze Region. Als Reaktion auf die jüngsten Angriffe proiranischer Milizen flog das US-Militär im Osten Syriens einen weiteren Luftangriff. Ziel sei ein Waffenlager gewesen, das von Irans Revolutionsgarden sowie deren Verbündeten genutzt worden sei, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Bereits Ende Oktober hatten die USA im Osten Syriens Luftangriffe gegen zwei ähnliche Ziele geflogen. Dies verschärfte die Befürchtungen, dass sich der Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu einem grösseren Konflikt ausweiten könnte.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Gruppen bei Massakern und Angriffen im israelischen Grenzgebiet mehr als 1400 Menschen getötet und zahlreiche Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Die israelischen Streitkräfte flogen daraufhin Luftangriffe und rückten mit Bodentruppen in den dicht besiedelten Küstenstreifen ein. Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf mehr als 10'500 gestiegen. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Netanyahu bekräftigt: Keine Waffenruhe ohne Freilassung von Geiseln

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu machte unterdessen eine Waffenruhe im Gazastreifen erneut von der Freilassung der Geiseln abhängig. «Ich möchte alle Arten von falschen Gerüchten, die wir aus allen möglichen Richtungen hören, beiseite legen und eines klarstellen: Es wird keine Waffenruhe ohne die Freilassung unserer Geiseln geben», sagte Netanyahu.

Unklar war jedoch, ob er damit die Freilassung aller Geiseln auf einmal meinte. Zuvor hatte es unbestätigte Medienberichte zu Verhandlungen über eine humanitäre Waffenruhe im Gegenzug für die Freilassung von bis zu 15 Geiseln im Gazastreifen gegeben. Ein hochrangiges Mitglied der islamistischen Hamas sagte der Deutschen Presse-Agentur, es liefen «ernsthafte Verhandlungen».

UN: Konvoi mit Medikamenten erreicht Klinik im Gazastreifen

Ein Konvoi mit medizinischen Gütern erreichte nach Angaben der Vereinten Nationen das Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen. Dies sei erst die zweite Lieferung lebensrettender Hilfsgüter an die Klinik seit Beginn des Gaza-Kriegs, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Palästinenserhilfswerk (UNRWA) mit. Die Lieferung sei zwar willkommen, reiche jedoch bei weitem nicht aus, um den enormen Bedarf im Gazastreifen zu decken. «Die medizinischen Bedingungen in dem grössten Krankenhaus im Gazastreifen und einer der ältesten palästinensischen Gesundheitseinrichtungen sind katastrophal», hiess es in der Mitteilung.

Zahl getöteter UN-Mitarbeiter im Gazastreifen steigt auf 92

Die Zahl der getöteten Mitarbeiter der Vereinten Nationen im Gaza-Krieg stieg auf 92. Die UN hätten weltweit noch in keinem Konflikt innerhalb eines Monats so viele Todesfälle zu verzeichnen gehabt, sagte der Generalkommissar des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, in einem Interview des Schweizer Medienhauses Tamedia, wie die nationale Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Er warnte vor dem Kollaps der öffentlichen Ordnung. Mehr als 700 000 Menschen seien inzwischen in die Einrichtungen des Hilfswerks geflüchtet.

US-Regierung zur Zukunft Gazas: Haben viele Fragen, wenige Antworten

Die US-Regierung mahnte diplomatische Gespräche über die Zukunft des Gazastreifens an. «Ich denke, was wir haben, sind viele Fragen, aber nicht viele Antworten», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, im US-Fernsehsender CNN. «Wir wissen, was wir nach dem Konflikt in Gaza nicht sehen wollen. Wir wollen nicht, dass die Hamas die Kontrolle übernimmt. Wir wollen keine Rückeroberung durch Israel sehen.»

Aber was eine gute Lösung für den Küstenstreifen sei, müsse man nun erst noch rausfinden. Die USA könnten das Problem nicht allein lösen. «Wir werden diplomatische Gespräche mit den Menschen in der Region führen müssen, um eine Lösung zu finden.»

Was am Donnerstag wichtig wird

Frankreich organisiert eine internationale Hilfskonferenz, um humanitäre Unterstützung für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu mobilisieren. Bei dem Treffen mit Vertretern von Staaten und Hilfsorganisationen geht es nach Angaben des Élyséepalasts am Donnerstag darum, sich für die Einhaltung internationalen Rechts in dem Küstenstreifen und einen verstärkten humanitären Zugang einzusetzen. Hilfe in den Bereichen Wasser, Gesundheit, Energie und Ernährung soll die Menschen erreichen können.

Auf der Konferenz werden neue Finanzzusagen für die Unterstützung der Bevölkerung in Gaza erwartet. Zu dem Treffen unter Leitung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werden unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel, der Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis erwartet.

19:32 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Israel: Ganze Division von Reservisten im Gazastreifen im Einsatz

An dem Bodeneinsatz der israelischen Armee im Gazastreifen ist nach Militärangaben eine ganze Division von Reservisten beteiligt. Eine Division umfasst für gewöhnlich mindestens 10 000 Soldaten. Das Militär teilte am Mittwoch mit, es sei das erste Mal seit dem Libanon-Krieg 1982, dass eine ganze Division von Reservisten auf feindlichem Gebiet im Einsatz sei. Die 252. Division, die seit Samstag im Norden des Gazastreifens agiere, umfasse vier Infanteriebrigaden und eine Panzerbrigade. Ausser der Division seien noch weitere Truppen beteiligt. (dpa)

13:32 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Tausende Palästinenser fliehen aus Norden des Gazastreifens in Süden

Tausende palästinensische Zivilisten sind am Mittwoch aus dem heftig umkämpften Norden des Gazastreifens in Richtung Süden geflohen. Palästinensische Augenzeugen bestätigten entsprechende offizielle Mitteilungen Israels. Die Armee teilte mit, seit Beginn des Gaza-Kriegs vor einem Monat hätten bereits mehr als 900'000 Menschen den Norden verlassen. Das UN-Nothilfebüro OCHA spricht von rund 1,5 Millionen Binnenflüchtlingen im Gazastreifen. Der Küstenstreifen hat mehr als 2,2 Millionen Einwohner. (dpa)

13:05 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Deutscher Präsident fordert Distanz zu Hamas

Angesichts antijüdischer Demonstrationen in Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die dort lebenden Menschen mit palästinensischen und arabischen Wurzeln dazu aufgerufen, auf Distanz zur Hamas zu gehen.

Die palästinensische Gemeinschaft in Deutschland solle Raum haben, um ihren Schmerz und ihre Verzweiflung über die zivilen Opfer in Gaza zu zeigen und mit anderen zu teilen. «Das Recht, das öffentlich und friedlich zu tun, ist von unserer Verfassung garantiert - und dieses Recht steht nicht infrage», betonte Steinmeier. «Aber Terrorismus, Volksverhetzung und der Aufruf zur Vernichtung des Staates Israel sind nicht Teil dieser Garantie, und ich erwarte, dass wir gemeinsam dagegenhalten.» (dpa)

13:01 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Grenzbehörde: Mehr als 2000 Ausländer haben Gazastreifen verlassen

Im Laufe einer Woche haben mehr als 2000 Ausländer und Palästinenser mit zweitem Pass den Gazastreifen in Richtung Ägypten verlassen. Das teilte die Grenzbehörde am Übergang Rafah am Dienstag auf Nachfrage mit. Seit Mittwoch vergangener Woche hatten erstmals Hunderte Ausländer und Palästinenser mit weiterem Pass das Küstengebiet verlassen. Zudem seien seitdem etwa 100 Verwundete, 10 Krebspatienten sowie insgesamt 90 Begleiter nach Ägypten ausgereist.

Aussenministerin Annalena Baerbock bestätigte, dass inzwischen mehr als 200 Deutsche und deren Familienangehörige den Gazastreifen verlassen konnten, seitdem der Grenzübergang zu Ägypten wieder geöffnet ist. Unter den Ausreisenden waren unter anderem 40 Philippiner. Auch eine dreiköpfige australische Familie habe Gaza über Nacht verlassen, teilte Australiens Aussenministerin Penny Wong mit. (dpa)

11:45 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Britischer Labour-Politiker verlässt Fraktionsposten wegen Gazakriegs

Der oppositionellen britischen Labour-Partei droht wegen des Gazakriegs immer stärker eine Zerreissprobe. Die offizielle Haltung der Parteiführung, sich nicht für einen Waffenstillstand, sondern nur für humanitäre Feuerpausen einzusetzen, ist im linken Flügel und an der Parteibasis umstritten. In der Nacht zum Mittwoch trat aus Protest zu der Haltung von Parteichef Keir Starmer nun erstmals ein Abgeordneter von seinem Fraktionsposten zurück. Er wolle sich für den von UN-Generalsekretär António Guterres geforderten humanitären Waffenstillstand einsetzen, begründete der Abgeordnete Imran Hussain den Schritt.

Ein Parteisprecher teilte als Reaktion auf den Rücktritt mit, Labour werde an der bisherigen Position festhalten. Zwar verstehe man die Rufe nach einem Waffenstillstand, aber das würde den Konflikt nur einfrieren sowie der Hamas die Infrastruktur und Fähigkeit belassen, Angriffe auf Israel wie am 7. Oktober zu wiederholen. (dpa)

10:53 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Israel nennt wieder Zeitfenster zur Flucht nach Süd-Gaza

Israels Armee hat den Zivilisten im nördlichen Gazastreifen auch am Mittwoch ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Die Armee erlaube zwischen 10 Uhr und 14 Uhr Ortszeit (13 Uhr MEZ) die Durchfahrt auf einer Verbindungsstrasse Richtung Süden, schrieb ein Sprecher am Vormittag auf Arabisch auf der Plattform X, vormals Twitter. Er veröffentlichte dazu eine Karte, auf der die Strasse eingezeichnet war.

Die Armee erlaube zwischen 10 Uhr und 14 Uhr Ortszeit die Durchfahrt auf einer Verbindungsstrasse Richtung Süden.
Bild: Mohammed Saber / EPA

Der Sprecher rief die Menschen dazu, sich zu ihrer eigenen Sicherheit schnellstmöglich in Richtung Süden zu bewegen. «Der Norden des Gazastreifens wird als erbittertes Kampfgebiet betrachtet, und die Zeit zur Evakuierung läuft ab», schrieb er. (dpa)

09:58 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Berlin genehmigt erheblich mehr Rüstungsexporte für Israel

Die deutsche Regierung hat ihre Genehmigungen für Rüstungsexporte nach Israel massiv gesteigert. Bis einschliesslich 2. November erlaubte sie Ausfuhren im Wert von knapp 303 Millionen Euro - das ist fast zehn Mal so viel wie im gesamten Jahr 2022 mit rund 32 Millionen Euro.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin aus dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Es geht bei den Genehmigungen demnach insbesondere um Komponenten für die Luftabwehr und Kommunikationsausrüstung. Allein seit dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober wurden demnach 185 Genehmigungsanträge Israels abschliessend bearbeitet.

Kriegswaffen machten den Angaben zufolge mit einem Wert von knapp 19 Millionen Euro nur etwa 6 Prozent des Gesamtvolumens aus. Der Löwenanteil von knapp 284 Millionen Euro entfällt auf sonstige Rüstungsgüter. In diese Kategorie fallen zum Beispiel gepanzerte Fahrzeuge, Sicherheitsglas oder militärische Lastwagen. (dpa)

08:00 Uhr

MITTWOCH, 8. NOVEMBER

Islamischer Staat bekennt sich zu tödlichem Anschlag in Kabul

Nach einem tödlichen Anschlag auf einen Minibus in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat bekannt. Der Angriff habe einem mit Schiiten besetzten Bus gegolten, erklärte die Dschihadisten-Miliz am Dienstagabend über ihr Sprachrohr «Amak» auf den üblichen Propagandakanälen. Nach Angaben eines Polizeisprechers der Taliban-Regierung wurden bei dem Attentat sieben Menschen getötet und 20 weitere verletzt. (dpa)

06:30 Uhr

Mittwoch, 8. November

G7 halten Ausbau humanitärer Hilfe in Gaza für dringend nötig

Die G7-Runde wirtschaftsstarker Demokratien hält einen Ausbau der humanitären Hilfe für die notleidende palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen für dringend geboten. Darüber habe in der Gruppe der G7-Aussenministerinnen und -minister bei ihren Beratungen über den Gaza-Krieg am Vorabend in Tokio «grosse Einigkeit» bestanden, hiess es am Mittwoch aus deutschen Delegationskreisen.

Von links: EU-Kommissar Josep Borrell, der britische Aussenminister James Cleverly, die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock, Antony Blinken (USA), Yoko Kamikawa (Japan), Melanie Joly (Kanada), Catherine Colonna (Frankreich) und Antonio Tajani (Italien) in Tokio.
Bild: Eugene Hoshiko / AP

Yoko Kamikawa erklärte nach Angaben des japanischen Aussenministeriums, «dass die sofortige Freilassung der Geiseln und die Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen oberste Priorität haben und wir die betreffenden Länder auffordern müssen, humanitäre Pausen einzulegen und den Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten».

Japan sei bereit, weitere humanitäre Hilfe für Gaza über rund 65 Millionen Dollar (61 Millionen Euro) zu leisten. Der G7-Gastgeber hatte bereits eine Soforthilfe von zehn Millionen US-Dollar beschlossen. (dpa)

06:18 Uhr

Mittwoch, 8. November

Israels Truppen kämpfen «tief» in Gaza

Einen Monat nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel sind Bodentruppen der israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben «tief» in die Stadt Gaza vorgedrungen. Die Einheiten seien «derzeit in den Tiefen» der Stadt und übten «grossen Druck» auf die dort herrschende Hamas aus, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Dienstagabend. «Wir verzeichnen Erfolge, aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns.»

Seit Beginn des Militäreinsatzes griffen die israelischen Streitkräfte nach eigenen Angaben 14'000 Ziele im Gazastreifen an. Unter anderem seien in dem vergangenen Monat mehr als 100 Zugänge zu Tunneln zerstört und zahlreiche Hamas-Kommandeure getötet worden, sagte Militärsprecher Hagari. Zudem hätten israelische Einheiten über 4000 Waffen zerstört. Viele seien in Moscheen, Kindergärten und Wohngebieten versteckt gewesen. «Das ist ein Beweis für den zynischen Missbrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilde durch die Hamas», sagte der Konteradmiral.

Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor in einer Fernsehansprache gesagt: «Die Hamas stellt fest, dass wir an Orte gelangen, von denen sie dachte, dass wir sie nie erreichen würden». Die Hamas wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Gruppen bei Massakern und Angriffen im israelischen Grenzgebiet mehr als 1400 Menschen getötet und zahlreiche Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Die israelischen Streitkräfte flogen daraufhin Luftangriffe und rückten mit Bodentruppen in den dicht besiedelten Küstenstreifen ein. Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf mehr als 10 300 gestiegen. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Baerbock: Mehr als 200 Deutsche und Angehörige aus Gaza ausgereist

Bundesaussenministerin Annalena Baerbock bestätigte unterdessen die Ausreise von mehr als 200 Deutschen und deren Familienangehörigen aus dem Gazastreifen. «Das gibt Hoffnung inmitten der furchtbaren Lage in Gaza», schrieb die Grünen-Politikerin am Mittwoch auf der Plattform X. Die Bundesregierung arbeite «weiter, bis jeder Deutsche, der ausreisen will, dies auch kann».

Baerbock forderte erneut humanitäre Feuerpausen im Gazakrieg, um die Notlage der Zivilisten zu lindern. «Die Bilder aus Gaza lassen niemanden los», schrieb sie. «Deswegen werbe ich so sehr für humanitäre Feuerpausen.» Sie habe «unzählige Gespräche geführt und mit allen Partnern darüber gesprochen, wie wir humanitäre Feuerpausen zeitlich als auch geographisch endlich auf den Weg bringen können. Es muss jetzt konkret werden.» Die Menschen in Gaza brauchten Wasser, Brot und medizinische Versorgung. Die Schwerstverletzten müssten endlich behandelt werden.

Hunderte gedenken in Jerusalem der Opfer des Anschlags der Hamas

Vier Wochen nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel gedachten in Jerusalem Hunderte Menschen der Opfer. Mit einer 30-minütigen Mahnwache erinnerten sie Medienberichten zufolge an die von Terroristen am 7. Oktober getöteten und verschleppten Menschen. Nach Angaben der Zeitung «Haaretz» errichteten Angehörige der Geiseln in der Nähe des israelischen Parlaments zudem ein Protestcamp. Sie forderten demnach den Rücktritt von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. In Israel gibt es massive Kritik an dem Regierungschef, der bisher keine direkte Verantwortung für das politische und militärische Versagen am 7. Oktober übernommen hat.

Weitere Raketenangriffe aus Gaza auf Israel

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas feuerte am Dienstagabend erneut Raketen auf das Zentrum von Israel ab. Auch im Grossraum Tel Aviv heulten mehrfach die Warnsirenen. Der militärische Arm der Hamas reklamierte die Attacken auf Telegram für sich. Verletzt wurde Sanitätern zufolge nach ersten Erkenntnissen niemand. Aus dem Gazastreifen wurden laut israelischen Angaben seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 9000 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Für einen Grossteil übernahm die in dem Küstengebiet herrschende Hamas die Verantwortung.

IKRK: Bisherige Hilfen in Gaza sind «nur Tropfen auf heissen Stein»

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte mehr Hilfe für die Menschen im Gazastreifen. Die bisher eingetroffenen Lieferungen seien nur «ein Tropfen auf dem heissen Stein», sagte Imene Trabelsi, Regionalsprecherin des IKRK im Nahen und Mittleren Osten, der Deutschen Presse-Agentur. Die humanitäre Lage für die Bevölkerung verschlechtere sich von Tag zu Tag. Für die Hunderttausenden geflohenen Familien sei die Situation besonders schlimm, da die Notunterkünfte überfüllt seien. «Viele sind gezwungen, auf offenen Flächen auf der Strasse zu schlafen», sagte Trabelsi. Ihnen fehlten Dinge wie Decken oder Babynahrung.

Rotes Kreuz: Hilfskonvoi in Stadt Gaza beschossen

Ein Konvoi des Roten Kreuzes mit medizinischen Hilfsgütern geriet nach Angaben der Organisation in der Stadt Gaza unter Beschuss. Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte, wurden am Dienstag zwei der fünf Lastwagen beschädigt und ein Fahrer leicht verletzt. Der Transport sei unter anderem zum Al-Quds-Krankenhaus des Palästinensischen Roten Halbmondes unterwegs gewesen. «Unter diesen Umständen können humanitäre Helfer nicht arbeiten», sagte IKRK-Vertreter William Schomburg. Er wies darauf hin, dass Konfliktparteien nach internationalem Recht verpflichtet seien, die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen mit lebenswichtigen Gütern zu ermöglichen.

Was am Mittwoch wichtig wird

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, will in die Krisenregion im Nahen Osten reisen. Er werde sich unter anderem in Ägypten und Jordanien über die Menschenrechtssituation in der Region austauschen, teilte sein Büro mit. So werde sich der österreichische UN-Diplomat in Kairo mit dem Aussenminister Ägyptens sowie Vertretern regionaler Organisationen und dem Generalsekretär der Liga der Arabischen Staaten treffen. Am Mittwoch will Türk ausserdem den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten besuchen. (dpa)

21:28 Uhr

DIENSTAG, 7. NOVEMBER

Weitere Raketenangriffe aus Gaza auf Israel

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas hat am Dienstagabend erneut auf das Zentrum Israels Raketen abgefeuert. Auch im Grossraum Tel Aviv heulten mehrfach die Warnsirenen. Der militärische Arm der Hamas, die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, reklamierte die Attacken auf Telegram für sich. Verletzt wurde Sanitätern zufolge nach ersten Erkenntnissen niemand.

Raketen erleuchten den Himmel im Norden des Gazastreifens.
Bild: (7.11.2023) Atef Safadi / EPA

Aus dem Gazastreifen wurden laut israelischen Angaben seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 9000 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Für einen Grossteil übernahm die in dem Küstengebiet herrschende Hamas die Verantwortung. (dpa)

14:22 Uhr

Dienstag, 7. November

Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf über 10'300

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor einem Monat nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 10 328 gestiegen. Mehr als 25 000 Menschen seien verletzt worden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Unter den Toten seien 4237 Minderjährige. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Den Angaben zufolge handelt es sich um die mit Abstand grösste Zahl von Toten unter Palästinensern während eines Krieges in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. (dpa)

14:21 Uhr

Dienstag, 7. November

Israelisches Video zeigt Flüchtende in Gaza mit weissen Fahnen

Etliche Bewohner des Gazastreifens sind israelischen Informationen zufolge am Dienstag mit weissen Fahnen in der Hand in den Süden des Küstengebiets geflohen. Die israelische Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) veröffentlichte ein Video, das Tausende zeigen soll, wie sie durch den «Evakuierungskorridor» gehen. Dabei sind mehrere Menschen zu sehen, die weisse Fahnen schwenken. Andere laufen demnach mit erhobenen Armen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Armee hatte zuvor ein neues, vierstündiges Zeitfenster für die Flucht der Zivilbevölkerung in den Süden veröffentlicht.

Weisse Fahnen gelten als Symbol des Friedens sowie als ein Zeichen der Kapitulation. Menschen, die weisse Fahnen tragen, zeigen zudem ihr Schutzbedürfnis. Es hatte in der Vergangenheit Berichte gegeben, wonach es zu Explosionen auf der Fluchtroute im Gazastreifen gekommen sein soll. Unklar war zunächst, von wem sie ausgingen. Israels Armee und die Islamistenorganisation Hamas beschuldigen sich gegenseitig. (dpa)

14:20 Uhr

Dienstag, 7. November

Berichterstatterin: Gaza-Krieg führt zu weiterer Radikalisierung

Die UN-Menschenrechtsexpertin Francesca Albanese hat angesichts des Gaza-Krieges vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern gewarnt. Der Versuch Israels, die islamistische Hamas als Reaktion auf deren tödlichen Angriff vom 7. Oktober zu beseitigen, werde wahrscheinlich nur zu einer weiteren Radikalisierung führen und sei zudem rechtswidrig, sagte sie dem britischen «Guardian» (Dienstagsausgabe).

Die internationale Gemeinschaft ernte nun einen Wirbelsturm, weil diese nicht die Sorgen jener beachtet habe, die - wie sie selbst - Israels «systematische Unterdrückung der palästinensischen Menschenrechte» kritisiert hätten. «Wir haben in der internationalen Gemeinschaft, der Menschenrechtsgemeinschaft, Alarm geschlagen, aber niemand hat wirklich zugehört», sagte Albanese.

Die italienische Juristin ist Berichterstatterin des UN-Menschenrechtsrats über die Lage der Menschenrechte in den besetzten Palästinensergebieten. Die israelische Regierung wirft ihr vor, zugunsten der Palästinenser voreingenommen zu sein.

«Jetzt ist ein gefährlicher Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt und die Chancen auf eine friedliche Koexistenz an einer Klippe senkrecht abgestürzt sind. Wir starren in der Tat in einen Abgrund», sagte sie. Albanese äusserte auch Zweifel daran, dass die Hamas ausgelöscht werden könne. Die islamistische Organisation sei «nicht nur eine militärische Präsenz, sondern eine politische Realität». (dpa)

13:37 Uhr

Dienstag, 7. November

Israels Armee greift mutmassliche Terroristen im Libanon an

Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge mutmassliche Terroristen im Libanon angegriffen und getroffen. Eine «Terrorzelle» im Nachbarland habe versucht, Panzerabwehrraketen Richtung Israel zu feuern, teilte das Militär am Dienstag mit. Es war zunächst unklar, ob es bei dem israelischen Beschuss Tote oder Verletzte gab. Um «eine Bedrohung abzuwehren» hätten israelische Streitkräfte zudem einen Posten der Hibsollah attackiert. Um was für eine Bedrohung es sich dabei konkret handelte, sagte die Armee nicht.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober nach einem Massaker der Hamas in Israel hat sich die Lage auch an der Grenze zum Libanon zugespitzt. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg 2006. Bei Gefechten zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah gab es auf beiden Seiten bereits Tote, darunter auch Zivilisten. (dpa)

13:34 Uhr

Dienstag, 7. November

UN: 70 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen vertrieben

Seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen sind dort nach UN-Angaben 70 Prozent der Bevölkerung vertrieben worden. Das teilte das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA am Dienstag mit. Notunterkünfte seien teils mit dem Vierfachen ihrer Kapazität überbelegt. In etwa 240 UN-Einrichtungen sind demnach mehr als 1,2 Millionen Menschen untergekommen. Die Zustände seien unmenschlich und würden sich mit jedem Tag weiter verschlechtern. In einer Unterkunft stünden pro Person weniger als zwei Quadratmeter zur Verfügung. Mindestens 600 Menschen würden sich dort eine Toilette teilen. Es gebe Tausende Fälle von Infektions- und Durchfallerkrankungen sowie Windpocken. (dpa)

12:45 Uhr

DIENSTAG, 7. NOVEMBER

Türkische Provinzen verfügen Boykott israelischer Produkte

Zahlreiche türkische Provinzen haben vor dem Hintergrund des Gaza-Kriegs zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen. Auch in Cafés, Restaurants und Teehäusern auf dem Gelände des türkischen Parlaments dürfen keine Produkte von Firmen mehr verkauft werden, «die offen ihre Unterstützung für die Kriegsverbrechen Israels erklären», hiess es in einem auf der Parlamentsseite veröffentlichten Schreiben am Dienstag. Die Entscheidung gehe auf den Parlamentspräsidenten zurück. Welche Produkte davon genau betroffen sind, blieb zunächst offen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete von mehr als 20 von 81 Provinzen, die zum Boykott israelischer Produkte in ihren Einrichtungen aufgerufen hätten. Auch zahlreiche Universitäten kündigten Anadolu zufolge an, künftig Produkte von Israel unterstützenden Firmen nicht mehr anzubieten. (dpa)

11:31 Uhr

Dienstag, 7. November

Rotes Kreuz begleitet Transport von Verletzten aus Gazastreifen

Vier Krankenwagen haben Verletzte aus dem Gazastreifen mit Unterstützung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zum Grenzübergang Rafah gebracht. Zwei Fahrzeuge des IKRK hätten den Konvoi begleitet, teilte die Organisation am Montagabend mit. Die Patienten des Schifa-Krankenhauses in Gaza seien «sicher und werden dringende ärztliche Versorgung» erhalten, sagte der Leiter des IKRK-Büros in Gaza, William Schomburg.

Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hiess es, 17 Patienten seien mit Hilfe des IKRK am Montagabend aus dem Gazastreifen nach Ägypten ausgereist. Es handle sich um neun Krebspatienten sowie acht Menschen, die durch Kämpfe im Krieg der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit Israel verwundet worden seien. Die Patienten sollten in Krankenhäusern in Kairo sowie Al-Arisch behandelt werden. (dpa)

11:29 Uhr

Dienstag, 11. November

Ex-Premier Barak: Stimmung wendet sich gegen Israels Gaza-Krieg

Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Barak sieht für sein Land im Krieg gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen nur noch wenige Wochen Zeit. Die Solidarität und Sympathie, die Israel nach den Terrorangriffen der Hamas vom 7. Oktober mit mehr als 1400 Toten und mehr als 200 Geiseln bekundet worden seien, schwänden, zeigte sich Barak in einem am Dienstag veröffentlichten Exklusivinterview des Nachrichtenportals «Politico» besorgt.

Als Reaktion auf diese Terrorattacken hatte Israel eine Militäroffensive im Gazastreifen begonnen, um die Hamas zu zerschlagen. Die öffentliche Meinung wende sich schnell - gerade in den USA - gegen diese Angriffe, sagte Barak. So hätten US-Regierungsbeamte in den vergangenen Tagen in den Chor jener eingestimmt, die mit Blick auf die Lage der Zivilbevölkerung eine humanitäre Feuerpause forderten.

Bei einem Treffen in der japanischen Hauptstadt Tokio wollen die G7-Aussenministerinnen und Aussenminister an diesem Dienstag und Mittwoch auch über die Zukunft des Gazastreifens nach Kriegsende sprechen. Dazu sagte Barak, nach einem Ende des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas müsste möglicherweise eine multinationale arabische Streitkraft die Kontrolle über Gaza übernehmen. Damit könnte die Palästinensische Autonomiebehörde von Mahmud Abbas zurückkehren und die 2007 an die Hamas verlorene Macht wieder übernehmen.

Eine Rückkehr zur Diplomatie mit dem Ziel, einen palästinensischen Staat zu schaffen, bleibe aber auch mit einem solchen Wechsel der Machtverhältnisse in weiter Ferne, so Barak. Er war von 1999 bis 2001 Premierminister und auch Chef der israelischen Streitkräfte. (dpa)

10:42 Uhr

Dienstag, 7. November

Tage der Ungewissheit: Avihai Brodutchs Familie wurde von den Hamas entführt

Es ist einen Monat her, seit Avihai Brodutch mit seiner Frau gesprochen hat. Hamas-Terroristen brachten sie und ihre drei Kinder am 7. Oktober bei ihrem tödlichen Angriff auf israelische Dörfer nach Gaza.
Der 42-jährige beschreibt Tage voller Qual, weil er nichts von seiner Familie weiss. (has)

10:39 Uhr

Dienstag, 7. November

Archäologen helfen nach Hamas-Terrorangriff bei Opfer-Identifizierung

In Israel helfen Archäologen dabei, die verbrannten Opfer des Hamas-Terrorangriffs zu identifizieren. Die Wissenschaftler haben bereits die Überreste von mindestens zehn bei dem Massaker getöteten Menschen entdeckt, die zuvor als vermisst galten, wie die israelische Altertumsbehörde am Dienstag mitteilte. Die Forscher durchkämmten dafür die Asche der verbrannten Häuser und untersuchten den Inhalt von verkohlten Autos. Sie arbeiten den Angaben nach bereits seit zwei Wochen mit der Armee in den betroffenen Orten in der Nähe des Gazastreifens zusammen.

Die Forscher verfügten über Praktiken und Wissen, um an verbrannten und zerstörten antiken Stätten Spuren menschlicher Überreste zu entdecken, hiess es in der Erklärung der Altertumsbehörde weiter. «Es ist eine Sache, 2000 Jahre alte Hinterlassenschaften der Zerstörung freizulegen, und eine ganz andere - herzzerreissende und unvorstellbare -, die gegenwärtige Aufgabe auszuführen.» (dpa)

10:23 Uhr

Dienstag, 7. November

US-Krankenschwester schildert Notlage im Gazastreifen

Eine US-Krankenschwester der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat die schlimme medizinische Versorgungslage im Gazastreifen angesichts der Angriffe Israels beschrieben. Ihr Team habe «Kinder mit massiven Verbrennungen im Gesicht, am Hals und an allen Gliedmassen gesehen», sagte Emily Callahan dem Sender CNN am Dienstag (Ortszeit) nach ihrer Rückkehr in die USA. Weil die Krankenhäuser so überlastet seien, würden die Kinder sofort wieder entlassen und in Flüchtlingslager ohne Zugang zu fliessendem Wasser geschickt. «Sie erhalten alle 12 Stunden 2 Stunden lang Wasser», fügte sie hinzu. In dem vom UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA betriebenen Zentrum in Chan Junis im Süden des Gazastreifens gebe es zudem nur vier Toiletten.

Es gebe Kinder mit «frischen offenen Verbrennungen und Wunden sowie Teilamputationen, die unter diesen Bedingungen herumlaufen». «Eltern bringen Kinder zu uns und fragen: «Können Sie bitte helfen?» Aber wir haben keine Vorräte», sagte Callahan.

Sie und ihr Team hätten selbst unter anderem Freunde um Hilfe bitten müssen, um Lebensmittel und Wasser zu bekommen. «Wenn ich sage, dass wir ohne sie verhungert wären, dann übertreibe ich nicht», schilderte sie. (dpa)

10:22 Uhr

Dienstag, 7. November

Israels Armee: Terroristen in Klinik-Nähe in Gaza angegriffen

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Terroristen in der Nähe eines Krankenhauses in der Stadt Gaza angegriffen. Die Gruppe habe aus einem Gebäude neben der Klinik heraus eine Attacke auf die Streitkräfte geplant, teilte die Armee am Dienstag auf Telegram mit. Die Terroristen hätten sich in dem Gebäude verschanzt gehabt.

Bei dem Luftangriff in der Nacht auf Dienstag gab es nach Darstellung des israelischen Militärs auch eine massive weitere Explosion. Die Armee vermutet demnach, dass sich in der Nähe auch ein Waffenlager der Hamas befunden hat. Das Militär griff eigenen Angaben zufolge auch andernorts im Gazastreifen Terroristen und Hamas-Ziele an.

Israels Streitkräfte hätten am Tag zuvor zudem die Kontrolle über eine «militärische Hochburg» der Hamas im nördlichen Gazastreifen übernommen, teilte die Armee am Dienstag weiter mit. Auf dem Gelände seien unter anderem Raketen und Raketenwerfer gefunden worden. Die Armee hatte zuvor mitgeteilt, den Druck in der inzwischen vollständig umstellten Stadt Gaza erhöhen zu wollen. (dpa)

10:18 Uhr

Dienstag, 7. November

London: Noch drei Briten als Geiseln im Gaza-Streifen

Nach Angaben der britischen Regierung werden noch schätzungsweise drei britische Staatsbürger im Gazastreifen als Geiseln gehalten. Diese Zahl nannte Justizminister Alex Chalk am Dienstagmorgen im Sender Sky News. Wie viele Britinnen und Briten sich noch in dem Gebiet aufhalten, sei unklar. «In Bezug auf Zahlen, wie viele ausreisen durften, so waren etwa 100 in der Lage zu gehen», sagte Chalk. Wie die Nachrichtenagentur PA am Vortag gemeldet hatte, waren etwa 200 Briten und ihre Angehörigen für die Ausreise aus dem Gazastreifen angemeldet. Demnach hat bisher in etwa die Hälfte davon das abgeriegelte Küstengebiet verlassen. (dpa)

10:14 Uhr

Dienstag, 7. November

Weitere Ausländer sollen Gazastreifen verlassen - etwa 150 Deutsche

Erneut sollen Hunderte Ausländer sowie Palästinenser mit zweitem Pass an diesem Dienstag den Gazastreifen verlassen und nach Ägypten ausreisen. Unter den etwa 600 Ausreisenden sind etwa 170 Deutsche, wie aus einer Liste der palästinensischen Grenzbehörde hervorgeht. Etwa 150 davon sind Palästinenser mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die weiteren Ausreisenden kommen der Liste zufolge unter anderem aus Frankreich, Kanada, der Ukraine, Rumänien und den Philippinen. Am Montag hätten mehr als 300 Ausländer den Gazastreifen verlassen, darunter 100 Ägypter, hiess es aus ägyptischen Sicherheitskreisen. (dpa)

10:14 Uhr

Dienstag, 7. November

Im Schnitt kommen 33 Lastwagen täglich in Gazastreifen

Im Gazastreifen kommen für die notleidende Bevölkerung im Durchschnitt 33 Lastwagen mit Hilfsgütern täglich an. Das teilte der Palästinensische Rote Halbmond am Montagabend mit. Insgesamt seien seit Wiederöffnung des ägyptischen Grenzübergangs Rafah am 21. Oktober Hilfsgüter von 569 Lkw angekommen, darunter 93 Lkw am Montagabend. Nach UN-Angaben sind täglich eigentlich 100 Lkw-Ladungen notwendig, um die gut zwei Millionen Menschen im Gazastreifen mit dem Nötigsten zu versorgen.

Nach dem Terrorangriff der im Gazastreifen herrschenden Hamas auf Israel am 7. Oktober war der Übergang Rafah an der ägyptischen Grenze noch einige Tage geöffnet. Am 10. Oktober schloss Ägypten den Übergang bis auf Weiteres wegen anhaltender israelischer Angriffe in der Nähe. Erst etwa zwei Wochen später wurde er für den Transport von Hilfsgütern am 21. Oktober wieder geöffnet. (dpa)

10:13 Uhr

Dienstag, 7. November

Netanjahu: Israel wird in Gaza Kontrolle auf unbestimmte Zeit haben

Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für unbestimmte Zeit die Verantwortung für die Sicherheit im Gazastreifen behalten. «Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir sie nicht haben», sagte Netanjahu in einem Interview mit dem US-Sender ABC auf die Frage, wer nach dem Ende des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der palästinensischen Hamas-Organisation in dem Gebiet regieren sollte.

«Denn wenn wir die Kontrolle über die Sicherheit nicht haben, wird der Terror der Hamas in einem Ausmass ausbrechen, das wir uns nicht vorstellen können», sagte Netanjahu. (dpa)

05:52 Uhr

Dienstag, 7. November

Israelische Truppen rücken in Gaza vor - Die Nacht im Überblick

Einen Monat nach dem von der islamistischen Hamas in Israel verübten Massaker sind israelische Streitkräfte tief in den Gazastreifen vorgedrungen. Bodentruppen seien bereits in der Stadt Gaza im Einsatz und erhöhten dort den Druck, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Montagabend. Zuvor hatten die Streitkräfte nach eigenen Angaben den Gazastreifen bereits in zwei Hälften geteilt und die Stadt Gaza vollständig eingekreist.

In den vergangenen 24 Stunden seien mehrere Kommandeure der im Gazastreifen herrschenden Hamas getötet worden, sagte Armeesprecher Hagari. Zwei von ihnen seien Drahtzieher des Massakers in Israel am 7. Oktober gewesen. Zudem habe das Militär mehrere Eingänge unterirdischer Tunnel zerstört. Viele davon befänden sich in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern und humanitären Einrichtungen. Panzer- und Bodentruppen hätten in der Nähe einer Moschee Abschussrampen für 50 Raketen entdeckt.

Palästinensische Augenzeugen hatten am Montag von Schäden am Dach des Schifa-Krankenhauses im Zuge von israelischen Angriffen berichtet. Auf die Frage, ob Israel auch die Klinik angreifen werde, die nach Darstellung der Armee ebenfalls als Hamas-Kommandozentrum dient, sagte der Sprecher: «Wir werden tiefer in die Stadt Gaza eindringen und an jeden Ort gelangen, an dem es Terroristen gibt.» Es gebe «keinen Ort, an dem Hamas-Terroristen vor Angriffen der Armee sicher sein werden».

Netanjahu schliesst generelle Feuerpause im Gazastreifen vorerst aus

Eine längere Feuerpause im Gazastreifen schloss der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorerst aus. «Ohne die Freilassung der Geiseln wird es keine allgemeine Feuerpause im Gazastreifen geben», sagte Netanjahu dem US-Fernsehsender ABC. «Was taktische Pausen angeht - eine Stunde hier, eine Stunde dort - können wir die Umstände prüfen, um humanitäre Güter hineinzubringen und einzelne Geiseln herauszubringen. Aber ich glaube nicht, dass es eine generelle Feuerpause geben wird.»

Eine allgemeine Waffenruhe würde nach Einschätzung von Netanjahu den Kriegszielen Israels entgegenstehen. «Das würde unsere Bemühungen behindern, unsere Geiseln zu befreien, denn das Einzige, was diese Kriminellen der Hamas verstehen, ist der militärische Druck, den wir ausüben», sagte er im ABC-Interview.

Emirate wollen Lazarett im Gazastreifen aufbauen

Angesichts der dramatischen Lage im Gazastreifen wollen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dort ein Feldkrankenhaus errichten. Auf Anweisung des emiratischen Präsidenten Mohammed bin Sajid solle das Krankenhaus der palästinensischen Bevölkerung in dem Küstengebiet notwendige medizinische Hilfe bereitstellen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM. Fünf Flugzeuge seien bereits von Abu Dhabi aus mit der notwendigen Ausrüstung für das Krankenhaus abgeflogen. Die Fracht sollte im ägyptischen Ort Al-Arisch ausgeladen und dann in den Gazastreifen gebracht werden. Das Feldkrankenhaus solle mit 150 Betten ausgestattet sein und verschiedene medizinische Fachrichtungen abdecken. (dpa)

22:27 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Gaza-Krieg: Biden und Netanyahu sprechen über mögliche Feuerpausen

Die US-Regierung bemüht sich weiter um mögliche zeitlich begrenzte Feuerpausen im Gaza-Krieg. US-Präsident Joe Biden sprach am Montag in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu über das Thema, wie das Weisse Haus im Anschluss mitteilte. Die beiden hätten die Möglichkeit «taktischer Pausen» erörtert, um der Zivilbevölkerung die Möglichkeit zu geben, Kampfgebiete zu verlassen, um humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen bereitzustellen und um die Befreiung weiterer Geiseln zu ermöglichen, hiess es.

Mindestens 240 Menschen - darunter auch US-Bürger - befinden sich weiter in der Gewalt der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. (dpa)

21:53 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Israels Armee: Erhöhen Druck «tief in der Stadt Gaza»

Die israelischen Bodentruppen sind nach Militärangaben bereits «tief in der Stadt Gaza» im Einsatz. Man erhöhe dort den Druck, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Montagabend. Am Sonntag hatte der Sprecher gesagt, die Stadt Gaza sei vollständig eingekreist. Man habe den Gazastreifen in zwei Hälften geteilt.

In den vergangenen 24 Stunden seien mehrere Kommandeure der im Gazastreifen herrschenden Hamas getötet worden, sagte Hagari ferner. Zwei von ihnen seien Drahtzieher des Massakers in Israel am 7. Oktober gewesen.

Es seien auch mehrere Eingänge unterirdischer Tunnel zerstört worden. Viele davon befänden sich in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern und humanitären Einrichtungen. Panzer- und Bodentruppen hätten in der Nähe einer Moschee eine militärische Einrichtung mit Abschussrampen für 50 Raketen entdeckt. (dpa)

21:28 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Armee: 30 Geschosse von Libanon aus auf Israels Norden abgefeuert

Aus dem Libanon sind am Montag nach israelischen Militärangaben rund 30 Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden. In mehreren Ortschaften gab es Raketenalarm. Die israelische Armee habe das Feuer erwidert und mit Artillerie auf die Orte geschossen, von denen der Beschuss kam, teilte das Militär mit.

Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas bekannte sich zu den Angriffen vom Libanon aus. Sie habe die Städte Naharia und Haifa «mit 16 Raketen angegriffen», teilte die Gruppierung im Libanon mit. Es handele sich um eine «Reaktion auf die Massaker und Aggression gegen unser Volk im Gazastreifen».

Die israelische Armee teilte am Montagabend mit, israelische Kampfjets hätten Ziele der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in dem nördlichen Nachbarland angegriffen. Darunter seien ein Waffenlager, Abschussrampen sowie Infrastruktur. (dpa)

20:38 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Israels Oppositionsführer: Abbas sollte Kontrolle in Gaza übernehmen

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid hat sich dafür ausgesprochen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde nach dem Krieg in Gaza dort wieder die Kontrolle übernimmt. Der ehemalige Regierungschef sagte dem TV-Sender Welt am Montag: «Meine Exitstrategie ist anders als die der Regierung.» Man solle die Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas wieder dorthin zurückbringen.

Israels Armee hatte sich 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Die islamistische Hamas siegte im Jahr darauf bei Parlamentswahlen. 2007 übernahm sie gewaltsam die alleinige Kontrolle über den Gazastreifen. Die Fatah-Kräfte von Abbas vertrieb sie weitgehend. (dpa)

19:11 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Armee: Vier Mitglieder von Terrornetzwerk im Westjordanland getötet

Eine israelische Spezialeinheit hat am Montag bei einem Einsatz in Tulkarem im Westjordanland vier Palästinenser gezielt getötet. Die israelische Armee teilte mit, es handele sich um «vier Terroristen von einem Terrornetzwerk in Tulkarem». Sie seien «verantwortlich für Dutzende von bewaffneten Angriffen und planten weitere Terrorattacken». Zwei Sturmgewehre seien bei ihnen sichergestellt worden.

Nach palästinensischen Medienberichten handelte es sich bei zwei von ihnen um einen Kommandeur der islamistischen Hamas sowie einen Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden. Das ist eine bewaffnete Gruppierung, die der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nahesteht. Videoaufnahmen zeigten ein Auto, das von vielen Kugeln getroffen worden war. (dpa)

19:28 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Israelische Armee steht kurz vor dem Sturm auf Gaza-Stadt

Die israelische Armee lehnt weiterhin eine Feuerpause ohne eine Freilassung der rund 240 in Gaza festgehaltenen Geiseln ab. Sie setzt stattdessen auf Fluchtkorridore für Zivilisten in den Süden des Küstenstreifens.

18:40 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Jordanien: Vertreibung von Palästinensern wäre «Kriegserklärung»

Jordanien hat eine «rote Linie» im Gaza-Krieg gezogen. Versuche, Palästinenser aus dem Gazastreifen oder dem Westjordanland zu vertreiben, oder Bedingungen, das vorzubereiten, werde das Königreich als «Kriegserklärung» betrachten, sagte der jordanische Ministerpräsident Bisher al-Khasawneh laut der staatlichen Nachrichtenagentur Petra am Montag.

Die «brutalen Angriffe auf Krankenwagen und humanitäre Hilfskräfte» im Gazastreifen widersprächen «dem Prinzip der Selbstverteidigung». Laut Al-Khasawneh seien alle Optionen auf dem Tisch. (dpa)

18:38 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

UN-Chef: Situation im Gazastreifen «Krise der Menschheit»

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Situation im Gazastreifen als «Krise der Menschheit» bezeichnet. Er forderte erneut eine sofortige Freilassung der nach Gaza verschleppten Geiseln und einen humanitären Waffenstillstand. «Gaza wird zu einem Friedhof für Kinder», sagte Guterres am Montag vor Journalisten in New York.

In den vergangenen Wochen seien Berichten zufolge mehr Journalisten und Journalistinnen und mehr UN-Mitarbeiter ums Leben gekommen als in anderen Konflikten der vergangenen Jahrzehnte in vergleichbaren Zeiträumen, sagte er. Es gebe klare Verstösse gegen Menschenrechte.

Guterres beklagte die bei weitem nicht ausreichende humanitäre Hilfe. Nur rund 400 Lastwagen mit Hilfsgütern hätten in den vergangenen zwei Wochen in den Gazastreifen hineinfahren können - im Vergleich zu etwa 500 pro Tag vor Ausbruch des Krieges. Dringend benötigter Treibstoff habe gar nicht hineingebracht werden können.

«Ohne Treibstoff werden Neugeborene in Inkubatoren und an lebensrettende Maschinen angeschlossene Patienten sterben, Wasser kann nicht gepumpt oder gereinigt werden.» Die Vereinten Nationen wollten nun rund 1,2 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe für die Palästinenser einsammeln.

Der UN-Chef zeigte sich zutiefst besorgt angesichts zunehmendem Antisemitismus und zunehmendem Hass gegen Muslime und warnte vor einer Ausweitung des Konflikts. (dpa)

17:30 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Minister fordert Sicherheitszonen um Siedlungen ohne «Araber»

Rund einen Monat nach Beginn des Gaza-Krieges hat ein israelischer Minister Sicherheitszonen ohne Palästinenser um israelische Siedlungen im Westjordanland gefordert. Es gehe darum, «sterile Sicherheitszonen um die Siedlungen» und die Zufahrtsstrassen dazu zu schaffen und das Eindringen «von Arabern» zu verhindern, schrieb der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich in einem Brief, den er am Montag auf der Plattform X, vormals Twitter, veröffentlichte. Damit sollten Anschläge verhindert und das Sicherheitsgefühl der Siedler gestärkt werden.

Der Brief war an Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Joav Galant gerichtet. (dpa)

17:25 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

UN-Sicherheitsrat befasst sich erneut mit Situation im Gazastreifen

Der UN-Sicherheitsrat in New York will sich am Montag erneut mit der Situation im Gazastreifen befassen. Die Dringlichkeitssitzung sei auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate und Chinas angesetzt worden und werde hinter verschlossenen Türen abgehalten werden, hiess es aus Diplomatenkreisen. Zuvor will sich UN-Generalsekretär António Guterres erneut zu dem Thema äussern. Die Sitzung ist für 21.00 Uhr (MEZ) geplant. (dpa)

16:48 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Armee: 30 Geschosse von Libanon aus auf Israels Norden abgefeuert

Aus dem Libanon sind am Montag nach israelischen Militärangaben rund 30 Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden. In mehreren Ortschaften gab es Raketenalarm. Die israelische Armee habe das Feuer erwidert und mit Artillerie auf die Orte geschossen, von denen der Beschuss kam, teilte das Militär mit.

Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas bekannte sich zu den Angriffen vom Libanon aus. Sie habe die Städte Naharia und Haifa «mit 16 Raketen angegriffen», teilte die Gruppierung im Libanon mit. Es handele sich um eine «Reaktion auf die Massaker und Aggression gegen unser Volk im Gazastreifen». (dpa)

15:32 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Grenzübergang Rafah soll wieder für Ausländer öffnen

Nach drei Tagen Unterbrechung sollen Ausländer und Palästinenser mit zweitem Pass wieder aus dem Gazastreifen nach Ägypten ausreisen können. Der Grenzübergang Rafah sei geöffnet für diejenigen, deren Name schon vergangene Woche auf entsprechenden Listen stand, teilte die Grenzbehörde im palästinensischen Teil am Montag mit. Der Übergang werde erst geöffnet bei einer Einigung zum Transfer von etwa 30 Verletzten in ägyptische Krankenhäuser, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des palästinensischen Innenministeriums, das von der Hamas kontrolliert wird.

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche hatten erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs Hunderte Ausländer und Palästinenser mit Zweitpass das abgeriegelte Küstengebiet verlassen. Seit drei Tagen sei für sie keine Einreise nach Ägypten mehr möglich gewesen, hiess es aus ägyptischen Sicherheitskreisen am Montag. Jetzt bereite man sich wieder auf deren Ankunft vor. Die Verletzten sollten unter Aufsicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in ägyptische Krankenhäuser im Nord-Sinai gebracht werden. (dpa)

15:02 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf über 10'000

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor einem Monat nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 10'022 gestiegen. Mehr als 25'000 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Unter den Toten seien Tausende Frauen sowie Kinder und Jugendliche. Am Sonntag berichtete die Behörde noch von 9770 Toten. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen.

Den Angaben zufolge handelt es sich um die mit Abstand grösste Zahl von Toten unter Palästinensern während eines Krieges in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. (dpa)

15:01 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Gewalt im Gazastreifen: Südafrika will Diplomaten aus Israel abziehen

Südafrika will angesichts der Lage im Gazastreifen Diplomaten aus Israel zurückrufen. «Wir sind (...) äusserst besorgt über die fortwährende Tötung von Kindern und unschuldigen Zivilisten in den palästinensischen Gebieten, und wir glauben, dass die Reaktion Israels zur Kollektivbestrafung geworden ist», sagte Aussenministerin Naledi Pandor am Montag vor Journalisten in der Hauptstadt Pretoria.

Der Rückruf südafrikanischer Diplomaten sei «normale Praxis, wenn es eine Situation gibt, die einem Land grossen Schaden und grosse Besorgnis bereitet, sagte Pandor. Man werde sich beraten, ob «es möglich ist, die [diplomatischen] Beziehungen dauerhaft aufrechtzuerhalten».

Bereits vergangene Woche hatte Südafrika gefordert, die israelischen Streitkräfte sollten wegen der Tötung von Kindern im Gazastreifen für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden. Laut Pandor handelt Israel rechtswidrig. (dpa)

09:37 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

Zwei Polizisten bei Anschlag in Jerusalem verletzt – Angreifer tot

Ein 16-jähriger Palästinenser hat nach israelischen Angaben bei einem Anschlag nahe der Jerusalemer Altstadt zwei Polizisten verletzt. Der Angreifer aus Ost-Jerusalem sei nach der Messerattacke erschossen worden, teilte die israelische Polizei am Montag mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am Herodestor. Nach Angaben des Rettungsdienst Magen David Adom wurde eine etwa 20-jährige Israelin in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Ein etwa 20-jähriger Mann sei leicht verletzt worden. (dpa)

Ein 16-jähriger Palästinenser griff  in Jerusalem zwei Polizisten an.
Bild: Mahmoud Illean / AP

09:29 Uhr

MONTAG, 6. NOVEMBER

London zieht einige Diplomaten sowie alle Angehörigen aus Libanon ab

Aus Sicherheitsgründen hat Grossbritannien einen Teil seines Botschaftspersonals sowie alle Angehörigen von Diplomaten aus dem Libanon abgezogen. Es handle sich um eine vorübergehende Massnahme wegen der aktuellen Sicherheitslage, teilte das Aussenministerium in London am Montag mit. «Die Botschaft setzt ihre notwendige Arbeit fort, darunter auch Dienstleistungen für britische Staatsangehörige», hiess es weiter. ( dpa)

09:25 Uhr

Montag, 6. November

Kommunikationsnetze im Gazastreifen funktionieren teilweise wieder

Der Ausfall der Kommunikationsnetze im Gazastreifen ist nach mehr als 15 Stunden wieder behoben worden. Festnetz, Mobilfunk und Internet in verschiedenen Bereichen hätten am Montagmorgen wieder «schrittweise» zu funktionieren begonnen, teilte das im Westjordanland ansässige palästinensische Unternehmen Paltel mit. Zuvor seien Hauptleitungen von Israel am Abend abgeschaltet worden, hiess es. Von israelischer Seite gab es dafür keine Bestätigung. (dpa)

06:10 Uhr

Montag, 6. November

Israel: Gazastreifen in zwei Hälften geteilt – die Nacht im Überblick

Die israelischen Kampfverbände sind im dicht besiedelten Gazastreifen weiter vorgerückt und haben das Küstengebiet nach eigenen Angaben nun komplett in zwei Hälften geteilt. Die Stadt Gaza im Norden sei vollständig eingekreist, sagte ein Armeesprecher am Sonntagabend. Dies sei ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die islamistische Hamas. Zivilisten soll es aber weiterhin möglich sein, in den südlichen Teil des Gazastreifens zu flüchten. Nach Angaben der palästinensischen Telekommunikationsgesellschaft Paltel fielen in Gaza erneut alle Kommunikations- und Internetdienste aus. Und die jordanische Luftwaffe warf einem Medienbericht zufolge medizinische Hilfsgüter über dem von Israel abgeriegelten Landstreifen ab.

Hilfe aus der Luft

Gegen Mitternacht seien medizinische Hilfsgüter und Medikamente per Fallschirm über einem jordanischen Feldlazarett in Gaza abgeworfen worden, zitierte die Zeitung «The Times of Israel» in der Nacht zum Montag eine entsprechende Mitteilung des jordanischen Königs Abdullah II. Israel hatte ein Embargo gegen unkontrollierte Hilfslieferungen in den Gazastreifen verhängt. Unklar blieb, ob die Hilfsgüter das Lazarett erreicht haben. Wie die Zeitung unter Berufung auf eine US-Quelle weiter berichtete, wurde die Aktion in Abstimmung mit den USA und Israel durchgeführt. Eine Bestätigung gab es zunächst nicht.

Israel verlangt, dass alle Hilfsgüter, die bislang nur über den ägyptischen Grenzübergang Rafah in den Süden des Gazastreifens gelangen, kontrolliert werden. So soll verhindert werden, dass Waffen an die in Gaza herrschende islamistische Hamas geschmuggelt werden, die am 7. Oktober einen beispiellosen Grossangriff auf Israel verübte. Terroristen brachten auf israelischer Seite mehr als 1400 Menschen um, darunter viele Kinder und Jugendliche.

Nach einem israelischen Angriff auf einen Krankenwagen, der laut Armeeangaben von der Hamas genutzt wurde, sind Ausreisen aus dem Gazastreifen vorerst gestoppt worden. Betroffen sind sowohl verletzte Palästinenser als auch Ausländer und Palästinenser mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Humanitäre Lage in Gaza weiter katastrophal

Hilfsorganisationen beklagen, dass die bislang mit Lastwagen in den Gazastreifen gelangten Hilfsgüter bei weitem nicht ausreichen. In dem dicht besiedelten Küstenstreifen, wo rund 2,2 Millionen Menschen leben, ist die humanitäre Lage weiter verheerend. Die Zahl der getöteten Mitarbeiter der Vereinten Nationen stieg derweil auf 79. Fünf Mitarbeiter seien innerhalb der vergangenen 48 Stunden getötet worden, teilte das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA am Sonntag mit. Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser stieg nach Darstellung der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 9770.

Israel: Gazastreifen in zwei Teile geteilt

Es gebe jetzt «ein Nordgaza und ein Südgaza», sagte der israelische Militärsprecher Daniel Hagari am Sonntag. Die Einheiten hätten die Küste im südlichen Teil der Stadt Gaza erreicht und würden den Bereich «halten». Die Luftangriffe und Attacken am Boden habe man am Abend ausgeweitet. «Heute Abend führen wir eine wichtige Operation durch», sagte Hagari weiter. Laut der palästinensischen Telekomfirma Paltel wurden alle Hauptleitungen für die Internet- und Kommunikationsverbindungen in Gaza von den Israelis abgeschaltet. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

Wie die «Times of Israel» berichtete, soll der UN-Sicherheitsrat am Montag auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate und Chinas erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen, um die jüngsten Entwicklungen im Krieg zwischen Israel und der Hamas zu erörtern.

Erneut Konfrontationen auch an Israels Grenze zum Libanon

Unterdessen kam es auch an Israels Nordgrenze zum Libanon erneut zu Zwischenfällen. Beim Angriff einer israelischen Drohne sollen laut libanesischen Sicherheitskreisen sowie der Hisbollah-Miliz drei Kinder und deren Grossmutter getötet worden sein. Das israelische Militär erklärte auf Nachfrage am Sonntag, «ein verdächtiges Fahrzeug» angegriffen zu haben. Es sei «als mutmassliches Transportmittel für Terroristen identifiziert» worden. «Die Behauptung, dass sich Zivilisten in dem Fahrzeug befanden, wird derzeit geprüft», teilte die Armee mit.

Nach Angaben der Armee kam bei einem Hisbollah-Angriff aus dem Libanon am Sonntag ein israelischer Zivilist ums Leben. Die Hisbollah greife Ziele des israelischen Militärs sowie bewohnte Ortschaften an, ohne dabei zwischen Zivilisten und Angehörigen des Militärs zu unterscheiden. Israels Militär sei auf einen möglichen grösseren Angriff im Libanon vorbereitet, sagte Generalstabschef Herzi Halevi am Sonntag bei einem Truppenbesuch. «Wir sind jederzeit bereit, im Norden zuzuschlagen.»

Blinken warnt Milizen

US-Aussenminister Antony Blinken richtete am Sonntag bei einem überraschenden Besuch im Irak eine Warnung an die proiranischen Milizen. «Wer auch immer den Konflikt in Gaza ausnutzen will, um unsere Mitarbeiter hier oder anderswo in der Region zu bedrohen - lasst es», sagte Blinken im TV-Sender «Sky News». Sein Besuch im Irak steht auch vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe proiranischer Milizen auf US-Truppen im Irak.

Was am Montag wichtig wird

Die Bemühungen um eine Feuerpause für Hilfslieferungen in den Gazastreifen und eine Wiedereröffnung des Grenzüberganges Rafah gehen weiter. Laut einem israelischen Medienbericht soll der UN-Sicherheitsrat erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. (dpa)

22:38 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Neue Raketenangriffe aus Gaza auf Zentrum Israels

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas hat am Sonntagabend erneut Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Auch im Grossraum Tel Aviv heulten mehrfach die Warnsirenen. Der militärische Arm der Hamas, die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, reklamierte die Attacken auf Telegram für sich. Verletzt wurde Sanitätern zufolge nach ersten Erkenntnissen niemand.

Aus dem Gazastreifen wurden laut Militärangaben seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 8000 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Für einen Grossteil übernahm die in dem Küstengebiet herrschende Hamas die Verantwortung. (dpa)

21:58 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Israels Militärchef: «Sind jederzeit bereit, im Norden zuzuschlagen»

Israels Militär ist nach Angaben von Generalstabschef Herzi Halevi auf einen möglichen grösseren Angriff im Libanon vorbereitet. «Wir sind jederzeit bereit, im Norden zuzuschlagen», sagte Halevi bei einem Truppenbesuch am Sonntag an der Grenze zum Libanon. «Wir wissen, dass es dazu kommen kann.» Er habe jedoch grosses Vertrauen, dass die Verteidigung im Norden stark sei. «Wir haben das klare Ziel, eine deutlich bessere Sicherheitslage an den Grenzen wiederherzustellen, nicht nur im Gazastreifen.»

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg im Jahre 2006. Am Sonntag kam es erneut zu gegenseitigem Beschuss. Auf beiden Seiten sollen dabei Zivilisten getötet worden sein. (dpa)

21:58 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Blinken reist überraschend in den Irak - Warnung an Milizen

US-Aussenminister Antony Blinken ist nach Besuchen in mehreren Ländern des Nahen Ostens überraschend auch in den Irak gereist. Er traf sich dort am Sonntag mit Ministerpräsident Mohammed al-Sudani, wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete. In Bagdad war Blinken am Abend am Flughafen mit Schutzweste zu sehen. Der Besuch inmitten des Gaza-Kriegs steht auch vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe proiranischer Milizen auf US-Truppen im Irak.

«Wer auch immer den Konflikt in Gaza ausnutzen will, um unsere Mitarbeiter hier oder anderswo in der Region zu bedrohen - lasst es», sagte Blinken im TV-Sender «Sky News» in einer Warnung an die proiranischen Milizen. Deren Angriffe und Drohungen seien «absolut inakzeptabel». Die USA suchten keinen Konflikt mit dem Iran, würden aber «jeden nötigen Schritt unternehmen, um unsere Leute zu schützen». Das Treffen mit Al-Sudani bezeichnete Blinken als «produktiv, offen und wichtig».

Die ohnehin instabile Sicherheitslage im Irak hat sich seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen der islamistischen Hamas und Israel verschärft. Abu Ali al-Askari, Sprecher der mächtigen Miliz Kataib Hisbollah, hatte Blinken vorher verbal angegriffen und ihm im Fall eines Besuchs mit «beispielloser Eskalation» gedroht.

Proiranische Milizen haben seit Kriegsbeginn mehrere Dutzend Angriffe im Irak sowie in Syrien für sich beansprucht. Vor allem die mit Teheran verbündete Milizen und politischen Kräfte im Irak fordern den vollständen Abzug der etwa 2500 verbleibenden US-Truppen. (dpa)

20:51 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Hisbollah: Drei Kinder durch israelische Drohne im Libanon getötet

Beim Angriff einer israelischen Drohne im Libanon sind nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise sowie der Hisbollah-Miliz drei Kinder und deren Grossmutter getötet worden. Die Drohne habe das Auto von Verwandten des libanesischen Journalisten Samir Ajub getroffen, teilte die Hisbollah am Sonntagabend mit. Das israelische Militär erklärte auf Nachfrage, die Berichte zu prüfen. Ein Militärsprecher betonte jedoch, man führe Angriffe nur auf Grundlage von Geheimdienstinformationen aus.

Ajub sagte dem Hisbollah-nahen Fernsehsender Al-Majadin, Israel könne nicht behaupten, dass die getöteten Kinder Hisbollah-Anhänger gewesen seien. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, vier Verwandte Ajubs seien getötet worden.

Hisbollah habe den israelischen Ort Kirjat Schmona nahe der Grenze zum Libanon als Reaktion mit mehreren Raketen angegriffen, teilte die Miliz mit. Es sei eine Antwort auf das «abscheuliche, brutale Verbrechen» Israels am Sonntagnachmittag. Die Bewegung werde «Schaden an und Angriffe auf Zivilisten» niemals hinnehmen.

Nach Angaben der israelischen Armee kam bei einem Hisbollah-Angriff aus dem Libanon am Sonntag ein israelischer Zivilist ums Leben. Hisbollah greife Ziele des israelischen Militärs sowie bewohnte Ortschaften an, ohne dabei zwischen Zivilisten und Angehörigen des Miltärs zu unterscheiden. (dpa)

20:41 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Israels Militärsprecher: Gazastreifen in zwei Hälften geteilt

Der Gazastreifen ist nach Militärangaben von israelischen Truppen vollständig in zwei Hälften geteilt worden. Es gebe nun «ein Nordgaza und ein Südgaza», sagte Sprecher Daniel Hagari am Sonntagabend. Die Einheiten hätten die Küste im südlichen Teil der Stadt Gaza erreicht und «halten» den Bereich, sagte Hagari.

Die Stadt Gaza sei nun vollständig eingekreist. Dies sei ein entscheidender Schritt. Zivilisten soll es nach seiner Darstellung jedoch weiter möglich sein, in den südlichen Teil des Gazastreifens zu flüchten. Hagari bestätigte zudem, dass am Abend Luftschläge auf den dicht besiedelten Küstenstreifen ausgeweitet wurden.

Zuvor waren dort nach Angaben der Palästinensischen Telekommunikationsgesellschaft erneut alle Kommunikations- und Internetdienste ausgefallen. (dpa)

20:13 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Zahl getöteter UN-Mitarbeiter im Gazastreifen steigt auf 79

Im Gaza-Krieg ist die Zahl der bisher getöteten Mitarbeiter der Vereinten Nationen auf 79 angestiegen. Fünf Mitarbeiter seien innerhalb der vergangenen 48 Stunden getötet worden, teilte das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA am Sonntag mit. Mindestens 24 weitere seien verletzt worden. Wie die meisten Bewohner des Küstenstreifens seien auch UN-Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Familien vertrieben worden. «Sie arbeiten weiterhin unermüdlich, um humanitäre Hilfe zu leisten.»

In dem dicht besiedelten Küstenstreifen, wo rund 2,2 Millionen Menschen leben, ist die humanitäre Lage weiter verheerend. Fast 1,5 Millionen wurden nach UN-Angaben seit Kriegsbeginn vertrieben. Die Hälfte davon halte sich in etwa 150 UN-Einrichtungen, die inzwischen zumeist hoffnungslos überfüllt sind. (dpa)

17:47 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Wie Hamas Krankenhäuser in Gaza missbraucht

Israels Militär hat neue Informationen vorgelegt, die zeigen sollen, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas zivile Infrastruktur für militärische Zwecke nutzt. Videos, Audioaufnahmen sowie Satellitenbilder würden erneut beweisen, wie die Terrororganisation Hamas ihre Stellungen in der Nähe von Gesundheitseinrichtungen versteckt, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Sonntag.

Das von Katar finanzierte Scheich-Hamad-Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen soll den vorgelegten Videoaufnahmen zufolge direkt an das Tunnelnetz der Hamas angeschlossen sein. Ein Tunnelschacht sei direkt neben dem Gebäude platziert, sagte Hagari zu den Aufnahmen. Zudem gebe es Beweise, dass aus dem Krankenhaus heraus auf israelische Bodentruppen gefeuert worden sein soll. Die Angaben waren gegenwärtig nicht unabhängig zu überprüfen.

Auch das indonesische Krankenhaus im Gazastreifen soll den Angaben nach von militärischer Infrastruktur der Hamas umgeben sein. «Die Hamas hat das indonesische Krankenhaus systematisch gebaut, um ihre unterirdische Terror-Infrastruktur zu verschleiern», sagte Hagari. Er warf der Hamas erneut vor, Zivilisten trotz intensiver Warnungen durch Israel daran zu hindern, in den Süden des Gazastreifens zu gelangen.

Laut Hagari hat Israel bereits 1,5 Millionen Flugblätter über Gaza mit Warnungen abgeworfen, sowie rund sechs Millionen aufgezeichnete Nachrichten verbreitet und 20 000 Menschen angerufen. Der Sprecher legte ausserdem eine Aufzeichnung vor, die beweisen soll, dass die Hamas Krankenhäusern Treibstoff vorenthält. Auch diese Angaben waren bislang nicht unabhängig überprüfbar. (dpa)

16:12 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Abbas fordert von Blinken sofortige Waffenruhe im Gazastreifen

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat am Sonntag bei einem Treffen mit US-Aussenminister Antony Blinken in Ramallah eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen gefordert. Abbas habe sich ausserdem dafür ausgesprochen, mehr Hilfsgüter und auch Treibstoff in den Küstenstreifen zu lassen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.

Abbas sprach von einem «Genozid» Israels an den Einwohnern des Gazastreifens. Israel weist diese Vorwürfe zurück und betont, es greife nur Ziele der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas an. Israels Ziel ist es, nach dem Massaker am 7. Oktober die militärischen Fähigkeiten der Hamas komplett zu zerstören.

Abbas warnte auch vor einer Vertreibung von Palästinensern aus dem Gazastreifen, dem Westjordanland oder Jerusalem. Frieden und Sicherheit könne es nur durch eine Beendigung der israelischen Besatzung geben.

Blinken sagte nach Angaben des US-Aussenministeriums, die USA fühlten sich zu Massnahmen verpflichtet, die zu gleichen Teilen Würde und Sicherheit sowohl für Palästinenser als auch für Israelis bringen. Die USA hielten zudem daran fest, auf humanitäre Hilfe und die Wiederherstellung der Grundversorgung in Gaza hinzuarbeiten. Palästinenser dürften nicht mehr gezwungen werden, ihr Zuhause zu verlassen. Ausserdem hätten er und Abbas auch Schritte besprochen, die zu Ruhe und Stabilität im Westjordanland führen sollen, hiess es weiter.

Abbas äusserte die Bereitschaft, «volle Verantwortung» für den Gazastreifen zu übernehmen, aber nur als Teil eines «Pakets» mit einer umfassenden politischen Lösung auch für das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen eigenen Staat.

Blinken hat sich dafür ausgesprochen, dass die palästinensische Autonomiebehörde von Abbas wieder die Kontrolle im Gazastreifen übernimmt. Diese Vision wird aber von den meisten Mitgliedern der gegenwärtigen Regierung in Israel als Gefahr für den jüdischen Staat angesehen und daher abgelehnt. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Kontrolle des Gazastreifens an sich gerissen und die Fatah von Abbas von dort vertrieben.

Blinken setzt sich für eine vorübergehende humanitäre Feuerpause ein, lehnt aber einen Waffenstillstand ab. Dieser würde nur dazu führen, dass die Hamas an der Macht bleiben und das Massaker vom 7. Oktober wiederholen könnte, erklärte er am Samstag in Amman. (dpa)

16:11 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Atombomben-Äusserung - Riad fordert Entlassung von Israels Minister

Saudi-Arabien hat die Äusserungen eines rechtsextremen israelischen Ministers zum Vorgehen im Gazastreifen scharf kritisiert und dessen sofortige Entlassung gefordert. Israels Kulturerbeminister Amichai Elijahu hatte den Abwurf einer Atombombe auf den Gazastreifen in einem Radiointerview als mögliche Option bezeichnet.

Diese Äusserung zeige, wie verbreitet Extremismus und Brutalität in einigen Teilen der israelischen Regierung seien, teilte das Aussenministerium in Riad am Sonntag mit. Dass Elijahu nicht mit sofortiger Wirkung entlassen werde, zeige die Missachtung «aller menschlichen, moralischen, religiösen und rechtlichen Standards und Werte» durch die Regierung Israels.

Jordaniens Aussenministerium sprach von «rassistischen, provokativen Äusserungen». Elijahu Äusserungen seien eine «Aufforderung zum Genozid und ein nicht zu tolerierendes Hassverbrechen, zudem eine zu verurteiltende Anstiftung zu Mord und Kriegsverbrechen», hiess es. (dpa)

10:23 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Rechtsextremer Minister nennt Atombombe auf Gaza »Option»

Die israelische Regierungsspitze hat sich klar von Äusserungen eines rechtsextremen Ministers zum Vorgehen im Gazastreifen distanziert. Kulturerbeminister Amichai Elijahu hatte am Sonntag auf die Frage während eines Radiointerviews, ob man eine Atombombe auf den Gazastreifen werfen sollte, geantwortet: «Das ist eine der Optionen.»

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte daraufhin, Elijahus Äusserungen hätten «keine Basis in der Realität». Israel und die Armee gingen «in Einklang mit den höchsten Standards internationalen Rechts vor, um Schaden an Zivilisten zu vermeiden». Man werde dies weiterhin tun, «bis zu unserem Sieg» gegen die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas.

Auch Verteidigungsminister Joav Galant verurteilte die «haltlosen und unverantwortlichen Äusserungen» Elijahus. «Gut, dass dies nicht die Leute sind, die für Israels Sicherheit zuständig sind», schrieb er in einem X-Post. Elijahu von der rechtsextremen Partei Otzma Jehudit ist weder Teil des israelischen Sicherheitskabinetts noch des Kriegskabinetts um Netanjahu und gilt nicht als einflussreich.

Minister Elijahu will auch keine humanitäre Hilfe in Gaza

Elijahu sprach sich während des Interviews auch gegen die Einfuhr humanitärer Hilfe in den Gazastreifen aus. «Wir würden den Nazis auch keine humanitäre Hilfe geben», sagte er. Es gebe keine unbeteiligten Zivilisten in dem Küstenstreifen, die Bevölkerung unterstütze die Hamas.

Er sprach sich für eine Wiedereroberung des 2005 geräumten Gebiets und die Rückkehr israelischer Siedlungen aus. Auf die Frage nach dem Schicksal der palästinensischen Bevölkerung sagte er: «Sie können nach Irland oder in die Wüste gehen, die Monster aus Gaza sollen selbst eine Lösung finden.»

08:43 Uhr

SONNTAG, 5. NOVEMBER

Weltweit Proteste gegen Israels Gaza-Feldzug – Beschuss aus Gaza auf Israel geht weiter

Palästinensische Kämpfer hätten am frühen Sonntagmorgen israelische Soldaten im Süden des Gazastreifens in Grenznähe mit Panzerabwehrraketen angegriffen, berichtete die Zeitung «Jerusalem Post». Das israelische Militär habe zurückgeschossen.

Blick auf Gaza Stadt am Sonntag, 5. November 2023.
Bild: Mohammed Saber / EPA

Das Militär bekämpft derzeit vor allem im Norden des Gazastreifens die Einrichtungen der Hamas. Doch auch im Süden - wohin die Bewohner Gazas gemäss Anweisungen des israelischen Militärs flüchten sollen - kam es bereits zu israelischen Luftangriffen. Nach Darstellung der israelischen Armee gibt es dort in den für die Zivilbevölkerung ausgewiesenen Gebieten ausschliesslich gezielte Attacken auf Führer der Hamas. Der Bereich sei keine «sichere Zone», aber sichererer «als jeder andere Ort in Gaza».

Weltweit Massenproteste gegen Israel

Angesichts der grausigen Bilder von immer mehr Toten und drastischer Zerstörung kam es in zahlreichen Städten in Europa und den USA zu wütenden propalästinensischen Protesten. Allein in Düsseldorf gingen nach Polizeiangaben fast 17'000 Menschen auf die Strasse, in Berlin waren es etwa halb so viele. Die Polizei in der Hauptstadt berichtete von Plakaten mit strafbaren Inhalten, fertigte Dutzende Anzeigen aus und ermittelt nun unter anderem wegen Volksverhetzung.

Demonstrierende in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
Bild: Dita Alangkara / AP

In Washington forderten Zehntausende Menschen «Freiheit für Palästina», viele Demonstrierende zogen bis vor das Weisse Haus und versammelten sich vor dem Eingangstor, das mit Handabdrücken in roter Farbe beschmiert wurde. In London waren 30'000 Menschen an Protesten gegen die israelischen Angriffe beteiligt, wie die BBC unter Berufung auf Schätzungen der Polizei berichtete. Sie forderten unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand. Auch in französischen Städten gingen Tausende Menschen auf die Strasse. In Paris beteiligten sich rund 20'000 Demonstranten, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten.

Pro-Palästina-Demonstration in Washington.
Bild: Jose Luis Magana / AP

Treffen zwischen jordanischem und US-Aussenminister: Blinken lehnt Waffenstillstand ab

Die «Vertreibung der Palästinenser» müsse gestoppt werden, sagte der jordanische Aussenminister Aiman al-Safadi am Samstag in Amman nach einem Treffen mit US-Aussenminister Blinken. «Mord und Kriegsverbrechen müssen aufhören und die Immunität Israels gegenüber dem Völkerrecht muss enden.»

Blinken setzte sich erneut für eine humanitäre Feuerpause ein, lehnte aber eine lang andauernde Waffenruhe ab. «Ein vollständiger Waffenstillstand würde jetzt nur dazu führen, dass die Hamas an der Macht bleibt, sich neu gruppieren könnte und wiederholen könnte, was sie am 7. Oktober getan hat.»

Israels Truppen nehmen Hamas-Chef in Gaza ins Visier

Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari hatte kürzlich erklärt, es sei die Absicht der Hamas und ihres Anführers Jihia al-Sinwar, das Bild eines zerstörten Gazas zu zeigen und Israel verantwortlich zu machen für das Leid der Menschen dort. «Sie werden die echten Schuldigen nicht verbergen können, und zwar sie selbst, die Verderben über Gaza gebracht haben», sagte Hagari. Israels vorrückende Bodentruppen «nehmen ein Hamas-Bataillon nach dem anderen auseinander» und würden Al-Sinwar «eliminieren», zitierte die Zeitung «The Times of Israel» den israelischen Verteidigungsminister Joav Galant am späten Samstag.

Hamas-Leader Jihia al-Sinwar ist das Ziel der israelischen Bodentruppen.
Bild: Mahmud Hams / AFP

Aus dem Iran hiess es, Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei habe den Chef des politischen Büros der Hamas in Teheran empfangen. Ismail Hanija sei «vor einigen Tagen» für Gespräche in die Hauptstadt der Islamischen Republik gereist, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Samstag unter Berufung auf einen Hamas-Vertreter.

Beschuss aus Gaza auf Israel geht weiter

Der bewaffnete Arm der Hamas feuerte am Samstag erneut eine Rakete mit grösserer Reichweite in den Süden Israels. Bei Kämpfen im Gazastreifen wurde derweil nach UN-Angaben auch eine Schule getroffen. Die Schule in dem Flüchtlingsviertel Dschabalia diene als Unterkunft für vertriebene Familien, teilte das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge mit. Es gebe Berichte über 20 Tote. Der genaue Hintergrund war unklar. Von palästinensischer Seite war die Rede von einem israelischen Angriff. Israels Militär teilte mit, man prüfe die Berichte. Die Angaben beider Seiten sind oftmals kaum zu überprüfen.

Israelische Bodentruppen stossen im Gazastreifen weiter vor.
Bild: Israelische Armee / Ho / AP

Israel wirft der Hamas seit langem vor, ihre Kommandozentren, Waffenlager und Raketenabschussrampen gezielt in zivilen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen zu platzieren oder in Tunneln darunter - damit sie nicht aus der Luft bombardiert werden.

06:30 Uhr

Sonntag, 5. November

Wer steht wo im Nahen Osten? Das sind die Gegner, Partner und Vermittler im Gaza-Krieg – eine Übersicht

Vier Wochen nach dem brutalen Hamas-Angriff auf Israel haben die Staaten im Nahen Osten ihre Positionen gefunden.

06:26 Uhr

Sonntag, 5. November

Israels Armee nennt erneut Zeitfenster für Flucht in den Süden Gazas

Die israelische Armee hat den Zivilisten im Gazastreifen für Sonntag erneut ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Die israelischen Streitkräfte würden zwischen 10 und 14 Uhr Ortszeit (9 und 13 Uhr MEZ) Verkehr auf einer Strasse in Richtung Süden zulassen, schrieb ein israelischer Armeesprecher am Samstagabend auf der Plattform X.

Die Armee veröffentlichte auch eine Karte mit der ausgewiesenen Strasse. Der Sprecher rief die Menschen auf, zu ihrer eigenen Sicherheit die nächste Gelegenheit zu nutzen, nach Süden zu gehen.

Hunderttausende flüchten

Am vergangenen Wochenende hatte das Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet und seine Einsätze am Boden ausgeweitet. Israels Armee hatte die Menschen im Norden bereits mehrfach aufgefordert, in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen.

Die israelische Armee fordert die Bewohner in Gaza auf, in den Süden zu gehen. Derweil dringen sie am Boden in die nördlichen Gebiete ein.
Bild: Mohammed Saber / EPA

Dies haben nach Militärangaben bereits mindestens rund 700'000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben im dicht besiedelten Gazastreifen mehr als 2,2 Millionen Menschen.

Nicht sicher, aber sichererer «als jeder andere Ort in Gaza»

Das Militär bekämpft derzeit vor allem im Norden die Einrichtungen der islamistischen Hamas. Doch auch im Süden kam es bereits zu israelischen Luftangriffen. Nach Darstellung der Armee gibt es dort in den für die Zivilbevölkerung ausgewiesenen Gebieten ausschliesslich gezielte Attacken auf Führer der Hamas. Der Bereich sei keine «sichere Zone», aber sichererer «als jeder andere Ort in Gaza».

22:50 Uhr

4. November

Jüdin in Lyon mit Messer angegriffen

Eine jüdische Frau ist in Lyon an ihrer Haustür mit einem Messer angegriffen worden. Die Frau wurde leicht verletzt, wie es am Samstag von der Polizei hiess. In ihre Tür war zudem ein Hakenkreuz geritzt. Es sei allerdings unklar, wann es in die Tür geritzt wurde, sagte ein Polizeisprecher. Der Sender France Info schrieb unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft Lyon, die Tat könnte antisemitisch motiviert gewesen sein.

In Frankreich hatte es zuletzt vermehrt antisemitische Übergriffe gegeben. Ende Oktober sprach Innenminister Gérald Darmanin von mehr als 800 Fällen seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober. (dpa)

19:06 Uhr

SAMSTAG, 4. NOVEMBER

Hamas feuert erneut Rakete in Richtung südlicher Hafenstadt Eilat

Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas hat am Samstag erneut eine Rakete mit grösserer Reichweite in den Süden Israels gefeuert. Die Kassam-Brigaden teilten mit, sie hätten eine Rakete des Typs Ajasch 250 auf die israelische Hafenstadt Eilat am südlichsten Punkt Israels geschossen. Dabei handelt es sich um eine Rakete aus Eigenproduktion, die nach Hamas-Angaben eine Reichweite von 250 Kilometern haben soll.

Die israelische Armee teilte mit, nach Raketenalarm in der Arava-Region nördlich von Eilat sei ein Angriff aus dem Gazastreifen identifiziert worden. Das Geschoss sei von der Raketenabwehr Arrow (Pfeil) abgefangen worden. Nach Angaben von Sanitätern gab es nach ersten Erkenntnissen keine Verletzten.

In Eilat am Roten Meer sind viele der Menschen aus Ortschaften untergekommen, die nach dem Hamas-Massaker im Grenzgebiet zum Gazastreifen am 7. Oktober evakuiert worden waren. Insgesamt haben rund 250 000 Israelis wegen des Gaza-Kriegs und der Gefechte an der Grenze zum Libanon ihre Wohnorte verlassen. (dpa)

18:58 Uhr

SAMSTAG, 4. NOVEMBER

Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Chamenei empfängt Hamas-Chef

Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei hat den Chef des politischen Büros der Palästinenserorganisation Hamas in Teheran empfangen. Ismail Hanija sei «vor einigen Tagen» für Gespräche in die iranische Hauptstadt gereist, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Samstag unter Berufung auf Osama Hamdan, einen Vertreter der islamistischen Organisation im Libanon. Chamenei gilt als mächtigster Mann im Iran und hat als Religionsführer in allen strategischen Fragen das letzte Wort.

Iranische Medien hatten bisher nicht über das Treffen berichtet - die Reise wurde offenbar geheim gehalten. Wann Hanija genau in Teheran war, blieb unklar.

In den vergangenen Wochen hatte sich Irans Aussenminister Hussein Amirabdollahian regelmässig mit Hanija über den Gaza-Krieg zwischen der Hamas und Israel ausgetauscht. Der Iran unterhält gute Beziehungen zur Hamas. Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans erklärter Erzfeind. (dpa)

17:17 Uhr

SAMSTAG, 4. NOVEMBER

UN-Palästinenserhilfswerk: Schule im Gazastreifen getroffen

Bei den Kämpfen im Gazastreifen ist nach UN-Angaben am Samstag eine Schule getroffen worden. Die Schule in dem Flüchtlingsviertel Dschabalia diene als Unterkunft für Familien auf der Flucht, teilte das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge UNRWA mit. Es gebe Berichte über 20 Tote durch Angriffe. Der genaue Hintergrund war unklar. Das israelische Militär teilte mit, man prüfe die Berichte. Von palästinensischer Seite war die Rede von einem israelischen Angriff.

Nach UN-Angaben wurde der Schulhof getroffen, wo Familien sich in Zelten aufhielten. Ausserdem sei der innere Teil der Schule getroffen worden. Dschabalia liegt im Norden des Gazastreifens.

Die israelische Armee hatte die Zivilisten in dem Bereich seit Beginn des Kriegs vor einem Monat immer wieder aufgerufen, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden des Gazastreifens zu fliehen. Die Vereinten Nationen haben diese Aufrufe kritisiert. Auch im Süden des Gazastreifens gibt es immer wieder israelische Luftangriffe. (dpa)

15:21 Uhr

SAMSTAG, 4. NOVEMBER

Erdogan: Netanjahu für uns kein Gesprächspartner mehr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Zuge des Gaza-Kriegs nach eigenen Worten den Kontakt zu Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abgebrochen. «Netanjahu ist für uns keine Art von Gesprächspartner mehr. Wir haben ihn gelöscht, wir haben ihn durchgestrichen», sagte Erdogan laut einer Mitteilung seines Pressebüros vom Samstag auf dem Rückflug von der kasachischen Hauptstadt Astana. Ankara beabsichtige allerdings nicht, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen.

Netanjahu habe «die Unterstützung seiner Bürger» verloren und wolle nun Unterstützung für die «Massaker» gewinnen, indem er «religiöse Terminologie» verwende, sagte Erdogan weiter.

Die Türkei nutze alle diplomatischen Optionen, um «das Blutvergiessen zu stoppen», sagte Erdogan. Dazu zählte er Gespräche mit israelischen Geheimdienstvertretern, dem Aussenministerium sowie mit der Hamas und den palästinensischen Behörden.

Das türkische Aussenministerium rief am Samstag seinen Botschafter in Israel «zu Konsultationen» nach Ankara zurück. In einer Mitteilung beklagte es «eine durch die fortdauernden Angriffe Israels gegen Zivilisten verursachte humanitäre Tragödie in Gaza». Es begründete seine Entscheidung ausserdem mit «Israels Weigerung» auf die Rufe nach einer Waffenruhe und dem ungehinderten Zustrom humanitärer Hilfe zu hören. Israels Botschafter hatte die Türkei schon kurz nach Kriegsbeginn verlassen.

Vor Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober hatten sich Erdogan und Netanjahu am Rande der UN-Vollversammlung im September persönlich getroffen und vereinbart, einander zu besuchen. Im Zuge eines Normalisierungsprozesses war der israelischen Regierungschef ursprünglich für Anfang November zu einem Türkeibesuch erwartet worden. (dpa)

15:20 Uhr

SAMSTAG, 4. NOVEMBER

Bericht: Ausreisen aus dem Gazastreifen offensichtlich gestoppt

Die Ausreise von verletzten Palästinensern sowie von Ausländern und Palästinensern mit doppelter Staatsbürgerschaft aus dem Gazastreifen ist offensichtlich am Samstag gestoppt worden. Eine dem Ägyptischen Roten Halbmond nahe stehende Quelle bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmonds seien von den Behörden angewiesen worden, den Transport verwundeter Palästinenser vorerst einzustellen. Es müssten zunächst erst sichere Wege für die Durchfahrten von Krankenwagen aus dem Gazastreifen zum Grenzübergang Rafah zu Ägypten geschaffen werden.

Auch aus Sicherheitskreisen in Gaza hiess es, dass Ausländer den Gazastreifen nicht verlassen werden, ehe nicht die Verwundeten nach Ägypten gebracht werden können.

Der US-Sender CNN hatte unter Berufung auf ägyptische Behörden berichtet, dass am Samstag rund 730 Menschen aus dem Gazastreifen ausreisen sollten, unter ihnen 386 US-Bürger und 151 Deutsche.

Dem Ägyptischen Roten Halbmond zufolge sind seit Ausbruch des Gaza-Kriegs bisher 1102 Ausländer und Palästinenser mit einem zweiten Pass über den Grenzübergang Rafah ausgereist.

Am Freitag wurde bei einem israelischen Angriff ein Krankenwagen vor dem Schifa-Krankenhaus getroffen. Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium und der Palästinensische Rote Halbmond gaben an, es seien Verwundete zum Grenzübergang Rafah transportiert worden, damit diese in Ägypten behandelt werden können. Nach Angaben des israelischen Militärs hatte die islamistische Hamas den Krankenwagen benutzt. Bei dem Angriff sollen demnach mehrere Terroristen getötet worden sein. (dpa)

13:27 Uhr

Samstag, 4. November

Israels Armee nennt erneut Zeitfenster für Flucht in den Süden Gazas

Die israelische Armee hat den Zivilisten im Gazastreifen am Samstag erneut ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Einwohner hätten von 13 bis 16 Uhr Ortszeit (12 bis 15 Uhr MEZ) Zeit, um eine sichere Fluchtroute zu nutzen, schrieb ein israelischer Armeesprecher auf X in arabischer Sprache rund eine Stunde vor Beginn des Zeitfensters. Die Armee veröffentlichte auch eine Karte mit der ausgewiesenen Strasse.

Am vergangenen Wochenende hatte das israelische Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet und seine Einsätze am Boden ausgeweitet. Israels Armee hatte die Menschen im Norden bereits mehrfach aufgefordert, in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen. Dies haben nach Militärangaben bereits mindestens rund 700'000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben in dem dicht besiedelten Gebiet mehr als 2,2 Millionen Menschen. ( dpa )

8:52 Uhr

Samstag, 4. November

Erneut Raketenalarm in Israels Norden und Süden

Extremistische Palästinenser im Gazastreifen haben erneut Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Es habe Alarm in einem Kibbuz nahe dem Gazastreifen gegeben, teilte die Armee am Samstag mit. Zudem sei Raketenalarm auch im Norden ausgelöst worden. Es war zunächst unklar, woher der dortige Beschuss kam. Zuvor hatte die Armee aber Gefechte an der Grenze zum Libanon gemeldet. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Allein in den ersten drei Wochen des Gaza-Krieges, der am 7. Oktober begann, sind nach israelischen Angaben mehr als 8000 Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert worden.

Schwarzer Rauch im Dorf Aita al-Shaab an der libanesisch-israelischen Grenze am Samstag, 4. November 2023. 
Bild: Hussein Malla / AP

Beschuss auch an der israelisch-libanesischen Grenze

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon hat es am Samstag erneut Gefechte gegeben. Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge Terrorzellen im Libanon attackiert, die versucht hätten, Ziele in Israel anzugreifen. Das Militär habe zudem mehrere Raketenstarts aus dem Nachbarland registriert und die Orte des Beschusses angegriffen, wie die Armee auf Telegram mitteilte. Berichte über Verletzte gab es den Angaben nach zunächst nicht.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, gilt aber als deutlich einflussreicher und schlagkräftiger. ( dpa )

20:50 Uhr

Freitag, 3. November

Angriff auf Krankenwagen – Terroristen getötet?

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge im Norden des Gazastreifens einen Krankenwagen angegriffen, der ihrer Erkenntnis nach von der Hamas benutzt wurde. Dabei seien mehrere Terroristen getötet worden, teilte die Armee am Freitag mit. Man habe Informationen, die belegten, dass die «Vorgehensweise der Hamas darin besteht, Terroristen und Waffen in Krankenwagen zu transportieren», hiess es weiter.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff seien 13 Menschen getötet und 26 weitere verletzt worden. Die Behörde behauptete, es seien Verwundete zum Grenzübergang transportiert worden, damit diese in Ägypten behandelt werden können. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Das Gesundheitsministerium erklärte weiter, der Angriff habe sich vor dem Eingang des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza ereignet. Von Israels Armee hiess es, bei dem beschossenen Gebiet handele es sich um eine «Kampfzone». Das Militär hatte Zivilisten mehrfach aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden zu fliehen.

Das Schifa-Krankenhaus dient nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum. Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas soll rund 30'000 Menschen im Umkreis der Klinik konzentriert haben, damit diese als «menschliche Schutzschilde» dienten. (dpa)

20:32 Uhr

FREITAG, 3. NOVEMBER

Gaza: Angriff auf Krankenwagen - laut Israel Terroristen getötet

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge im Norden des Gazastreifens einen Krankenwagen angegriffen, der ihrer Erkenntnis nach von der Hamas benutzt wurde. Dabei seien mehrere Terroristen getötet worden, teilte die Armee am Freitag mit. Man habe Informationen, die belegten, dass die «Vorgehensweise der Hamas darin besteht, Terroristen und Waffen in Krankenwagen zu transportieren», hiess es weiter.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff seien 13 Menschen getötet und 26 weitere verletzt worden. Die Behörde behauptete, es seien Verwundete zum Grenzübergang transportiert worden, damit diese in Ägypten behandelt werden können. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Das Gesundheitsministerium erklärte weiter, der Angriff habe sich vor dem Eingang des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza ereignet. Von Israels Armee hiess es, bei dem beschossenen Gebiet handele es sich um eine «Kampfzone». Das Militär hatte Zivilisten mehrfach aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden zu fliehen.

Das Schifa-Krankenhaus dient nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum. Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas soll rund 30 000 Menschen im Umkreis der Klinik konzentriert haben, damit diese als «menschliche Schutzschilde» dienten. (dpa)

18:10 Uhr

Freitag, 3. November

Was von Nasrallas Rede zu halten ist

Der Anführer der Terror-Miliz aus dem Libanon macht die befürchtete regionale Eskalation «von der Entwicklung im Gazastreifen» abhängig. Unser Korrespondent ordnet ein:

17:47 Uhr

Freitag, 3. November

Unvorstellbarer Preis: Israel warnt Hisbollah vor Konflikt-Ausweitung

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah vor einer militärischen Eskalation gewarnt. «Ein solcher Fehler wird sehr kostspielig sein. Sie zahlen einen unvorstellbaren Preis», sagte Benjamin Netanjahu am Freitag. «Ich sage unseren Feinden noch einmal: Täuschen Sie sich nicht über uns.»

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Bild: Bild: AP

«Alle Optionen sind auf dem Tisch», hatte Nasrallah seinerseits zuvor Israel gewarnt. Eine Eskalation hänge vom Verlauf des Kriegs im Gazastreifen sowie von Israels Verhalten gegenüber dem Libanon ab. Er warnte bei seiner ersten öffentlichen Rede seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober vor einer «grossen Schlacht» an der Grenze.

16:46 Uhr

Freitag, 3. November

Kein Feuerpausen für Gaza ohne Freilassung der Geiseln?

Benjamin Netanjahu lehnt Feuerpausen im Gazakrieg ab, so lange die islamistische Hamas nicht die im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freilasse. «Wir werden nicht aufhören, bis wir den Sieg errungen und unsere definierten Ziele erreicht haben: die Beseitigung der Hamas, die Rückkehr unserer Geiseln und die Wiederherstellung der Sicherheit für unsere Kinder und Bürger», sagte er am Freitag nach einem Treffen mit US-Aussenminister Antony Blinken. «Ich habe deutlich gemacht, dass wir mit Volldampf weitermachen und dass Israel jede temporäre Feuerpause ablehnt, die nicht die Freilassung der entführten Israelis beinhaltet.»

Blinken wiederum sagte in Israel, er habe bei seinen Treffen mit Regierungsvertretern in Tel Aviv ausführlich über mögliche humanitäre Feuerpausen diskutiert. Diese sollen dazu dienen, die Menschen im Gazastreifen mit humanitärer Hilfe zu versorgen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen.

Einen generellen Waffenstillstand lehnt die US-Regierung derzeit jedoch ab. Sie argumentiert, dies würde nur der Hamas in die Hände spielen und der Gruppe Zeit geben, sich neu aufzustellen für weitere Attacken. (dpa)

16:45 Uhr

Freitag, 3. November

Netanjahu: Israel erlaubt keine Treibstofflieferungen nach Gaza

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will eigenen Angaben nach keine Treibstofflieferungen in den Gazastreifen erlauben. Das sagte er am Freitag nach einem Treffen mit US-Aussenministers Antony Blinken.

Israels Armeechef Herzi Halevi hatte am Donnerstag Treibstofflieferungen in Aussicht gestellt, sofern es in den Krankenhäusern im Gazastreifen keinen mehr gibt. Die Kliniken brauchen den Treibstoff für Generatoren, um Strom zu erzeugen.

Israel erlaubt die Einfuhr von Treibstoff nicht, weil es einen Missbrauch durch die dort herrschende Hamas befürchtet. Er diene den Islamisten etwa zur Belüftung des unterirdischen Tunnelsystems, von denen aus israelische Soldaten angegriffen werden könnten. Israel wirft der Hamas auch vor, Krankenhäusern Treibstoff für Kriegsziele weggenommen zu haben. Die Angaben lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

15:15 Uhr

Freitag, 3. November

Wagner-Truppe liefert Waffen an Hisbollah

Greifen die Söldner aus Russland indirekt gegen Israel ein? Die Hisbollah im Libanon soll ein Luftabwehrsystem aus Syrien erhalten.

14:16 Uhr

Freitag, 3. November

Palästinenser: Israel schickt Tausende Arbeiter zurück nach Gaza

Israel hat nach palästinensischen Angaben Tausende Arbeiter aus dem Gazastreifen zurück in das Gebiet am Mittelmeer geschickt. Israelische Behörden brachten sie am Freitagmorgen mit Bussen an die Grenze, wie es aus palästinensischen Sicherheitsquellen hiess. Die Arbeiter überquerten demnach zu Fuss den Grenzübergang Kerem Schalom, der vor dem Krieg als Warenübergang diente.

Der Grenzübergang befindet sich im südlichen Gazastreifen, in der Nähe der ägyptischen Grenze. Die genaue Zahl der Arbeiter war zunächst unklar, auch wo die Palästinenser zuvor festgehalten wurden. Die in Israel zuständige Behörde sowie das Militär äusserten sich auf Nachfrage zunächst nicht.

Am Donnerstagabend hatte das Sicherheitskabinett beschlossen, festsitzende Arbeiter in das abgeriegelte Gebiet zurückzuschicken. Es sollen auch keine Palästinenser von dort mehr zum Arbeiten nach Israel kommen dürfen, hiess es in einer Mitteilung.

Vor dem Grossangriff von Terroristen der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober arbeiteten rund 18 000 Palästinenser aus dem Gazastreifen in Israel. Viele waren in der Landwirtschaft oder auf dem Bau tätig. Israel wollte nach eigenen Angaben mit wirtschaftlichen Anreizen für Stabilität in dem Gebiet sorgen. Rund die Hälfte der Menschen im Gazastreifen sind laut palästinensischem Statistikbüro arbeitslos. Insgesamt leben rund 2,2 Millionen Menschen in dem Gebiet am Mittelmeer. (dpa)

13:55 Uhr

Freitag, 3. November

Neuer Beschuss in Grenzregion zwischen Israel und Libanon

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon ist es erneut zu gegenseitigem Beschuss gekommen. Nach dem Abschuss einer Panzerabwehrrakete auf einen israelischen Militärposten habe die Armee den Abschussort im Libanon mit Artilleriefeuer beschossen, teilte das Militär am Freitag mit. Bereits in der Nacht sei eine «Terrorzelle» angegriffen worden, die versucht haben soll, Panzerabwehrraketen auf Israel abzufeuern.

Die schiitische Hisbollah-Miliz bestätigte den Angriff auf den israelischen Militärposten am Freitag.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Konfrontationen. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. Hisbollah meldete seit Beginn der jüngsten Konfrontationen mindestens 55 Tote in den eigenen Reihen.

Am Nachmittag will Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah erstmals seit Kriegsbeginn eine Rede halten. Sollte er zu einer verschärften Gangart gegenüber Israel aufrufen, wird befürchtet, dass die Lage noch weiter eskalieren könnte.

Auf israelischer Seiten wurden an der Grenze zum Libanon nach Militärangaben seit Kriegsbeginn sieben Menschen getötet, darunter sechs Soldaten sowie ein Zivilist. (dpa)

12:57 Uhr

Freitag, 3. November

UN: Zahl der Toten in Gaza erschütternd

Die Zahl der bisher getöteten Menschen im Gazastreifen ist laut UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) so erschütternd, dass man nicht mehr von Kollateralschäden sprechen könne. Weiter sagte UNRWA-Direktor Philippe Lazzarini laut aktuellem Lagebericht (Donnerstag): «Ich bin gerade aus dem Gazastreifen zurückgekehrt. (...) Es war herzzerreissend. Vor allem forderten die Menschen einen Waffenstillstand. Sie wollen, dass diese Tragödie ein Ende hat. Es war einer der traurigsten Tage in meiner humanitären Arbeit.»

Die Bereitstellung humanitärer Hilfe sei weiterhin aufgrund von Treibstoffmangel, anhaltenden Bombardierungen, Zerstörung der Infrastruktur und Störungen der Kommunikationsnetze äusserst schwierig, hiess es weiter. Im gesamten Gazastreifen hätten 625 000 Schüler keinen Zugang mehr zu Bildung. Über 40 Prozent der Bildungseinrichtungen seien beschädigt worden. (dpa)

10:48 Uhr

Freitag, 3. November

Blinken zu Krisengesprächen in Israel eingetroffen

US-Aussenminister Antony Blinken ist am Freitag für Krisengespräche mit israelischen Regierungsvertretern in Tel Aviv eingetroffen. Für Blinken ist es die dritte Visite in Israel, seitdem dessen Krieg mit der Hamas infolge des terroristischen Grossangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober begann. Der Chefdiplomat will später auch Jordanien besuchen und weitere Stopps in Ländern in der Region einlegen, ehe er kommende Woche nach Asien weiterreist.

In Israel sollte Blinken mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und anderen ranghohen Kabinettsmitgliedern zusammentreffen. Die Gespräche fallen in eine heikle Zeit, in der Israel sein militärisches Vorgehen gegen die Hamas im Gazastreifen forciert und sich internationale Kritik an der israelischen Taktik angesichts der grossen Zahl ziviler Opfer im palästinensischen Küstengebiet regt.

Dem Vernehmen nach dürfte Blinken vor Ort erneut das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekräftigen, seine Gastgeber aber zugleich mahnen, die Regeln der Kriegsführung zu achten. Erwartet wird auch, dass der US-Chefdiplomat seine Gesprächspartner ermuntert, sich über Szenarien für die Verwaltung des Gazastreifens nach einem Kriegsende Gedanken zu machen. Israels Regierung hat eine völlige Zerschlagung der Hamas als Ziel ausgegeben. Blinken dürfte seine Gastgeber zudem drängen, gewalttätige Übergriffe auf Palästinenser im Westjordanland durch jüdische Sieder einzudämmen. (dpa)

US-Aussenminister Blinken trifft in Israel ein.
Bild: Keystone

09:35 Uhr

Freitag, 3. November

Experte: Israel muss sich trotz Hamas-Verbrechen an Regeln halten

(dpa) Israel ist im Gaza-Krieg nach Ansicht eines US-Menschenrechtsexperten verpflichtet, die Zahl ziviler Opfer so weit wie möglich zu minimieren. Die Grundregel sei, dass es Vorsichtsmassnahmen geben müsse, um sicherzustellen, dass Zivilisten nicht übermässig geschädigt würden, sagte Professor Leonard Rubenstein von der Johns Hopkins Universität in Baltimore am Donnerstag (Ortszeit) dem Sender CNN.

Zwar stehe ausser Frage, dass die islamistische Hamas sich wiederholt Kriegsverbrechen schuldig gemacht habe, etwa mit wahllosem Raketenbeschuss Israels, Geiselnahmen, Tötung von Zivilisten oder der Verwendung von Zivilisten als menschlichen Schutzschildern, ergänzte der Jurist. Dennoch sei zu bedenken: «Die Regeln des Krieges gelten für alle gleichermassen, egal ob es sich um eine bewaffnete Gruppe, eine nichtstaatliche bewaffnete Gruppe oder ein legitimes staatliches Militär handelt.»

So gebe es einige grundlegende Prinzipien. Eines davon sei, nur militärische Objekte anzugreifen. Auch dürften keine Zivilisten angegriffen werden oder wahllose Angriffe ausgeführt werden, bei denen nicht gezielt, sondern ein ganzes Gebiet beschossen werde. Selbst wenn eine zivile Einrichtung wie etwa ein Krankenhaus zum Abfeuern oder zur Lagerung von Waffen oder für andere militärische Zwecke genutzt werde, bestehe die Verpflichtung, auch wenn man es angreifen könne, den Schaden für die Zivilisten dort so gering wie möglich zu halten.

Mit Blick auf die Tausenden Luftangriffe sagte Rubinstein: «Die schiere Zahl der Luftangriffe in einem so kurzen Zeitraum in einem dicht besiedelten Gebiet und die hohe Zahl der Todesopfer lassen jedoch ernsthafte Zweifel aufkommen, ob Israel seinen Verpflichtungen nachgekommen ist.» Die Kriegsverbrechen der Hamas entbänden Israel nicht von seiner Verantwortung. «Man kann nicht für ein Verbrechen Vergeltung üben, indem man ein anderes begeht. Das führt tatsächlich zur Barbarei», sagte er. Es gehe dann immer weiter abwärts in einer Spirale, in der keine Regeln mehr übrig blieben.

Man müsse sich ansehen, ob Israel Verbrechen begehe. Es gebe einige Anzeichen, dass dies der Fall sei, etwa die kollektive Bestrafung durch das Abschneiden von Wasser, Treibstoff und Strom für die Einwohner des Gazastreifens.

07:44 Uhr

Freitag, 3. November

Israels Armee berichtet von heftigen Kämpfen in der Nacht

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben bei heftigen nächtlichen Kämpfen im Gazastreifen mehrere Terroristen getötet. Soldaten des 13. Bataillons der Golani-Brigade und gepanzerte Truppen des 53. Bataillons hätten in der Nacht gegen eine Reihe von Terrorkommandos gekämpft, gab das israelische Militär am Freitagmorgen auf Telegram bekannt.

Die Soldaten hätten sich unter schwerem Beschuss ein langes Gefecht geliefert, hiess es ohne Angaben zum Ort der Kämpfe. Die Terroristen hätten dabei Panzerabwehrraketen abgefeuert, Sprengsätze gezündet und versucht, auf Fahrzeuge der israelischen Soldaten zu klettern. Dabei seien sie getötet geworden.

Gleichzeitig hätten die Einsatzkräfte Luftangriffe mit Kampfflugzeugen und Artillerie angeleitet, hiess es. Die Terroristen seien getötet und die Gefahr für die Truppen gebannt worden. «Das Ergebnis war, dass sie (die Terroristen) getötet wurden und wir unsere Operation fortsetzen. Bis zum Sieg», schrieb die Armee weiter. (dpa)

06:58 Uhr

Freitag, 3. November

Libanon am Wendepunkt - «Wir können keinen weiteren Krieg ertragen»

Die Angst der Menschen im Libanon vor einem erneuten Krieg mit Israel sitzt tief. «Wir können keinen weiteren Krieg ertragen», sagt die Libanesin Fatima, die ihren Nachnamen lieber nicht veröffentlicht sehen will. Sie lebt im Süden Beiruts, dem Teil der Hauptstadt des Libanons, der von der Schiitenorganisation Hisbollah kontrolliert wird. «Ich möchte wirklich nicht vertrieben werden und alles verlieren, so wie 2006», sagt sie.

2006 ist das Schlüsselwort, das in diesen Tagen oft als mahnende Erinnerung durch die Strassen Beiruts raunt. 2006 war das Jahr, in dem bei heftigen Gefechten zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär mehr als 1500 Zivilisten ums Leben kamen - ein Grossteil davon im Libanon.

Mit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs wächst in dem Land mit jedem Tag die Sorge, dass sich der Konflikt auch auf den Zedernstaat ausweiten könnte. Denn von Anfang an war klar: Die Hisbollah, die unter anderem den Süden des Landes und damit auch die Grenze zu Israel kontrolliert, sieht sich an der Seite des «palästinensischen Widerstands». Seit dem 7. Oktober kommt es fast täglich zu Gefechten an der Grenze. Dabei kam es zu Todesopfern auf beiden Seiten, ein Grossteil davon waren Hisbollah-Kämpfer.

Der Libanon vor einem Wendepunkt?

Zum ersten Mal seit Ausbruch des Gaza-Kriegs will sich Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah an diesem Freitag an die Öffentlichkeit wenden. Angekündigt ist eine Gedenkzeremonie für die getöteten Hisbollah-Kämpfer. Doch das Auftreten Nasrallahs könnte durchaus Folgen für die Zukunft des Mittelmeerstaates haben. Bisher halten sich die Gefechte zwischen dem israelischen Militär und der Hisbollah-Miliz nach Meinung von Experten im Rahmen. Zu einer grösseren Eskalation kam es bisher nicht. Doch das könnte sich ändern, wenn Nasrallahs Rede Befehle zum Umgang mit dem Feind im Süden enthält.

«Wir brauchen den Auftritt Nasrallahs, um die Dinge auf den Weg zu bringen», sagte ein Hisbollah-Anhänger, der anonym bleiben möchte, im Vorfeld der Rede. Fans des Schiitenführers komponierten gleich ein eigenes Lied. Darin wird ein Angriff auf Tel Aviv gefordert. Im Hisbollah-Viertel im Süden der Hauptstadt werden für die Zeit der Ausstrahlung der Rede Rabatte in Wasserpfeifen-Cafés angeboten. Hisbollah-nahe Analysten geben nur vage Einsichten in die Vorhaben des Schiitenführers. «Die Hisbollah wird wie immer standhaft sein und bestimmte Leitlinien ziehen», sagte beispielsweise Salem Zahran lokalen Medien.

Als Teil der vom Iran angeführten «Achse des Widerstands» lauscht die Hisbollah vor allem den Worten aus Teheran. Irans Staatsführung hatte in den Wochen seit Beginn des Gaza-Kriegs dem jüdischen Staat immer wieder gedroht. Das ist eine Linie, der auch die Hisbollah folgt. Zugleich hat die Hisbollah Zehntausende Anhänger, mit denen sie vor allem den Süden an der Grenze zu Israel, von Schiiten bewohnte Viertel von Beirut sowie die Bekaa-Ebene im Norden des Landes kontrolliert. Gleichzeitig gilt die Hisbollah als starke politische Macht im kurz vor dem Kollaps stehenden Libanon.

«Nasrallah kann für sich und seine Anhänger sprechen und nicht für alle Libanesen», sagt Mohammed, ein 30-jähriger Bankangestellter in Beirut. «Wenn er den Krieg erklären will, kann er aus seinem Versteck hervorkommen, um mit seinen Kämpfern gegen Israel zu kämpfen, anstatt alle Libanesen als Schutzschilde zu benutzen.» Wo der Hisbollah-Chef lebt, ist unbekannt. (dpa)

06:12 Uhr

Freitag, 3. November

Hisbollah-Chef will nach Hamas-Angriff sein Schweigen brechen

Der Generalsekretär der schiitischen Hisbollah im Libanon wird sich am Freitagnachmittag zum ersten Mal seit Beginn des Gaza-Kriegs an die Öffentlichkeit wenden. Im ganzen Land liefen im Vorfeld Vorbereitungen auf die mit Spannung erwartete Rede Hassan Nasrallahs. Diese könnte einen Wendepunkt im aktuellen Gaza-Krieg einleiten. Angekündigt ist offiziell eine Gedenkzeremonie für die getöteten Hisbollah-Kämpfer - Aussagen Nasrallahs könnten aber auch darauf hinweisen, ob die Hisbollah-Miliz verstärkt in den Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas einsteigen wird.

Nasrallah lebt im Verborgenen und zeigt sich nur selten bei öffentlichen Auftritten. Ob der Hisbollah-Chef selbst öffentlich auftreten wird, war zunächst unklar. Die Ansprache wird im Live-Fernsehen übertragen. Am Donnerstagabend veröffentlichte die proiranische Schiitenorganisation zwei Werbevideos für den Auftritt.

In einigen Cafés im Süden der Hauptstadt Beirut werden zur Ausstrahlung der Rede Nasrallahs Rabatte in Wasserpfeifen-Cafés angeboten. Schulen planen, die Schülerinnen und Schüler vor Beginn der Rede nach Hause zu schicken. Profi-Fussballvereine in Beirut haben ihre Trainingseinheiten verschoben.

Seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs am 7. Oktober kommt es auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon fast täglich zu gewaltsamen Gefechten. Dabei gab es Todesopfer auf beiden Seiten. (dpa)

06:03 Uhr

Freitag, 3. November

Israel: Palästinenserbehörde soll für Gaza kein Geld mehr erhalten

Israels Sicherheitskabinett will alle für den Gazastreifen bestimmten Gelder von den Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) abziehen. Das teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend mit. Aus der Erklärung ging nicht hervor, ob Israel die übrigen millionenschweren Zahlungen an die Autonomiebehörde im Westjordanland nun wieder aufnehmen wird. Mehreren Medienberichten zufolge hat das Sicherheitskabinett dies beschlossen. Demnach beläuft sich die nun einbehaltene Summe auf umgerechnet knapp 24 Millionen Euro.

Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich hatte Anfang der Woche angekündigt, die Zahlungen an die PA wegen angeblicher Unterstützung des Überfalls islamistischer Terroristen am 7. Oktober vorübergehend einzufrieren. Massgeblich verantwortlich für den Grossangriff ist die im Gazastreifen herrschende Islamistenorganisation Hamas.

Smotrich begründete seine Forderung nach einem Zahlungsstopp unter anderem mit Aussagen von Vertretern der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, die den Terrorakt als Teil des «bewaffneten Widerstandes» gegen die israelische Besatzung bezeichnet hatten. Israels Verteidigungsminister Joav Galant kritisierte das Zurückhalten der Finanzmittel hingegen, da die PA das Geld auch zur Terrorismusprävention benötige. Auch die USA hatten israelischen Medienberichten zufolge Druck gemacht, der PA nicht den Geldhahn abzudrehen.

Israel sammelt im Auftrag der PA Steuern und Zölle im besetzten Westjordanland ein - und gibt einen Teil dieser Einnahmen an die Behörde weiter. Zuletzt wurden rund 160 Millionen Dollar monatlich an die Behörde in Ramallah weitergeleitet. (dpa)

20:45 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

«Antisemitismus hat keinen Platz»: Friedliche Nahost-Demo in Zürich

Eine Demonstration auf dem Münsterhof in Zürich zog laut den Veranstaltenden 1500 bis 2000 Personen an, unter ihnen auch Daniel Jositsch oder Mario Fehr. Symbolhaft wurden rund 750 schützende Regenschirme verteilt. Die Kundgebung verlief friedlich. (AZ)

20:09 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Israels Armeesprecher: Soldaten haben die Stadt Gaza umstellt

Die israelische Armee hat eigenen Angaben nach die Stadt Gaza umstellt. Die Soldaten würden dort Posten der islamistischen Hamas angreifen und Terroristen in direkten Kämpfen «eliminieren», sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Donnerstagabend vor Journalisten. Gaza ist die grösste Stadt in dem abgeriegelten Küstenstreifen.

Am vergangenen Wochenende hatte das Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Die israelischen Truppen weiteten ihre Einsätze am Boden aus. Die genauen Standorte der Truppen sind allerdings nicht bekannt. Israels Armee hatte die Menschen, die sich noch im nördlichen Gazastreifen und in der Stadt Gaza befinden, mehrfach zur Flucht in den Süden aufgerufen. (dpa)

18:54 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Nach Angriffen: Israel attackiert militärische Ziele der Hisbollah

Die Gefechte an der libanesisch-israelischen Grenze spitzen sich kurz vor der geplanten ersten Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah seit Ausbruch des Gaza-Krieges weiter zu. Als Reaktion auf Beschuss aus dem Libanon hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend militärische Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz angegriffen.

Ziel seien unter anderem Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager gewesen, teilte das Militär am Donnerstag mit. Auch ein von der Hisbollah benutztes Militärgelände hätten israelische Streitkräfte attackiert. Die Armee betonte, die Schiitenmiliz Hisbollah sei «für die aktuelle Situation im Libanon verantwortlich».

Die Hisbollah bekannte sich zu 19 Angriffen gegen israelische Posten in Grenznähe. Die Schiitenorganisation hatte zuvor auch erklärt, ein israelisches «Spionagesystem» getroffen zu haben.

Am Freitag wird die erste Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah nach Ausbruch des Krieges erwartet. Angekündigt ist eine Gedenkzeremonie für getötete Hisbollah-Kämpfer. (dpa)

17:14 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Israels Armeechef stellt Treibstofflieferungen nach Gaza in Aussicht

Nach Darstellung des israelischen Armeechefs wird Israel Treibstofflieferungen unter Aufsicht in den Gazastreifen zulassen, sofern es dort in den Krankenhäusern keinen mehr gibt. Seit mehr als einer Woche heisse es jedoch, dass den Kliniken der Treibstoff ausgehe, dies sei aber noch nicht passiert, sagte Herzi Halevi am Donnerstag laut einer Erklärung zu Journalisten. «Wir werden sehen, wann dieser Tag kommt.»

Dann werde Treibstoff unter Aufsicht an die Krankenhäuser geliefert. Israel wolle alles tun, damit dieser nicht in die Hände der Hamas gelange. Die Lage im Gazastreifen werde jeden Tag überprüft, sagte Halevi.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums können 16 von insgesamt 35 Krankenhäusern in dem Küstengebiet wegen Treibstoffmangels keine Patienten mehr behandeln. Andere Kliniken könnten nur noch sehr eingeschränkte Versorgung leisten. Treibstoff werde «verzweifelt benötigt für den Einsatz lebensrettender Ausrüstung», teilte auch das UN-Nothilfebüro OCHA mit.

Israel erlaubt die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen bislang nicht, weil es einen Missbrauch durch die dort herrschende Hamas befürchtet. Er diene den Islamisten etwa zur Belüftung des unterirdischen Tunnelsystems, von denen aus israelische Soldaten angegriffen werden könnten. Israel wirft der Hamas auch vor, sie habe Krankenhäusern Treibstoff für Kriegsziele weggenommen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

16:27 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Arzt in Gaza: «Operationen werden ohne Anästhesie durchgeführt»

Ein leitender Kinderarzt im Gazastreifen hat davor gewarnt, dass die Krankenhäuser in dem abgeriegelten Küstengebiet bald zu «Friedhöfen» werden. Hussam Abu Safija, der leitende Kinderarzt im Kamal-Adwan-Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: «Wir tun unser Möglichstes, aber wir brauchen bessere medizinische Versorgung, sonst werden unsere Krankenhäuser zu Friedhöfen.»

Ärzte müssten primitive Mittel zur Versorgung der Patienten nutzen. «Einige Operationen werden ohne Anästhesie durchgeführt», sagte er. «Um die Wunden von verletzten Kindern zu säubern, musste ich mit Wasser vermischtes Chlor verwenden.» Das Krankenhaus habe keine Schmerzmittel und Antibiotika mehr. Operationen würden mit Handylichtern durchgeführt.

Nach Erkenntnissen der Hilfsorganisation Care müssen sich Frauen im Gazastreifen zunehmend Kaiserschnitten ohne Betäubung unterziehen. Betäubungsmittel seien nicht verfügbar und die Krankenhäuser seien «komplett» überlastet, hiess es in der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Die medizinische Unterversorgung verschärfe deutlich das Risiko der Mütter- und Säuglingssterblichkeit. «Aufgrund der schwindenden Nahrungsmittelvorräte besteht insgesamt ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der 283 000 Kinder unter fünf Jahren in Gaza sowie schwangerer und stillender Frauen», sagte Hiba Tibi, Länderdirektorin von CARE Palästina (Westbank und Gaza). (dpa)

16:07 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Ägypten: 7000 ausländische Staatsangehörige warten auf Ausreise

Im umkämpften Gazastreifen warten nach Angaben Ägyptens rund 7000 ausländische Staatsangehörige aus 60 Ländern auf die Ausreise. Das teilte das Aussenministerium in Kairo am Donnerstag mit. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 12 000 Ziele im Gazastreifen an.

Die Not der Zivilbevölkerung im Gazastreifen wächst laut UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA weiter. «Das Ausmass der Tragödie ist beispiellos», sagte UNRWA-Chef Philippe Lazzarini.

Rund 400 Ausländer und Palästinenser mit doppelter Staatsangehörigkeit verliessen den Gazastreifen und kamen am Donnerstag im ägyptischen Teil des Grenzübergangs Rafah an, wie der Ägyptische Rote Halbmond der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. (dpa)

14:26 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Cassis: Sieben Schweizer konnten Gazastreifen verlassen

Wie Bundesrat Ignazio Cassis auf X (vormals Twitter) schreibt, konnten sieben Personen mit Schweizer Pass, darunter auch Doppelbürger, den Gazastreifen verlassen und nach Ägypten ausreisen. Er sei darüber erleichtert und dankte gleichzeitig allen Beteiligten, die die Ausreise möglich gemacht hätten.

13:52 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Gefechte an israelisch-libanesischer Grenze gehen weiter

An der Grenze zwischen dem Libanon und Israel ist es am Donnerstag erneut zu Gefechten gekommen. Die israelische Armee beschoss und traf nach eigenen Angaben erneut eine «Terrorzelle» im libanesischen Grenzgebiet. Diese habe versucht, Panzerabwehrraketen nach Nordisrael zu schiessen, teilte das Militär mit.

Zusätzlich hätten Soldaten zwei Stellungen zum Abschuss von Panzerabwehrraketen im Libanon beschossen, hiess es weiter. Von dort seien Panzerabwehrraketen auch auf einen Stützpunkt der israelischen Armee bei dem Ort Manara abgefeuert worden. Es habe keine Berichte über Verletzten geben.

Die Schiitenorganisation Hisbollah erklärte, ein israelisches «Spionagesystem» getroffen zu haben. Einer libanesischen Sicherheitsquelle zufolge beschoss das israelische Militär als Reaktion Dörfer im Grenzgebiet.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen zwischen der vom Iran unterstützen Hisbollahmiliz und der israelischen Armee mit Toten auf beiden Seiten. Es besteht die Sorge, dass sich der Krieg auf den Libanon und andere Länder der Region ausweiten könnte.

Am Freitag wird die erste Rede des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah nach Ausbruch des Krieges erwartet. Angekündigt ist eine Gedenkzeremonie für getötete Hisbollah-Kämpfer. (dpa)

13:01 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Israels Militär: Seit Kriegsbeginn 12 000 Ziele in Gaza angegriffen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn mehr als 12 000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Darunter seien Waffenlager, Gebäude von führenden Mitgliedern der islamistischen Hamas, Hamas-Terroristen und Raketenarsenale gewesen, teilte Armee-Sprecher Daniel Hagari am Donnerstag auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. Am Mittwoch hatte das Militär noch von rund 11 000 Zielen gesprochen.

Die Armee betont seit Kriegsbeginn am 7. Oktober stets, nur Hamas-Ziele im Gazastreifen anzugreifen. Allerdings lösen die hohe Zahl an zivilen Opern in dem dicht besiedelten Küstengebiet sowie die katastrophale Lage für die Bewohner international zunehmend Kritik am Vorgehen Israels aus. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt eine Waffenruhe oder Feuerpause ab.

Israels Armee hat die Einwohner des nördlichen Gazastreifens mehrfach dazu aufgerufen, sich im Süden in Sicherheit zu bringen, da sie im Norden die Einrichtungen der Hamas bekämpfen will. Doch auch im Süden kommt es zu israelischen Luftangriffen. Inzwischen rücken auch israelische Bodentruppen weiter in dem Küstengebiet vor. (dpa)

12:09 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 9000

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Kriegs am 7. Oktober laut dem von der Hamas kontrolliertem Gesundheitsministerium auf 9061 gestiegen. Davon seien 3760 Kinder und Jugendliche und 2326 seien Frauen, berichtete das Ministerium in Gaza am Donnerstag. Es seien zudem mehr als 32 000 Menschen verletzt worden. Die Zahlen der Behörde lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

10:50 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Armee: Anschlag im Westjordanland - Rettungsdienst meldet Toten

Bei einem Anschlag im von Israel besetzten Westjordanland ist nach israelischen Angaben ein Mann getötet worden. «Terroristen haben auf ein Auto geschossen», teilte die Armee am Donnerstag mit. Das Auto nahe der israelischen Siedlung Einav im Norden des Palästinensergebiets habe sich daraufhin überschlagen. Der israelische Rettungsdienst teilte mit, dass ein 35-Jähriger für tot erklärt worden sei. Laut der Nachrichtenseite ynet handelte es sich um einen Israeli. Wie die Armee erklärte, blockierten Soldaten Strassen und suchten nach den Angreifern.

Seit dem Massaker der islamistischen Hamas an israelischen Zivilisten am 7. Oktober und darauffolgenden Gegenangriffen Israels im Gazastreifen hat sich die ohnehin angespannte Lage im Westjordanland und in Ost-Jerusalem noch weiter verschärft. (dpa)

10:46 Uhr

Donnerstag, 2. November

400 weitere Ausländer verlassen Gazastreifen nach Ägypten

Rund 400 Ausländer und Palästinenser mit doppelter Staatsangehörigkeit haben den Gazastreifen in Richtung Ägypten verlassen. Sie kamen am Donnerstag im ägyptischen Teil des Grenzübergangs Rafah an, wie der Ägyptische Rote Halbmond der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zudem sei für Donnerstag die Ausreise von 200 weiteren Haltern ausländischer Pässe geplant.

Einer Liste zufolge sollten unter anderem um 400 US-Amerikaner sowie Menschen aus der Schweiz, Italien, Griechenland, den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Kroatien, Mexiko, Südkorea und weiteren Ländern ausreisen. Im Transitbereich erledigten sie Formalien für die Einreise nach Ägypten, sagte Raed Abdel Nasser, Generalsekretär des Ägyptischen Roten Halbmonds im Nord-Sinai. Die palästinensische Grenzbehörde hatte sie aufgefordert, am Grenzübergang zu warten.

Im Gazastreifen warten nach Angaben Ägyptens insgesamt rund 7000 ausländische Staatsangehörige aus 60 Ländern auf die Ausreise. Das ägyptische Aussenministerium lud Vertreter ausländischer Botschaften in dem Zusammenhang zu einem Treffen in Kairo ein, um über die benötigten Dokumente für die Einreise nach Ägypten sowie die Logistik zu informieren. Offen blieb, ob sich darüber hinaus weitere Ausländer in Gaza aufhalten, die nicht ausreisen wollen. (dpa)

09:18 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Weitere 55 Lastwagen mit Hilfsgütern in Gaza eingetroffen

Im Gazastreifen sind weitere 55 Lastwagen mit dringend benötigten Hilfsgütern eingetroffen. Sie hätten Wasser, Essen und Arzneimittel von Ägypten aus über die Grenze gebracht, teilte der Palästinensische Rote Halbmond am Mittwochabend mit. Damit seien seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas insgesamt 272 Lastwagen in dem abgeriegelten Küstengebiet eingetroffen.

Die Lieferung von Treibstoff sei bisher nicht genehmigt worden, hiess es weiter. Das UN-Nothilfebüro OCHA erklärte, dieser werde dringend benötigt, unter anderem für den Betrieb lebensrettender Geräte. Die Lieferung werde aber von den israelischen Behörden nicht genehmigt. Israel fürchtet, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas den Treibstoff für militärische Zwecke nutzen könnte.

UN-Angaben zufolge bräuchte es täglich 100 Lastwagenladungen, um die mehr als zwei Millionen Menschen im umkämpften Gazastreifen mit dem Nötigsten zu versorgen. (dpa)

09:04 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Heftige Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und Hamas in Gaza

Im Norden des Gazastreifens ist es in der Nacht zu Donnerstag zu heftigen Gefechten zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der Hamas gekommen. Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Islamistenorganisation, die Kassam-Brigaden, berichteten von Konfrontationen im Nordwesten des Küstenstreifens. Die Kassam-Brigaden hätten Soldaten dort und südöstlich von der Stadt Gaza mit Panzerabwehrgranaten angegriffen.

Die israelische Armee teilte mit, im Verlauf der Nacht seien Soldaten auf Terrorzellen gestossen, die mit Panzerabwehrraketen, Sprengsätzen und Handgranaten angegriffen hätten. Es kam demnach zu langen Kämpfen, bei denen die Soldaten Unterstützung durch Artillerie und Luftwaffe bekamen. «Dutzende Terroristen» seien dabei getötet worden. Es sei auch Infrastruktur der Hamas zerstört worden. Das Militär machte keine Angaben zu möglichen Verletzten oder Opfern in den eigenen Reihen bei den jüngsten Kämpfen.

Seit Beginn der Bodeneinsätze im Gazastreifen wurden mindestens 16 israelische Soldaten getötet. Mehrere von ihnen kamen ums Leben, als ihr Panzer des Typs Namer von einer Rakete getroffen wurde.

Israel reagierte mit Angriffen im Gazastreifen auf das schlimmste Massaker in seiner Geschichte, das Terroristen der Hamas und anderer Extremistengruppen am 7. Oktober im Grenzgebiet verübt hatten. Das israelische Fernsehen berichtete am Mittwochabend, nach neuesten Erkenntnissen seien an dem Überraschungsangriff rund 3000 Terroristen beteiligt gewesen.

07:43 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Ägypten: Etwa 7000 Ausländer aus 60 Ländern wollen Gaza verlassen

Im umkämpften Gazastreifen warten nach Angaben Ägyptens rund 7000 ausländische Staatsangehörige aus 60 Ländern auf die Ausreise. Das teilte das Aussenministerium in Kairo am Donnerstag mit. Das Ministerium lud Vertreter ausländischer Botschaften zu einem Treffen in Kairo ein, um über die benötigten Dokumente für die Ausreise sowie die Logistik zu informieren.

Ob es sich bei den 7000 nur um ausländische Staatsangehörige oder auch um Palästinenser mit zweitem Pass handelt, blieb zunächst unklar. Offen ist auch, ob sich darüber hinaus weitere Ausländer in Gaza aufhalten, die nicht ausreisen wollen.

Über welchen Zeitraum die Ausländer ausreisen sollten und ob es für die Öffnung des Grenzübergangs Rafah bereits eine Vereinbarung gebe, teilte das Ministerium nicht mit.

Am Mittwoch hatten erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs Hunderte ausländische Staatsangehörige und Palästinenser mit Zweitpass das abgeriegelte Küstengebiet verlassen.
Bild: Stringer / EPA

Der «New York Times» zufolge sollten am Donnerstag etwa 600 weitere Ausländer über Rafah nach Ägypten ausreisen. Darunter seien 400 US-Amerikaner sowie Menschen aus der Schweiz, Italien, Griechenland, den Niederlande, Belgien, Ungarn, Kroatien sowie Mexiko, Südkorea und weiteren Ländern.

06:59 Uhr

DONNERSTAG, 2. NOVEMBER

Biden für humanitäre «Pause» im Nahostkrieg

US-Präsident Joe Biden hat sich für eine «Pause» im Krieg zwischen Israel und der Hamas ausgesprochen. Dann hätte man mehr Zeit, «die Gefangenen herauszuholen», sagte Biden am Mittwoch bei einer Spendenveranstaltung für seine Wiederwahlkampagne 2024 in Minneapolis. Er reagierte damit auf einen Zwischenruf einer Frau, die eine Feuerpause in Nahost forderte. Biden entgegnete:

«Ich denke, wir brauchen eine Pause. Eine Pause bedeutet, Zeit zu lassen, die Gefangenen herauszuholen.»

US-Präsident Joe Biden.
Bild: Abbie Parr / AP

06:45 Uhr

Donnerstag, 2. November

UN-Palästinenserhilfswerk über Gaza: «Tragödie ist beispiellos»

Angesichts zahlreicher ziviler Opfer und der angespannten Versorgungslage während der israelischen Angriffe auf Stellungen der islamistischen Hamas im Gazastreifen hat das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA erneut eine Feuerpause gefordert. «Eine humanitäre Feuerpause ist längst überfällig», sagte UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini am Mittwoch nach seinem ersten Besuch im Gazastreifen seit Kriegsbeginn. «Ohne sie werden noch mehr Menschen getötet, die Lebenden werden weitere Verluste erleiden, und die einst pulsierende Gesellschaft wird für immer in Trauer versinken.»

Er habe eine von der UNRWA betriebene Schule in Rafah nahe der Grenze zu Ägypten besucht. «Das Ausmass der Tragödie ist beispiellos», sagte Lazzarini. Kinder hätten ihn um einem Schluck Wasser und ein Stück Brot gebeten. Die Not und die unhygienischen Lebensbedingungen seinen jenseits der Vorstellungskraft.

«Das war einer der traurigsten Tage in meiner Arbeit in der humanitären Hilfe», sagte Lazzarini. Die derzeitige humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen sei bei weitem nicht genug. «Ich fordere erneut dringende Treibstofflieferungen. Seit fast einem Monat ist kein Treibstoff mehr gekommen und das hat verheerende Auswirkungen auf Krankenhäuser, Bäckereien und Wasserwerke», sagte Lazzarini.

Israels Militär tötet Hamas-Kommandeur im Gazastreifen

Unterdessen setzten die israelischen Streitkräfte ihren Militäreinsatz im Gazastreifen fort. Dabei töteten sie nach eigenen Angaben den Chef der Panzerabwehrraketen-Einheit der Hamas. Der hochrangige Kommandeur sei bei einem Angriff eines Kampfflugzeuges getötet worden, teilte Israels Militär am Mittwoch mit. Die israelische Armee veröffentlichte dazu ein Video, das die Explosion eines Gebäudes aus der Luft zeigte.

Mohammed Asar sei für alle Panzerabwehrraketen-Einheiten der Hamas im gesamten Gazastreifen zuständig gewesen. Die durch ihn in Auftrag gegebenen Einsätze zielten auf israelische Zivilisten sowie Soldaten.

Israels Armee: Zahl getöteter Zivilisten in Dschabalia noch unbekannt

Nach den schweren Angriffen auf das Flüchtlingslager Dschabalia kann das israelische Militär nach eigener Darstellung noch keine Angaben zur Zahl der getöteten Zivilisten machen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verschanze sich dort absichtlich hinter ziviler Infrastruktur, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Mittwoch vor Journalisten. «Sie wollen dieses Bild der Zerstörung.»

Aufnahmen zeigen die verheerenden Folgen des Angriffs, bei dem Armeeangaben zufolge auch Tunnel der Hamas einstürzten und einen Krater hinterliessen. Unter den Opfern sind nach palästinensischen Angaben viele Zivilisten. Nach Darstellung der israelischen Armee galt der Luftangriff einem Drahtzieher des Massakers an israelischen Zivilisten am 7. Oktober. 50 Terroristen seien bei dem Einsatz in Dschabalia getötet worden.

Das wird am Donnerstag wichtig

Nach dem israelischen Angriff auf Ziele im Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gazastreifens ist das genaue Ausmass der Schäden und die Zahl der Opfer weiter unklar. Die Bemühungen um das Wohlergehen und die Freilassung der Hamas-Geiseln geht unterdessen weiter. Nachdem am Mittwoch erstmals seit Kriegsbeginn Hunderte Ausländer und Palästinenser mit einem zweiten Pass den ansonsten von Israel abgeriegelten Küstenstreifen Richtung Ägypten verlassen konnten, gibt es auch Hoffnung, dass die Ausreise ausländischer Staatsangehöriger in den nächsten Tagen weitergehen kann. (dpa)

20:43 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Papst fordert Israel und Palästinenser zu Zwei-Staaten-Lösung auf

Papst Franziskus hat mehr als drei Wochen nach Beginn des neue Gaza-Kriegs Israel und Palästinenser zu einer Lösung am Verhandlungstisch aufgefordert. «Jeder Krieg ist eine Niederlage. Mit Krieg wird nichts gelöst. Nichts. Alles wird mit Frieden, mit Dialog gewonnen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwochabend in einem Interview des italienischen Fernsehsenders Rai. Der 86-Jährige warb mit Nachdruck für eine Zwei-Staaten-Lösung - also jeweils einen Staat für Israel und für Palästinenser. Dieser Ansatz wird von vielen Seiten befürwortet, kommt aber trotz aller internationaler Appelle seit Jahrzehnten nicht voran.

«Im Krieg provoziert eine Ohrfeige die andere. Eine starke und dann noch eine stärkere, und so geht es weiter», sagte Franziskus. Es gehe jedoch um «zwei Völker, die miteinander zusammenleben müssen». Dafür gebe es eine «kluge Lösung»: «Zwei Völker, zwei Staaten. Das Osloer Abkommen: zwei gut begrenzte Staaten und Jerusalem mit einem besonderen Status.»

Franziskus bezog sich damit auf den 1993 begonnenen Oslo-Friedensprozess zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Dabei geht es nach anfänglichen Fortschritten aber seit langer Zeit nicht mehr voran. Zugleich verurteilte der Papst jede Form von Antisemitismus. (dpa)

20:02 Uhr

Mittwoch, 1. November

Israels Armee: Zahl getöteter Zivilisten in Dschabalia noch unbekannt

Israels Armee kann eigener Darstellung noch nicht sagen, wie viele Zivilisten bei ihren Angriffen im Flüchtlingslager Dschabalia getötet wurden. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verschanze sich dort absichtlich hinter ziviler Infrastruktur, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Mittwoch vor Journalisten. «Sie wollen dieses Bild der Zerstörung.»

Hagari sprach von einem Dilemma für die Armee. Einerseits wisse sie, dass sich in der Gegend noch immer Zivilisten aufhielten - obwohl das Gebiet aufgrund der Präsenz der Hamas als «rote Zone» ausgewiesen sei. Zugleich sei die Aktivität der Hamas in dem Flüchtlingslager für die israelische Armee eine Bedrohung, auf die sie reagieren müsse.

Aufnahmen zeigen die verheerenden Folgen des Angriffs, bei dem Armeeangaben zufolge auch Tunnel der Hamas einstürzten und einen Krater hinterliessen. Unter den Opfern sind nach palästinensischen Angaben viele Zivilisten. Nach Darstellung der israelischen Armee galt der Luftangriff einem Drahtzieher des Massakers an israelischen Zivilisten am 7. Oktober. 50 Terroristen seien bei dem Einsatz in Dschabalia getötet worden.

Die Kämpfe im Gazastreifen richteten sich aber nicht gegen die dortige Zivilbevölkerung, betonte Hagari. Er appellierte deshalb erneut an die Menschen in Dschabalia und anderen Gebieten im Norden des Küstengebiets, sich in den Süden zu begeben. Die Armee schaffe dafür weiterhin «sichere Korridore».

Das Militär bekämpft derzeit vor allem im Norden die Einrichtungen der islamistischen Hamas. Doch auch im Süden kam es bereits zu israelischen Luftangriffen. Nach Darstellung Hagaris gibt es dort in den für die Zivilbevölkerung ausgewiesenen Gebieten ausschliesslich gezielte Attacken auf individuelle Führer der Hamas. Der Bereich sei keine «sichere Zone», betonte er. «Aber es ist ein sichererer Ort als jeder andere Ort in Gaza.» (dpa)

18:54 Uhr

Mittwoch, 1. November

Israelischer Kommandeur: «Wir stehen vor den Toren von Gaza-Stadt»

Die israelische Armee kommt nach Angaben eines ranghohen Kommandeurs bei ihren Bodenangriffen im Gazastreifen voran. «Wir stehen vor den Toren von Gaza-Stadt», sagte der Befehlshaber der 162. Division, Itzik Cohen, am Mittwoch in einem Pressestatement. Die Soldaten seiner Einheit befänden sich mitten im Einsatz und seien tief in den Gazastreifen vorgedrungen. Gaza-Stadt ist die grösste Stadt in dem abgeriegelten Küstenstreifen.

Am vergangenen Wochenende hatte das Militär eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas eingeläutet. Die israelischen Truppen weiteten ihre Einsätze am Boden aus. Die genauen Standorte der Truppen sind allerdings nicht bekannt. Israels Armee hatte die Menschen, die sich noch im nördlichen Gazastreifen und in Gaza-Stadt befinden, mehrfach zur Flucht in den Süden aufgerufen.

Israel reagiert mit seinen Bodenaktivitäten auf das Hamas-Massaker am 7. Oktober. Mehr als 1400 Menschen wurden dabei und bei Kämpfen in den folgenden Tagen getötet. (dpa)

15:05 Uhr

Mittwoch, 1. November

Israels Armee greift erneut Ziele im Libanon an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut eine «Terrorzelle» im Süden des Libanons angegriffen. Diese habe versucht, mehrere Panzerabwehrraketen auf den Norden Israels abzufeuern, teilte das Militär am Mittwoch mit. Ausserdem hat sie demnach zusätzlich das Feuer auf israelisches Staatsgebiet in der Nähe der Stadt Kiriat Schmona eröffnet und mit Panzerabwehrraketen geschossen. Die Armee reagiere auf den Beschuss, hiess es weiter.

Immer wieder kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. (dpa)

14:00 Uhr

Mittwoch, 1. November

Bundesrat will 90 Millionen Franken für humanitäre Hilfe

Die Schweizer Landesregierung beantragt dem Parlament weitere 90 Millionen Franken für humanitäre Hilfe in der Region, wie Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekannt gab. «Die humanitäre Lage in Gaza ist katastrophal», heisst es in einer Medienmitteilung. Der bewaffnete Konflikt habe verheerende humanitäre Folgen für Israel, die Palästinensergebiete sowie die betroffenen Nachbarländern. Er drohe die ganze Region zu destabilisieren, vor allem bei grossen zusätzlichen Fluchtbewegungen aus dem Gazastreifen.

Die beantragten Finanzmittel seien vor allem für die UNO, die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sowie andere internationale Nichtregierungsorganisationen bestimmt, heisst es in einer Medienmitteilung. Diese würden konfliktbetroffenen Personen Schutz und Unterkunft bieten und sie mit Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln versorgen.

In seinem Communiqué verurteilte der Bundesrat die von der Hamas verübten Terrorakte «einmal mehr auf das Schärfste» und fordert die sofortige Freilassung aller Geiseln. Er anerkenne Israels Recht auf Selbstverteidigung und Sicherheit. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass beide Parteien verpflichtete seien, die Zivilbevölkerung zu schützen und das humanitäre Völkerrecht zu beachten. «Es braucht humanitäre Feuerpausen oder Waffenruhen, um den Zugang von Hilfsgütern zu ermöglichen und die Bevölkerung zu versorgen», schreibt der Bundesrat. (cbe)

13:37 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Verletzte aus Gazastreifen kommen zur Behandlung nach Ägypten

Erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober haben palästinensische Verletzte die Grenze nach Ägypten zur Behandlung in dortigen Krankenhäusern überquert. Erste Krankenwagen verliessen am Mittwoch den Grenzübergang Rafah und brachten Patienten zum Krankenhaus im Ort Al-Arisch, wie auf Bildern des staatsnahen Fernsehsenders Al-Kahira News zu sehen war. Der Ägyptische Rote Halbmond bestätigte die Ankunft von drei Patienten in Al-Arisch. (dpa)

12:40 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

«Reporter ohne Grenzen» will Ermittlungen zu toten Journalisten in Gaza

Wegen des Todes von Journalisten im Gaza-Krieg fordert die Organisation Reporter ohne Grenzen den Internationalen Strafgerichtshof auf, zu Kriegsverbrechen zu ermitteln. Konkret geht es der Organisation um acht palästinensische Journalisten, die bei Bombardierungen in Gaza umkamen, und einen israelischen Reporter, der getötet wurde, als er über den Angriff von Hamas-Terroristen auf seinen Kibbuz am 7. Oktober berichtete. Das teilte Reporter ohne Grenzen am Mittwoch mit. «Das Ausmass, die Schwere und die Wiederkehr von internationalen Straftaten gegen Journalisten, vor allem in Gaza, rufen nach einer prioritären Untersuchung des Chefanklägers des ICC», zitierte die Organisation ihren Generalsekretär Christophe Deloire.

Es ist bereits das dritte mal seit 2018, dass Reporter ohne Grenzen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu Ermittlungen zu Kriegsverbrechen gegen palästinensische Journalisten in Gaza aufruft.

Der Chefankläger des Weltstrafgerichts, Karim Khan, hatte bereits angegeben, dass er sowohl gegen Israel als auch Palästinenser wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen ermitteln wolle. Khan hatte auch nachdrücklich nichtstaatliche Organisationen aufgerufen, mögliche Beweise dem Gericht zu übergeben. Der Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag ermittelt bereits seit 2021 gegen Hamas und Israel wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen.

Israel erkennt das Gericht nicht an. Palästina aber ist seit 2015 Vertragsstaat. Das Gericht hatte 2021 festgestellt, dass es auch für die seit 1967 besetzten Gebiete wie das Westjordanland und den Gazastreifen zuständig ist. (dpa)

10:35 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Katar vermittelt Öffnung von Grenzübergang Rafah

Das Golfemirat Katar hat nach US-Medienberichten eine vorübergehende Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten vermittelt. Im Rahmen dieser Vereinbarung dürften alle ausländischen Staatsangehörigen den Gazastreifen verlassen, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Mittwoch. Diese Vereinbarung sei unabhängig von Gesprächen über die Freilassung von Geiseln in Gewalt der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Erste Krankenwagen bringen verwundete Palästinenser über die Grenze nach Ägypten.
Bild: Bild: Hatem Ali / AP

Katar habe in Absprache mit den USA, Israel, Ägypten und der Hamas vermittelt, berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf eine Person mit Kenntnis der Gespräche. «Mehrere Hundert Halter ausländischer Pässe» dürften demnach vom Gazastreifen nach Ägypten ausreisen. Zudem könnten Dutzende verletzte Palästinenser ausreisen zur Behandlung in ägyptischen Krankenhäusern. (dpa)

09:40 Uhr

Mittwoch, 1. November

Ausländische Staatsangehörige vor Ausreise aus Gazastreifen

Erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober steht eine Gruppe ausländischer Staatsangehöriger und Palästinenser mit Zweitpass kurz vor der Ausreise aus dem Gazastreifen nach Ägypten. Eine erste Gruppe von ihnen befinde sich im Transitbereich des Grenzübergangs Rafah, sagte Raed Abdel Nasser, Generalsekretär des Ägyptischen Roten Halbmonds im Nord-Sinai. Sie warteten im palästinensischen Teil des Übergangs darauf, ihre Formalien für die Einreise nach Ägypten zu erledigen. Geplant sei die Ausreise von mehr als 500 Ausländern und Palästinensern mit weiterer Staatsangehörigkeit.

An der Grenze versammelten sich am Mittwoch laut Augenzeugen mehrere Halter ausländischer Pässe. Eine offizielle Bestätigung über eine mögliche Grenzöffnung für Zivilisten gab es zunächst nicht. Unklar blieb auch, wann die Grenze im Fall einer Öffnung wieder schliessen würde.

Das von der im Gazastreifen herrschenden Hamas kontrollierte Innenministerium hat eine Liste derjenigen veröffentlicht, die das abgeriegelte Küstengebiet am Mittwoch verlassen sollten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Ministeriums erfuhr.

Am Mittwoch wurde der Grenzübergang bei Rafah erstmals für ausgewählte Zivilisten geöffnet.
Bild: Bild: Hatem Ali / AP

Wie viele Ausländer und Palästinenser mit weiterem Pass sich derzeit im Gazastreifen aufhalten und wie viele ihn verlassen wollen, ist unklar. Dem US-Fernsehsender CNN zufolge befinden sich abgesehen von Geiseln in Gewalt der Hamas etwa 500 bis 600 US-Bürger in dem Gebiet.

Rafah ist der einzige Übergang im Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird. Er gilt für die Bewohner von Gaza als wichtigster Übergang zur Aussenwelt. Die Öffnung von Rafah und wer den Übergang passieren darf, wird streng reguliert. In der Vergangenheit wurde er immer wieder auch für lange Zeiträume komplett geschlossen. (dpa)

09:13 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Krankenwagen warten am Grenzübergang zum Gazastreifen

Die Behandlung palästinensischer Verletzter aus dem Gazastreifen in Ägypten rückt offensichtlich näher. Am Mittwochmorgen fuhren mehr als ein Dutzend ägyptische Krankenwagen zu einem Tor am Grenzübergang Rafah, wie auf Bildern des staatsnahen Fernsehsenders Al-Kahira News zu sehen war. Laut dem Generalsekretär des Ägyptischen Roten Halbmonds im Nord-Sinai, Raed Abdel Nasser, standen 40 Krankenwagen bereit. Al-Kahira News zufolge warteten diese im Transitbereich des Grenzübergangs auf der ägyptischen Seite.

Die Grenzbehörde in Gaza wurde am Dienstagabend von ägyptischer Seite über den geplanten Schritt informiert. 81 Schwerverletzte würden die Grenze in Rafah am Mittwoch überqueren können, um in ägyptischen Krankenhäusern behandelt zu werden, hiess es in einer Mitteilung der Behörde. Auch Mitarbeiter des Ägyptischen Roten Halbmondes wurden am Dienstag informiert, sich für die Öffnung bereitzuhalten.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs war bisher keine Behandlung von Verletzten in Ägypten möglich. Die Öffnung des Übergangs Rafah und wer ihn passieren darf, wird streng reguliert. Der Übergang wurde bisher vor allem zur Lieferung von Hilfsgütern genutzt.

Ägypten hat zur Behandlung palästinensischer Verwundeter bereits ein Feldlazarett errichten lassen. Es liegt hinter einem staatlichen Krankenhaus im Ort Scheich Suwaid, etwa 15 Kilometer vom Übergang Rafah entfernt. Laut Berichten verfügt es über mindestens 300 Betten.

Al-Kaira News berichtete, Ägypten sei zum Empfang von etwa 80 Verwundeten bereit, die Scheich Suwaid sowie im Küstenort Al-Arisch behandelt werden sollen. Abdel Nasser vom Ägyptischen Roten Halbmond sagte, auch Transfers in andere Spezialkrankenhäuser seien möglich, darunter in Kairo.

In dem Krieg wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde etwa 8300 Zivilisten im Gazastreifen getötet und 21'500 weitere verletzt. Diese Angaben können bislang nicht unabhängig überprüft werden.

Seit die islamistische Hamas 2007 gewaltsam die Kontrolle über den Gazastreifen an sich gerissen hat, hat Israel eine Blockade des Küstengebiets verschärft, die Ägypten mitträgt. Die Regierung in Kairo hat dabei auch Sorge, dass über Rafah eine Vielzahl von palästinensischen Flüchtlingen nach Ägypten kommen könnte. (dpa)

08:17 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Gazastreifen: Verlust von Kommunikationsverbindungen gemeldet

Im Gazastreifen sind Berichten zufolge erneut die Internet- und Telefonverbindungen gekappt worden. Die Gruppe NetBlocks.org, die sich mit Internetzugang beschäftigt, bestätigte der Nachrichtenagentur AP per E-Mail, dass es einen «kompletten oder nahezu kompletten Ausfall der Telekommunikation» in dem Gebiet gebe, der mit der Situation vom Wochenende vergleichbar sei. Damals waren viele israelische Bodentruppen in den Gazastreifen vorgedrungen. Stunden vor dem jüngsten gemeldeten Verlust der Kommunikationsverbindungen hatten israelische Luftangriffe Wohngebäude nahe Gaza-Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Zudem kämpften israelische Soldaten im Gazastreifen gegen Extremisten der militant-islamistischen Hamas.

Bewohner des Gazastreifens konnten am Mittwochmorgen nicht telefonisch erreicht werden. Hilfsorganisationen haben zu bedenken gegeben, dass der Verlust der Kommunikationsverbindungen ihre Arbeit angesichts einer bereits schwierigen Lage im Gazastreifen stark beeinträchtige. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gebiets ist vertrieben worden. Grundversorgungsgüter gehen zur Neige. (AP)

07:40 Uhr

MITTWOCH, 1. NOVEMBER

Arabische Staaten verurteilen Luftangriffe auf Gaza-Flüchtlingslager

Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Israel wegen Luftangriffen auf ein Flüchtlingslager nahe Gaza-Stadt im Krieg gegen die Hamas scharf verurteilt. Es habe sich um «ein neues Massaker an dem wehrlosen palästinensischen Volk gehandelt, vor allem Frauen und Kinder», kritisierte die Regierung Katars. Die Ausweitung israelischer Attacken im Gazastreifen stelle «eine gefährliche Eskalation im Verlauf der Konfrontationen dar, die Vermittlungen und Bemühungen um Deeskalation untergraben» würden. Katar hat in Verhandlungen mit der Hamas um die Freilassung von rund 240 Geiseln vermittelt, die beim Terrorangriff der militanten Gruppe auf Südisrael am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Saudi-Arabien erklärte, es verurteile die «inhumane Invisiernahme des Lagers Dschabalija durch israelische Besatzungstruppen aufs Schärfste». Die gefährlichen humanitären Bedingungen infolge der anhaltenden Eskalation seien durch nichts zu rechtfertigen. Menschenleben zu verschonen, Zivilisten zu schützen und Militäroperationen zu stoppen, habe vordringliche Priorität, mahnte das Königreich. Vor dem Krieg hatte die Führung in Riad noch eine mögliche Normalisierung der Beziehungen mit Israel geprüft.

Die Vereinigten Arabischen Emirate warnten, dass «willkürliche Attacken irreparable Auswirkungen in der Region nach sich ziehen» würden. 2020 hatten die Emirate und Israel volle diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Nach Darstellung des von der Hamas geführten Innenministeriums im Gazastreifen wurde das Lager Dschabalia am Dienstag von mehreren israelischen Luftangriffen getroffen. Es habe zahlreiche Opfer gegeben. Details wurden nicht genannt. Nach Angaben eines lokalen Krankenhausdirektors wurden Hunderte Menschen verletzt oder getötet.

Israel erklärte, der Angriff habe eine Hamas-Kommandozentrale in Wohnhäusern und ein darunter liegendes Tunnelnetz im Flüchtlingslager zerstört. Dabei sei eine grosse Zahl von Hamas-Terroristen getötet worden. (dpa)

06:22 Uhr

Mittwoch, 1. November

Dutzende Tote bei israelischem Grossangriff - Die Nacht im Überblick

Bei einem Grossangriff des israelischen Militärs auf Dschabalia im Norden des Gazastreifens sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Schlag wurden nach Angaben des Militärs am Dienstag rund 50 Terroristen getötet, darunter ein Drahtzieher des Massakers der islamistischen Hamas in Israel vom 7. Oktober. Laut einem Arzt des Kamal-Adwan-Krankenhauses kamen mindestens 35 Menschen bei dem Angriff ums Leben, darunter auch Kinder und Frauen.

Zudem seien mehr als 200 Verletzte in die Klinik eingeliefert worden, sagte Hussam Abu Safija. Auf die zivilen Opfer des Grossangriffs angesprochen, sagte ein Sprecher der isrealischen Armee dem US-Fernsehsender CNN: «Das ist die Tragödie des Krieges.»

Tod und Verwüstung in Dschabalia

Auf Aufnahmen aus der bombardierten Stadt sind grosse Krater und völlig zerstörte Häuser zu sehen. Palästinenser suchen in den Trümmerbergen nach Überlebenden und Leichen. Nach Darstellung des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden bei dem Angriff auf Dschabalia «Hunderte Menschen» verletzt und getötet. Eine exakte Angabe zur Zahl der Toten machte die Behörde nicht. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Das israelische Militär sprach von einem «gross angelegten Angriff» auf eine «militärische Hochburg der Hamas» im Westen der Stadt. Dort seien unter anderem Terroristen ausgebildet worden. Neben Bodentruppen seien auch Kampflugzeuge an dem Angriff beteiligt gewesen. Infolge der Bombardierungen seien auch Tunnel eingestürzt.

Israel: Drahtzieher der Hamas-Massaker unter Toten

Bei dem Einsatz wurde demnach der Hamas-Kommandeur Ibrahim Biari getötet, der den Angaben nach unter anderem an den Hamas-Massakern im israelischen Grenzgebiet von vor dreieinhalb Wochen beteiligt gewesen war. Dieser habe sich - wie für die Hamas üblich - zwischen Zivilisten versteckt. Die islamistische Organisation habe in der Gegend die Kontrolle über zivile Gebäude gehabt, hiess es weiter. Unterdessen kamen bei Kämpfen mit der Hamas auch zwei israelische Soldaten ums Leben. Die beiden 20 Jahre alten Männer seien am Dienstag im Norden des Küstengebiets ums Leben gekommen, hiess es.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich «zutiefst beunruhigt» über die Verschärfung des Konflikts. Dazu gehörten die Ausweitung der Bodenoperationen der israelischen Streitkräfte genauso wie intensivierte Luftangriffe und der anhaltende Raketenbeschuss aus Gaza auf Israel, teilten die Vereinten Nationen am Dienstag in New York mit. Guterres forderte erneut einen humanitären Waffenstillstand und ungehinderten Zugang von Hilfskräften in den Gazastreifen.

Südamerikanische Länder verurteilen Israels Vorgehen

Bolivien brach unterdessen die diplomatischen Beziehungen zu Israel wegen dessen Angriffen auf den Gazastreifen ab. Das südamerikanische Land habe die Entscheidung «in Ablehnung und Verurteilung der aggressiven und unverhältnismässigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen und der Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit» getroffen, erklärte das Aussenministerium am Dienstag.

Gleichzeitig beorderten die südamerikanischen Länder Chile und Kolumbien ihre Botschafter für Konsultationen zurück. «Chile verurteilt die Militäroperation im Gazastreifen auf das Schärfste und stellt mit grosser Besorgnis fest, dass dieser Einsatz, der eine kollektive Bestrafung der palästinensischen Zivilbevölkerung darstellt, die grundlegenden Normen des Völkerrechts nicht einhält», hiess es in einer Mitteilung des chilenischen Aussenministeriums.

Israel ruft erneut Zivilisten zur Flucht auf

Israels Armee hatte die Einwohner des nördlichen Gazastreifens mehrfach dazu aufgerufen, sich im Süden in Sicherheit zu bringen, da sie im Norden die Einrichtungen der islamistischen Hamas bekämpfen will. Doch auch im Süden kommt es zu israelischen Luftangriffen. Die Armee wiederholte derweil ihren Aufruf, in den Süden zu fliehen.

Dort trafen am Dienstag weitere 59 Lastwagen mit dringend benötigten Hilfsgütern ein. Damit sind nach Angaben von Hilfsorganisationen seit Beginn des Gaza-Krieges etwas mehr als 200 Lastwagen in dem von Israel abgeriegelten Küstengebiet eingetroffen. Laut UN werden jedoch täglich 100 Lkw-Ladungen benötigt, um die 2,2 Millionen Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor Kriegsbeginn kamen nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA im Schnitt 500 Lkw in das Gebiet - jeden Tag.

Zusammenstösse auch im Westjordanland

Unterdessen kam es auch im Westjordanland wieder zu Zusammenstössen mit dem israelischen Militär, bei denen am Dienstag palästinensischen Angaben zufolge zwei Menschen getötet wurden. Sechs weitere Menschen seien bei der Razzia verletzt worden, eine Person davon lebensgefährlich. Die Lage im israelisch besetzten Westjordanland hat sich seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas noch einmal erheblich verschärft.

Was am Mittwoch wichtig wird

Der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen könnte nach Angaben des Ägyptischen Roten Halbmondes geöffnet werden, um verwundete Palästinenser zur Behandlung nach Ägypten zu lassen. Die Mitarbeiter seien informiert worden, sich für Mittwoch bereitzuhalten, sagte der Generalsekretär des Roten Halbmonds im Nord-Sinai, Raed Abdel Nasser. Rafah ist der einzige Übergang im Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird. (dpa)

19:24 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

USA verlegen wegen Gaza-Krieg weitere 300 Soldaten in den Nahen Osten

Das US-Militär verlegt angesichts des Gaza-Kriegs weitere 300 Soldaten in den Nahen Osten. Sie würden von ihren Heimatstandorten auf dem amerikanischen Festland in die Region des Regionalkommandos Centcom verlegt, teilte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Dienstag in Washington mit. Zu den genauen Einsatzorten könne er keine Angaben machen, die Soldaten würden aber nicht nach Israel verlegt, sagte er. Ziel der Verlegung sei es, die Abschreckungsbemühungen in der Region zu unterstützen und den Schutz der dort stationierten US-Streitkräfte zu verstärken.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das US-Militär 900 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Zur Abschreckung regionaler Akteure haben die USA mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge ins östliche Mittelmeer verlegt. Im Irak und in Syrien waren stationierte US-Kräfte in den vergangenen Tagen Ziel von Attacken proiranischer Milizen geworden. (dpa)

18:12 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Israelische Armee: Zwei Soldaten im Norden des Gazastreifens getötet

Zwei israelische Soldaten sind nach Angaben der Armee bei Kämpfen mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet worden. Die beiden 20 Jahre alten Männer seien am Dienstag im Norden des Küstengebiets ums Leben gekommen, teilte das Militär mit. Zwei weitere Streitkräfte wurden den Angaben nach bei den Gefechten schwer verletzt.

Die Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass Israel den Einsatz mit Bodentruppen im Gazastreifen vorantreibe. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 300 Ziele angegriffen und Dutzende Terroristen getötet worden.

Der militärische Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, behauptete, Fahrzeuge der israelischen Armee unter anderem mit Raketen sowie Soldaten mit Mörsergranten angegriffen zu haben. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Israels Armee hatte am Wochenende eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Neben massiven Luftangriffen weiteten die israelischen Truppen auch ihre Einsätze am Boden aus. (dpa)

17:17 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Hamas und Iran tauschen sich über Gaza-Krieg aus

Der Chef des politischen Büros der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und Irans Aussenminister haben sich über die Entwicklungen im Gaza-Krieg ausgetauscht. Bereits zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn kamen Irans Aussenminister Hussein Amirabdollahian und Hamas-Chef Ismail Hanija in der katarischen Hauptstadt Doha zusammen, wie Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag berichtete.

Die Region stehe am Rande einer wichtigen Entscheidung, zitierte das Aussenministerium den Minister. Der palästinensische Widerstand sei der definitive Sieger auf dem Platz, sagte Amirabdollahian laut der Mitteilung. «Das zionistische Regime ist kollabiert», sagte er.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans erklärter Erzfeind. Teheran hat seit den 1990er Jahren seine politischen und militärischen Beziehungen in der Region ausgebaut, um mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine «Achse des Widerstands» gegen Israel zu schaffen. Der Iran unterhält gute Beziehungen zur Hamas. Die Islamische Republik will nach eigenen Angaben auch bei der Freilassung von Geiseln vermitteln.

Das Golfemirat Katar gehört seit etwa 15 Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Das reiche Emirat greift der islamistischen Bewegung vor allem politisch unter die Arme und leistet finanzielle Hilfe, etwa beim Wiederaufbau von Infrastruktur nach israelischen Angriffen. Hanija selbst lebt in Katar. Amirabdollahian traf am Dienstag auch den katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani. (dpa)

15:54 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Hamas feuert Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Eilat und Haifa

Mitglieder der Hamas haben eigenen Angaben zufolge aus dem Gazastreifen zwei Raketen mit grösserer Reichweite in Richtung Haifa im Norden und Eilat im Süden Israels abgefeuert. In Orten südlich der Küstenstadt Haifa wurde Raketenalarm ausgelöst, wie Israels Armee am Mittwoch mitteilte. Auch im Grossraum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv gab es nach Militärangaben wieder Raketenalarm.

Das in den Norden Israels abgefeuerte Geschoss sei dort in der Luft explodiert, meldeten israelische Medien unter Berufung auf das Militär. Das andere sei im Süden des Landes auf offenes Gelände gefallen. Demnach habe es sich bei den Geschossen um Raketen mit grösserer Reichweite gehandelt. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach den Hamas-Massakern am 7. Oktober im israelischen Grenzgebiet hat die Islamistenorganisation mehrfach Raketen mit grösserer Reichweite abgefeuert. In den meisten Fällen schiessen die Militanten im Gazastreifen Raketen mit kürzeren oder mittleren Reichweiten ab. Die Kurzstreckenraketen bedrohen israelische Ortschaften in der Nähe zum Gazastreifen, Mittelstreckenraketen etwa den Grossraum Tel Aviv und Jerusalem. (dpa)

15:46 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Jemenitische Huthi-Rebellen reklamieren Angriff auf Israel für sich

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben Gebiete in Israel angegriffen. Eine grosse Anzahl von Drohnen und «eine grosse Ladung» Raketen seien auf «mehrere Ziele des israelischen Feindes» abgeschossen worden, hiess es in einer Mitteilung der vom Iran unterstützten Rebellen vom Dienstag. Ein Sprecher sagte in der von der Huthi-nahen Nachrichtenseite Saba veröffentlichten Erklärung, «dass dies die dritte Operation» zur Unterstützung der Palästinenser sei und dass sie weiterhin «Angriffe mit Raketen und Drohnen durchführen werden, bis die israelische Aggression endet».

Nach vorigen Angaben der israelischen Armee hatte die Raketenabwehr eine Boden-Boden-Rakete «vom Gebiet des Roten Meeres» ausserhalb Israels abgefangen.

Terroristen der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas und anderer Gruppen hatten am 7. Oktober in Israel überraschend angegriffen und Massaker unter Zivilisten angerichtet. Israel greift seither massiv Stellungen der Hamas im Gazastreifen an - seit dem Wochenende auch mit Bodentruppen. Weltweit wachsen Sorgen vor einer noch grösseren Eskalation der Gewalt in Nahost. (dpa)

14:28 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Israels Armee greift erneut «Terrorzelle» im Libanon an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut eine «Terrorzelle» im Libanon angegriffen. Diese habe geplant, Panzerabwehrraketen nach Israel abzufeuern, teilte das Militär am Dienstag mit. Zusätzlich seien Panzerabwehrraketen auf zwei Stellungen der israelischen Armee in Grenznähe geschossen worden. Die Armee reagiere auf den Beschuss, hiess es.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Schiitenmiliz Hisbollah. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. (dpa)

14:27 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Erneut Raketenangriffe auf Zentrum und Süden Israels

Militante Palästinenser aus dem Gazastreifen haben erneut Raketen auf das Zentrum Israels sowie den Süden des Landes abgefeuert. Raketenalarm wurde mehrfach ausgelöst, wie die Armee am Dienstag mitteilte. (dpa)

14:25 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Israel: Boden-Boden-Rakete bei Rotem Meer abgefangen

Die israelische Raketenabwehr hat nach Angaben der Armee eine Boden-Boden-Rakete im Gebiet des Roten Meers abgefangen. Dies sei das erste operative Abfangen durch das Raketenabwehrsystem Arrow seit Beginn des Krieges, teilte die Armee am Dienstag mit. Die Rakete sei «vom Gebiet des Roten Meeres» nach Israel abgefeuert worden und ausserhalb Israels abgefangen worden. (dpa)

14:24 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Hamas: Kämpfe mit israelischen Bodentruppen rund um Stadt Gaza<

Im Gazastreifen ist es nach Angaben der islamistischen Hamas zu Kämpfen mit israelischen Bodentruppen an mehreren Punkten rund um die Stadt Gaza gekommen. Israel äusserte sich zunächst nicht zum Standort seiner Truppen.

Wie der militärische Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, am Dienstag mitteilte, hatten Kämpfer südlich der Stadt Gaza unter anderem mit Panzerabwehrraketen und Sprengsätzen vier Fahrzeuge der israelischen Armee angegriffen. Nordwestlich von Gaza seien ein Panzer und ein Bulldozer mit zwei Panzerabwehrraketen angegriffen, nördlich der Stadt weitere Fahrzeuge beschossen worden.

Zudem seien Soldaten zu Fuss nahe des Grenzübergangs Kerem Schalom im Südosten des Gazastreifens mit Mörsergranaten beschossen worden, hiess es. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

13:39 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 8500

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 8525 gestiegen. Zudem seien 21 543 Menschen verletzt worden, teilte die Behörde am Dienstag in Gaza mit. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

11:56 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Israel: Mindestens 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt

Bei dem Hamas-Terrorüberfall am 7. Oktober auf Israel sind nach israelischen Armeeangaben mindestens 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. Darüber seien die Angehörigen informiert worden, teilte der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari, am Dienstag mit. Das Militär geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind. Unter den Verschleppten befinden sich auch mehrere Deutsche, mit denen die Bundesregierung allerdings keinen Kontakt hat.

Nach Militärangaben gelten seit dem Terrorüberfall immer noch 40 Menschen als vermisst. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen. (dpa)

11:55 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Unicef: «Gaza ist ein Friedhof für Kinder» - bisher 3450 getötet

Im Gaza-Krieg sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef bisher 3450 Kinder getötet worden. «Gaza ist ein Friedhof für Kinder geworden», sagte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag während eines Briefings in Genf. Eine Quelle für die Zahl nannte er nicht. Ohne Lieferungen von Treibstoff, Medikamenten, Wasser und Lebensmitteln könnten die aktuellen Zahlen bald «nur die Spitze eines Eisbergs sein», so Elder weiter.

Treibstoff werde unter anderem gebraucht, um die Generatoren der Kliniken zu betreiben, Wasser aufbereiten zu können und für die Rettungsfahrzeuge, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die UN-Vertreter forderten erneut eine sofortige Waffenruhe. (dpa)

11:39 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Israel treibt Bodeneinsätze im Gazastreifen voran

Israel treibt nach eigenen Angaben die Bodeneinsätze in dem von der islamistischen Hamas kontrollierten Gazastreifen voran. «Hunderte Ziele der mörderischen Hamas-Terrororganisation» seien bei «koordinierten Luft- und Bodenangriffen» attackiert worden, teilte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Dienstag mit.

Dabei sei auch ein führender Kommandant des Terror-Überfalls im Süden Israels am 7. Oktober getötet worden. Angaben zu den Standorten der Truppen oder einer Verstärkung der Einheiten machte er nicht.

«Während wir sprechen, kämpfen unsere Soldaten auf dem Schlachtfeld, (...) beteiligen sich an heftigen Nahkämpfen, bei denen sie Terroristen beseitigen», sagte er. «Die kommenden Wochen werden Widerstandsfähigkeit und Geduld von uns allen verlangen», sagte er.

Israels Armee hatte am Wochenende eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Neben massiven Luftangriffen weiteten die israelischen Truppen auch ihre Einsätze am Boden aus. Medienberichten zufolge sollen sie am Montag etwa drei Kilometer in den Gazastreifen vorgestossen sein. (dpa)

10:59 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Gaza: Palästinensische Menschenrechtsgruppen fordern Haftbefehle

Drei palästinensische Menschenrechtsgruppen haben den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) aufgefordert, gegen Angehörige von Israels Regierung und Militär internationale Haftbefehle auszustellen. Diese müssten sich vor allem gegen Verantwortliche von «internationalen Verbrechen gegen Kinder» richten, teilten die Organisationen Al-Haq, das Al Mezan Center for Human Rights und das Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) am Montagabend mit.

Auch in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine seien in einem laufenden Krieg Haftbefehle erlassen worden, hiess es. Das sei ein Beweis dafür, dass der Chefankläger des Strafgerichtshof solch einen Schritt auch während aktiv stattfindender Gefechte veranlassen könne. Die Organisationen bezogen sich dabei auf internationale Haftbefehle gegen Russlands Präsident Wladimir Putin und die Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa.

«In drei Wochen wurden in Gaza mehr palästinensische Kinder getötet als Kinder in Konfliktzonen weltweit über ein gesamtes Jahr», schrieben die Organisationen. Sie bezogen sich dabei auf Angaben der Hilfsorganisation Save the Children. Ihr zufolge wurden in Gaza über drei Wochen fast 3200 Kinder getötet. Das seien mehr als die Zahl der getöteten Kinder in bewaffneten Konflikten weltweit - in mehr als 20 Ländern - über ein gesamtes Jahr. 40 Prozent der Todesopfer in Gaza seien Kinder und 1000 weitere Kinder würden als vermisst gelten.

Die Hilfsorganisation bezog sich auf Zahlen der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen, die von der islamistischen Hamas kontrolliert wird. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Die Zahlen beziehen sich auf Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren. (dpa)

08:14 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Weitere 26 Lastwagen bringen Hilfsgüter in Gazastreifen

Im Gazastreifen sind weitere 26 Lastwagen mit dringend benötigten Hilfsgütern eingetroffen. Sie hätten Essen und Arzneimittel von Ägypten über die Grenze gebracht, teilte der Palästinensische Rote Halbmond am Montagabend mit. Damit seien seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der Palästinenserorganisation Hamas insgesamt 144 Lkw in dem abgeriegelten Küstengebiet eingetroffen. Die Lieferung von Treibstoff sei weiterhin nicht genehmigt worden, hiess es.

Die Vereinten Nationen betonen immer wieder, dass die Lieferungen angesichts der dramatischen humanitären Lage in Gaza bei Weitem nicht reichen. «Die Handvoll Konvois, die durch (den Grenzübergang) Rafah gelassen wird, ist nichts im Vergleich zu den Bedürfnissen von mehr als zwei Millionen in Gaza gefangenen Menschen», sagte Philippe Lazzarini, Generalkommissar des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA.

Laut UN werden täglich eigentlich 100 Lastwagenladungen benötigt, um die 2,2 Millionen Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor Kriegsbeginn kamen dem UN-Nothilfebüro OCHA zufolge im Durchschnitt unter der Woche täglich 500 Lkw in den Gazastreifen. (dpa)

05:33 Uhr

Dienstag, 31. Oktober

Palästinenser: Gaza ist «Hölle auf Erden» – Die Nacht im Überblick

Während Israels Bodentruppen verstärkt im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas vorrücken, hat der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen mit drastischen Worten auf das Leiden der Zivilbevölkerung hingewiesen. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates sagte Riad Mansur mit Blick auf die heftigen Kämpfe: «Gaza ist jetzt die Hölle auf Erden.»

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt jedoch trotz Kritik an der hohen Zahl ziviler Opfer eine Waffenruhe ab und verglich den Krieg gegen die Hamas mit dem Kampf der Alliierten gegen die Nazis. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan steckte sich derweil vor dem Weltsicherheitsrat einen gelben Davidstern mit den Worten «Never Again» («Nie Wieder») ans Revers. Dies erinnert an Sterne, die die Nazis im Dritten Reich Juden als Kennzeichen aufgezwungen hatten. Er werde den Stern tragen, so wie seine Grosseltern und die Grosseltern von Millionen Juden, sagte Erdan an den Sicherheitsrat gewandt. «Wir werden den Stern tragen, bis Sie die Gräueltaten der Hamas verurteilen und Sie die sofortige Freilassung unserer Geiseln fordern».

Erdan verglich Israels Bodenoffensive mit der Landung der Alliierten 1944 in der Normandie. Hätte es den Weltsicherheitsrat am 6. Juni 1944, auch als D-Day bekannt, gegeben, hätte es vermutlich auch eine heftige Debatte darüber gegeben, wie viel Strom und Treibstoff die Münchner Bürger noch hätten, spottete er vor dem UN-Sicherheitsrat. Der palästinensische UN-Vertreter Mansur flehte dagegen: «Behandeln Sie uns wie Menschen mit dem Respekt, den wir verdienen. Wir sind keine Untermenschen. Wir sind nicht von einem anderen Planeten.»

UN-Hilfsorganisation: Bevölkerung wird entmenschlicht

Der Chef des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) drängte auf eine Ausweitung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen. Eine Handvoll Konvois wie bislang reiche für mehr als zwei Millionen Notleidende nicht aus, sagte UNWRA-Generalkommissar Philippe Lazzarini. Die meisten Menschen im Gazastreifen fühlten sich in einem Krieg gefangen, mit dem sie nichts zu tun hätten. «Sie haben das Gefühl, dass die Welt sie alle mit der Hamas gleichsetzt. Das ist gefährlich. Und das wissen wir nur zu gut aus früheren Konflikten und Krisen. Eine ganze Bevölkerung wird entmenschlicht», warnte Lazzarini.

Akuter Treibstoffmangel wirkt sich nach UN-Angaben bereits auf die Wasserversorgung der Bewohner Gazas aus. «Nur eine Entsalzungsanlage arbeitet mit lediglich einer Kapazität von fünf Prozent, während alle sechs Wasseraufbereitungsanlagen im Gazastreifen aufgrund von Treibstoff- oder Strommangels derzeit ausser Betrieb sind», sagte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Catherine Russell. Sie flehe den Weltsicherheitsrat an, unverzüglich eine Resolution zu verabschieden, die die Parteien an ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen erinnere, sagte Russell. Dazu gehöre auch ein Waffenstillstand. Der palästinensische UN-Vertreter Mansur zitierte den ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld mit den Worten: «Die Vereinten Nationen wurden nicht gegründet, um uns in den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hölle zu retten.» Dies bedeute nichts anderes als die Rettung der Palästinenser in Gaza, forderte Mansur.

Israel lehnt eine Waffenruhe jedoch weiterhin ab. «So wie die USA nach der Bombardierung von Pearl Harbor oder dem Terroranschlag vom 11. September keiner Waffenruhe zugestimmt hätten, wird Israel einem Stopp der Kämpfe mit der Hamas nach den schrecklichen Angriffen des 7. Oktobers nicht zustimmen», so Regierungschef Netanjahu am Montag vor Journalisten. «Aufrufe an Israel, einer Waffenruhe zuzustimmen, sind Aufrufe, gegenüber der Hamas, gegenüber Terrorismus, gegenüber der Barbarei zu kapitulieren. Das wird nicht passieren.»

Israels Bodentruppen rücken weiter vor

Und so rücken Israels Bodentruppen im Verbund mit der Luftwaffe und Marine denn auch weiter im Gazastreifen vor. Dabei befreiten sie nach eigenen Angaben eine ihrer Soldatinnen aus der Gewalt der Hamas. Mindestens 239 weitere Menschen waren bei dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober laut Israels Armee in den Gazastreifen verschleppt worden, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Hamas liess bisher auf Vermittlung Katars und Ägyptens vier Geiseln frei. Israels Armee geht davon aus, dass die meisten der übrigen Geiseln noch am Leben sind.

40 Menschen gelten seit den Terroranschlägen noch als vermisst. Wegen ihres schlimmen Zustands sind viele der Leichen noch nicht identifiziert. Unter den Getöteten ist auch die Deutsche Shani Louk.

Unterdessen bombardierten Kampfflugzeuge des israelischen Militärs auch «Terrorinfrastruktur» der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, wie die Armee in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Dazu gehörten Waffen und Stellungen der Hisbollah. In den Tagen zuvor waren nach Angaben der Armee erneut Raketen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. An der Grenze kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Konfrontationen. Die Hisbollah hat Verbindungen zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas. (dpa)

17:45 Uhr

MONTAG, 30. OKTOBER

Armee: Israelische Soldatin bei Einsatz im Gazastreifen befreit

Eine israelische Soldatin ist nach Militärangaben bei dem Einsatz der Bodentruppen im Gazastreifen befreit worden. Die am 7. Oktober von der Hamas entführte Frau sei in gutem Zustand und habe ihre Familie bereits getroffen, teilte die Armee am Montag auf der Online-Plattform X (vormals Twitter) mit. (dpa)

13:00 Uhr

MONTAG, 30. OKTOBER

Für Juden ist es in Russland nicht mehr sicher

Die antisemitische Stimmung in Russland steigt: Nach dem Sturm auf den Flughafen kam es die ganze Nacht hindurch zu Zusammenstössen mit der Polizei, während der Kreml schwieg. Eine Analyse.

12:22 Uhr

MONTAG, 30. OKTOBER

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 8300

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut Hamas-kontrolliertem Gesundheitsministerium auf 8306 gestiegen. Es seien zudem 21 048 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium in Gaza am Montag. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

11:11 Uhr

Montag, 30. Oktober

Bisher 117 Lastwagen mit Hilfsgütern im Gazastreifen angekommen

Im Gazastreifen sind seit Kriegsbeginn am 7. Oktober nach Angaben der UNO 117 Lastwagen mit Hilfsgütern eingetroffen. Trotz der geringen Menge würden die Güter eine «entscheidende Rolle» dabei spielen, unter anderem die wesentliche Gesundheitsversorgung in Gaza zu stärken, teilte das UNO-Nothilfebüro OCHA in Genf mit.

Nach UNO-Angaben werden täglich eigentlich 100 Lastwagenladungen benötigt, um die 2,2 Millionen Menschen dort mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor Kriegsbeginn kamen OCHA zufolge im Durchschnitt unter der Woche täglich 500 Lastwagen in den Gazastreifen.

Am Sonntag seien 33 Lastwagen in dem abgeriegelten Küstenstreifen angekommen und damit die grösste Lieferung an einem Tag seit Kriegsbeginn. Darunter seien Wasser, Lebensmittel und Arzneimittel. «Die Erhöhung ist willkommen, es wird laufend aber eine viel grössere Menge benötigt, um eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage zu vermeiden, darunter auch zivile Unruhen.»

Das UNO-Palästinenserhilfswerk UNRWA befürchtet, dass die Ordnung wegen der Knappheit an humanitären Gütern zusammenbricht. Am Sonntag waren Tausende von Menschen in Lager- und Verteilpunkte für Hilfsgüter eingebrochen. Sie hätten dabei Mehl und andere Dinge wie Hygiene-Artikel mitgenommen. (dpa)

09:31 Uhr

MONTAG, 30. OKTOBER

Nach Hamas-Überfall vermisste Deutsche Shani Louk ist tot

Die seit dem Hamas-Terrorüberfall auf Israel vermisste Deutsche Shani Louk ist nach Angaben ihrer Mutter tot. Das sei ihr vom israelischen Militär in der Nacht zum Montag mitgeteilt worden, sagte Shanis Mutter Ricarda Louk der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte RTL/ntv darüber berichtet.

Die Leiche ihrer Tochter sei bislang zwar nicht gefunden worden, sagte Ricarda Louk. Man habe aber einen Splitter eines Schädelknochens gefunden und daran eine DNA-Probe gemacht. Das erforderliche Vergleichsmaterial hätten die Eltern schon vor längerer Zeit zur Verfügung gestellt. Die Mutter geht davon aus, dass ihre Tochter bereits seit dem 7. Oktober tot ist - möglicherweise sei sie bei dem Terrorüberfall durch einen Schuss in den Schädel getötet worden.

Die 22 Jahre alte Shani Louk wurde nach Angaben ihrer Familie bei einem Musikfestival in der israelischen Negev-Wüste von der islamistischen Hamas getötet. Bilder und Videos, die im Internet kursierten, zeigten demnach den Körper der jungen Frau auf einem Pick-up. Zunächst ging Shani Louks Familie, von der ein Teil in Baden-Württemberg lebt, davon aus, dass die junge Frau schwer verletzt wurde, aber am Leben war und sich im Gazastreifen befand. Die Familie sich seit dem Überfall für die Freilassung aller Geiseln eingesetzt.

Die Nachricht sei zwar schrecklich. Es sei aber gut, nun Gewissheit zu haben. «Wenigstens hat sie nicht gelitten», sagte Ricarda Louk. (dpa)

07:41 Uhr

MONTAG, 30. OKTOBER

Israels Armee stösst weiter im Gazastreifen vor

Die Bodentruppen der israelischen Armee haben bei ihrem Vorstoss im Gazastreifen nach eigenen Angaben Dutzende Terroristen getötet. Wie das israelische Militär am Montagmorgen auf Telegram mitteilte, hatte sich der Gegner in Gebäuden und Tunneln verbarrikadiert und versucht, die israelischen Soldaten anzugreifen.

Ein von den Bodentruppen angeleitetes Kampfflugzeug habe ein Gebäude der islamistischen Hamas, in dem sich mehr als 20 der Terroristen aufhielten, bombardiert. In den vergangenen Tagen seien mehr als 600 Terrorziele angegriffen worden, darunter Waffendepots, Dutzende Abschusspositionen für Panzerabwehrraketen sowie Verstecke und Stützpunkte der Hamas, teilte das israelische Militär weiter mit.

Wie der US-Fernsehsender CNN unterdessen auf Basis ausgewerteter eigener Luftaufnahmen berichtete, ist das israelische Militär inzwischen etwa drei Kilometer in den abgeriegelten Gazastreifen vorgestossen. Der Küstenstreifen am östlichen Mittelmeer ist etwa 40 Kilometer lang und zwischen sechs und 14 Kilometer breit. Flächenmässig ist der Gazastreifen etwas grösser als München. Das abgeriegelte Küstengebiet grenzt im Norden und Osten an Israel und im Süden an Ägygten. Israel kontrolliert das angrenzende Mittelmeer im Westen.

Statt eines plötzlichen Grossangriffs setzt Israels Militär offenbar eher auf eine allmähliche Ausweitung seiner Bodeneinsätze gegen die Hamas. (dpa)

06:13 Uhr

Montag, 30. Oktober

Israel rückt verstärkt gegen Hamas vor - die Nacht im Überblick

Während Israels Militär im Gazastreifen verstärkt mit Panzerverbänden und Kampfflugzeugen gegen die islamistische Hamas vorrückt, wird die humanitäre Lage für die Menschen dort immer furchtbarer. Obwohl Israel mit Nachdruck die noch im Norden des Gazastreifens verbliebenen Zivilisten, darunter Patienten in Krankenhäusern, aufrief, sich in den Süden in Sicherheit zu begeben, halten sich etwa beim Schifa-Krankenhaus nach TV-Berichten weiterhin Tausende von Menschen auf. Nach israelischer Darstellung dient das Krankenhaus auch als Hamas-Kommandozentrum. Derweil kommt es im Nordkaukasus zu gewaltsamen antijüdischen Übergriffen angesichts von immer mehr Todesopfern im Gazastreifen.

Antijüdische Übergriffe in Dagestan

Wegen des Gaza-Konflikts ist es in Russlands muslimisch geprägtem Nordkaukasus verstärkt zu antijüdischen Übergriffen gekommen. In Machatschkala in der Teilrepublik Dagestan drang eine Menschenmenge am Sonntagabend in den Flughafen ein, weil dort eine Maschine aus Tel Aviv gelandet war, in der angeblich Flüchtlinge aus Israel sassen. Bei dem Vorfall seien mehr als 20 Menschen teils schwer verletzt worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Israel forderte die russischen Behörden zum Schutz seiner Staatsbürger auf. Die USA verurteilten die antisemitischen Vorfälle in Dagestan, so die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats auf der Plattform X.

Chefankläger warnt Israel und Hamas

Der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof, Karim Khan, warnte derweil Israel wie auch die Hamas vor Verstössen gegen das Völkerrecht. «Ich möchte Israel gegenüber klar betonen, dass es ohne weitere Verzögerung erkennbare Anstrengungen unternehmen muss, um sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung Grundnahrungsmittel erhält, Medizin, Narkosemittel», sagte Khan in Kairo mit Blick auf die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen. Und an die Adresse der in Gaza herrschenden Hamas und aller, «die dort die Kontrolle haben»: Die Hilfe müsse die Zivilbevölkerung erreichen «und nicht missbraucht oder von ihr abgezweigt» werden, warnte der Chefankläger.

Israel will Hilfslieferungen erleichtern

Israel will derweil die Lieferung humanitärer Hilfsgüter nach Gaza nach eigenen Angaben erleichtern. Elad Goren von der zuständigen Cogat-Behörde sagte Journalisten am Sonntag, die Hilfslieferungen sollten in den kommenden Wochen «dramatisch erhöht» werden. Die Wasserversorgung im Gazastreifen sei «nicht auf dem normalen Level», aber ausreichend für humanitäre Bedürfnisse. Nach israelischen Erkenntnissen gebe es keinen Mangel an Lebensmitteln im Gazastreifen.

US-Präsident Joe Biden telefonierte wegen der katastrophalen Lage am Sonntag mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Gegenüber Netanjahu habe er deutlich gemacht, dass «unverzüglich» deutlich mehr humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen müsse, teilte die Regierungszentrale in Washington mit. Im Gespräch mit Al-Sisi hätten sich die beiden Staatsoberhäupter unter anderem dazu verpflichtet, die Hilfslieferungen nach Gaza «von heute an erheblich zu beschleunigen und kontinuierlich zu erhöhen».

Ein Konvoi aus 33 Lastwagen mit Hilfsgütern gelangte am selben Tag einem israelischen Medienbericht zufolge in den Gazastreifen. Seit Kriegsbeginn war es der bisher grösste Tageskonvoi. Dennoch reicht dies laut Hilfsorganisationen längst nicht aus, um die mehr als 2,2 Millionen Einwohner zu versorgen. Nötig seien pro Tag 100 Lastwagen.

Zahl der Toten steigt

Terroristen der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker angerichtet. Israel hat seitdem mehr als 1400 Tote zu beklagen. Mehr als 230 Menschen wurden verschleppt. Die Opferzahlen im Gazastreifen stiegen unterdessen im Zuge von Israels heftigen Gegenschlägen weiter. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Kriegsbeginn vor gut drei Wochen mehr als 8000 Palästinenser getötet.

UN-Generalsekretär António Guterres rief unterdessen erneut zu einem sofortigen «humanitären Waffenstillstand» und der Freilassung der über 230 Geiseln auf. Im Gazastreifen spiele sich «vor unseren Augen eine humanitäre Katastrophe» ab, so Guterres auf der Plattform X. Am Wochenende plünderten Menschen in Gaza UN-Lebensmittellager. «Dies ist ein besorgniserregendes Zeichen, dass die zivile Ordnung nach drei Wochen Krieg und einer festen Belagerung Gazas langsam zusammenbricht», erklärte Thomas White, UNRWA-Leiter im Gazastreifen.

Noch immer Zehntausende Zivilisten im Norden Gazas

Derweil stossen immer mehr israelische Bodentruppen mit Kampfpanzern im Verbund mit Kampflugzeugen im Gazastreifen gegen die Hamas vor. Erklärtes Ziel ist die Zerschlagung der islamistischen Organisation. Israel ruft die Zivilbevölkerung in der Stadt Gaza und im Norden seit Wochen auf, sich zur eigenen Sicherheit in den Süden des Küstenstreifens zu begeben. Aber auch dort kommt es zu Luftangriffen. Israelische Medien berichteten, die Hamas habe rund 30 000 Menschen allein im Umkreis des Schifa-Krankenhauses in Gaza konzentriert, damit diese als «menschliche Schutzschilde» dienen. Dies solle Israel daran hindern, ihre unterirdische Kommandozentrale anzugreifen.

Kämpfe auch an Israels Nordgrenzen

Derweil beschoss Israels Armee nach eigenen Angaben als Reaktion auf Raketenangriffe erneut Ziele auch im benachbarten Syrien. Ein Kampfflugzeug habe «militärische Infrastruktur» auf syrischem Boden getroffen, teilte Israels Militär in der Nacht zum Montag mit. Die Lage an den nördlichen Aussengrenzen Israels ist seit dem Massaker der Hamas und den darauffolgenden Gegenangriffen Israels höchst angespannt. So wurden am Sonntag auch aus dem Libanon mehrere Raketen nach Angaben der israelischen Armee auf Israel abgefeuert. Als Reaktion seien Ziele der libanesischen Hisbollah angegriffen worden.

Was am Montag wichtig wird

Israel hat eine neue Phase seines Militäreinsatzes im Gazastreifen eingeleitet, der Beschuss mit Raketen geht derweil aus dem Gazastreifen weiter. Unterdessen laufen Bemühungen um die Freilassung der in den Gazastreifen Verschleppten. (dpa)

22:52 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Israels Armee: Neuer Raketenbeschuss aus dem Libanon

Mehrere Raketen sind am Sonntag nach Angaben der israelischen Armee erneut aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. Allein am Abend seien zehn Raketen in israelisches Gebiet eingedrungen, teilte die Armee mit. Weitere seien tagsüber abgeschossen worden. Als Reaktion seien Ziele der libanesischen Hisbollah angegriffen worden. Darunter sind demnach «Infrastrukturen zur Steuerung des Terrorismus» sowie andere militärische Anlagen gewesen. Zudem sei eine «Terrorzelle» getroffen worden, die versucht haben soll, Panzerabwehrraketen auf Israel abzuschiessen.

Die Hisbollah behauptete unterdessen, eine israelische Drohne mit einer Flugabwehrrakete ins Visier genommen und direkt getroffen zu haben. Israels Armee erklärte, solch ein Vorfall sei ihr nicht bekannt. Die israelischen Soldaten hätten jedoch einen Terroristen angegriffen, der eine Drohne auf israelisches Gebiet zugesteuert habe, hiess es. (dpa)

22:23 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

US-Präsident dringt auf Aufstockung der humanitären Hilfe in Gaza

US-Präsident Joe Biden hat angesichts der katastrophalen humanitären Lage für die Menschen im Gazastreifen am Sonntag sowohl mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu als auch mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi telefoniert. Gegenüber Netanyahu habe Biden unter anderem deutlich gemacht, dass «unverzüglich» deutlich mehr humanitäre Hilfe nach Gaza gelangen müsse, um der Zivilbevölkerung zu helfen, teilte die Regierungszentrale in Washington mit.

Im Gespräch mit Al-Sisi hätten sich die beiden Staatsoberhäupter unter anderem dazu verpflichtet, die Hilfslieferungen nach Gaza «von heute an erheblich zu beschleunigen und kontinuierlich zu erhöhen». (dpa)

21:13 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

Armeesprecher: Familien von 239 Geiseln der Hamas benachrichtigt

Die Zahl der bekannten im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln steigt weiter. Man habe bis Sonntag die Familien von 239 Entführten informiert, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Abend. Das sind neun mehr als am Vortag. Es werde erwartet, dass die Zahl noch weiter nach oben gehen könnte.

Unter den Geiseln seien auch ausländische Arbeiter, sagte Hagari. Es brauche Zeit, alle Familien zu erreichen. Laut israelischen Angaben wird davon ausgegangen, dass Dutzende Arbeiter aus Thailand unter den Entführten sind. Das thailändische Aussenministerium sprach am Sonntag von 19 Entführten mit thailändischer Staatsbürgerschaft. Insgesamt sind Bürger von 25 Staaten unter den Entführten. Mindestens zwölf haben laut israelischen Angaben die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die vier von der Terrororganisation Hamas bereits freigelassenen Geiseln sind nach Militärangaben bei den jetzt genannten 239 nicht mit eingerechnet. (dpa)

20:34 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

Antijüdische Übergriffe in Russlands muslimischem Nordkaukasus

Wegen des Gaza-Konflikts kommt es in Russlands muslimisch geprägtem Nordkaukasus verstärkt zu antijüdischen Übergriffen. In Machatschkala in der Teilrepublik Dagestan drang eine Menschenmenge am Sonntagabend in den Flughafen ein, weil dort eine Maschine aus Tel Aviv gelandet war, in der angeblich Flüchtlinge aus Israel sassen. Zahlreiche Menschen liefen auch auf das Flugfeld. Der Flugplatz wurde vorübergehend geschlossen, ankommende Flugzeuge auf andere Flughäfen umgeleitet, wie die staatliche Flugaufsicht Rosawiazija der Agentur Tass zufolge mitteilte.

Am Samstag umringte eine Menge aufgebrachter Menschen ein Hotel in der Stadt Chassawjurt in Dagestan, weil es das Gerücht gab, dort seien Flüchtlinge aus Israel untergebracht. Die staatliche Agentur Ria bestätigte diesen Vorfall. Nach örtlichen Berichten drangen mehrere Dutzend Männer in das Hotel ein, um angeblich die Pässe der Hotelgäste zu kontrollieren. Die Polizei riegelte das Hotel ab.

Verschärft wird die Lage dadurch, dass die Evakuierungsflüge für russische Staatsbürger aus Tel Aviv ausgerechnet im Nordkaukasus landen, nämlich auf den Flughäfen Machatschkala, Mineralnyje Wody und Sotschi. Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern halten die russischen Muslime zu ihren palästinensischen Glaubensbrüdern.

In Naltschik wurden am Sonntag Reifen neben einem jüdischen Kulturzentrum im Bau angezündet, wie die Nachrichtenagentur Ria meldete. Das Gebäude wurde nach Angaben der Sicherheitsbehörden der Teilrepublik Kabardino-Balkarie mit extremistischen Losungen beschmiert. Fotos zufolge stand dort «Tod den Juden». In der Teilrepublik Karatschajewo-Tscherkessien riefen Demonstranten dazu auf, die örtliche jüdische Bevölkerung auszusiedeln.

Der Republikchef von Dagestan, Sergej Melikow, rief die Bevölkerung auf, sich nicht von Extremisten aufstacheln zu lassen, die die Lage destabilisieren wollten. «Wegen der Fakes, die von unseren Feinden verbreitet werden, waren einige noch ganz junge Leute drauf und dran, die Gesetze zu verletzen», schrieb er auf Telegram. Auch die islamische Geistlichkeit der Region stellte klar: «Der Antisemitismus hat keinen Platz im multiethnischen Nordkaukasus.» (dpa)

19:36 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

Israels Armee: Neuer Raketenbeschuss aus dem Libanon

Mehrere Raketen sind am Sonntag nach Angaben der israelischen Armee erneut aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. Rund zehn Raketen seien in israelisches Gebiet eingedrungen, teilte die Armee am Abend mit und kündigte Gegenangriffe an.

Die Hisbollah teilte mit, sie habe eine israelische Drohne mit einer Flugabwehrrakete ins Visier genommen und direkt getroffen. Die Drohne sei bei ihrem Absturz über dem Palästinensergebiet mit blossen Augen zu sehen gewesen. Israels Armee erklärte dazu, solch ein Vorfall sei ihr nicht bekannt.

Am späten Nachmittag hatte die Armee bereits den Abschuss von neun Raketen aus dem Libanon gemeldet. Als Reaktion sei auf den Ort des Raketenstarts geschossen worden, wobei unter anderem Abschussrampen getroffen worden seien. Unklar war, welche Gruppierung im Libanon verantwortlich war.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, dass die libanesische Hisbollah scheinbar ihre Raketenangriffe ausgeweitet habe. Eine offizielle Bestätigung der eng mit dem Iran verbundenen schiitische Miliz stand jedoch aus. Auch palästinensische Gruppierungen im Libanon reklamieren regelmässig Abschüsse für sich. (dpa)

17:12 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

Mindestens 2000 Palästinenser bei Protest gegen Israel im Libanon

In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben sich mindestens 2000 Palästinenser sowie einige Libanesen zu einem Protest gegen Israel versammelt. Bei der Demonstration am Sonntag im Stadtzentrum riefen sie anti-israelische Parolen, wie Augenzeugen berichteten. «Wir sind die Soldaten von Mohammed Deif», riefen einige im Verweis auf den Militärchef der islamistischen Hamas, sowie «Gott segne Hamas». Ein Hamas-Anhänger sagte, der Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober gegen Israel sei eine «Abrechnung» gewesen. (dpa)

16:01 Uhr

SONNTAG, 29. OKTOBER

Israels Panzer rollen im Gazastreifen

Zuletzt waren israelische Bodentruppen 2014 im Gazastreifen. Mit Ausweitung des Kriegs gegen die Hamas betritt die Armee jetzt wieder Gaza-Boden. Doch der jetzige Krieg ist mit keinem der bisherigen Konflikte zu vergleichen.

14:18 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Blauhelmsoldat an der Grenze zwischen Israel und Libanon verletzt

Im Libanon ist inmitten militärischer Spannungen an der Grenze zu Israel ein Soldat der UN-Beobachtermission Unifil verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich am Samstag bei Mörserbeschuss einer Unifil-Basis im östlichen Teil des Grenzgebiets, wie die Beobachtermission am Sonntag auf X, ehemals Twitter, mitteilte. Von wem der Beschuss ausging, war zunächst unklar.

Unifil forderte die Konfliktparteien auf, das Feuer sofort einzustellen. Auch das Hauptquartier in Nakura sei getroffen worden. «Angriffe auf UN-Friedenstruppen sind ein Verbrechen, eine Verletzung des Völkerrechts und müssen verurteilt werden», schrieb Unifil weiter. Zu beiden Vorfällen seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Am Samstag war an Israels Grenze zum Libanon wieder ein Feuergefecht ausgebrochen. Entlang der Demarkationslinie kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Feuerwechseln zwischen Israels Militär und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, die Verbindungen zur Hamas pflegt. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer.

Unifil, die sogenannte Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon, gibt es seit 1978. Sie gilt als eine der ältesten aktiven UN-Beobachtermissionen. (dpa)

13:54 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Hunderte demonstrieren in Pakistans Hauptstadt für Palästinenser

In Pakistan sind Hunderte Menschen angesichts des Gaza-Kriegs auf die Strassen gezogen. In der Hauptstadt Islamabad strömte am Sonntag eine Menschenmenge in Richtung der sogenannten Roten Zone, wo Botschaften und Regierungsgebäude liegen, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Aufgerufen zu dem Protest hatte die populistische islamische Partei Jamaat-e-Islami. «Die Hamas ist keine Terrororganisation», sagte Parteichef Senator Sirajul Haq bei der Kundgebung. Auf Bannern waren neben anti-israelischen Protestslogans auch Sätze wie «Stoppt den Genozid in Gaza» zu lesen. Frauen und Männer marschierten getrennt.

Auch in anderen Landesteilen zogen Pakistanerinnen und Pakistaner auf die Strassen. In der Stadt Quetta demonstrierten Anhänger der konservativ-islamischen Partei Jamiat Ulema-e Islam. Dessen Präsident Maulana Fazalur Rehman wollte in einem Stadion eine Rede halten. (dpa)

12:58 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Hamas setzt Raketenangriffe auf Israel fort

Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas, haben israelische Ortschaften am Sonntag erneut mit Raketen angegriffen. Sie bekannten sich in ihrem Telegram-Kanal zu Attacken auf den Grossraum Tel Aviv.

In mehreren Städten im Umkreis der Küstenmetropole gab es am Sonntag Raketenalarm, ebenso in Ortschaften im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Das israelische Fernsehen berichtete, bis zu zwei Millionen Menschen seien durch den Alarm und Aufrufe, sich in Schutzräume zu begeben, betroffen gewesen. Die Hamas wird nicht nur von Israel, sondern auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft. Seit dem Terroranschlag auf israelische Zivilisten am 7. Oktober haben Hamas-Terroristen Tausende Raketen auf Israel abgefeuert. (dpa)

12:15 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Netanyahu entschuldigt sich für Vorwürfe gegen Geheimdienst

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich für Vorwürfe gegen den Geheimdienst entschuldigt, ihn nicht vor Kriegsabsichten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas gewarnt zu haben. In einem Post auf der Online-Plattform X, den Netanyahu am Sonntagvormittag veröffentlichte, hiess es: «Ich hab mich geirrt. Dinge, die ich nach der Pressekonferenz (am Vorabend) gesagt habe, hätten nicht gesagt werden dürfen, und ich entschuldige mich dafür.»

Zuvor hatte der Ministerpräsident am frühen Sonntagmorgen auf X geschrieben, er sei zu keinem Zeitpunkt vor kriegerischen Absichten der Hamas gewarnt worden.

Stattdessen stand in dem Entschuldigungs-X-Post Netanjahus: «Ich gebe allen Chefs der Sicherheitskräfte meine volle Unterstützung. Ich stärke den Stabschef, den Kommandeuren und Soldaten der IDF, die an der Front stehen und für uns kämpfen, den Rücken. Gemeinsam werden wir gewinnen.» (dpa)

12:14 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Israel kündigt Ausweitung humanitärer Hilfe für Gazastreifen an

Israel will die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen nach eigenen Angaben erleichtern. Elad Goren von der zuständigen Cogat-Behörde sagte Journalisten am Sonntag, Hilfslieferungen sollten in den kommenden Wochen «dramatisch erhöht» werden. Dies geschehe auf Bitten der USA.

Es sei ein neuer gemeinsamer Mechanismus mit USA, Ägypten und den Vereinten Nationen eingerichtet worden. Hilfslieferungen für Gaza sollten demnach zunächst am Nitzana-Übergang von Israel nach Ägypten geprüft werden. Man habe grosse Sorgen, dass in den Lastwagen auch Waffen in den Gazastreifen geschafft werden könnten, sagte Goren.

Nach der Kontrolle sollten die Hilfslieferungen über den Rafah-Grenzübergang von Ägypten in den Gazastreifen gebracht und dort den Vereinten Nationen übergeben werden. Diese Lieferungen seien nur für den südlichen Abschnitt des Gazastreifens bestimmt. Goren sprach von einer «humanitären Zone» im Bereich von Chan Junis. (dpa)

12:11 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Tausende von Zivilisten im Bereich des Schifa-Krankenhauses in Gaza

Im Umkreis des Schifa-Krankenhauses in Gaza, das nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum dient, halten sich nach TV-Berichten weiterhin Tausende Zivilisten auf. Die Menschen verblieben im Bereich der grössten Klinik des Gazastreifens, die sie offenbar als Zufluchtsort ansehen, wie Fernsehbilder am Sonntag zeigten, unter anderem von Al-Dschasira und CNN. Diese zeigten unter anderem, wie Menschen um das Krankhaus herum unter Zeltplanen campieren.

Die «New York Times» schrieb am Sonntag, die normale Kapazität des grössten und am besten ausgestatteten Krankenhauses im Gazastreifen betrage 700 Betten. Jetzt beherberge es mehr als 60 000 Menschen. Dazu zählten unter anderem Verwundete sowie Angehörige, die sie versorgten. Zehntausende Menschen hätten Zuflucht gesucht, weil sie glaubten, dass ein Krankenhaus ihnen einen gewissen Schutz biete.

Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas habe rund 30 000 Menschen im Umkreis des Schifa-Krankenhauses konzentriert, damit diese als «menschliche Schutzschilde» dienen. Dies solle Israel daran hindern, ihre unterirdische Kommandozentrale anzugreifen. Die israelische Armee hatte am Samstag Videos veröffentlicht, in denen mutmassliche Mitglieder der islamistischen Hamas die Nutzung des Krankenhauses für ihre Zwecke bestätigen. Unter dem Schifa-Krankenhaus gebe es «unterirdische Ebenen», sagte ein Terrorist laut einem der Videos in einem Verhör.

Israels Armee hatte zuvor unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mitgeteilt, die Hamas nutze das Schifa-Krankenhaus als Kommando- und Kontrollzentrum. In Videodarstellungen waren tief in der Erde unter der Klinik zahlreiche Kontrollräume und Verbindungstunnel zu sehen. Die Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, bestritt die Nutzung des Krankenhauses für «militärische Zwecke». (dpa)

10:31 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

UN: Tausende brechen im Gazastreifen in Lager für Hilfsgüter ein

Im Gazastreifen sind dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA zufolge Tausende Menschen in Lager- und Verteilhäuser für Hilfsgüter eingebrochen. Im zentralen und südlichen Gazastreifen hätten sie dabei Weizenmehl und andere Dinge wie Hygiene-Artikel mitgenommen, teilte UNRWA am Sonntag mit. In einem der Häuser sind Hilfsgüter gelagert, die mit humanitären Konvois aus Ägypten in den Gazastreifen gelangen.

«Dies ist ein besorgniserregendes Zeichen, dass die zivile Ordnung nach drei Wochen Krieg und einer festen Belagerung Gazas langsam zusammenbricht. Die Menschen haben Angst, sind frustriert und verzweifelt», erklärte Thomas White, UNRWA-Leiter im Gazastreifen. Die Güter auf Märkten würden knapp und die aus Ägypten kommende Hilfe sei nicht genug. Die Bedürfnisse der Menschen seien enorm - «wenn auch nur für das einfache Überleben».

Israel lässt derzeit keine Lieferungen von Treibstoff in den Gazastreifen zu. Die Armee argumentiert, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas genug Treibstoffvorräte in Tunneln gebunkert habe, diese aber der Zivilbevölkerung vorenthalte. Israel befürchtet, dass neue Treibstofflieferungen in die Hände der Hamas fallen könnten und dann beispielsweise für die Belüftung und Beleuchtung von Tunneln missbraucht werden könnten. (dpa)

10:30 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Ausfall der Kommunikationsnetze im Gazastreifen teils behoben

Der nahezu vollständige Blackout bei Internet- und Kommunikationsverbindungen im Gazastreifen ist nach Angaben palästinensischer Telefongesellschaften teilweise behoben worden. Die Palestine Telecommunications (Paltel) schrieb am Sonntag auf Facebook, dass die Festnetz-, Mobilfunk- und Internetverbindungen nach den schweren Störungen, die seit Freitagabend bestanden, allmählich behoben werden.

Auch ein anderer grosser Anbieter, die Jawwal Telecommunication Company, gab am Sonntag bekannt, dass ihre Telekommunikationsdienste «allmählich wiederhergestellt werden».

Die Organisation Netblocks, die für die Beobachtung von Internetsperren bekannt ist, bestätigte auf der Plattform X (vormals Twitter), dass der Internetverkehr in Gaza wiederhergestellt wurde. (dpa)

10:07 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Israel will Einsatz von Starlink im Gazastreifen verhindern

Israel will nach eigenen Angaben alles unternehmen, um den Einsatz des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink im Gazastreifen zu verhindern. «Israel wird alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um dies zu bekämpfen», schrieb Kommunikationsminister Schlomo Karhi am Samstagabend auf der Online-Plattform X (vormals Twitter). Grund sei, dass die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas das System für Terrorzwecke missbrauchen würde. «Darüber besteht kein Zweifel, wir wissen es, und Musk weiss es.»

Tech-Milliardär Elon Musk hatte zuvor angekündigt, er wolle mithilfe des Satelliten-Kommunikationssystems seiner Firma SpaceX dabei helfen, die unterbrochene Kommunikation zu international anerkannten Hilfsorganisationen im Gazastreifen wieder herzustellen.

Kommunikationsminister Karhi schrieb auf X, die sei wie das Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS). «Vielleicht wäre Musk bereit, die Freilassung unserer entführten Babys, Söhne, Töchter, älteren Menschen als Bedingung für (den Einsatz von Starlink) zu nennen. Alle von ihnen!» Solange dies nicht geschehe, werde sein Ministerium «jegliche Verbindung mit Starlink kappen». (dpa)

08:26 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Israels Armee weitet Bodeneinsätze aus

Israels Armee hat im Zuge der Ausweitung ihrer Kampfeinsätze im Gazastreifen nach eigenen Angaben erneut Hunderte Stellungen der islamistischen Hamas angegriffen. Wie das Militär am Sonntagmorgen auf Telegram bekanntgab, hätten Kampfflugzeuge im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 450 Ziele bombardiert, darunter Kommandozentralen, Beobachtungsposten und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen. Im Zusammenwirken mit den eigenen Bodentruppen hätten die israelischen Kampfverbände Terrorzellen attackiert, die versucht hätten, anzugreifen und Panzerabwehrraketen abzufeuern.

Ein israelischer Offizier sei in der Nacht schwer verletzt worden, als er im nördlichen Gazastreifen von einer Mörsergranate getroffen worden sei, hiess es. Ein weiterer israelischer Soldat sei bei einem Gefecht mit Terroristen ebenfalls im Norden verletzt worden. Beide würden im Krankenhaus behandelt, teilte Israels Militär weiter mit. (dpa)

08:24 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Netanjahu macht Geheimdienst Vorwürfe: Wurde nicht vor Krieg gewarnt

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem Geheimdienst vorgeworfen, ihn nicht vor Kriegsabsichten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas gewarnt zu haben. In einem Post auf der Online-Plattform X, den Netanjahu in der Nacht zu Sonntag veröffentlichte, hiess es: «Unter keinen Umständen und zu keinem Zeitpunkt wurde der Ministerpräsident vor kriegerischen Absichten der Hamas gewarnt. Im Gegenteil, alle Sicherheitsvertreter, einschliesslich des Militärgeheimdienstchefs und des Chefs von Schin Bet (Inlandsgeheimdienst) waren der Einschätzung, dass die Abschreckung gegen die Hamas wirkt und diese eine Verständigung anstrebt.»

Diese Einschätzung sei dem Ministerpräsidenten und der Regierung immer wieder vorgelegt worden, bis zum Ausbruch des Kriegs, hiess es in dem X-Post. Anders als führende Repräsentanten von Militär, Geheimdienst und Verteidigungsminister Joav Galant weigert Netanjahu sich bisher beharrlich, eine Mitverantwortung für das israelische Versagen am 7. Oktober einzugestehen.

Nach Medienberichten ist der Hintergrund von Netanjahus X-Post eine Frage, die ihm ein Journalist des Armeesenders bei einer seltenen Pressekonferenz am Samstagabend gestellt hatte. Der Journalist hatte gesagt, Netanjahu habe vor dem Massaker von dem Militärgeheimdienst und Schin Bet Dokumente erhalten, die vor einer wachsenden Kriegsgefahr gewarnt hätten. Er fragte den Regierungschef, ob er diese Briefe ignoriert habe. In dem X-Post Netanjahus war von «lügnerischen Behauptungen» die Rede.

Soldatinnen, deren Aufgabe die ständige Beobachtung des feindlichen Gebiets ist, hatten berichtet, sie hätten in den Wochen und Monaten bedrohliche Bewegungen im Gazastreifen bemerkt und davor gewarnt. Diese Warnungen seien jedoch von den Vorgesetzten ignoriert worden. (dpa)

08:24 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Iran: Israel hat rote Linien überschritten

Israel hat nach Worten des iranischen Präsidenten mit den Angriffen auf Gaza rote Linien überschritten. «Die Verbrechen der zionistischen Einheit, humanitär und militärisch, haben die roten Linien überschritten, die alle zum Handeln zwingen könnten», sagte Regierungschef Ebrahim Raisi in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview dem arabischen Sender Al-Dschasira.

In den vergangenen Wochen nach dem Hamas-Grossangriff hatte Irans politische und militärische Führung den traditionellen Erzfeinden USA und Israel gedroht. Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei lobte die Hamas-Attacke, wies eine direkte Verstrickung jedoch zurück.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans erklärter Erzfeind. Teheran hat seit den 1990er Jahren seine Beziehungen in der Region ausgebaut, um mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine «Achse des Widerstands» gegen Israel zu schaffen. Die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon nördlich von Israel, wo es zuletzt bereits tödliche Gefechte gab, zählt dabei zu den wichtigsten Verbündeten. (dpa)

06:20 Uhr

Sonntag, 29. Oktober

Israel intensiviert Kämpfe im Gazastreifen - Die Nacht im Überblick

Israels Militär greift die islamistische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen verstärkt am Boden und aus der Luft an. «Wir treten in die nächste Phase unseres Krieges gegen die Hamas in Gaza ein. Aus der Luft, zu Lande und zur See», sagte Israels Armeesprecher Daniel Hagari in einem vom Militär in der Nacht zum Sonntag auf der Plattform X - vormals Twitter - veröffentlichten Video. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) rief angesichts der katastrophalen Lage für die Bevölkerung in Gaza beide Seiten zu sofortiger Deeskalation auf. Die Ausweitung der israelischen Bodeneinsätze erschwere zudem Vermittlungsbemühungen Katars zur Freilassung der über 220 Geiseln, erklärte der Aussenminister des Golfemirats, das enge Verbindungen zur Hamas pflegt.

Die massiven Luftangriffe der vergangenen Wochen hätten der Hamas einen «schweren Schlag» versetzt, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstagabend in Tel Aviv. «Allerdings stehen wir erst am Anfang», betonte er. Der Krieg werde «schwierig und langwierig». Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten der Hamas zu zerstören, ihre Herrschaft über den Gazastreifen zu beenden und die Geiseln zurückzubringen.

Katar und Ägypten sind als Vermittler an den Bemühungen beteiligt, die Freilassung der von palästinensischen Extremisten entführten Geiseln zu erwirken. Vor der Ausweitung der Bodeneinsätze in dem von Israel abgeriegelten Küstengebiet hatte es Berichte gegeben über angebliche Fortschritte bei diesen Bemühungen. Majed Al-Ansari, Sprecher des katarischen Aussenministeriums, sagte dem US-Nachrichtensender CNN am Samstag jedoch, die Eskalation vor Ort mache die Situation nun «erheblich schwieriger».

Wie viele Geiseln genau im Gazastreifen gefangen gehalten werden, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Bis Samstag wurden israelischen Armeeangaben zufolge die Familien von 230 Entführten informiert. Die vier von der Hamas bereits freigelassenen Geiseln sind nach Militärangaben darin nicht eingerechnet. Vertreter der Angehörigen forderten bei einem Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu, im Austausch für die aus Israel entführten Geiseln alle palästinensischen Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freizulassen.

Rotes Kreuz fordert sofortige Deeskalation

Die israelische Armee rief unterdessen die noch im Norden des Gazastreifens verbliebenen Menschen erneut dringend auf, sich im Süden des dicht besiedelten Küstengebiets in Sicherheit zu bringen. Das «Zeitfenster» schliesse sich schnell, hiess es. Die Armee kündigte am Samstag zudem an, sie werde eine Verstärkung der humanitären Hilfslieferungen für die palästinensische Bevölkerung zulassen. «Für die Einwohner des Gazastreifens, die in das Gebiet südlich von Wadi Gaza gegangen sind, weiten wir die humanitäre Hilfe aus», sagte Armeesprecher Hagari.

Hilfsorganisationen beklagten, dass der Ausfall fast aller Telefon- und Internetverbindungen die Hilfe noch schwieriger mache. Es herrsche Panik und Chaos. «Ich bin schockiert über das unerträgliche Ausmass des menschlichen Leids und fordere die Konfliktparteien auf, jetzt zu deeskalieren», schrieb die IKRK-Chefin Mirjana Spoljaric auf X. Angemessene humanitäre Hilfe sei derzeit nicht möglich. «Das ist ein katastrophales Versagen, das die Welt nicht hinnehmen darf.»

Saudi-Arabien verurteilt «jegliche Bodenoffensiven» Israels

Saudi-Arabien verurteilte «jegliche Bodenoffensiven» Israels im Gazastreifen. Das islamische Königreich sprach von einem «eklatanten Bruch und einem ungerechtfertigten Verstoss gegen internationales Recht». Saudi-Arabien ist eine wichtige Schutzmacht der Palästinenser und war über Jahrzehnte mit Israel verfeindet. Vor Beginn des Gaza-Kriegs deutete vieles auf eine mögliche Normalisierung der Beziehungen unter Vermittlung der USA hin. Im Zuge des erneut eskalierten Konflikts hat Riad die Gespräche über eine mögliche Normalisierung gestoppt.

Wie das Nachrichtenportal «Axios» in der Nacht zum Sonntag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete, soll der saudische Verteidigungsminister Khalid bin Salman voraussichtlich am Montag zu Gesprächen mit ranghohen Vertretern der US-Regierung nach Washington reisen.

22:48 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Angehörige der Hamas-Geiseln fordern Gefangenenaustausch

Nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu haben Vertreter der Angehörigen der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln einen Gefangenenaustausch gefordert. Israel solle die Freilassung aller palästinensischen Häftlinge aus israelischen Gefängnissen im Austausch für alle aus Israel entführten Geiseln erwägen, schlugen die Angehörigenvertreter israelischen Medien zufolge am Samstag vor.

Bei einer Pressekonferenz im Anschluss sagte Israels Regierungschef, ein Gefangenenaustausch werde debattiert. Details wollte er nicht nennen. Die Bedingungen eines solchen Abkommens offenzulegen, werde nicht dabei helfen, ihn zu verwirklichen, so Netanyahu.

Der Chef der islamistischen Hamas, Jihia al-Sinwar, behauptete am Samstag in einem Telegram-Kanal, die Palästinenserorganisation sei bereit, ein Abkommen über einen Gefangenenaustausch sofort abzuschliessen. (dpa)

22:16 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Netanyahu: Irans Rolle bei Massaker in Israel unklar

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu weiss eigenen Angaben zufolge nicht, ob der Iran an der Planung des brutalen Terrorangriffs der islamistischen Hamas vom 7. Oktober beteiligt war. Er könne nicht sagen, ob Teheran in diesem speziellen Fall bei der «Mikroplanung» dabei gewesen sei, sagte Netanyahu am Samstagabend vor Journalisten in Tel Aviv.

Er gehe davon aus, dass der Iran 90 Prozent des Militärbudgets der Hamas finanziere. Ohne den Iran gebe es die Palästinenserorganisation nicht, betonte Israels Regierungschef. Gleiches gelte für die Hisbollah-Miliz im Nachbarland Libanon.

Im Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es die Sorge, dass auch die pro-iranische Hisbollah vom Libanon aus stärker einsteigen könnte. Die Hisbollah gilt als weitaus gefährlicher für Israel als die im Gazastreifen herrschende Hamas. (dpa)

20:37 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Netanyahu: «Zweite Phase des Gaza-Kriegs hat begonnen»

Mit der Ausweitung der Bodeneinsätze des israelischen Militärs im Gazastreifen hat nach Angaben von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die zweite Phase des Krieges gegen die Hamas begonnen. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten sowie die Herrschaft der Islamistenorganisation zu zerstören und die Geiseln nach Hause zurückzubringen, sagte er am Samstagabend vor Journalisten in Tel Aviv. Die Notstandsregierung habe die Entscheidung zur Ausweitung der Bodeneinsätze einstimmig getroffen. (dpa)

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu
Bild: Evan Vucci / AP

20:06 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Ausweitung der Bodeneinsätze: Israel greift Terrorzellen in Gaza an

Nach der Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen hat Israels Armee dort nach eigenen Angaben mehrere Terrorzellen identifiziert und angegriffen. Die Gruppen hätten auch versucht, Raketen und Granaten abzufeuern, teilte das Militär am Samstag mit. Auch die Soldaten seien beschossen worden. Die Terrorzellen seien «neutralisiert» worden. Unklar war zunächst, ob die extremistischen Palästinenser dabei getötet wurden.

Panzertruppen, Ingenieurkorps und Infanterie seien zusammen in Einsatz, hiess es weiter. Soldaten hätten dabei auch ein mit Sprengfallen versehenes Gebäude zerstört. Helikopter hätten, von Panzern geleitet, einen Treffpunkt der Hamas getroffen. (dpa)

19:21 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Kein Kontakt zu Mitarbeitern von UN-Hilfswerk im Gazastreifen

Nach dem Ausfall der Internet- und Kommunikationsdienste im Gazastreifen ist auch der Kontakt zu den Mitarbeitern des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA abgebrochen. Er habe zur «grossen Mehrheit» seines Teams keinen Kontakt, teilte UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini am Samstag mit. «Das macht mich ausserordentlich besorgt um Kollegen und ihre Familien.» Er hoffe ernsthaft, dass seine Nachricht die Kolleginnen und Kollegen erreiche.

Den Ausfall der Kommunikationsdienste seit Freitagabend bezeichnete Lazzarini als «einen weiteren Versuch, die humanitäre Antwort für die Zivilisten im Gazastreifen» zu behindern. Das Hilfswerk werde sich davon aber nicht entmutigen lassen. «Wir werden unsere humanitäre Pflicht erfüllen, auch im Angesicht dieser beispiellosen Herausforderungen.» UNRWA sei dem Schutz der etwa 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen weiterhin verpflichtet. (dpa)

18:42 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

EU-Chefdiplomat: Israels Angriffe verletzen Völkerrecht

Nach Ansicht von EU-Chefdiplomat Josep Borrell verletzt Israel mit seinen Angriffen im Kampf gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas das Völkerrecht. «Gaza ist im kompletten Blackout und isoliert, während der schwere Beschuss anhält», schrieb Borrell am Samstag auf der Plattform X (ehemals Twitter). Das UN-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge warne vor der verzweifelten Lage der Menschen in Gaza ohne Strom, Nahrung und Wasser. «Viel zu viele Zivilisten, darunter auch Kinder, sind getötet worden. Das ist gegen das humanitäre Völkerrecht.» (dpa)

17:46 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Weiter Raketenangriffe aus Gaza auf israelische Städte

Israelische Städte sind am Samstag weiter vom palästinensischen Gazastreifen aus beschossen worden. In den Ortschaften im Grenzgebiet zu dem Küstenstreifen heulten mehrmals Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Auch im Grossraum Tel Aviv gab es erneut Raketenalarm, ebenso in der Küstenstadt Aschkelon. In der Wüstenstadt Beerscheva wurde nach Polizeiangaben ein Gebäude durch eine Rakete getroffen. Israelische Medien berichteten, auch in den Städten Holon und Kiriat Ono, beides Vororte von Tel Aviv, seien Raketen eingeschlagen. Es gab zunächst keine Berichte zu Verletzten. (dpa)

17:03 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Lawrow warnt vor Vertreibung von Millionen Palästinensern

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat angesichts der Schläge Israels gegen den Gazastreifen vor der Vertreibung von zwei Millionen Palästinensern gewarnt. «Wenn Gaza ausgelöscht wird, (...), dann wird das eine Katastrophe für Jahrzehnte, wenn nicht für Jahrhunderte auslösen», sagte Lawrow in einem am Samstag auch vom russischen Aussenministerium in Moskau veröffentlichten Interview der belarussischen Staatsagentur Belta. Lawrow warnte vor einer Bodenoffensive und betonte erneut, dass es eine Feuerpause geben müsse für humanitäre Hilfslieferungen. (dpa)

17:02 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Libanon hat Notfallplan für mögliche Ausweitung des Gaza-Kriegs

Die Regierung des Libanons hat nach Worten ihres geschäftsführenden Premierministers Nadschib Mikati einen Notfallplan vorbereitet, falls sich der Gaza-Krieg ausweiten sollte. Damit sollten «Folgen von Israels Aggression im Süden und den anhaltenden Attacken auf palästinensische Brüder gemildert» werden, sagte Mikati am Samstag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA. Details zu dem Plan nannte er nicht. Die libanesische Regierung versuche mit «diplomatischen und politischen Bemühungen, sowohl regional als auch international», Israels Angriffe zu stoppen.

Mikati äusserte sich nach einem Treffen mit dem sunnitischen Grossmufti des Libanons, Scheich Abdul Latif Derian. Beide hätten vor allem über Israels Angriffe auf den Gazastreifen und die Lage im Süd-Libanon gesprochen. (dpa)

16:16 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Israels Armee ruft Bevölkerung erneut zur Flucht nach Süd-Gaza auf

Israels Armee hat Menschen, die sich noch im nördlichen Gazastreifen und in Gaza-Stadt befinden, erneut zur Flucht in den Süden des Küstengebiets aufgerufen. «Dies ist keine blosse Vorsichtsmassnahme, sondern ein dringender Appell», sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag in einer Ansprache. «Ihr Zeitfenster zum Handeln schliesst sich.» Der Aufruf diene der Sicherheit der Zivilbevölkerung. «Eine Rückkehr in den nördlichen Gazastreifen wird möglich sein, sobald die intensiven Feindseligkeiten beendet sind», sagte Hagari weiter. Einen konkreten Zeitrahmen nannte er jedoch nicht. (dpa)

16:15 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Grosseinsatz der israelischen Armee: Was die Israelis in Gaza-Stadt erwartet

Nichts ist so blutig und zerstörerisch wie der Ortskampf in dicht besiedelten Städten. Experten zeigen auf, wieso beim laufenden Einmarsch der israelischen Armee in den Gazastreifen zahlreiche Vorteile aufseiten der Hamas-Terroristen liegen würden.

15:28 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Neue Gefechte an Israels Grenze zum Libanon

An Israels Grenze zum Libanon ist es auch am Samstag wieder zu Gefechten gekommen. Mehrere Panzerabwehrraketen und Mörsergranaten seien vom Libanon aus auf Israel abgefeuert worden, teilte die israelische Armee mit. Auch Militärposten entlang der Grenze seien beschossen worden. Die Geschosse seien in offenen Gebieten eingeschlagen. Die israelische Armee habe zurückgeschossen und militärische Einrichtungen der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah angegriffen.

Zuvor hatte das Militär mitgeteilt: «Eine Terrorzelle hat versucht, Antipanzerraketen vom Libanon aus auf den Norden Israels zu schiessen.» Die Angreifer seien mit einer Drohne beschossen worden.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Beginn des Gaza-Kriegs zunehmend zu Zwischenfällen. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. (dpa)

15:20 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Pro-Palästina Demo in Zürich: «Wir sind nicht der Terror, sondern Zivilisten»

Tausende Menschen haben am Samstagnachmittag für die angekündigte Pro-Palästina-Demonstration auf dem Helvetiaplatz zusammengefunden.
Die Organisatoren riefen in Zürich im Vorfeld dazu auf, nur Palästina-Flaggen mitzubringen. Antisemitische Äusserungen seien strikt verboten.

14:54 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Viele Tausend Menschen bei pro-palästinensischem Protest in London

Viele Tausend pro-palästinensische Demonstranten haben sich am Samstag an einem erneuten Grossprotest in London beteiligt. Viele von ihnen trugen Banner und Schilder mit Botschaften, mit denen sie ihre Unterstützung für die Palästinenser bekundeten.

Viele Tausend Menschen bei pro-palästinensischem Protest in London
Bild: Bild: Jordan Pettitt / AP

Fotos zeigten eine grosse Menschenmenge, auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie sie langsam durch die britische Hauptstadt zog. Die Polizei erwartete rund 100 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Demonstration, bei der nach Angaben der Nachrichtenagentur PA eine Waffenruhe im Gaza-Krieg gefordert werden sollte. In anderen britischen Städten wie Manchester und Glasgow waren ebenfalls Kundgebungen geplant. Bereits am vergangenen Samstag hatten sich nach Schätzungen der Polizei bis zu 100 000 Menschen an einer pro-palästinensischen Demonstration in London beteiligt.

Die Teilnehmer im Londoner Stadtzentrum riefen diesmal nach PA-Angaben erneut die umstrittene Parole «From the River to the Sea, Palestine will be free». Innenministerin Suella Braverman hatte den Slogan als antisemitisch kritisiert und erklärt, er werde von vielen als Aufruf zur Zerstörung Israels verstanden. Der Slogan beziehe sich auf das Gebiet Israels vom Fluss Jordan bis zum Mittelmeer. (dpa)

14:53 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Al-Sisi nach Drohnen-Vorfall: «Ägypten ist ein souveräner Staat»

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat nach dem Niedergang zweier Drohnen in Ägypten gefordert, dass die Souveränität seines Staates respektiert wird. «Von welchem Ort (die Drohnen) auch immer kamen, eine Erweiterung des Konflikts liegt nicht im Interesse der Region», sagte Al-Sisi am Samstag in Kairo mit Bezug auf den Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas. «Ägypten ist ein souveräner Staat. Ich hoffe, wir alle respektieren seine Souveränität und sein Ansehen. Ägypten ist ein sehr starkes Land, das nicht angerührt werden kann», sagte der frühere General.

Untersuchungen zufolge seien zwei Drohnen in den Küstenstädten Taba und Nuwaiba am Roten Meer nahe der israelischen Grenze niedergegangen, sagte Al-Sisi. Sie seien aus südlicher Richtung nach Norden geflogen. Bei dem Absturz der Drohne in Taba wurden nach Angaben der Armee am Freitag sechs Menschen verletzt. (dpa)

14:36 Uhr

SAMSTAG, 28. OKTOBER

Irans Revolutionsgarden bekräftigen Drohungen gegen die USA

Irans Revolutionsgarden (IRGC) haben angesichts des Gaza-Kriegs ihre Warnungen gegen die USA verschärft. Die Unterstützer Israels sollten sich bewusst sein, dass «einige Hände, die nicht in der Lage sind, dieses Regime zu erreichen, amerikanische Streitkräfte erreichen können, die diesen Krieg steuern», zitierte die iranische Nachrichtenagentur General Ramesan Scharif am Samstag.

Der IRGC-Sprecher hatte die Drohungen zuvor in einem Interview mit dem libanesischen TV-Sender Al-Majadin ausgesprochen, aus dem iranische Medien zitierten. Alle US-Militärstützpunkte und ihre Flüge würden genau beobachten werden, sagte Scharif weiter.

Die USA hatten am Freitag im Osten Syriens als Reaktion auf Angriffe proiranischer Milizen Luftangriffe geflogen.

Die Revolutionsgarden sind Irans Elitestreitkräfte. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 soll die Einheit einen Putsch verhindern und die Staatsideologie schützen. (dpa)

13:07 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Erneuter WHO-Appell für humanitäre Feuerpause im Gazastreifen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Konfliktparteien im Gaza-Krieg erneut zu einer dringend benötigten Feuerpause aufgerufen. Berichte über Bombardierungen in der Nähe grosser Krankenhäuser gäben Anlass zu grosser Sorge. Die WHO bekräftigte, es sei unmöglich, Patienten zu evakuieren, ohne ihr Leben zu gefährden.

Kliniken im gesamten Gazastreifen seien aufgrund der bisher Verletzten bereits ausgelastet und könnten den dramatischen Anstieg der Patientenzahlen nicht verkraften, während sie gleichzeitig Tausende von Zivilisten beherbergten, teilte die WHO am Samstag mit. Während des nächtlichen Vorstosses israelischer Truppen in den Gazastreifen sei es zu einem totalen Kommunikations- und Stromausfall für Gesundheitspersonal, Patienten und Zivilisten gekommen. (dpa)

13:06 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Weiter Raketenangriffe aus Gaza auf israelische Grenzorte

Israelische Grenzorte sind am Samstag weiter vom palästinensischen Gazastreifen aus beschossen worden. In den Ortschaften im Grenzgebiet zu dem Küstenstreifen heulten mehrmals Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte.

Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Islamistenorganisation Hamas, bekannten sich zu einem Angriff auf den Ort Zikim. Sie hatten sich auch am Freitag zu Raketenangriffen auf Israel bekannt, unter anderem auf die Küstenmetropole Tel Aviv. Die Hamas wird nicht nur von Israel, sondern auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft. (dpa)

11:31 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Armeesprecher: Israelische Bodentruppen weiter im Gazastreifen

Nach Ausweitung der israelischen Bodeneinsätze im Gazastreifen befinden die Truppen sich nach Militärangaben weiter vor Ort. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari sagte am Samstag, Israel schreite «in den Kriegsphasen voran». In der Nacht «sind israelische Truppen in den Norden des Gazastreifens vorgedrungen und haben den Bodeneinsatz ausgeweitet», sagte er. Beteiligt seien Infanterie, Panzertruppen, Ingenieurkorps und Artillerie. Die Bodentruppen seien immer noch vor Ort. Unter den israelischen Soldaten gebe es keine Opfer.

Hagari sagte, es seien mehrere ranghohe Kommandeure der islamistischen Hamas getötet worden, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird. Darunter sind nach Militärangaben auch ein Hamas-Marinekommandeur sowie der für Luftangriffe zuständige Hamas-Anführer Asem Abu Rakaba.

Dieser habe unter anderem den Einsatz von Drohnen und Drachenfliegern koordiniert und sei an der Planung des Massakers an israelischen Zivilisten am 7. Oktober beteiligt gewesen. «Er hat die Terroristen angeleitet, die mit Drachenfliegern nach Israel eingedrungen sind und war für die Drohnenattacken auf israelische Militärposten verantwortlich», hiess es in einer Mitteilung der Armee. Bei den Massakern und in den Tagen danach wurden mehr als 1400 Menschen in Israel getötet.

Die Tötung der ranghohen Hamas-Mitglieder ermögliche es den Bodentruppen, gegen einen geschwächten Feind zu kämpfen, sagte Hagari. (dpa)

10:45 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Armeesprecher: Israel wird weitere Gaza-Hilfslieferungen ermöglichen

Die israelische Armee hat nach Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen eine Verstärkung der humanitären Hilfslieferungen für die palästinensische Bevölkerung angekündigt. «Für die Einwohner des Gazastreifens, die in das Gebiet südlich von Wadi Gaza gegangen sind, weiten wir die humanitäre Hilfe aus», sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag. Man werde im Verlauf des Tages die Einfuhr von Lastwagen mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten in den Süden des Küstenstreifens ermöglichen. «Wer sich in diesem Gebiet aufhält, wird diese erhalten», sagte Hagari.

Die israelische Armee hatte die Menschen im Norden des Gazastreifens immer wieder aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen. Dies haben nach Militärangaben bereits mindestens rund 700 000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben in dem dicht besiedelten Gebiet mehr als 2,2 Millionen Menschen. Israels Armee will nach eigenen Angaben zunächst gegen die Infrastruktur der Islamistenorganisation Hamas im Norden des Gazastreifens vorgehen. (dpa)

10:44 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Erdogan fordert Ende israelischer Angriffe auf Gaza

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat ein Ende israelischer Angriffe im Gazastreifen gefordert. «Israel muss diesen Zustand des Wahnsinns sofort beenden und seine Angriffe einstellen», schrieb der Präsident in einem Post auf der Plattform X, vormals Twitter. Gleichzeitig rief Erdogan zu einer bereits für Samstag geplanten propalästinensischen Demonstration in Istanbul auf.

Vor wenigen Tagen hatte der Staatschef die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas als Freiheitskämpfer bezeichnet. Erdogan rief zu einem Waffenstillstand auf. Die Hamas ist für die USA, Europa und Israel eine Terrororganisation, für die Türkei nicht. Ankara unterhält Kontakte zur Hamas und bemüht sich nach eigenen Angaben um die Freilassung von Geiseln. (dpa)

10:42 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Sorge um Hamas-Geiseln nach Ausweitung der Bodeneinsätze Israels

Nach Ausweitung der israelischen Bodeneinsätze im Gazastreifen haben am Samstag rund 600 Menschen in Tel Aviv an einem Solidaritätslauf für die dort festgehaltenen Geiseln teilgenommen. Sie trugen Startnummern mit Namen und Bildern der Geiseln, wie der israelische Sender Kan berichtete.

Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete, Angehörige der Geiseln hätten nach Ausweitung der Bodeneinsätze ein dringendes Treffen mit dem sogenannten Kriegskabinett gefordert. «Diese Nacht war die bisher schlimmste von allen, und wir haben sie in grosser Angst verbracht», zitierte ynet aus einer Stellungnahme der Angehörigen. Es herrsche grosse Ungewissheit hinsichtlich des Schicksals der Geiseln in Gaza, «die dort festgehalten werden und auch den schweren Bombardements ausgesetzt sind».

Meirav Leshem Gonen, Mutter einer weiblichen Geisel, sagte dem israelischen Armeesender am Samstag: «Ich verstehe nichts von Strategie, ich verstehe etwas von Mutterschaft - und ich habe das Gefühl, dass dies ein Krieg ist, den wir schon verloren haben. Wie kann man sicherstellen, dass meine Tochter und die anderen Geiseln wirklich lebend nach Hause kommen?»

Israel geht nach Medienberichten davon aus, dass die Hamas Verhandlungen über eine Freilassung der Geiseln absichtlich in die Länge gezogen hat, um den Beginn einer israelischen Bodenoffensive zu verzögern. Ungeachtet von Berichten über angebliche Fortschritte bei Vermittlungsbemühungen von Ägypten und Katar sei kein Durchbruch abzusehen, berichtete die «Times of Israel» Militärsprecher Daniel Hagari sprach von «psychologischem Terror» der Hamas. (dpa)

08:38 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Israels Militär tötet mehrere Hamas-Kämpfer - Beratungen zu Vorgehen

Israels Armee hat nach eigenen Angaben im Gazastreifen mehrere Kämpfer der islamistischen Organisation Hamas getötet. Israelische Kampfflugzeuge hätten zudem in der Nacht zum Samstag 150 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär am Samstag in den sozialen Medien weiter mit. Darunter seien Tunnel sowie unterirdische Räume und Infrastruktur gewesen. Ein dazu verbreitetes Video zeigte Aufnahmen von zahlreichen Einschlägen.

Die Armee zitierte einen namentlich nicht genannten Oberst auf der früher als Twitter bekannten Plattform X damit, dass das israelische Militär «im Gazastreifen bisher nie gesehene Feuerkraft» einsetze. Brigadegeneral Gilad Keinan von der Luftwaffe sagte, rund einhundert Kampfflugzeuge hätten in der Nacht Hunderte von Geschossen abgeworfen und Hunderte von Hamas-Zielen zerstört. «Das Ziel ist klar: Alles zu zerstören, was mit Hamas zu tun hat», sagte er.

Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete am Samstag, die am Vorabend in den Gazastreifen eingedrungenen Soldaten hielten sich weiter dort auf. Parallel zu den Bodeneinsätzen gebe es massive Luft- und Seeangriffe auf die Stadt Gaza und ihre Umgebung. Die Militärspitze berate nun über das weitere Vorgehen.

Das Militär berichtete zudem von einem Angriff auf Stellungen der pro-iranischen Hisbollah vom Freitag. Die Miliz aus dem Libanon nördlich von Israel unterstützt die Palästinenser. Zuvor habe die Gruppierung versucht, Raketen auf Israel abzufeuern. Diese landeten jedoch laut israelischen Angaben in Syrien. Die israelische Luftwaffe antwortete demnach mit einem Gegenangriff. (dpa)

07:34 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Israels Militär: Hamas-Verantwortlicher für Drohnen «ausgeschaltet

Israel hat nach eigenen Angaben den Verantwortlichen der Islamistenorganisation Hamas für Luftverteidigung und Co-Planer der Terrorattacke vom 7. Oktober getötet. Auf Grundlage nachrichtendienstlicher Informationen habe ein Kampfjet Asem Abu Rakaba «ausgeschaltet», teilte das Militär am Samstag auf Telegram mit. Demnach kümmerte sich Abu Rakaba für die Hamas um Drohnen, Gleitschirme sowie Luftaufklärung- und -verteidigung. Die israelische Armee veröffentlichte dazu ein Video, das die Explosion eines Gebäudes aus der Luft zeigte.

Den israelischen Angaben zufolge plante Abu Rakaba den blutigen Angriff vom 7. Oktober im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Gazastreifen mit, bei dem mehr als 1400 Menschen starben und die Angreifer mehr als 200 weitere als Geiseln verschleppten. Er sei für Drohnenangriffe verantwortlich gewesen und habe die Kämpfer koordiniert, die mit Gleitschirmen auf israelisches Gebiet damals vordrangen, hiess es. (dpa)

06:53 Uhr

Samstag, 28. Oktober

UN-Resolution und Angriffe auf Gazastreifen - Die Nacht im Überblick

(dpa) Drei Wochen nach dem verheerenden Massaker islamistischer Terroristen deuten neue Gegenattacken der israelischen Armee auf eine Intensivierung des Gaza-Kriegs hin. Nach etlichen Luftangriffen in der Nacht zu Samstag mehrten sich Vermutungen, dass die erwartete Bodenoffensive begonnen haben könnte. Israels Armee bestätigte dies zunächst nicht - hatte zuvor aber angekündigt, ihre Bodeneinsätze gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas auszuweiten. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloss eine Resolution zur Verbesserung der humanitären Lage und für eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen. Dort hat sich die Lage mit dem Zusammenbruch des Kommunikationsnetzes nochmals verschärft.

Deutschland enthält sich zu UN-Resolution

Die am Freitag (Ortszeit) in New York angenommene UN-Resolution erreichte in der Vollversammlung die notwendige Zweidrittelmehrheit. 120 Länder stimmten dafür, 14 dagegen - Deutschland gehörte zu den 45, die sich enthielten. Resolutionen der UN-Vollversammlung sind nicht rechtlich bindend, ihnen wird eher symbolische Signalwirkung beigemessen - und in diesem Fall gibt das Votum auch Aufschluss über das Stimmungsbild der Weltgemeinschaft im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Der mächtigere UN-Sicherheitsrat, dessen Beschlüsse bindend sind, war zuvor mehrfach an der Verabschiedung einer Resolution mit Fokus auf der humanitärem Lage im Gazastreifen gescheitert.

Die nun verabschiedete Resolution verurteilt unter anderem jegliche Gewalt gegen die israelische und palästinensische Zivilbevölkerung, fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller «illegal festgehaltenen» Zivilisten und verlangt ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen. Ausserdem wird zu einer «sofortigen dauerhaften und nachhaltigen humanitären Waffenruhe» aufgerufen, die zur «Einstellung der Feindseligkeiten» führen solle.

Hamas spricht von israelischen Bodeneinsätzen

Der militärische Arm der Islamistenorganisation behauptete, es habe Bodeneinsätze der israelischen Armee und gewalttätige Zusammenstösse in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens sowie östlich des Flüchtlingslagers Al-Bureidsch gegeben. Beide Orte liegen in Grenznähe. Unabhängig waren die Angaben der Al-Kassam-Brigaden vom späten Freitagabend nicht zu überprüfen. Israels Armee hatte zuvor angekündigt, ihre Bodeneinsätze dem dicht besiedelten Küstengebiet auszuweiten.

Unklar war zunächst, ob die Ankündigung den Beginn der erwarteten Bodenoffensive darstellte. Die Armee hatte zuvor vereinzelte, zeitlich eng begrenzte Vorstösse am Boden gemacht. Jordaniens Aussenministers Aiman Safadi äusserte sich überzeugt: «Israel hat gerade einen Bodenkrieg gegen Gaza gestartet», schrieb er bei X. «Das Ergebnis wird eine humanitäre Katastrophe von epischem Ausmass über Jahre sein.»

Keine Kommunikation im Gazastreifen - Sorge um Berichterstattung

Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist schon jetzt katastrophal - und könnte sich im Falle einer Bodenoffensive mit blutigen Strassenkämpfen zwischen Wohnhäusern, noch mehr Luftangriffen und möglicherweise auch Artilleriebeschuss nochmals verschärfen. Die Palästinensische Telekommunikationsgesellschaft erklärte zudem, dass nun auch alle Kommunikationsdienste und das Internet flächendeckend ausgefallen seien. Schuld sei die heftige Bombardierung durch die israelische Armee, teilte das im Westjordanland ansässige Unternehmen Paltel mit.

Mehrere Hilfsorganisationen berichteten, den Kontakt zu ihren Mitarbeitern verloren zu haben. Der Palästinensische Rote Halbmond verlor den Draht zu allen Einsatzzentralen und Teams im Gazastreifen. Zu befürchten sei, dass die Einsatzkräfte keine medizinischen Notfalldienste mehr leisten könnten. Auch die Notrufzentrale sei von dem Ausfall betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigenen Angaben ebenfalls keinen Kontakt mehr zu ihren Mitarbeitern und Einrichtungen.

Solidarität mit Palästinensern und Proteste für Feuerpause

In Jordanien protestierten Tausende Menschen aus Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen. In der Hauptstadt Amman zogen die Mengen nach dem Freitagsgebet durch das Stadtzentrum, wie der Fernsehsender Al-Ghad berichtete. Am Abend versammelten sich nach Ankündigung der ausgeweiteten Bodeneinsätze durch Israel auch Demonstranten vor der israelischen Botschaft. Die Polizei setzte Tränengas ein, um sie auseinanderzutreiben, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Auch in anderen arabischen Ländern gab es wieder Solidaritätsbekundungen für die Palästinenser.

Im Westjordanland protestierten am Freitagabend ebenfalls zahlreiche Palästinenser, wie israelische Medien berichteten. Auch in Ramallah, Hebron und vielen anderen Orten im Westjordanland gingen demnach Menschen auf die Strasse, um ihre Solidarität mit den zu grossen Teilen Bewohnern des Gazastreifens zu zeigen. An der Grand Central Station in New York demonstrierten Hunderte Menschen für eine Feuerpause. (dpa)

06:11 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Deutsche Bundeswehr hat mehr als 1000 Soldaten in den Nahen Osten verlegt

Die deutsche Bundeswehr hat für eine mögliche Evakuierung deutscher Staatsbürger inzwischen mehr als 1000 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Die ganz überwiegende Zahl der Männer und Frauen sei nun auf Zypern in Bereitschaft, wurde der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen erklärt. Sie seien von dort aus praktisch sofort einsatzbereit, ohne dass aber die weitere Entwicklung in der Folge des Grossangriffs der Hamas auf Israel abzusehen sei.

Das Verteidigungsministerium hatte am vergangenen Wochenende erklärt, die eigene Reaktionsfähigkeit in der Region werde erhöht. Auf Zypern wurde ein Planungs- und Führungsstab für einen möglichen Evakuierungseinsatz aufgebaut. Auf der Insel sind auch Spezialkräfte der Deutschen Marine (KSM) mit den Kampfschwimmern in Warteposition. Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sind nach Jordanien geflogen worden. (dpa)

06:10 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Organisation: Seit Hamas-Attacke 29 Journalisten in Nahost getötet

Seit dem blutigen Massaker der Hamas vom 7. Oktober sind einer Journalisten-Organisation zufolge 29 Medienvertreter in Israel und im Gazastreifen getötet worden. Nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 seien in so kurzer Zeit so viele über den Nahost-Konflikt berichtende Reporter ums Leben gekommen, teilte das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists, CPJ) in der Nacht zu Samstag über die Online-Plattform X mit. Zudem würden Medienschaffende im Konfliktgebiet bedrängt, festgesetzt und am Berichten gehindert. (dpa)

06:09 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Israel verurteilt UN-Resolution - Hamas begrüsst sie

Die von der UN-Vollversammlung verabschiedete Resolution zur Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen und für eine sofortige Waffenruhe ist bei den Konfliktparteien erwartbar auf unterschiedliches Echo gestossen. «Wir lehnen den verabscheuungswürdigen Ruf der UN-Generalversammlung nach einem Waffenstillstand entschieden ab», schrieb Israels Aussenminister Eli Cohen in der Nacht zu Samstag auf der Plattform X, vormals Twitter. «Israel beabsichtigt, die Hamas zu eliminieren.» So sei die Welt auch mit den Nazis und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verfahren, schrieb er weiter.

Israels UN-Botschafter Gilad Erdan sprach nach der Abstimmung in der UN-Vollversammlung in New York von einem «dunklen Tag für die UN und für die Menschheit», der mit Schande in die Geschichte eingehen werde. Jeder habe gesehen, dass die Vereinten Nationen «keine Unze Legitimität oder Relevanz» mehr hätten.

Die im Gazastreifen herrschende und für den Grossangriff auf Israel am 7. Oktober verantwortliche Islamistenorganisation Hamas lobte dagegen die Annahme der Resolution und forderte die UN auf, Massnahmen zu ihrer Umsetzung zu ergreifen.

Die UN-Vollversammlung hatte den von Jordanien eingebrachten Resolutionsentwurf am Freitag verabschiedet. 120 Länder stimmten dafür, 14 dagegen - 45 enthielten sich, darunter auch Deutschland. Damit erreichte das Papier die notwendige Zweidrittelmehrheit. Resolutionen der UN-Vollversammlung sind allerdings nicht rechtlich bindend, ihnen wird eher symbolische Signalwirkung beigemessen. (dpa)

06:07 Uhr

Samstag, 28. Oktober

Weisses Haus: «Wir ziehen keine roten Linien für Israel»

Die US-Regierung hat ihre Unterstützung für Israel nach den Angriffen der islamistischen Hamas bekräftigt. «Wir ziehen keine roten Linien für Israel», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Freitag auf die Frage eines Journalisten. Man unterstütze weiter die «Sicherheitsbedürfnisse» des Landes und Israels Recht, sich selbst zu verteidigen. «Das wird so bleiben.» Zu Israels Ausweitung der Bodeneinsätze in Gaza äusserte sich Kirby auch auf mehrere Nachfragen hin nicht.

Kirby sagte, dass man aber auch von Anfang mit Israel über die «Art und Weise» einer Reaktion auf die Terrorangriffe gesprochen habe. «Und wir haben uns nicht gescheut, unsere Besorgnis über zivile Opfer, Kollateralschäden und die Vorgehensweise, die sie wählen könnten, zum Ausdruck zu bringen.» Das sei es, was «Freunde» tun könnten und man werde diese Gespräche weiter führen. (dpa)

06:03 Uhr

Samstag, 28. Oktober

WHO hat Kontakt zu Mitarbeitern im Gazastreifen verloren

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keinen Kontakt mehr zu Mitarbeitern, Gesundheitseinrichtungen und anderen Partnern im Gazastreifen. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend auf der Plattform X, früher Twitter. Wegen der «Belagerung» mache er sich grosse Sorgen um deren Sicherheit und die unmittelbare Gesundheitsgefährdung von gefährdeten Patienten. «Wir drängen auf sofortigen Schutz.» In einem zweiten Tweet fügte er nur das Wort: «Warum?» hinzu.

Auch das UN-Kinderhilfswerk (Unicef) hat eigenen Angaben zufolge keinen Kontakt mehr zu seinen Kollegen in Gaza. Exekutivdirektorin Catherine Russell schrieb auf X: «Ich mache mir grosse Sorgen um ihre Sicherheit und eine weitere Nacht unaussprechlichen Grauens für 1 Million Kinder in #Gaza. Alle humanitären Helfer und die Kinder und Familien, denen sie behilflich sind, MÜSSEN geschützt werden.»

Zuvor hatte die Palästinensische Telekommunikationsgesellschaft mitgeteilt, alle Kommunikations- und Internetdienste seien wegen der heftigen Bombardierung durch die israelische Armee ausgefallen. Auch der Palästinensische Rote Halbmond schrieb auf X, man habe den Kontakt zu allen Einsatzzentralen und Teams im Gazastreifen verloren. (dpa)

21:54 Uhr

Freitag, 27. Oktober

UN-Vollversammlung nimmt Resolution zur humanitären Lage in Gaza an

Die UN-Vollversammlung hat eine Resolution zur Verbesserung der humanitären Situation und für eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen verabschiedet. Das Papier erreichte am Freitag in New York eine notwendige Zweidrittelmehrheit. 120 Länder stimmten dafür, 14 dagegen, 45 enthielten sich.

Resolutionen der UN-Vollversammlung sind allerdings nicht rechtlich bindend, sondern gelten als symbolisch. Der mächtigere UN-Sicherheitsrat, dessen Resolutionen bindend sind, war zuvor mehrfach an der Verabschiedung einer Resolution mit humanitärem Fokus zur Situation im Gazastreifen gescheitert.

Die nun verabschiedete Resolution verurteilt unter anderem jegliche Gewalt gegen israelische und palästinensische Zivilisten, fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Zivilisten, die «illegal festgehalten» werden, und verlangt ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen. Ausserdem ruft der Text zu einer «sofortigen dauerhaften und nachhaltigen humanitären Waffenruhe» auf, die zu einer «Einstellung der Feindseligkeiten» führen solle. (dpa)

20:52 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Internet und Kommunikationsdienste im Gazastreifen zusammengebrochen

Im Gazastreifen sind derzeit nach Angaben der Palästinensischen Telekommunikationsgesellschaft alle Kommunikations- und Internetdienste ausgefallen. Schuld sei die heftige Bombardierung durch die israelische Armee, teilte das im Westjordanland ansässige palästinensische Unternehmen Paltel mit. Auch die Organisation Netblocks, die für die Beobachtung von Internetsperren bekannt ist, bestätigte auf der Plattform X einen Zusammenbruch der Internetverbindungen im Gazastreifen. Dieser habe grossen Auswirkungen auf Paltel. Die Firma sei der letzte grosse Betreiber, der in dem Küstengebiet noch Dienste anbiete.

Der Palästinensische Rote Halbmond schrieb auf X, man habe den Kontakt zu allen Einsatzzentralen und Teams im Gazastreifen verloren. Die Retter sorgten sich, ob die Einsatzkräfte derzeit in der Lage seien, weiterhin medizinische Notfalldienste zu leisten. Auch die Notrufzentrale sei von dem Ausfall betroffen.

Israels Armee hat angekündigt, ihre Bodeneinsätze im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas auszuweiten. In den letzten Stunden habe das Militär seine Angriffe im Gazastreifen bereits verstärkt, hiess es. In dem abgeriegelten Küstenstreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. (dpa)

19:38 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Israels Armee: Weiten Bodeneinsätze im Gazastreifen aus

Seit Tagen wird mit dem baldigen Beginn einer israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas gerechnet. Nun kündigt das Militär nach massiven Bombenangriffen eine Ausweitung seines Einsatzes an - auch am Boden.

Das teilte Militärsprecher Daniel Hagari am Freitagabend auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. In den letzten Stunden habe das Militär seine Angriffe im Gazastreifen bereits verstärkt. Es würden vermehrt unterirdische Ziele und terroristische Infrastruktur angegriffen, erklärte er weiter.

Israels Armee hat angekündigt, ihre Bodeneinsätze im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas auszuweiten.
Bild: Atef Safadi / EPA

Es blieb zunächst unklar, ob die Ankündigung den Beginn der weithin erwarteten Bodenoffensive des israelischen Militärs darstellte. Das israelische Militär hatte zuvor bereits vereinzelte, zeitlich eng begrenzte Vorstösse am Boden gemacht.

Medienberichte deuteten am Freitagabend auf massive israelische Bombenangriffe im Gazastreifen hin. Berichten zufolge fiel auch das Internet in dem abgeriegelten Küstenstreifen mit mehr als zwei Millionen Einwohnern aus. Auch der Internet-Monitor Netblocks sprach in einem Post auf der Plattform X von einem Zusammenbruch der Internet-Verbindungen.

Bei einem Terrorangriff der Hamas im Grenzgebiet zum Gazastreifen am 7. Oktober waren in Israel mehr als 1400 Menschen getötet worden. Mehr als 200 Geiseln wurden in den Gazastreifen verschleppt. Seither bombardiert Israel massiv Ziele im Gazastreifen. Zudem mobilisierte das Militär rund 300'000 Reservisten und zog für eine mögliche Bodenoffensive Kräfte in der Nähe des Gazastreifens zusammen.

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen stieg seit Kriegsbeginn nach Darstellung des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 7326 an. Darunter sollen 3038 Kinder und Jugendliche sowie 1792 Frauen sein, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Die Zahlen waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen.

Die Hamas wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. (dpa)

18:18 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Streit um Feuerpausen: Israel erteilt EU eine Abfuhr

Israel hat die Forderung der 27 EU-Staaten nach Feuerpausen im Gazastreifen zurückgewiesen. «Israel lehnt einen humanitären Waffenstillstand derzeit ab», sagte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums am Freitag als Reaktion auf den Brüsseler EU-Gipfelbeschluss. Dazu zähle «jegliche Art von geforderten Feuerpausen». Humanitäre Hilfe sei aber trotzdem möglich, «solange sie nicht in den Händen von Terroristen der Hamas landet». Bislang kommen nur sehr wenig Hilfsgüter in dem abgeriegelten Küstengebiet mit mehr als zwei Millionen Einwohnern an.

Am Donnerstag hatten die Staats- und Regierungschefs der EU fünf Stunden lang um ihre Forderung an Israel gerungen. Spanien wollte einen kompletten Waffenstillstand durchsetzen, um humanitäre Hilfe für den von Israel als Reaktion auf den Hamas-Terror bombardierten Gazastreifen zu ermöglichen. Deutschland und anderen Ländern ging das zu weit. Sie wollten Israel in seinem Verteidigungsrecht nicht so weit einschränken. Die Kompromissformulierung lautete dann «humanitäre Korridore und Pausen für humanitäre Zwecke», um zumindest vorübergehend eine sichere Versorgung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Israel lehnt aber auch das ab. (dpa)

16:37 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Macron wirft Israel «undifferenziertes Bombardement» in Gaza vor

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der massiven israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen von einem «undifferenzierten Bombardement» gesprochen. Frankreich erkenne den Willen und das Recht Israels vollständig an, gegen die Terroristen der Hamas zu kämpfen, und sei bereit, zu helfen. «Aber wir sind der Ansicht, dass die vollständige Blockade, das undifferenzierte Bombardement und erst recht die Aussicht auf eine massive Bodenoffensive nicht geeignet sind, die Zivilbevölkerung angemessen zu schützen», sagte er nach einem Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder am Freitag in Brüssel.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert einen humanitären Waffenstillstand.
Bild: Olivier Hoslet / EPA

Er bitte darum, dass Israel sich die Zeit nehme, um weitere Schritte gut vorzubereiten, sagte Macron. Er forderte einen humanitären Waffenstillstand und kündigte eine Koalition mit mehreren europäischen Ländern an, um unter anderem einen humanitären Korridor auf See einrichten zu können.

Israel lehnt Forderungen nach einem humanitären Waffenstillstand oder Feuerpausen derzeit ab und greift seit dem verheerenden Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober massiv Ziele im Gazastreifen an. Die Hamas, die in dem dicht besiedelten Küstenstreifen herrscht, wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. (dpa)

14:59 Uhr

Freitag, 27. Oktober

EU-Hilfsflug mit 51 Tonnen Hilfsgütern für Gaza gestartet

Ein dritter von der EU finanzierter Flug mit 51 Tonnen Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen hat sich auf den Weg in die Region gemacht. Am Freitag sei eine Maschine in Kopenhagen gestartet, teilte die EU-Kommission mit. Sie bringe unter anderem Medikamente nach Ägypten. Die EU finanziere die Gesamtkosten aller Flüge, hiess es.

Die EU-Kommission hatte vor knapp zwei Wochen eine Luftbrücke für Hilfsorganisationen im Gazastreifen angekündigt. Aus Ägypten sollen die Hilfsgüter weiter nach Gaza transportiert werden. Bislang kommen allerdings nur sehr wenig Hilfsgüter in dem abgeriegelten Küstengebiet mit mehr als zwei Millionen Einwohnern an.

Zwei erste von der EU finanzierte Flüge mit Hilfsgütern hatten Ägypten bereits vergangene Woche erreicht. Die Güter werden den Angaben zufolge über Partnerorganisationen wie das Internationale Rote Kreuz abgewickelt. Sie unterlägen strengen Berichterstattungsvorschriften und würden durch EU-Experten überwacht. Es gibt immer wieder die Befürchtung, dass die islamistische Hamas Hilfslieferungen für ihren Kampf gegen Israel nutzen könnte. In den kommenden zwei Wochen sollen noch fünf weitere Flüge stattfinden. (dpa)

13:57 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Drei Verletzte bei Einschlag einer Rakete in Tel Aviv

Beim Einschlag einer Rakete in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv sind Helfern zufolge drei Menschen verletzt worden. Ein etwa 20-jähriger Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom am Freitag mit. Zwei weitere Menschen seien leicht verletzt worden.

Der militärische Arm der Hamas im Gazastreifen teilte mit, die Raketen auf Tel Aviv abgefeuert zu haben. Im Zentrum der Küstenstadt heulten die Warnsirenen. Mehrere dumpfe Explosionen waren zu hören.

Auf zunächst nicht unabhängig bestätigten Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie das oberste Stockwerk eines Hauses bei einem Raketeneinschlag beschädigt wurde.

Nach Angaben der israelischen Regierung wurden seit Kriegsbeginn bereits mehr als 8000 Raketen von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die meisten werden jedoch von Israels Raketenabwehrsystem abgefangen. (dpa)

13:20 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Israelische Armee greift erneut mehr als 250 Ziele im Gazastreifen an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden mehr als 250 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Darunter seien Tunnel der islamistischen Hamas sowie Kommandozentralen und Raketenabschussrampen, teilte die Armee am Freitag mit. «Dutzende» Hamas-Mitglieder seien getroffen worden. Dabei soll den Angaben nach auch ein ranghoher Hamas-Befehlshaber getötet worden sein. Der Kommandeur Madhat Mubaschar sei an mehreren Sprengstoff- und Scharfschützenangriffen auf israelische Zivilisten und Soldaten beteiligt gewesen, hiess es in der Mitteilung.

Zudem sei in der Nacht eine Drohne aufgrund eines «technischen Fehlers» im Gazastreifen abgestürzt. Es bestehe jedoch keine Gefahr, dass vertrauliche Informationen nach aussen dringen. Der Vorfall werde untersucht.

Unterdessen kam es nach rund zehnstündiger Pause in mehreren israelischen Ortschaften erneut zu Raketenalarm. Am frühen Nachmittag heulten auch in der Küstenstadt Tel Aviv die Sirenen. Nach Angaben der israelischen Regierung wurden seit Kriegsbeginn bereits mehr als 8000 Raketen von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die meisten werden von Israels Raketenabwehrsystem abgefangen.

Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas Israel überfallen und im Grenzgebiet Massaker angerichtet. Israel hat seither mehr als 1400 Tote zu beklagen. Israel fliegt als Reaktion auf die Massaker Luftangriffe im Gazastreifen. Dabei kamen laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 7000 Menschen ums Leben. (dpa)

11:53 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Israels Armee: Familien von 229 Geiseln der Hamas benachrichtigt

Die Zahl der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln ist höher als bisher von Israel angenommen. Man habe bis Freitag die Familien von 229 Geiseln informiert, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Morgen. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Es werde erwartet, dass die Zahl noch steigen könnte.

Die vier von der islamistischen Hamas bereits freigelassenen Geiseln sind nach Militärangaben bei der Zahl nicht mit eingerechnet. Nach israelischen Informationen sind unter den Geiseln Bürger von 25 Staaten, darunter auch Deutsche.

Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas Israel überfallen und im Grenzgebiet Massaker angerichtet. Israel hat seither mehr als 1400 Tote zu beklagen. Darunter sind laut Hagari auch 310 Soldaten.

Die jüngste Geisel ist nach israelischen Informationen neun Monate, die wohl älteste 85 Jahre alt. Fast drei Wochen nach dem Massaker gibt es laut einer Regierungssprecherin noch immer rund 100 Vermisste, deren Schicksal ungeklärt ist. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen. Unter den Getöteten und Vermissten sind nach israelischen Angaben Bürger von mehr als 40 Ländern. (dpa)

11:53 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Am Freitag sollten acht Lastwagen mit Hilfe in Gazastreifen fahren

Im Gazastreifen sollten nach Angaben der Vereinten Nationen am Freitag acht weitere Lastwagen mit humanitärer Hilfe eintreffen. An Bord seien Trinkwasser, Nahrungsmittel und Material für Krankenhäuser, sagte Lynn Hastings, die UN-Koordinatorin für Humanitäre Hilfe in den von Israel besetzten Palästinensergebieten, am Freitag. Sie sprach aus Jerusalem über Video-Link zu Reportern in Genf.

Dies reiche bei Weitem nicht, um die Not der rund 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen zu lindern. Nach Angaben von Hastings kamen vor der jüngsten Eskalation am 7. Oktober täglich 450 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen. Das UN-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) hatte bislang von täglich 500 Lastwagen gesprochen.

Eine Hürde sei unter anderem die Inspektion der Ware. Israel besteht auf Prüfungen um sicherzustellen, dass tatsächlich nur humanitäre Hilfe an Bord ist. Alle Lastwagen müssten entladen werden, damit die Paletten per Scanner geprüft werden. Nach ihren Angaben warten Dutzende Lastwagen auf die Einreise, weiteres Material sei in der Region eingetroffen, aber noch nicht auf Lastwagen verpackt worden. (dpa)

11:43 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Unesco fordert im Gaza-Krieg Schutz von Schulen vor Beschuss

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat im Gaza-Krieg zum Schutz von Schulen vor militärischem Beschuss aufgerufen. Die Schulen dienten der Bevölkerung auch als Zufluchtsort und deren Beschuss laufe internationalem Recht zuwider, teilte die Unesco am Freitag in Paris mit. Seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel und den Gegenangriffen des Landes seien 200 Schulen im Gazastreifen beschädigt worden, was 40 Prozent aller Schulen dort entspreche. Im Gazastreifen lebten 625 000 Schüler und mehr als 22 500 Lehrkräfte, die sich in einer extrem verletzlichen Position befänden. Gemäss ihrem Mandat erinnere die Unesco alle Akteure an ihre Verpflichtung, sich an das humanitäre Völkerrecht zu halten. (dpa)

10:53 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Palästinenser: Vier Tote bei Konfrontationen im Westjordanland

Bei Konfrontationen mit dem israelischen Militär im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben vier Menschen getötet worden. In der Stadt Dschenin seien drei Palästinenser durch israelische Schüsse ums Leben gekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Freitag mit. Ein weiterer Palästinenser sei in der Stadt Kalkilija getötet worden. Dem israelischen Militär zufolge soll es sich bei mindestens einem Toten in Dschenin um ein Mitglied einer militanten Palästinenserorganisation gehandelt haben.

Nach Angaben der Armee fanden in der Nacht in mehreren Städten Razzien im Westjordanland statt. 36 gesuchte Personen seien festgenommen worden. Sie stünden im Verdacht, «in terroristische Aktivitäten verwickelt zu sein», teilte das Militär auf Nachfrage mit. Unter den Festgenommenen sind demnach 17 Mitglieder der islamistischen Hamas.

Während des Einsatzes in Dschenin wurden laut israelischen Angaben Sprengsätze auf die Soldaten geworfen und mit Schüssen geantwortet. Dabei sei ein Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad getötet worden sein. Einwohnern berichteten nach der Razzia von massiven Schäden in Dschenin.

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas am 7. Oktober noch weiter verschärft. Binnen knapp drei Wochen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein im Westjordanland 108 Palästinenser getötet. Seit Jahresbeginn kamen demnach 304 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen im Westjordanland, Konfrontationen oder nach eigenen Anschlägen ums Leben. (dpa)

10:28 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Hamas-Behörden melden 481 Tote im Gazastreifen in 24 Stunden

Im Gazastreifen sollen nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde innerhalb von 24 Stunden 481 Menschen durch israelische Raketenangriffe ums Leben gekommen sein. In den Tagen davor sollen es manchmal deutlich mehr gewesen sein. Die Bilanz stammte von Donnerstag 18.00 Uhr, wie das UN-Nothilfebüro OCHA am Freitag berichtete. Unabhängig prüfen lassen sich die Informationen nicht. Die UN-Organisationen verwenden auch die Meldungen der Gesundheitsbehörde. Das israelische Militär sagt, es versucht, wo immer möglich, zivile Opfer zu vermeiden. Es gebe Warnungen zur Flucht vor Raketenschlägen.

Am Donnerstag gelangten zwölf weitere Lastwagen mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und humanitären Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Vor dem Hamas-Terroranschlag in Israel vom 7. Oktober und der anschliessenden Abriegelung des Gebiets durch Israel kamen nach UN-Angaben am Tag 500 Lastwagen mit Hilfsgütern über die Grenze.

OCHA nannte auch eine Schadensbilanz der Hamas-Behörden: Demnach sollen 45 Prozent aller Häuser im Gazastreifen durch die israelischen Angriffe zerstört (gut 16 000), unbewohnbar (gut 11 000) oder beschädigt (rund 150 000) worden sein. Das israelische Militär sagt, Hamas verstecke legitime militärische Ziele zwischen den Häusern. (dpa)

09:28 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Israels Armee unternimmt weitere Vorstösse im Gazastreifen

Das israelische Militär hat bei weiteren begrenzten Vorstössen im Gazastreifen nach eigenen Angaben Dutzende von Stellungen der islamistischen Hamas angegriffen. Wie die Armee am Freitagmorgen auf Telegram berichtete, attackierten am Vortag von Kampfflugzeugen und Drohnen flankierte Bodentruppen unter anderem Abschussrampen für Panzerabwehrraketen, Kommandozentralen sowie Terroristen der Hamas. Anschliessend hätten die Soldaten das Kampfgebiet unversehrt wieder verlassen. Auch in der vorherigen Nacht hatten israelische Kampfpanzer im Norden einen Vorstoss unternommen.

Israels Militär hatte in den vergangenen rund drei Wochen bereits mehrere solcher begrenzten Vorstösse in den Gazastreifen unternommen. Sie gelten als Vorbereitung für eine geplante Bodenoffensive Israels. (dpa)

07:45 Uhr

Freitag, 27. Oktober

USA fliegen Luftangriffe auf Iran-gestützte Milizen in Syrien

Die USA haben im Osten Syriens als Reaktion auf Angriffe proiranischer Milizen am frühen Freitag Luftangriffe geflogen. Ziele seien zwei Einrichtungen gewesen, die von Irans Revolutionsgarden sowie deren Verbündeten genutzt würden, teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Die Angriffe seien ein Akt der Selbstverteidigung zum Schutz von US-Personal und hätten nichts mit dem derzeitigen Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen zu tun, betonte das Pentagon. «Die USA suchen keinen Konflikt (...), aber diese vom Iran unterstützen Angriffe auf US-Militär sind inakzeptabel und müssen aufhören», hiess es in der Mitteilung weiter.

Dem Pentagon zufolge greifen vom Iran unterstützte Gruppen in Syrien und dem Irak seit dem 17. Oktober mit Drohnen und Raketen unter anderem vom US-Militär genutzte Stützpunkte an. In einem Fall habe ein US-Bürger während eines Beschusses einen Herzinfarkt erlitten und sei gestorben. 21 weitere US-Amerikaner seien leicht verletzt worden, könnten aber bereits wieder arbeiten. Man werde auch bei künftigen Angriffen weitere Massnahmen ergreifen, so das Pentagon. Die US-Denkfabrik Washington Institute kam in einer Zählung bis Donnerstag auf insgesamt 18 Angriffe, davon 11 im Irak.

Wegen des Gaza-Kriegs, der mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober begann, ist die Sicherheitslage in der gesamten Region angespannt. Zur Abschreckung haben die USA unter anderem weitere Waffensysteme sowie Kriegsschiffe und Luftwaffengeschwader ins östliche Mittelmeer verlegt und entsenden rund 900 Soldaten in den Nahen Osten zur Unterstützung der dortigen US-Einheiten. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas ist Teil einer Reihe militanter Gruppen, die vom Iran in der Region unter anderem mit Waffen, aber auch finanziell unterstützt werden. (dpa)

06:03 Uhr

Freitag, 27. Oktober

Gaza-Krieg: EU für Feuerpausen und Friedenskonferenz

Die EU-Staaten fordern Feuerpausen und geschützte Korridore für Hilfslieferungen in den Gazastreifen, um das Leid der Zivilbevölkerung dort zu lindern. Zudem befürworten sie in einem Gipfelbeschluss vom späten Donnerstagabend eine baldige internationale Friedenskonferenz für den Nahen Osten. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez schlug vor, eine solche Konferenz innerhalb von sechs Monaten auszurichten, «um eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und für Palästina zu finden».

Der Umgang der EU mit den dramatischen Ereignissen im Nahen Osten stand im Mittelpunkt des ersten Tages des EU-Gipfels in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs diskutierten dabei rund fünf Stunden lang vor allem die Frage, was zum Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen und zur Verhinderung einer regionalen Eskalation des Konflikts getan werden kann.

Man rufe im Konflikt zwischen der islamistischen Hamas und Israel zu einem schnellen, sicheren, ungehinderten und kontinuierlichen Zugang für Hilfslieferungen auf, hiess es am Ende in der Gipfelerklärung. Um eine regionale Eskalation des Konflikts zu verhindern, müsse auch die Palästinensische Autonomiebehörde einbezogen werden.

Deutschland auf der einen Seite - Spanien auf der anderen

Mit der Erklärung verschärft die Europäische Union angesichts der katastrophalen humanitären Situation im Gazastreifen ihren Ton gegenüber Israel, das derzeit mit massiven Angriffen auf Ziele in dem Küstenstreifen auf Massaker der dort herrschenden Hamas an Israelis reagiert. Deutschland und Länder wie Österreich und Ungarn hatten sich eigentlich eine zurückhaltendere Sprache gewünschte, akzeptierten angesichts von deutlich weitergehenden Forderungen anderer Staaten aber letztlich einen Kompromiss. Länder wie Spanien hatten sich für einen sofortigen humanitären Waffenstillstand und noch deutlichere Worte zu möglichen Völkerrechtsverletzungen ausgesprochen.

Der Kompromiss besteht nun in der Verwendung des Plurals «Pausen» statt «Pause». Mit dem Begriff «Feuerpausen» wollen Länder wie Deutschland klarstellen, dass die EU Israel nicht auffordert, den Kampf gegen die Hamas mit sofortiger Wirkung und dauerhaft einzustellen.

Israel will eventuell am Freitag reagieren

Israels Aussenministerium wollte die Forderungen der EU-Staaten am Donnerstagabend zunächst nicht kommentieren. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit, man werde sich eventuell an diesem Freitag dazu äussern.

Unklar blieb zunächst, wie genau die EU eine Friedenskonferenz unterstützen will. Von Diplomaten hiess es, diese sei nur mit einer Teilnahme von Israel erfolgversprechend. Zugleich sei es eher unwahrscheinlich, dass sich Israel in absehbarer Zeit mit Palästinensern an einen Tisch setzen werde. Vermutlich werde eine Konferenz erst nach einer Bodenoffensive gegen die Hamas möglich sein.

Auch Abbas rief bereits zur Friedenskonferenz auf

Anfang der Woche hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einem Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in den Palästinensischen Autonomiegebieten die internationale Gemeinschaft zu einer Friedenskonferenz aufgerufen. Jegliche Teillösungen zum Gazastreifen lehnte er ab. Auch Macron sagte bei der Gelegenheit, dass die Wiederaufnahme von Gesprächen notwendiger sei denn je. Am vergangenen Wochenende hatte bereits ein Friedensgipfel in Kairo stattgefunden - aber ohne israelische Beteiligung.

Macrons Vorstoss für Anti-Hamas-Koalition nur am Rande Thema

Bei seiner Nahost-Reise hatte Macron noch eine andere Idee geäussert, die beim Gipfel nur am Rande eine Rolle spielte. Er schlug vor, die 2014 gegründete Koalition zur Bekämpfung der Terrororganisation Islamischer Staat auch gegen die Hamas einzusetzen. «Frankreich ist bereit dafür, dass die internationale Anti-IS-Koalition, in deren Rahmen wir uns für unseren Einsatz im Irak und Syrien engagieren, auch gegen die Hamas kämpfen kann», sagte Macron. Der von den USA geführten Koalition gehört Stand heute auch Deutschland an.

Macron habe die Idee bei den Beratungen in Brüssel zwar geäussert, hiess es aus Teilnehmerkreisen. Sie sei aber nicht ausführlicher diskutiert worden. (dpa)

22:16 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

USA verlegen wegen Gaza-Krieg rund 900 Soldaten in den Nahen Osten

Das US-Militär hat angesichts des Gaza-Kriegs rund 900 Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Einige der Soldaten seien bereits angekommen, andere seien auf dem Weg in die Region, sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Donnerstag. Ein Teil davon werde aus den USA verlegt. Die Truppen würden nicht nach Israel geschickt, sondern sollten die Einheiten, die sich bereits in der Region befänden, unterstützen, betonte Ryder. Zur Abschreckung regionaler Akteure haben die USA bereits mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge ins östliche Mittelmeer verlegt, Truppen des US-Militärs wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt

Die USA wollen Israel ausserdem zwei Raketenabwehrsysteme vom Typ Iron Dome (Eisenkuppel) schicken. Diese befänden sich aktuell in den Lagerbeständen der USA und sollen Israel bei der Luftabwehr helfen, sagte Ryder. Ausserdem liefere man Abfangraketen. Aus Sicherheitsgründen werde man sich aber nicht dazu äussern, wann diese Lieferungen verschifft und ankommen würden, so Ryder weiter.

Militante Palästinenser haben nach israelischen Angaben seit Kriegsbeginn aus dem Gazastreifen rund 8000 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Raketen werden in der Regel vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Das von Israel entwickelte Abwehrsystem schützt das Land vor Angriffen mit Kurzstreckenraketen. Entwicklung, Bau und Instandhaltung des Systems unterstützen die USA bisher mit Milliardensummen. Iron Dome gilt daher auch als Symbol für die Rolle der USA als Schutzmacht Israels. (dpa)

20:25 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

Gaza-Krieg: Irans Aussenminister warnt die USA

Irans Aussenminister hat die USA angesichts des Gaza-Kriegs vor einer direkten Verwicklung in den Konflikt gewarnt. Sollte der «Völkermord in Gaza weitergehen, werden sie von diesem Feuer nicht verschont bleiben», sagte Hussein Amirabdollahian am Donnerstag laut einem Transkript seiner Rede bei einer Sondersitzung der UN-Vollversammlung in New York. «Ich sage den amerikanischen Staatsmännern und Streitkräften, die jetzt den Völkermord in Palästina handhaben, ganz offen, dass wir die Ausweitung und das Ausmass des Krieges in der Region nicht begrüssen», sagte er.

Amirabdollahian sagte, die Hamas sei nach iranischen Bemühungen bereit, weitere Zivilisten unter den Geiseln freizulassen. «Gleichzeitig sollte die Welt die Freilassung von 6000 Palästinensern unterstützen, die in israelischen Gefängnissen festgehalten werden», sagte Amirabdollahian laut einem Auszug der Rede. (dpa)

19:39 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

Appell an Israel: EU fordert «humanitäre Pausen» für Gaza

Die Situation in Gaza verschlechtert sich täglich. Die EU-Staats- und Regierungschefs fordern von Israel nun «humanitäre Korridore und Pausen», um die Zivilbevölkerung mit Hilfslieferungen zu versorgen. Die genaue Wortwahl aber sorgte bis zum Schluss für Streit.

19:33 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

Vereinte Nationen: Erst 62 Lastwagen im Gazastreifen angekommen

Im Gazastreifen sind von Samstag bis Dienstag nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA insgesamt 62 Lastwagen mit Hilfsgütern eingetroffen. Darunter waren Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Güter. Das meiste sei bereits an die Krankenhäuser und die Vertriebenen verteilt worden, berichtete OCHA am Donnerstagabend.

Das Büro verwies darauf, dass die Lieferungen bei Weitem nicht ausreichen, um die mehr als 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen zu versorgen. Vor dem 7. Oktober seien rund 500 Lastwagen täglich in den Gazastreifen gefahren. Israel hatte Lieferungen nach den Terroranschlägen der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas mit rund 1400 Toten in Israel zwei Wochen untersagt. Der erste Konvoi durfte am Samstag fahren.

Trotz zahlreicher Bitten habe das israelische Militär bislang keine Treibstofflieferungen erlaubt, berichtete OCHA. Ohne Treibstoff könnten keine Generatoren betrieben werden. Sie werden unter anderem für Wasserpumpen und den Krankenhausbetrieb benötigt. (dpa)

18:32 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

Hamas-Vertreter im russischen Aussenministerium in Moskau

Das russische Aussenministerium hat in Moskau mit einem Hamas-Vertreter über eine Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen ausländischen Geiseln gesprochen. Das teilte das Ministerium am Donnerstag nach dem Gespräch mit Musa Abu Marsuk mit, der demnach zum Politbüro der islamistischen Palästinenserorganisation gehört. «Ausserdem wurden Fragen besprochen, die mit der Evakuierung russischer und anderer ausländischer Staatsbürger aus der palästinensischen Enklave verbunden sind», teilte das Aussenministerium der Agentur Interfax zufolge mit.

Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Der russische Vizeaussenminister Michail Bogdanow hatte sich zuvor auch in Katar mit Vertretern der Hamas getroffen, um über die Geiseln zu sprechen. (dpa)

15:27 Uhr

DONNERSTAG, 26. OKTOBER

Hamas ruft zur Mobilisierung von Arabern am Freitag auf

Knapp drei Wochen nach Beginn des Gaza-Krieges hat die islamistische Hamas im Gazastreifen erneut zu Protesten von Palästinensern, Arabern und Muslimen aufgerufen. Diese sollten sich vor allem am Freitag und Sonntag für eine Öffnung des Rafah-Grenzübergangs nach Ägypten einsetzen, teilte die Hamas in einer Stellungnahme am Donnerstag mit. Dabei gehe es um dringend benötigte Hilfslieferungen mit Medikamenten und Treibstoff. Sie forderten ein Ende des «Krieges des Völkermordes» von Israel gegen den Gazastreifen.

Seit Samstag kamen zwar Dutzende Lastwagen mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten über den Grenzübergang Rafah. Den Vereinten Nationen zufolge sind für die Versorgung der gut 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen aber eher 100 LKW-Ladungen täglich nötig.

Nach einem ähnlichen Aufruf der Hamas vor zwei Wochen kam es zu massiven Protesten unter anderem in den Nachbarländern Israels - Ägypten, Libanon und Jordanien. Im Westjordanland und im arabisch geprägten Ost-Jerusalem wurden nach palästinensischen Angaben insgesamt 14 Menschen bei Konfrontationen getötet. In Deutschland wurden in mehreren Städten pro-palästinensische Demonstrationen wegen Sicherheitsbedenken verboten. (dpa)

14:17 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Spanische Ministerin fordert wegen Gaza-Angriffen Anklage Netanjahus

Die spanische geschäftsführende Ministerin für Sozialrechte, Ione Belarra, hat wegen der israelischen Luftangriffe im Gazastreifen eine Anklage des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gefordert. Dies gelte auch für andere Verantwortliche für die Bombardierungen, sagte die linke Ministerin der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

Zudem rief die Politikerin des links-alternativen Wahlbündnisses Unidas Podemos die europäischen Staaten zu einer Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zu Israel, sowie zur Verhängung von Wirtschaftssanktionen und eines Waffenembargos gegen Israel auf.

Sánchez von der sozialistischen PSOE teilt diese Forderungen Belarras nicht. Allerdings befindet es sich nach der Parlamentswahl vom Juli mitten in einer schwierigen Regierungsbildung, für die er neben separatistischen auch Parteien links von der PSOE braucht. Kritik aus der Regierung an der Militär-Offensive Israels im Gazastreifen hatte schon einen Streit zwischen ausgelöst. Die israelische Botschaft in Madrid hatte erklärt: «Gewisse Mitglieder der spanischen Regierung haben sich dafür entschieden, sich auf die Seite dieses IS-ähnlichen Terrorismus zu schlagen.» Namentlich erwähnt hatte die Botschaft Belarra dabei aber nicht. (dpa)

13:36 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 7000

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut Hamas-kontrolliertem Gesundheitsministerium auf 7028 gestiegen. Es seien zudem 18 484 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium in Gaza am Donnerstag. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

12:56 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Russlands Vizeaussenminister spricht mit Hamas-Führung über Geiseln

Die russische Führung hat eigenen Angaben zufolge in Katar mit Hamas-Vertretern über das Schicksal der von der islamistischen Palästinenserorganisation gefangen gehaltenen Geiseln verhandelt. «Natürlich haben wir uns mit der politischen Führung (getroffen)», sagte Vizeaussenminister Michail Bogdanow am Donnerstag laut russischen Nachrichtenagenturen. Ergebnisse des Gesprächs teilte er nicht mit. Die Hamas hält im Gazastreifen nach israelischen Angaben mehr als 220 Menschen fest, die bei dem beispiellosen Angriff auf Israel am 7. Oktober verschleppt wurden. Mindestens zwei davon besitzen nach Angaben aus Moskau die russische Staatsbürgerschaft. Unter den Geiseln sind auch deutsche Staatsbürger.

Russland hat Beziehungen zur arabischen Welt, aber auch eine Vielzahl an Landsleuten, die in Israel leben. Vor diesem Hintergrund hat Moskau sich seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs mehrfach als Vermittler angeboten. Zugleich hat Präsident Wladimir Putin den USA die Verantwortung für das Aufflammen der Gewalt in Nahost zugeschoben und behauptet, die US-Nahostpolitik sei nicht auf die Bedürfnisse der Palästinenser eingegangen. Russland selbst wiederum wird vorgeworfen, die Eskalation in Israel auszunutzen, um von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine abzulenken.

Im UN-Sicherheitsrat haben Russland und China kürzlich einen Resolutionsentwurf der USA, der Israels Recht auf Selbstverteidigung betonte und eine humanitäre Feuerpause forderte, abgelehnt. Zugleich fiel auch ein russischer Vorschlag durch, der unter anderem die Forderung nach einem Waffenstillstand enthielt. (dpa)

12:40 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Israels Armee: Hamas hindert Menschen an Flucht nach Süd-Gaza

Die islamistische Hamas hindert Zivilisten im Gazastreifen nach israelischer Darstellung weiterhin an der Flucht aus dem besonders unsicheren Norden des Küstengebietes. Die israelische Armee fordere die Bevölkerung aus Sicherheitsgründen zur Flucht in den Süden auf, teilte das Militär am Donnerstag mit. Doch Hamas-Mitglieder würden unter anderem Strassenblockaden aufstellen.

In einem von der Armee veröffentlichten Gespräch berichtet ein Palästinenser zudem von Schüssen auf Zivilisten, die flüchten wollten. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Wer den zu grossen Teilen zerstörten Norden des Gazastreifens verlassen will, wird von der Hamas daran gehindert, sagt das israelische Militär.
Bild: Ali Mahmoud / AP

Es sind allerdings laut Armeeangaben schon mindestens rund 700'000 Menschen in den Süden geflohen, die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Vertriebenen durch die israelischen Luftangriffe.

Die Armee fordert vor einer erwarteten Bodenoffensive in dem Küstengebiet seit rund zwei Wochen die Bevölkerung auf, in den Süden zu gehen. Sie greift seit den Hamas-Massakern am 7. Oktober Ziele in dem dicht besiedelten Küstenstreifen an.

Terroristen hatten vor knapp drei Wochen im Auftrag der Hamas in Israel ein Massaker an Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen in Israel kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Militante verschleppten mehr als 220 Menschen. (dpa)

12:23 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

EU fordert Feuerpausen für Gazastreifen

Beim EU-Gipfel in Brüssel soll zu einem schnellen, sicheren und ungehinderten humanitären Zugang zum Gazastreifen aufgefordert werden. Zu notwendigen Massnahmen gehörten auch humanitäre Korridore und Feuerpausen, heisst es in dem jüngsten Entwurf für die Abschlusserklärung des Spitzentreffens an diesem Donnerstag und Freitag. Die sich verschlechternde humanitäre Lage in Gaza gebe Anlass zu grösster Besorgnis.

Um Forderungen nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand für den Gazastreifen hatte es in den vergangenen Tagen heftigen Streit in der EU gegeben. Länder wie Deutschland und Österreich sprachen sich dagegen aus, dass sich die EU solchen Aufrufen öffentlich anschliesst. Sie argumentierten, ein solcher Vorstoss sei angesichts des anhaltenden Terrors der islamistischen Hamas unangemessen. Länder wie Spanien oder Irland setzten sich hingegen wegen der vielen zivilen Opfer bei israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen für einen solchen Aufruf ein.

Die Verwendung von Wörtern wie «humanitäre Korridore» und «humanitäre Pausen» im Plural soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nun ein Kompromiss sein und deutlich machen, dass die EU Israel nicht auffordert, den Kampf gegen die Hamas mit sofortiger Wirkung einzustellen. Diesen Eindruck wollen Länder wie Deutschland unbedingt vermeiden.

Zu den Gräueltaten der Palästinenserorganisation Hamas heisst es in dem der dpa vorliegenden Entwurf für die Erklärung, der Europäische Rat verurteile auf das Schärfste die Hamas und ihre brutalen und willkürlichen Angriffe in ganz Israel. Der Einsatz von Zivilisten als menschliche Schutzschilde sei eine besonders beklagenswerte Grausamkeit. Man betone nachdrücklich das Recht Israels, sich im Einklang mit dem Völkerrecht und dem humanitären Völkerrecht zu verteidigen.

Das Spitzentreffen der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten beginnt am frühen Nachmittag. Für Deutschland wird Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu dem zweitägigen Gipfel in Brüssel erwartet. (dpa)

11:44 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Neue Raketenangriffe aus Gaza auf Israel

Militante Palästinenser im Gazastreifen greifen israelische Ortschaften auch während der heftigen Luftangriffe in dem Palästinensergebiet weiter mit Raketen an. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Donnerstag wieder die Warnsirenen. Zuvor gab es auch in den Ortschaften am Rande des Gazastreifens immer wieder Raketenalarm, wie die israelische Armee mitteilte. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer.

Seit Beginn des Krieges vor fast drei Wochen sind nach israelischen Armeeangaben Tausende von Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Etwa ein Fünftel sei zuletzt im Gazastreifen selbst eingeschlagen und habe dort auch Opfer verursacht.

Am Mittwochabend war eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete in einem Haus in der Stadt Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv eingeschlagen. Dabei wurden nach Angaben von Sanitätern drei Menschen verletzt. Drei weitere Menschen wurden demnach durch Raketenangriffe im Grossraum Tel Aviv verletzt. (dpa)

10:23 Uhr

Donnerstag, 26. oKTOBER

Israel bombardiert erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat im Kampf gegen die islamistische Hamas nach eigenen Angaben erneut zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert. Wie das israelische Militär am Donnerstag auf Telegram bekanntgab, hätten Kampfflugzeuge im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 250 «Terrorziele» angegriffen. Dazu gehörten Kommandozentralen, Tunnelschächte und Raketenabschussrampen inmitten von Wohngebieten, von wo aus seit Kriegsbeginn auf israelisches Gebiet geschossen worden sei. Zudem hätten Soldaten eine Abschussbasis für Boden-Luft-Raketen der Hamas in der Gegend von Khan Younis im Süden des Gazastreifens getroffen, hiess es weiter.

Der israelische Beschuss des Gazastreifens hält weiter an.
Bild: Abed Khaled / AP

Die Abschussbasis habe sich in der Nähe einer Moschee und eines Kindergartens befunden, so die Armee- Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Hamas bewusst zivile Einrichtungen für Terrorzwecke nutze.

Mitglieder der Hamas hatten am Mittwoch eigenen Angaben zufolge aus dem Gazastreifen erneut zwei Langstreckenraketen in Richtung Haifa im Norden und Eilat im Süden Israels abgefeuert. Laut Medien explodierte ein Geschoss in der Luft, das andere sei im Süden auf offenes Gelände gefallen. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. (dpa)

08:17 Uhr

Donnerstag, 26. oktober

Israelische Armee: Begrenzter Panzervorstoss im Gazastreifen

Das israelische Militär hat erneut einen begrenzten Panzervorstoss im Norden des von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifens unternommen. Es seien dabei in der Nacht «zahlreiche Terroristen, terroristische Infrastruktur und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen» aufgespürt und angegriffen worden, teilte die Armee am Donnerstagmorgen mit.

Ein israelischer Merkava-Panzer im Einsatz.
Bild: Atef Safadi / EPA

Nach Beendigung des Vorstosses hätten die Soldaten das Gebiet wieder verlassen. Es sei Teil der Vorbereitungen «für die nächsten Kampfphasen» gewesen, hiess es. Israels Militär hatte in den vergangenen zweieinhalb Wochen bereits mehrere begrenzte Vorstösse in den Gazastreifen unternommen. Sie gelten als Vorbereitung für eine geplante Bodenoffensive Israels. (dpa)

06:51 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Bericht: Zahl der in Gaza getöteten Palästinenser steigt auf 6500

Die Zahl der bei den israelischen Luftangriffen gegen die islamistischen Hamas-Angreifer im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde auf 6547 gestiegen. Wie das UN-Nothilfebüro Ocha am Donnerstagmorgen unter Berufung auf die von der Hamas kontrollierte Behörde weiter bekanntgab, soll es sich bei 68 Prozent der Todesopfer um Kinder und Frauen handeln. Rund 1600 Menschen in Gaza gelten demnach als vermisst. Diese Zahlenangaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Israels Armee bereitet mit den Bombardements eine Bodenoffensive vor.

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere Menschen wurden laut Israels Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt. Vier Geiseln kamen inzwischen frei. Die Hamas will weitere Geiseln nach eigener Darstellung erst freilassen, wenn Israel die Lieferung von Treibstoff und Arzneimitteln in den Gazastreifen erlaubt. (dpa)

06:00 Uhr

Donnerstag, 26. Oktober

Israel führt «Kampf um seine Existenz» - Die Nacht im Überblick

Israel hält trotz der Forderungen nach einem humanitären Waffenstillstand unbeirrt an seiner Planung für eine Bodenoffensive im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas fest. «Wir bereiten uns auf einen Bodenangriff vor. Ich werde nicht sagen, wann, wie und wie viele», sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. «Alle Hamas-Mitglieder sind todgeweiht - über der Erde, unter der Erde, in Gaza und ausserhalb von Gaza.» Frankreichs Staatsführung stellte unterdessen den unter Durst und Hunger leidenden Menschen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen medizinische Hilfe in Aussicht.

Frankreich will medizinische Hilfe liefern

Von diesem Donnerstag an sollten französische Flugzeuge mit medizinischem Material in Ägypten landen, sagte Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästinenser, UNRWA, hatte zuvor vor einem nahenden Ende jeglicher humanitärer Hilfe im Gazastreifen gewarnt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, Krankenhäuser in dem Küstengebiet müssten bereits wegen Treibstoffmangels schliessen. Israel blockiert weiter die Lieferung von Treibstoff in das Gebiet, weil das die Hamas stärken könne und Missbrauch für Terrorzwecke zu befürchten sei. Die Islamistenorganisation habe selbst grosse Treibstoffvorräte, enthalte sie dem eigenen Volk aber vor.

Netanjahu: Israel führt «Kampf um seine Existenz»

Unterdessen geht der Krieg zwischen der Hamas und Israel unerbittlich weiter. Mitglieder der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas schossen nach eigenen Angaben zwei Langstreckenraketen Richtung Haifa im Norden und Eilat im Süden Israels ab. In Orten südlich Haifas wurde Raketenalarm ausgelöst, wie Israels Armee am Mittwoch mitteilte. Auch im Grossraum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv gab es nach Militärangaben wieder Raketenalarm.

Israel befinde sich mitten in einem «Kampf um seine Existenz», sagte Netanjahu. Tausende Terroristen seien seit dem Massaker der islamistischen Hamas an israelischen Zivilisten am 7. Oktober bereits getötet worden und dies sei «nur der Anfang».

Militärsprecher Daniel Hagari sagte am Mittwochabend, die israelische Luftwaffe greife zur Vorbereitung auf eine Bodenoffensive weiter Ziele im Gazastreifen an. Dabei sei auch «Terrorinfrastruktur im Untergrund» getroffen worden. «Jeder Schlag verbessert unsere Situation für die nächsten Phasen», sagte Hagari. Unter dem dicht besiedelten Küstenstreifen verläuft ein weitreichendes Tunnelsystem, in dem auch Geiseln vermutet werden, die die Hamas bei ihrem Grossangriff auf Israel entführt hatte.

Biden: Haben keine Verschiebung der Bodenoffensive gefordert

US-Präsident Joe Biden hat Israel eigenen Worten zufolge nicht aufgefordert, die angekündigte Bodenoffensive zu verschieben. Er habe Netanjahu zu verstehen gegeben, dass - wenn es möglich sei - die Geiseln im Gazastreifen sicher befreit werden sollten, sagte Biden am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington. «Es ist ihre Entscheidung. Aber ich habe es nicht gefordert.» Biden war gefragt worden, ob er von Netanjahu eine Zusicherung erhalten habe, dass die Bodenoffensive solange aufgeschoben werde, bis die Freilassung der Geiseln sichergestellt sei. Darauf sagte der US-Präsident: «Nein.»

Weltsicherheitsrat weiter uneins

Der Weltsicherheitsrat kann sich im Gaza-Krieg derweil weiter auf keine Resolution mit humanitärem Fokus einigen. Sowohl ein Entwurf der USA als auch eine Beschlussvorlage Russlands fielen am Mittwoch vor dem mächtigsten UN-Gremium durch. Der US-Text, der unter anderem das Selbstverteidigungsrecht Israels betonte und eine humanitäre Feuerpause forderte, wurde durch Vetos von Russland und China verhindert. Der russische Vorschlag, der unter anderem die Forderung nach einem Waffenstillstand enthielt, erhielt nur vier Ja-Stimmen in dem Gremium, dem 15 Staaten angehören.

Ägyptens Präsident Al-Sisi warnte nach seinem Treffen mit Macron vor einer Ausweitung des Kriegs. «Wir sehen mit grosser Sorge, dass der Kreislauf der Gewalt möglicherweise auf andere Parteien in der Region ausgeweitet wird», sagte Al-Sisi am Mittwoch. Das erklärte Ziel des Krieges sei, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gazastreifen zu liquidieren. «Der Einmarsch in den Gazastreifen kann sehr viele zivile Opfer zur Folge haben», warnte er - deshalb müsse er verhindert werden. Es sei wichtig, die Zeit zur Befreiung von Geiseln zu nutzen.

Die rund 200 Geiseln in der Gewalt der Hamas brauchen laut der WHO dringend medizinische Versorgung. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) solle sofort Zugang zu den Entführten erhalten, die ohnehin freizulassen seien, forderte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwochabend.

Weiter Gewalt an Israels Nordgrenze und im Westjordanland

Unterdessen kam es auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon erneut zu gegenseitigem Beschuss. Und auch im Westjordanland geht die Gewalt weiter: Dort sollen seit dem Terrorangriff der Hamas nach palästinensischen Angaben bei Konfrontationen inzwischen mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sein. US-Präsident Biden zeigte sich besorgt über gewaltsames Vorgehen von Siedlern im Westjordanland und verurteilte die Gewalt gegen Palästinenser. «Ich bin weiterhin beunruhigt über die Angriffe extremistischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland», sagte Biden am Mittwoch. «Das muss jetzt aufhören.» Derartige Angriffe seien, als würde man Benzin ins Feuer giessen.

Was am Donnerstag wichtig wird

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten wollen bei einem Gipfeltreffen darüber beraten, wie die EU dazu beitragen kann, eine regionale Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hamas zu verhindern. Am selben Tag sollen die französischen Flugzeuge mit medizinischem Material in Ägypten landen. Ein Schiff der französischen Marine soll laut Macron binnen zwei Tagen in Südfrankreich ablegen, um Krankenhäuser in Gaza zu unterstützen. (dpa)

21:39 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober

Netanyahu: Alle Hamas-Mitglieder dem Tod geweiht

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Mitgliedern der islamistischen Hamas auch ausserhalb Gazas gedroht. «Alle Hamas-Mitglieder sind todgeweiht - über der Erde, unter der Erde, in Gaza und ausserhalb von Gaza», sagte Netanyahu am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Israel befinde sich mitten in einem «Kampf um seine Existenz». Tausende Terroristen seien seit dem Massaker der islamistischen Hamas am 7. Oktober bereits getötet worden und dies sei «nur der Anfang».

Zu einer erwarteten Bodenoffensive im Gazastreifen sagte Netanyahu: «Wir bereiten uns auf einen Bodenangriff vor. Ich werde nicht sagen, wann, wie und wie viele.» Er werde auch nicht auf die Bandbreite der Überlegungen eingehen, von denen die meisten der Öffentlichkeit nicht bekannt seien, sagte der Regierungschef. «Und so soll es auch sein. Das ist der Weg, damit wir das Leben unserer Soldaten schützen.»

Militärsprecher Daniel Hagari sagte am Abend, die israelische Luftwaffe greife zur Vorbereitung auf eine Bodenoffensive weiter Ziele im Gazastreifen an. Dabei sei am Mittwoch auch «Terrorinfrastruktur im Untergrund» getroffen worden. «Jeder Schlag verbessert unsere Situation für die nächsten Phasen», sagte Hagari. Unter dem dicht besiedelten Küstenstreifen verläuft ein weitreichendes Tunnelsystem. (dpa)

18:24 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober

Macron: Schicken medizinische Hilfe für den Gazastreifen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Menschen im Gazastreifen medizinische Hilfe in Aussicht gestellt. Von Donnerstag an sollen französische Flugzeuge mit medizinischem Material in Ägypten landen, sagte Macron am Mittwoch nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo. Ein Schiff der französischen Marine werde binnen zwei Tagen in Südfrankreich ablegen, um Krankenhäuser in Gaza zu unterstützen. Man werde sich für den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Medikamenten einsetzen.

Al-Sisi warnte vor der Ausweitung des Gaza-Kriegs. «Wir sehen mit grosser Sorge, dass der Kreislauf der Gewalt möglicherweise auf andere Parteien in der Region ausgeweitet wird», sagte er bei einer Pressekonferenz mit Macron. Das erklärte Ziel des Krieges sei, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gaza-Streifen zu liquidieren. «Wir müssen versuchen, den Einmarsch in den Gazastreifen zu verhindern, denn der Einmarsch in den Gazastreifen kann sehr viele zivile Opfer zur Folge haben», sagte er. Es sei wichtig, die Zeit zur Befreiung von Geiseln zu nutzen.

Macron betonte, er habe die Sorge vor doppelten Standards im Gaza-Krieg von Al-Sisi und auch bei seiner Begegnung mit dem jordanischen König Abdullah II. gehört. «Ich möchte hier sehr klar sein, Frankreich praktiziert keine doppelten Standards, das internationale Recht gilt für alle», sagte Macron. «Jedes Leben zählt und es gibt keine Hierarchie, alle Opfer verdienen unser Mitgefühl, unser Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten und das variiert nicht.»

Die Zahl der bei dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel getöteten Franzosen bezifferte Macron mit inzwischen 31, zuletzt war noch von 30 die Rede gewesen. (dpa)

17:20 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober

Globale Zahl Geflüchteter laut UN-Flüchtlingshilfswerk auf Rekordhöhe

Wegen Konflikten auf drei Kontinenten ist die weltweite Zahl der Geflüchteten auf einen neuen Höchststand von über 114 Millionen angewachsen. Diese Schätzung veröffentlichte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch in Genf. Die Menschen, die im Zuge des Kriegs zwischen Israel und der palästinensischen Hamas vertrieben wurden, sind darin noch nicht eingerechnet. Zwischen Januar und Juni haben auf der ganzen Welt insgesamt 1,6 Millionen Menschen um Asyl angesucht - laut UNHCR der bislang höchste Halbjahreswert.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine, sowie Konflikte im Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und in Myanmar gehören laut UNHCR zu den wichtigsten Fluchtursachen in diesem Jahr. Dazu kämen Dürren, Überschwemmungen und die Dauerkrise in Afghanistan, hiess es.

«Die Welt blickt jetzt - richtigerweise - auf die humanitäre Katastrophe in Gaza», sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. «Aber weltweit wuchern und eskalieren viel zu viele Konflikte, die unschuldige Leben zerstören und Menschen entwurzeln», betonte er. Das UNHCR wies darauf hin, dass drei Viertel aller Flüchtlinge von Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen beherbergt werden.

In der ersten Jahreshälfte kehrten laut UNHCR etwa 404 000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurück. Fast 2,7 Millionen Binnenvertriebene konnten ebenfalls wieder heimkehren. (dpa)

15:52 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober

Hamas feuert Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Eilat und Haifa

Mitglieder der Hamas haben eigenen Angaben zufolge aus dem Gazastreifen zwei Langstreckenraketen in Richtung Haifa im Norden und Eilat im Süden Israels abgefeuert. In Orten südlich der Küstenstadt Haifa wurde Raketenalarm ausgelöst, wie Israels Armee am Mittwoch mitteilte.

Das Geschoss sei dort in der Luft explodiert, meldeten israelische Medien unter Berufung auf das Militär. Das andere sei im Süden des Landes auf offenes Gelände gefallen. Demnach habe es sich bei den Geschossen um Langstreckenraketen gehandelt. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach den Massakern im Auftrag der Hamas am 7. Oktober im israelischen Grenzgebiet hat die Islamistenorganisation mehrfach Langstreckenraketen abgefeuert. In den meisten Fällen schiessen die Militanten im Gazastreifen Raketen mit kürzeren oder mittleren Reichweiten ab. Die Kurzstreckenraketen bedrohen israelische Ortschaften in der Nähe zum Gazastreifen, Mittelstreckenraketen etwa den Grossraum Tel Aviv und Jerusalem. (dpa)

15:13 Uhr

Mittwoch, 25. Oktober

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 6500

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut Hamas-geführtem Gesundheitsministerium auf 6546 gestiegen. Es seien zudem 17 439 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium im Gazastreifen am Mittwoch. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach mehr als 750 Menschen. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

14:26 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

UN: Ohne Treibstoff «kommt unsere Hilfsaktion zum Erliegen»

Das UN-Hilfswerk für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) hat erneut vor dem Ende seiner humanitären Hilfe wegen des akuten Treibstoffmangels im Gazastreifen gewarnt. «Wir müssen eine Lösung für den Treibstoff finden – sonst kommt unsere Hilfsaktion zum Erliegen», schrieb die Organisation am Mittwoch auf der Plattform X.

Treibstoff wird im Gazastreifen unter anderem zum Betrieb von Stromgeneratoren in Kliniken benötigt und um die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten. Israel befürchtet allerdings, die Hamas nutze Treibstoff für ihre eigenen Zwecke, etwa um Raketen abzufeuern. Armeeangaben zufolge habe die Hamas zudem noch grosse Vorräte an Treibstoff, verwehre diesen aber etwa Kliniken. (dpa)

14:00 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Wiederholter Angriff auf Flughafen in Syrien

In Syrien ist zum wiederholten Mal ein Flughafen Ziel von Bombardierungen geworden. Bei dem mutmasslich israelischen Raketenangriff wurde am Mittwoch zum vierten Mal seit Ausbruch des Gaza-Kriegs eine Landebahn am Flughafen in Aleppo beschädigt, wie die syrische Staatsagentur Sana und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten. Meldungen über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. (dpa)

13:46 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

EDA setzt Hilfe für palästinensische und israelische NGO aus

Die Schweiz setzt ihre finanzielle Unterstützung für elf palästinensische und israelische Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwochnachmittag bekannt gibt. (nic)

12:58 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Israel nimmt 110 Verdächtige wegen Hetze und Aufruf zu Terror fest

Die israelische Polizei hat seit Beginn des Gaza-Kriegs 110 Verdächtige wegen Aufrufen zu Gewalt und Terror festgenommen. Gegen 17 Personen seien Anklagen erhoben worden, erklärte die Polizei am Mittwoch auf der Plattform X, vormals Twitter. Das zuständige Team kümmere sich seit Kriegsbeginn verstärkt um Verdächtige, die zu Gewalt aufriefen, sich mit der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas identifizierten und diese unterstützten. Zusätzlich zu den Festnahmen in Israel hat die Armee in den vergangenen zweieinhalb Wochen bei Anti-Terroreinsätzen Hunderte Verdächtige im Westjordanland festgenommen. (dpa)

12:41 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Hisbollah-Chef trifft Vertreter von Hamas und Islamischem Dschihad

Der Chef der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat sich mit ranghohen Vertretern der islamistischen Hamas und der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ) getroffen. Das teilte das Pressebüro der Hisbollah am Mittwoch mit. Nasrallah habe sich mit Hamas-Vizechef Salih al-Aruri und mit Siad Nachali, PIJ-Anführer in den Palästinensergebieten, getroffen, um über «die jüngsten Entwicklungen in der Region» zu sprechen.

Die Männer hätten auch darüber beraten, was die «Achse des Widerstands (gegen Israel) in dieser sensiblen Phase tun muss, um einen echten Sieg für den Widerstand in Gaza und Palästina zu erreichen», teilte Hisbollah weiter mit. Ziel sei, die «verräterische und brutale Aggression gegen unser Volk» zu stoppen, hiess es.

Die Hisbollah veröffentlichte auch ein Foto des Treffens, dessen Ort und Zeitpunkt nicht genannt wurden. An der Wand neben den Männern hängen Porträts von Irans verstorbenem Revolutionsführer Ruhollah Chomeini und dem aktuellen Staatsoberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei. (dpa)

11:28 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Libanon meldet israelischen Raketenangriff im Süden

Ein israelisches Flugzeug hat nach libanesischen Angaben zwei Raketen auf den Süden des Libanons abgefeuert. Sie seien in Nähe des Dorfes Kfar Schuba eingeschlagen, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Mittwoch. Sicherheitskreise bestätigten den Vorfall. Die Hisbollah im Libanon erklärte, eine israelische Drohne habe drei Raketen abgefeuert. Eine davon sei in Nähe einer Patrouille der UN-Mission Unifil niedergegangen. Unifil bestätigte dies zunächst nicht.

Die israelische Armee teilte mit, eine «Terrorzelle» habe versucht, aus dem Libanon Panzerabwehrraketen auf israelisches Gebiet abzufeuern. Die Armee habe diese mutmasslichen Angreifer getroffen. (dpa)

10:56 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Ägypten: Tragen Reparaturkosten nach Israels Angriffen auf Grenze

Nach Angriffen Israels hat Ägypten eigenen Angaben zufolge die Kosten für entstandene Reparaturarbeiten am Grenzübergang zum Gazastreifen übernommen. Israelische Militärflugzeuge hätten «den Grenzübergang Rafah viermal bombardiert», sagte der Leiter des Staatsinformationsdiensts (SIS), Diaa Raschwan, in Kairo laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram am Dienstagabend. Ägypten habe die Reparaturkosten «auf sich genommen», um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu lassen.

Bei einem Angriff wurden der ägyptischen Armee zufolge am Sonntag mehrere Grenzsoldaten leicht verletzt. Ein Beobachtungsposten sei von Splittern eines Geschosses getroffen worden, das von einem israelischen Panzer abgefeuert worden sei, hiess es in einer Mitteilung. Das israelische Militär sprach von einem Versehen und entschuldigte sich für den Vorfall. (dpa)

10:08 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Vierter Konvoi mit Hilfsgütern im Gazastreifen angekommen

In kleinen Schritten kommen weiter Hilfsgüter zur notleidenden Bevölkerung im Gazastreifen. Güter eines vierten Konvois aus 20 Lastwagen kamen in der Nacht zum Mittwoch über die Grenze, wie es aus ägyptischen Sicherheitskreisen hiess.

Der Palästinensische Rote Halbmond und das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA hätten die Güter empfangen, sagte Chalid Sajid, Leiter des Ägyptischen Roten Halbmonds, der Deutschen Presse-Agentur. Darunter seien Arzneimittel, Säuglingsmilch und Trinkwasser. Insgesamt seien damit seit Beginn des Gaza-Kriegs Güter von 74 Lastwagen in den Gazastreifen gelangt. (dpa)

09:40 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Israelisches Militär bombardiert wieder Ziele im Gazastreifen

Israels Armee hat nach eigenen Angaben wieder mutmassliche Terroristen und die Infrastruktur der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Ziel der Angriffe seien etwa Tunnel, Kommandozentralen, Waffenlager und Waffen selbst gewesen, teilte das Militär am Mittwoch mit. Attackiert wurden demnach auch Stellungen des Sicherheitsapparats der in dem Küstengebiet herrschenden Hamas. Dieser ist den Angaben zufolge für Überwachung und Inhaftierung von Hamas-Gegnern verantwortlich.

Militante Palästinenser aus dem Gazastreifen feuerten in der Nacht und am Mittwochmorgen erneut Raketen auf Israel ab. Im Grenzgebiet gab es mehrfach Raketenalarm. (dpa)

08:39 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Acht Soldaten nach israelischen Luftangriffen in Syrien getötet

Bei israelischen Luftangriffen in der Nacht zum Mittwoch sind nach syrischen Angaben acht Soldaten getötet worden. Weitere sieben Armeeangehörige seien bei der «israelischen Aggression» in Grenznähe verwundet worden, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Mittwoch.

Israels Armee hatte nach eigenen Angaben in Reaktion auf Beschuss aus Syrien militärische Stellungen in dem Bürgerkriegsland angegriffen. Demnach flogen Kampfflugzeuge Angriffe gegen militärische Infrastruktur und Mörserstellungen der syrischen Armee. (dpa)

08:30 Uhr

MITTWOCH, 25. OKTOBER

Bereiten sich die USA auf die grosse Eskalation vor?

Die mehr als 200 Geiseln im Gazastreifen spielen bei der Verzögerung eine Rolle, sagt ein israelischer Experte. Aber die Amerikaner benötigen noch aus einem anderen Grund mehr Zeit.

06:00 Uhr

Mittwoch, 25. OKTOBER

UN beklagen Tausende getötete Kinder in Gaza – die Nacht im Überblick

Dem Krieg zwischen Israel und den islamistischen Hamas-Angreifern im Gazastreifen fallen immer mehr Zivilisten zum Opfer - darunter nach UN-Angaben viele Kinder. Seit den Terrorangriffen der Hamas in Israel vor gut zwei Wochen starben bei Israels Gegenschlägen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks allein 2360 Kinder. 5364 weitere seien verletzt worden, teilte Unicef am frühen Mittwochmorgen unter Berufung auf nicht genannte Berichte mit.

Eine israelkritische Äusserung von UN-Generalsekretär António Guterres sorgte derweil für verschärfte Spannungen zwischen ihm und Israel. Deutschlands Aussenministerin Annalena Baerbock hob vor dem Weltsicherheitsrat Israels Recht auf Selbstverteidigung hervor - mahnte Israel aber auch zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts.

Erneut Raketenalarm in Israel

Unterdessen führte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben weitere Gegenschläge im Gazastreifen aus. Seit Kriegsbeginn wurden auch aus dem Gazastreifen wiederholt Raketen abgefeuert. Während es in Tel Aviv seit Tagen ruhig war, meldete das israelische Militär in der Nacht zum Mittwoch im Grenzgebiet erneut Raketenalarm.

Militär: Hamas-Terroristen wollten wieder nach Israel

Zuvor hatte die Hamas nach Angaben des israelischen Militärs versucht, vom Gazastreifen aus erneut nach Israel einzudringen. Man habe einen Versuch von Hamas-Terroristen vereitelt, vom Meer aus in den Süden Israels zu gelangen, hiess es in der Nacht zu Mittwoch. Sie seien dabei gewesen, einen Tunnel an der Küste der abgeriegelten Enklave zu verlassen. Israels Luftwaffe bombardierte darauf den Tunnel und ein Waffenlager der Terroristen, teilte das Militär mit.

Israel antwortet auch auf Beschuss aus Syrien

Unterdessen attackierte die israelische Armee auch im benachbarten Syrien militärische Stellungen. Wie das israelische Militär am Mittwochmorgen bekanntgab, flogen Kampfflugzeuge Angriffe gegen militärische Infrastruktur und Mörsergeschütze der syrischen Armee, nachdem am Vortag Richtung Israel gefeuert worden sei. Israels Luftwaffe bombardiert immer wieder Ziele im benachbarten Syrien.

Israel will damit verhindern, dass sein Erzfeind Iran und mit ihm verbündete Milizen ihren militärischen Einfluss in Syrien ausweiten. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten Syriens. Die Angriffe der israelischen Luftwaffe haben sich seit Beginn des Krieges gegen die vom Iran unterstützte islamistische Hamas ausgeweitet.

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere Menschen wurden laut Israels Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter mehrere Deutsche. Vier Geiseln kamen inzwischen frei. Die Hamas will weitere Geiseln nach eigener Darstellung erst freilassen, wenn Israel die Lieferung von Treibstoff und Arzneimitteln in den Gazastreifen erlaubt.

UN fordern weiter Treibstoff für Gaza

Die Vereinten Nationen beklagen, dass die Lage der eine Million Binnenvertriebenen im Gazastreifen trotz einiger inzwischen in Gaza angekommenen Hilfslieferungen weiter dramatisch sei. Treibstoffmangel gefährde einen humanitären Einsatz über diesen Mittwoch hinaus. Unicef sprach von «unerbittlichen Angriffen» der Israelis. UN-Generalsekretär Guterres verurteilte beim Weltsicherheitsrat zwar die Terrorangriffe der Hamas auf Israel erneut auf das Schärfste, kritisierte aber zugleich Israel Angriffe und sprach von «eindeutigen Verstössen gegen das humanitäre Völkerrecht». Israels UN-Botschafter Gilad Erdan forderte daraufhin erbost Guterres zum Rücktritt auf.

«Der Kampf richtet sich gegen die Hamas und nicht gegen Zivilisten. Deshalb ist es für uns von entscheidender Bedeutung, dass dieser Kampf im Einklang mit dem humanitären Recht und mit grösstmöglicher Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung in Gaza geführt wird», sagte derweil Baerbock bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag in New York. Das Leben aller Zivilisten sei in gleichem Masse wichtig.

Palästinenser: Rund 700 Tote an einem Tag

Zuletzt seien im Gazastreifen innerhalb nur eines Tages rund 700 Palästinenser getötet worden, teilte das UN-Nothilfebüro Ocha in der Nacht zum Mittwoch unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mit, die von der Hamas kontrolliert wird. Dies sei die bisher höchste an einem Tag zu beklagende Opferzahl seit Beginn des Kriegs. Insgesamt seien bis zum Dienstag 5791 Palästinenser ums Leben gekommen. 2360 seien Kinder und Jugendliche - dieselbe Zahl, die auch Unicef nannte. Unabhängig lässt sich dies derzeit nicht überprüfen. Angesichts der notleidenden Bevölkerung bekräftigte Baerbock ihren Ruf nach Kampfpausen in Gaza - es brauche «humanitäre Fenster».

USA arbeiten an Notfallplan für Landsleute

Die US-Regierung arbeitet unterdessen für den Fall einer Ausweitung des Konflikts an Notfallplänen, um nötigenfalls im grossen Stil Amerikaner aus der Region herauszubringen. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte am Dienstag in Washington: «Es wäre unklug und unverantwortlich, wenn wir nicht eine breite Palette von Eventualitäten und Möglichkeiten durchdenken würden - und Evakuierungen gehören sicherlich dazu.» Auf Details könne er nicht genauer eingehen, sagte Kirby. Er betonte aber, es gehe um eine umsichtige Vorbereitung auf mögliche Entwicklungen.

Was am Mittwoch wichtig wird

Die Lage im Gazastreifen ist weiterhin katastrophal. Die UN fordern eine deutliche Erhöhung der Hilfslieferungen. Derweil bereitet Israels Militär weiter eine Bodenoffensive vor. Einem US-Medienbericht zufolge soll sich Israel jedoch bereit erklärt haben, sie zu verschieben. (dpa)

23:02 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

USA: Haben Notpläne für Massenevakuierung von US-Bürgern aus Nahost

Für den Fall einer Ausweitung des Gaza-Konflikts arbeitet die US-Regierung an Notfallplänen, um nötigenfalls im grossen Stil Amerikaner aus der Region herauszubringen. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte am Dienstag in Washington: «Es wäre unklug und unverantwortlich, wenn wir nicht eine breite Palette von Eventualitäten und Möglichkeiten durchdenken würden - und Evakuierungen gehören sicherlich dazu.»

Auf Details könne er nicht genauer eingehen, sagte Kirby. Er betonte aber, es gehe um eine umsichtige Vorbereitung auf mögliche Entwicklungen. Aktive Bemühungen, Amerikaner aus der grösseren Region heimzubringen, gebe es derzeit nicht. Die US-Regierung kümmere sich aber weiter intensiv darum, Amerikaner aus dem Gazastreifen herauszuholen.

Die «Washington Post» schrieb unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungsbeamte, es gehe um rund 600 000 Menschen mit US-Staatsbürgerschaft in Israel sowie weitere 86 000 US-Bürger, von denen angenommen wird, dass sie zum Zeitpunkt des Hamas-Grossangriffs im Libanon waren. Dass der Gaza-Krieg sich dermassen auf die Region ausweiten könnte, dass es nötig werde, so viele Menschen in Sicherheit zu bringen, sei der schlimmste anzunehmende Fall und als solcher unwahrscheinlicher als andere Szenarien, hiess es. Aber «es wäre unverantwortlich, nicht für alles einen Plan zu haben», zitierte die Zeitung einen der Beamten.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und US-Aussenminister Antony Blinken hatten sich zuletzt sehr besorgt gezeigt, dass sich der Gaza-Konflikt auf andere Teile des Nahen Ostens ausdehnen könnte. In den vergangenen Tagen hatte es nach Pentagon-Angaben mehrere Drohnenangriffe oder versuchte Angriffe auf US-Militärstützpunkte in Syrien und im Irak gegeben. Ein Zerstörer der US-Marine im nördlichen Roten Meer schoss am Donnerstag auch drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen ab, die nach US-Angaben von Huthi-Rebellen im Jemen gestartet worden sein sollen. Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas haben sich auch Angriffe aus dem Libanon auf Israel verstärkt. (dpa)

20:33 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

EU-Streit um möglichen Waffenstillstand für Gaza könnte gelöst werden

Im Streit in der EU um Forderungen nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand für den Gazastreifen könnte es einen Kompromiss geben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen wird es nach Verhandlungen bei einem Ministertreffen in Luxemburg für möglich gehalten, dass sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag für Feuerpausen für sichere Hilfslieferungen aussprechen.

Die Verwendung des Wortes «Pausen» im Plural könnte demnach deutlich machen, dass die EU Israel nicht auffordert, den Kampf gegen die Terrororganisation Hamas mit sofortiger Wirkung einzustellen. Diesen Eindruck wollen Länder wie Deutschland und Österreich unbedingt vermeiden.

Dass Deutschland sich für einen entsprechenden Kompromiss einsetzt, machte am Dienstag Aussenministerin Annalena Baerbock am Rande einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York deutlich. Im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas brauche es «humanitäre Fenster», sagte sie. In den vergangenen Tagen sei deutlich geworden, «dass humanitäre Pausen für die humanitäre Versorgung extrem wichtig sind». An den EU-Beratungen am Dienstag in Luxemburg nahm für Deutschland Europastaatsministerin Anna Lührmann (Grüne) teil.

Bei einem EU-Aussenministertreffen am Montag hatte es Streit über das Thema gegeben. Baerbock machte dabei deutlich, dass Deutschland nicht dafür ist, dass sich die EU der Forderung von UN-Generalsekretär António Guterres nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand anschliesst. «Es wird nur Frieden und Sicherheit für Israel und die Palästinenserinnen und Palästinenser geben, wenn der Terrorismus bekämpft wird», erklärte die Grünen-Politikerin mit Blick auf das Vorgehen der islamistischen Hamas gegen Israel. Man sehe, dass die Hamas weiterhin Israel massiv mit Raketen angreife.

Länder wie Spanien und Irland stellten sich hingegen hinter Guterres und setzten sich dafür ein, dass sich die EU dessen Aufruf anschliesst. So sagte beispielsweise der irische Aussenminister Micheál Martin, das Leid unschuldiger Zivilisten habe ein Ausmass erreicht, das eine sofortige Einstellung der Kämpfe erfordere. Eine Einigung in dem Streit soll nun am Donnerstag beim EU-Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs erfolgen. (dpa)

19:00 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Eklat bei der UN: Israel greift Guterres wegen Gaza-Rede an

Bei einer Sitzung des Weltsicherheitsrates ist es zu einem Eklat zwischen Israel und UN-Generalsekretär António Guterres gekommen. Guterres verurteilte am Dienstag bei der Sitzung in New York die Angriffe von Terroristen im Auftrag der islamistischen Hamas auf Israel erneut auf Schärfste. Er sagte auch mit Blick auf die 56 Jahre dauernde «erdrückende Besatzung» durch Israel: «Es ist wichtig zu erkennen, dass die Angriffe der Hamas nicht im luftleeren Raum stattfanden.»

Guterres kritisierte Israels Angriffe auf den Gazastreifen. «Der Schutz der Zivilbevölkerung bedeutet nicht, mehr als eine Million Menschen zur Evakuierung in den Süden zu befehlen, wo es keine Unterkünfte, keine Nahrung, kein Wasser, keine Medikamente und keinen Treibstoff gibt, und dann den Süden selbst weiter zu bombardieren», sagte Guterres.

Israels Aussenminister Eli Cohen sagte angesichts der Äusserungen ein Treffen mit Guterres ab und schrieb auf X (früher Twitter): «Ich werde den UN-Generalsekretär nicht treffen. Nach dem 7. Oktober gibt es keinen Platz mehr für eine ausgewogene Position.» Ein Sprecher des Aussenministeriums in Jerusalem bestätigte die Absage.

Ein UN-Sprecher sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man könne die Absage des Treffens nicht bestätigen. Man habe lediglich die Nachricht Cohens auf der Plattform X gesehen. Weiter wollte der Sprecher die Situation nicht kommentieren.

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen hatten einige arabische Delegationen bei der Rede Cohens den Raum verlassen, darunter jene aus Algerien und Libyen. Vertreter Jordaniens, Ägyptens, Saudi-Arabiens und der Vereinten Arabischen Emirate seien aber sitzen geblieben.

Auch UN-Botschafter Gilad Erdan verurteilte die Äusserungen von Guterres scharf. Die Aussage, dass «der mörderische Terrorangriff der Nazi-Hamas nicht im luftleeren Raum stattfand», sei eine Rechtfertigung von Terror und Mord, warf Erdan Guterres vor. Guterres habe eine «verzerrte und unmoralische Sicht» des am 7. Oktober von Hamas-Terroristen in Israel verübten Massakers, schrieb Erdan in einem X-Post. Israel beklagte nach dem Angriff mehr als 1400 Tote.

Guterres sagte, das palästinensische Volk habe miterlebt, wie sein Land durch Siedlungen dezimiert und von Gewalt heimgesucht worden sei. Die Hamas-Angriffe könnten die «kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes nicht rechtfertigen», sagte er.

Israels Aussenminister lehnte eine Feuerpause mit drastischen Worten ab. «Sagen Sie mir: Was ist Ihre verhältnismässige Reaktion auf die Tötung von Babys, die Vergewaltigung und Verbrennung von Frauen und die Enthauptung eines Kindes? Wie kann man einem Waffenstillstand mit jemandem zustimmen, der geschworen hat, Sie zu töten und die eigene Existenz zu zerstören?», rief Cohen. «Wir haben uns nicht für diesen Krieg entschieden, haben aber keinen Zweifel daran, dass wir gewinnen werden.» Die Hamas seien «die neuen Nazis».

Die USA stärkte Israel den Rücken. «Wir müssen das Recht jeder Nation bekräftigen, sich zu verteidigen und zu verhindern, dass sich solcher Schaden wiederholt», sagte US-Aussenminister Antony Blinken. «Kein Mitglied dieses Rates, keine Nation in diesem gesamten Gremium könnte oder würde das Abschlachten seines Volkes tolerieren.»

Blinken betonte, dass die Hamas nicht das palästinensische Volk vertritt. Palästinensische Zivilisten könnten nicht für das Blutbad der Hamas verantwortlich gemacht werden und müssen geschützt werden. «Es gibt keine Hierarchie, wenn es um den Schutz von zivilem Leben geht. Ein Zivilist ist ein Zivilist ist ein Zivilist, unabhängig von seiner Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht oder Glaube», sagte Blinken.

An der Debatte des mächtigsten UN-Gremiums wird auch die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock teilnehmen. (dpa)

17:49 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

WHO: Frühchen und Dialysepatienten im Gazastreifen in Lebensgefahr

Im Gazastreifen sind laut der WHO rund 130 Frühchen und etwa 1000 Dialysepatienten sowie Menschen auf Intensivstationen in Lebensgefahr, weil die Stromversorgung zur Neige geht. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag. Sie rief noch einmal dringend zu einer humanitären Feuerpause auf, um der notleidenden Bevölkerung helfen zu können. Es müsse dringend Treibstoff für den Betrieb von Generatoren geliefert werden.

Das indonesische Krankenhaus in Gaza habe mangels Treibstoff einen Teil seiner Dienste einstellen müssen. Das türkische Krankenhaus, der einzige Versorger für Krebspatientinnen und -patienten, könne ebenfalls nur noch teilweise arbeiten. Dort seien 2000 Patienten in Gefahr. Sechs Krankenhäuser hätten bereits ganz schliessen müssen.

«Die Lage für die Menschen im Gazastreifen ist verzweifelt. Sie wird katastrophal ohne sichere und anhaltende Lieferungen von Treibstoff und medizinischem Material und weiterer humanitärer Hilfe», teilte die WHO mit. (dpa)

16:44 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

EDA bestätigt: Zehn Schweizer Palästinenser im Gazastreifen

Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) halten sich derzeit zehn Palästinenserinnen und Palästinenser mit Schweizer Staatsbürgerschaft im Gazastreifen auf. Dies bestätigte das Amt auf Anfrage von SRF. «Diese Personen haben dem EDA bestätigt, dass sie durch Rafah ausreisen möchten. Das EDA unterstützt im Rahmen des Möglichen eine allfällige Ausreise», heisst es in der Mitteilung an SRF. (luk)

16:19 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Wieder Beschuss in Grenzregion zwischen Israel und Libanon

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon hat es am Dienstag erneut einen Zwischenfall gegeben. Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge im Libanon einen «Terroristen» an, der demnach versucht hat, eine Rakete auf israelische Ziele abzufeuern. Unklar war vorerst, ob er getötet wurde. Zunächst bekannte sich im Libanon niemand zu dem versuchten Angriff.

Im Süden des Landes habe es israelische Angriffe in der Nähe zweier Dörfer gegeben, hiess es aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Israel hatte nach den Massakern vom 7. Oktober in israelischen Grenzorten im Süden des Landes durch die islamistische Hamas massive Luftangriffe auf den Gazastreifen begonnen. Auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seitdem immer häufiger zu gewaltsamen Zwischenfällen. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. (dpa)

15:55 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Israel bombardiert erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen bombardiert und dabei mehrere Kommandeure der islamistischen Hamas getötet. Wie das israelische Militär am Dienstag auf Telegram bekanntgab, seien im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 400 «Terrorziele» getroffen worden.

In einer «grossangelegten Operation zur Zerschlagung der terroristischen Kapazitäten der Hamas» habe man Dutzende Hamas-Kämpfer getroffen, die sich darauf vorbereitet hätten, Raketen abzufeuern und Terroranschläge gegen Israel zu verüben.

Ein Kampfflugzeug habe zudem einen Tunnelschacht der Hamas bombardiert, der Terroristen einen schnellen Zugang zur Küste ermöglichte, hiess es. Ferner seien in der Nacht Kommandozentralen von Hamas-Aktivisten und Aufenthaltsorte in von der Hamas genutzten Moscheen angegriffen worden. Die stellvertretenden Kommandeure von drei Bataillonen der Islamistenorganisation seien getötet worden.

Die Angriffe dauerten tagsüber an. Bei einem kombinierten Angriff mit Panzern, Hubschraubern und Artillerie seien Hamas-Panzerabwehrraketen sowie Beobachtungsposten zerstört worden, teilte die Armee am Mittag mit.

Militante Palästinenser aus dem Gazastreifen feuerten nach mehreren Stunden Pause am Morgen erneut Raketen auf Israel ab. Im Grenzgebiet und in weiteren Städten im Zentrum Israels gab es tagsüber mehrfach Raketenalarm. Auch im Grossraum Tel Avivs heulten am Nachmittag wieder die Sirenen. Im Zentrum waren mehrere dumpfe Explosionen zu hören. (dpa)

15:54 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf knapp 5800

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut Hamas-geführtem Gesundheitsministerium auf 5791 gestiegen. Es seien zudem 16 297 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium im Gazastreifen am Dienstag. 2360 der Todesopfer seien Kinder und Jugendliche. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

15:54 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Macron will Anti-IS-Koalition auch gegen Hamas

Die internationale Koalition gegen die IS-Miliz soll nach Ansicht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch die islamistische Hamas ins Visier nehmen. «Frankreich ist bereit dafür, dass die internationale Anti-IS-Koalition, in deren Rahmen wir uns für unseren Einsatz im Irak und Syrien engagieren, auch gegen die Hamas kämpfen kann», sagte Macron am Dienstag nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Unter Führung der USA wurde 2014 eine internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegründet; gemeinsam mit lokalen Gruppen gelang es dann, den IS im Irak und später in Syrien militärisch zu besiegen. Er verübt aber weiterhin Anschläge.

«Ich schlage es unseren internationalen Partnern vor, ich hab es bei ihnen heute Morgen erwähnt, dass wir eine regionale und internationale Koalition bilden könnten, um gegen die Gruppen zu kämpfen, die uns alle bedrohen.» Er glaube, dies sei im Interesse Israels und dessen Sicherheit, aber ebenso im Interesse einiger Nachbarländer, die von denselben oder verwandten Gruppen bedroht würden. Macron sicherte Netanjahu Frankreichs Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus zu - den gemeinsamen Feind, wie er es nannte.

Er mahnte zugleich, man müsse den Kampf führen, ohne dass er sich auf die ganze Region ausdehne. «Ich warne hier die Hisbollah, das iranische Regime, die Huthi im Jemen, und alle Gruppen, die in der Region Israel bedrohen, nicht das unverantwortliche Risiko einzugehen und neue Fronten zu eröffnen. Das würde die Tür zu einem regionalen Flächenbrand öffnen, bei dem jeder als Verlierer dastehen würde.» Dies sei eine Notwendigkeit für alle Völker der Region. «Lassen Sie uns alles tun, um nicht noch mehr Tränen zu den Tränen und Blut zu dem Blut hinzuzufügen.»

Macron mahnte zugleich zur Einhaltung humanitärer Grundsätze beim Kampf gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. «Der Kampf muss gnadenlos sein, aber nicht ohne Regeln, denn wir sind Demokratien, die gegen Terroristen kämpfen, Demokratien also, die das Kriegsrecht respektieren und den humanitären Zugang gewährleisten», sagte Macron.

Er führte aus, Demokratien nähmen keine Zivilisten ins Visier, weder in Gaza noch anderswo. Er forderte die Versorgung von Krankenhäusern im Gazastreifen mit Strom. Netanjahu bekräftigte, Israel wolle «alles tun, um palästinensische Zivilisten aus der Gefahrenzone herauszuhalten» und warf der Hamas erneut vor, Zivilisten davon abzuhalten, in eine «sichere Zone» im Gazastreifen zu gelangen.

Netanjahu bedankte sich bei Macron für seinen Besuch. «Wie im Zweiten Weltkrieg, als die Alliierten den französischen Widerstand gegen die Nazis voll unterstützten, schliesst sich heute die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung Israels zusammen», sagte Netanjahu und verglich die Taten der islamistischen Hamas erneut mit dem Holocaust. «Die Hamas hat geschlachtet, die Hamas hat geköpft, die Hamas hat Babys bei lebendigem Leib verbrannt, die Hamas hat vergewaltigt, die Hamas hat Geiseln entführt.»

«Die Barbarei der Hamas bedroht nicht nur die Juden, sie bedroht den Nahen Osten, sie bedroht die Region, sie bedroht Europa, sie bedroht die Welt», sagte Netanjahu weiter. Die Hamas müsse zerstört werden.

Macron forderte zudem, eine politische Lösung im Nahostkonflikt müsse gefunden und der Friedensprozess fortgesetzt werden. «Die Stabilität der Region und die Rückkehr zur Normalisierung werden nur dann gewährleistet sein, wenn Israels Antwort auf die Gewalt unerbittlich, aber auch politisch ist, indem es das legitime Recht der Palästinenser auf einen Staat akzeptiert.» Die Sicherheit Israels, der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus, die Achtung des humanitären Rechts und die Eröffnung eines politischen Horizonts seien untrennbar miteinander verbunden. Am Nachmittag will Macron mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammentreffen. Gespräche mit weiteren arabischen Partnern aus der Region sind möglich. (dpa)

15:33 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Hamas-Mitglied: Freilassung weiterer Geiseln nur gegen Treibstoff

Die radikalislamische Hamas will weitere Geiseln erst dann freilassen, wenn Israel die Lieferung von Treibstoff sowie Arzneimitteln in den Gazastreifen erlaubt. «Wir haben vier (Geiseln) bedingungslos aus humanitären Gründen freigelassen», sagte Osama Hamdan, ranghohes Mitglied im Politbüro der Hamas, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Beirut. Weitere Freilassungen werde es erst geben, wenn die Weltgemeinschaft Druck auf Israel ausübe, damit Treibstoff und Arzneimittel geliefert werden könnten.

Die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen braucht dringend Treibstoff, auch um die Versorgung etwa mit Wasser und Strom sicherzustellen. (dpa)

15:07 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Macron schlägt gemeinsames Vorgehen gegen Hamas vor

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angeregt, international gemeinsam und koordiniert gegen die Hamas vorzugehen. «Frankreich ist bereit dafür, dass die internationale Anti-IS-Koalition, in deren Rahmen wir uns für unseren Einsatz im Irak und Syrien engagieren, auch gegen die Hamas kämpfen kann», sagte Macron am Dienstag nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

«Ich schlage es unseren internationalen Partnern vor, ich hab es bei Ihnen heute Morgen erwähnt, dass wir eine regionale und internationale Koalition bilden könnten, um gegen die Gruppen zu kämpfen, die uns alle bedrohen.» Er glaube, dies sei im Interesse Israels und dessen Sicherheit, aber ebenso im Interesse einiger Nachbarländer, die von denselben oder verwandten Gruppen bedroht würden. (dpa)

14:18 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Armee fordert Gaza-Bewohner zu Hinweisen über Geiseln auf

Israels Armee hat Bewohnern des Gazastreifens eine Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie Informationen über die verschleppten Geiseln weitergeben. Das Militär habe entsprechende Plakate aus der Luft abgeworfen, teilte die Armee am Dienstag mit. Darauf ist den Angaben nach zu lesen: «Die israelische Armee verspricht, ihr Bestes zu tun, um die Sicherheit für Sie und Ihr Zuhause zu gewährleisten und gibt Ihnen eine finanzielle Belohnung.» Das Militär versprach zudem «absolute Diskretion». Weiter hiess es: «Wenn Sie eine bessere Zukunft für sich und Ihre Kinder wollen, versorgen Sie uns mit konkreten und hilfreichen Informationen über die in Ihrer Region festgehaltenen Geiseln.» (dpa)

13:53 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Israel bereit für Verschiebung der Bodenoffensive

Israel hat sich einem Bericht zufolge bereit erklärt, die Bodenoffensive im Gazastreifen zu verschieben. Das solle Gespräche über die Freilassung einer grossen Anzahl von Geiseln ermöglichen, die in den Gazastreifen verschleppt worden seien. Das berichtete das Portal Axios am Dienstag unter Berufung auf zwei israelische Repräsentanten. Israels Armee sagte, sie prüfe den Bericht.

Israel ist laut Bericht offen dafür, die Bodenoffensive für einige Tage nach hinten zu verlegen. Die Pläne für die Bodenoffensive wolle Israels Armee aber auch beim Zustandekommens eines Deals zur Freilassung von Geiseln nicht aufgeben. Voraussetzung für das Zustandekommen sei die Freilassung aller Frauen und Kinder. Nach Beginn der Bodenoffensive wird ein Deal nach Ansicht Israels nicht mehr möglich sein.

Armeeangaben zufolge befinden sich noch mindestens 220 Geiseln in den Händen militanter Palästinenser im Gazastreifen. Am Freitag und am Montag waren jeweils zwei Frauen freigelassen worden.

Laut dem Bericht hatte die Hamas für die am Montag freigelassenen Geiseln zunächst eine sechsstündige Feuerpause verlangt. Israel habe dies jedoch abgelehnt, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Das Land befürchtete demnach, die Hamas könne ansonsten jedes Mal für die Freilassung zweier Geiseln eine Waffenruhe verlangen. Die Zeit der Feuerpause, so die Angst der Israelis, könne die Hamas für eine Neuaufstellung und Bewegung zwischen Verstecken nutzen. (dpa)

13:38 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Hamas-Geisel nach Freilassung: «bin durch die Hölle gegangen

Eine freigelassene israelische Geisel der islamistischen Hamas im Gazastreifen hat ihre Entführung als traumatisierende Erfahrung beschrieben. «Ich bin durch die Hölle gegangen», sagte die 85 Jahre alte Yocheved Lifschitz am Dienstag in Tel Aviv. Die Terroristen hätten in ihrem Kibbutz gewütet, hätten Menschen getötet und entführt und dabei keinen Unterschied zwischen Alten und Jungen gemacht. Zwei Männer hätten sie auf einem Motorrad verschleppt. Einer habe sie während der Fahrt in den Gazastreifen mehrfach auf die Rippen geschlagen.

Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas in Israel ein Massaker an Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen in Israel kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Militante verschleppten mehr als 200 Menschen in das Gebiet am Mittelmeer. Yocheved Lifschitz wurde dabei gemeinsam mit ihrem Ehemann aus der Ortschaft Nir Oz entführt. Was mit ihrem Mann ist, weiss die Familie nicht, wie eine Tochter Journalisten sagte. Er sei verletzt.

Yocheved Lifshitz sagte allerdings auch, in Gefangenschaft sei sie gut versorgt worden. «Die haben uns gut behandelt.» Alle zwei, drei Tage habe ein Arzt nach ihnen geschaut. Ein verwunderter Mann habe Antibiotika und Medikamente bekommen. Sie hätten das Essen mit den Mitgliedern der Hamas geteilt. Diese hätten sich sehr darum bemüht, den Ort sauber zu halten.

Lifschitz wurde gemeinsam mit einer zweiten Israelin nach mehr als zwei Wochen Gefangenschaft am Montagabend freigelassen. Bilder im Internet zeigen die Frau, wie sie dabei einem Mitglied der Hamas die Hand gibt. Diese Geste sorgte in sozialen Netzwerken für entsetzte Reaktionen. Die 85-Jährige erzählte, dass sie auch in Tunneln unter dem Gazastreifen gelaufen sei. Diese Tunnel hatte die Hamas angelegt. Dieses Tunnelsystem sei «wie ein Spinnennetz». Bei ihrer Ankunft seien in einer grossen Halle 25 Gefangene gewesen. Sie hätten ihr die Uhr und Schmuck abgenommen. (dpa)

13:37 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Zahl der britischen Opfer nach Hamas-Angriff auf Israel steigt

Die Zahl der britischen Opfer nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel ist gestiegen. Zwölf Britinnen und Briten seien bei der Attacke am 7. Oktober getötet worden, teilte die Regierung am Dienstag mit. Fünf britische Staatsbürger würden noch vermisst. Medienberichten zufolge wird nicht ausgeschlossen, dass einige Vermisste mittlerweile tot sind. Am Morgen hatte Finanz-Staatssekretärin Victoria Atkins für die Regierung im Sender Sky News gesagt, sie wisse von zehn Toten sowie sechs Vermissten, die vermutlich Geiseln der Hamas seien.

Unter den Toten sind laut Sky News auch zwei Schwestern im Alter von 13 und 16 Jahren sowie ihre Mutter. Als weitere britische Opfer nannte der Sender unter anderem einen Fotografen, der eigentlich schon am Vorabend des Angriffs nach Tel Aviv hatte zurückfahren wollen, sowie einen Studenten, der bei dem von Hamas-Terroristen angegriffenen Musikfestival in Israel als Security-Mann gearbeitet habe.

Regierungsmitglied Atkins hatte betont, es handele sich um eine «sich schnell entwickelnde Situation». Die von ihr angegebene Zahl «kann sich ändern oder auch nicht». Bis Montagabend war bekannt gewesen, dass neun Briten getötet wurden. (dpa)

12:52 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

WHO alarmiert: nur noch drei statt 15 Liter Wasser pro Person in Gaza

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt erneut Alarm wegen der Versorgungslage im Gazastreifen. Besonders prekär sei der Wassermangel, sagte Rick Brennan, der WHO-Regionaldirektor für die östliche Mittelmeerregion, am Dienstag. Sein Büro ist in Kairo in Ägypten, er sprach über eine Videoverbindung zu Reportern in Genf.

Die WHO schätzt, dass pro Person nur noch drei Liter Wasser pro Tag zur Verfügung stehen - der minimale Bedarf pro Person sei aber 15 Liter, für das Trinken, Kochen und die Körperhygiene, sagte Brennan. Kaum einer habe in den vergangenen Wochen dort eine richtige Dusche oder ein Bad genommen.

Mit rund einer Million Vertriebenen sind demnach Toiletten ein Riesenproblem. Durchfallerkrankungen, Haut- und Atemwegsinfektionen seien nur eine Frage der Zeit, sagte Brennan. 180 bis 200 Frauen brächten jeden Tag ein Baby auf die Welt, könnten aber kaum sichere Räume für die Geburt finden oder bei Komplikationen Krankenhäuser erreichen.

Die WHO hat es laut Brennan noch nicht geschafft, Krankenhäuser im Norden des Gazastreifens mit Material zu versorgen, das in humanitären Konvois war. Dazu fehlten Sicherheitszusagen. Das Wichtigste seien nun Treibstofflieferungen für Generatoren in Krankenhäusern und für Entsalzungsanlagen, die Trinkwasser aufbereiten. (dpa)

12:51 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Macron spricht Israel bei Besuch Solidarität aus

Mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn ist der französische Präsident Emmanuel Macron nach Israel gereist. «Ich bin hier, um unsere Solidarität auszudrücken, heute und morgen», sagte Macron am Dienstag bei einem Treffen mit Israels Präsident Izchak Herzog. Man stehe an der Seite Israels und werde alles Mögliche tun, um Frieden und Stabilität für Israel und die Region zurückzubringen. Es sei eine Verpflichtung, gegen die Terrorgruppen zu kämpfen, ohne dabei aber den Konflikt zu vergrössern.

Herzog dankte Macron für sein Kommen und seine Unterstützung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass auch in Frankreich der Antisemitismus zunehme. Man sei besorgt um das Wohlergehen und die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaften auf der Welt.

Macron traf auch den israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Ebenso ist eine Zusammenkunft mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vorgesehen. Ein Austausch mit weiteren arabischen Partnern der Region - etwa aus Jordanien, Ägypten und den Golfstaaten - hatte der Élyséepalast ebenfalls erwogen. Macron wolle die Reise antreten, um nützlich zu sein, hiess es. Neben seiner Solidaritätsbotschaft wolle er auch verschiedene Vorschläge unterbreiten. Paris betonte die Notwendigkeit, eine Zukunft zu schaffen. Macron wolle auch über humanitäre Schritte reden, die dazu eingeleitet werden könnten.

Ein weiterer Schwerpunkt von Macrons Reise ist das Schicksal der Menschen, die von der Hamas noch immer als Geiseln festgehalten werden. Nach seiner Ankunft schrieb Macron auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X: «Wir sind mit Israel durch Trauer verbunden.» 30 französische Staatsbürger seien bei dem Massaker der islamistischen Hamas ermordet worden. Neun weitere werden demnach noch immer vermisst oder als Geiseln gehalten. In Tel Aviv traf er einige ihrer Angehörigen. (dpa)

12:50 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Israels Botschafter kritisiert deutsche Position zu Gaza

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat Bedenken in Deutschland gegenüber Israels Einsatz im Gazastreifen kritisiert.

«Immer dieses «Ja, aber». Israel wurde angegriffen, es gab ein Massaker», sagte er in der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv. «Wenn wir jetzt zurückschlagen - und wir werden zurückschlagen - möchte ich kein «aber».»

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere wurden laut Israels Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter mehrere Deutsche. Seither bombardiert Israels Armee Ziele im Gazastreifen und bereitet eine Bodenoffensive in dem abgeriegelten Küstengebiet vor.

Angaben zum Start der Bodenoffensive könne er nicht machen, sagte Prosor. «Wir geben jetzt Zeit, damit die Geiseln wieder zurück nach Hause kommen können.» Zudem versuche man mit «kleinen Operationen» alles zu tun, damit bei einer Offensive so wenige Zivilisten wie möglich getroffen würden. Eine humanitäre Feuerpause, um Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu lassen, lehnte Prosor ab. (dpa)

12:48 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Katars Emir an Israel: «Genug ist genug»

Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hat Israel eindringlich zu einem Ende der Angriffe auf den Gazastreifen aufgefordert. «Genug ist genug», sagte der Emir an Israel gerichtet bei der eröffnenden Sitzung des Schura-Rats in Doha am Dienstag.

«Wir fordern ein Ende des Kriegs, der alle Grenzen überschritten hat», sagte der Emir in seiner Rede der staatlichen Nachrichtenagentur QNA zufolge. Das Blutvergiessen müsse gestoppt und Zivilisten müssten die Folgen militärischer Konfrontationen erspart werden.

Es sei unhaltbar, dass Israel ein «bedingungsloses grünes Licht und eine freie Lizenz zum Töten» erhalten habe, sagte der Emir. Die Tatsachen der israelischen «Besatzung, Belagerung und Siedlung» könnten nicht ignoriert werden. «In unserer Zeit sollte auch nicht erlaubt sein, den Zugang zu Wasser abzuschneiden und Arzneimittel und Essen zurückzuhalten als eine Waffe gegen eine gesamte Bevölkerung.»

Das Emirat unterstützt islamistische Gruppen wie die Hamas, die nach einer blutigen Machtübernahme seit Juni 2017 den Gazastreifen kontrolliert. Mehr als 1000 Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas Israel überfallen und im Grenzgebiet Massaker angerichtet. Mehr als 200 Geiseln wurden in den Gazastreifen verschleppt, unter ihnen auch Deutsche. In der laufenden Geiselkrise hat Katar bisher die Freigabe von vier Geiseln aus der Gewalt der Hamas mit vermittelt.

Katar und Israel unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Israel hatte 1996 eine Handelsvertretung in Katar eröffnet, die später von dem Emirat aber wieder geschlossen wurde. Während der Fussball-WM liess Gastgeber Katar auch Direktflüge aus Israel zu. (dpa)

12:46 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

UN: Linsen, Reis statt Treibstoff: Gaza bekommt nicht, was es braucht

Im Gazastreifen sind nach UN-Angaben seit Samstag 54 Lastwagen mit Hilfsgütern eingetroffen - ein Tropfen auf den heissen Stein, wie Tamara Alrifai, die Kommunikationschefin des UN-Hilfswerks für Palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) am Dienstag berichtete. Zudem sei nicht der dringend benötigte Treibstoff für Generatoren dabei. Stattdessen seien Reis und Linsen geliefert worden. Dafür brauchten die Menschen aber Wasser und Gas zum Kochen - diese Lieferungen seien nicht hilfreich, sagte Alrifai.

Vor der Eskalation des Konflikts am 7. Oktober seien pro Tag 500 Lastwagen im Gazastreifen eingetroffen, darunter mindestens 100 mit Treibstoff und Nahrungsmitteln, sagte Alrifai. Sie war im UNRWA-Büro in Amman in Jordanien und sprach über eine Videoverbindung mit Reportern in Genf. Die Lieferungen kamen sowohl über israelische Grenzübergänge als auch über den Übergang Rafah aus Ägypten. (dpa)

10:31 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

USA haben Plan für Massenevakuierung aus Nahost

Im Fall einer völligen Eskalation des Gaza-Konflikts hat die US-Regierung laut einem Medienbericht einen Plan für die Evakuierung aller US-Bürger aus dem Nahen Osten ausgearbeitet. Das berichteten vier mit der Kontingentplanung der US-Regierung betraute Beamte der «Washington Post» (Dienstag).

Es geht demnach um rund 600 000 Menschen mit US-Staatsbürgerschaft in Israel sowie weitere 86 000 US-Bürger, von denen angenommen wird, dass sie zum Zeitpunkt des Hamas-Angriffes im Libanon waren.

Dass der Gaza-Krieg sich auf die Region dermassen ausweite, dass es nötig werde, so viele Menschen in Sicherheit zu bringen, sei der schlimmste anzunehmende Fall und als solcher unwahrscheinlicher als andere Szenarien, hiess es. Aber «es wäre unverantwortlich, nicht für alles einen Plan zu haben», zitierte die Zeitung einen der Beamten.

Unabhängig von ihrer deutlichen Unterstützungszusage an Israel sei die US-Regierung höchst alarmiert, dass die angekündigte israelische Bodenoffensive im Gazastreifen den Konflikt drastisch ausweiten könnte. Die Sorgen bezögen sich zum einen auf die zunehmenden propalästinensischen Proteste in der arabischen Welt. Zum anderen werde eine weitere Eskalation durch die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon befürchtet. Das Land grenzt an den Norden Israels. «Die Regierung ist sehr, sehr, sehr besorgt, dass diese Sache dabei ist, ausser Kontrolle zu geraten», sagte ein Beamter der Zeitung. (dpa)

10:19 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Hamas verwehrt Gaza-Kliniken gehorteten Treibstoff

Die islamistische Hamas verwehrt nach Darstellung des israelischen Militärs Krankenhäusern im Gazastreifen von ihr gehorteten Treibstoff. Die Hamas habe «mehr als» eine Million Liter Treibstoff gelagert, «gibt diesen aber nicht an bedürftige Krankenhäuser ab», erklärte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus in der Nacht zum Dienstag auf der Plattform X (vormals Twitter). «Die Hamas ist für das Leid in Gaza verantwortlich, nicht Israel», sagte der Sprecher. Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen beklagen, dass mit den ersten Hilfslieferungen in den Gazastreifen bislang kein Treibstoff in das Gebiet gelangte.

«Der Treibstoff, den wir reinbringen wollen, ist der Treibstoff, den (das Palästinenserhilfswerk) UNRWA braucht. Es wird für unsere Operationen sein. Und natürlich muss auch Treibstoff für die Krankenhäuser und so weiter vorhanden sein», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Montag in New York. Die Nachfrage, ob es Israel sei, das die Erlaubnis bisher verweigere, beantwortete er nicht.

In den vergangenen Tagen passierten einige Dutzend Lastwagen die Grenze von Ägypten in den Gazastreifen. Die Vereinten Nationen machten dabei aber deutlich, dass die Lieferungen unter anderem von Medikamenten nur vier Prozent des normalen Volumens am Grenzübergang Rafah ausmache. Die Zahl der Lieferungen müsse erhöht werden.

Die zuständige Cogat-Behörde in Israel warf der Hamas vor, die von ihr gelagerten rund eine Million Liter Treibstoff dafür zu nutzen, um «ihre Terror-Tunnel zu beleuchten, Raketen abzufeuern und für ihre eigenen Häuser» statt der Zivilbevölkerung bereitzustellen. Am Dienstagmorgen verbreitete Cogat zudem Aufnahmen auf X, die ein Dutzend Treibstofftanks der Hamas im südlichen Gazastreifen zeigen sollen. Sie sollen demnach «Hundertausende Liter Treibstoff» enthalten. Unabhängig waren die Angaben zunächst nicht zu überprüfen. Der Inhalt der Tanks sowie ein möglicher Füllstand waren auf den Aufnahmen nicht zu erkennen. (dpa)

10:17 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Berichte: General der US-Marines hilft Israel bei Invasionsplanung

Die USA unterstützen Medienberichten zufolge Israel bei der Vorbereitung einer Bodenoffensive im Gazastreifen auch mit der Entsendung hochdekorierter Militärs. So soll unter anderem der Drei-Sterne-General des Marine Corps, James Glynn, die israelischen Streitkräfte im Hinblick auf eine Invasion des dicht besiedelten Gebiets beraten, berichtete das Portal Axios am Montag (Ortszeit).

Die Entsendung Glynns, der schon im Irak die Terrormiliz IS bekämpfte, bestätigte das Pentagon auch der «New York Times». Sie bedeute allerdings nicht, dass die USA Entscheidungen für Israel treffe, hiess es. Sollte der Truppeneinmarsch beginnen, werde Glynn nicht «am Boden» dabei sein, so das Pentagon.

Washington befürchtet nach Angaben der Zeitung, dass eine Bodenoffensive mit hohen Verlusten unter palästinensischen Zivilisten einhergehen könnte. Auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin habe in einem Telefongespräch am Montag mit seinem israelischen Amtskollegen Joav Galant erneut betont, wie wichtig der Schutz von Zivilisten sei, so die Pentagon-Mitarbeiter.

Die US-Regierung hege jedoch auch Zweifel, ob die israelischen Streitkräfte für eine Bodenoffensive bereit seien. Washington befürchte, dass Israel seine militärischen Ziele im Gazastreifen verfehlen könnte, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ranghohe US-Regierungsbeamte. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober hätten die US-Beamten bei Israel keinen erreichbaren Handlungsplan zur Zerschlagung der islamistischen Organisation erkennen können. (dpa)

10:15 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Macron trifft Angehörige von Hamas-Opfern

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn zu einem Besuch in Israel eingetroffen. «Wir sind mit Israel durch Trauer verbunden», schrieb Macron nach seiner Ankunft am Dienstagmorgen auf X, ehemals Twitter. 30 französische Staatsbürger seien bei dem Massaker der islamistischen Hamas ermordet worden. Neun weitere werden demnach noch immer vermisst oder als Geiseln gehalten. In Tel Aviv habe er bei einem Treffen mit Angehörigen die Solidarität der Nation zum Ausdruck gebracht.

Medienberichten zufolge sind tagsüber weitere Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie Präsident Izchak Herzog geplant. (dpa)

08:49 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

CNN: Klinik in Gaza könnte bald zu «Massengrab» werden

Angestellte im grössten Krankenhaus im Gazastreifen fürchten angesichts versiegender Treibstoffreserven eine Katastrophe. «Unter dem Strich wird das Schifa-Krankenhaus ein Massengrab werden, wenn ihm der Strom ausgeht», sagte Ghassan Abu-Sittah, Arzt in der Klinik in Gaza, dem US-Sender CNN am Montagabend (Ortszeit).

Bereits jetzt mangele es an grundlegendem medizinischem Material wie etwa Spezialverbänden für Brandwunden, es komme schon zu Stromausfällen und der Wasserdruck reiche nicht mehr für den Betrieb der Sterilisierungsmaschinen für das Operationsbesteck, sagte er.

Das Schlimmste aber sei der Platzmangel, so der Arzt. Das Krankenhaus mit einer eigentlichen Kapazität von bis zu 700 Betten versorge gerade 1700 Menschen, die mit Matratzen in den Fluren lägen. «Die Situation ist entsetzlich, und wir sind einfach ganz am Ende des Systems, das langsam zusammenbricht», so Abu-Sittah. (dpa)

08:28 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Londoner Tochter von freigelassener Geisel: Mutter wirkt okay

Einer der von der Hamas freigelassenen Geiseln geht es nach Angaben ihrer Tochter gut. Yocheved Lifschitz «wirkt okay», sagte ihre in London lebende Tochter Sharone Lifschitz am Dienstag der BBC. «Sie wirkt sehr aufmerksam und ist sehr daran interessiert, Informationen an Familien anderer Geiseln weiterzugeben, mit denen sie zusammen war», sagte sie. Die 85-Jährige war am 7. Oktober gemeinsam mit ihrem Ehemann von der islamistischen Hamas aus der Ortschaft Nir Oz in den Gazastreifen verschleppt worden. Auch die zweite am Montag freigelassene Geisel, eine 79-Jährige, wohnte dort.

«Ich kann bestätigen, dass meine Mutter Yochi Lifshitz eine der beiden Geiseln war, die heute Abend dem Roten Kreuz übergeben wurden», sagte Sharone Lifschitz einer in der Nacht veröffentlichten Erklärung zufolge. «Auch wenn ich die Erleichterung darüber, dass sie nun in Sicherheit ist, nicht in Worte fassen kann, werde ich weiterhin darauf hinarbeiten, die Freilassung meines Vaters und all jener sicherzustellen, die noch immer in Gaza als Geiseln gehalten werden, das sind etwa 200 unschuldige Menschen.»

Zuvor hatte Sharone Lifschitz dem Sender Times Radio von Gesundheitsproblemen ihrer Eltern berichtet. So habe ihr Vater am Vorabend seiner Geiselnahme an hohem Blutdruck gelitten.

Eine Sprecherin des britischen Aussenministeriums begrüsste die Freilassung und kündigte zudem an, weiterhin «mit Katar, Israel und anderen» an einer sicheren Heimkehr aller Geiseln zu arbeiten. (dpa)

08:10 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Macron zu Besuch in Israel gelandet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn zu einem Besuch in Israel eingetroffen. Er sei am Morgen in Tel Aviv gelandet, berichteten mehrere israelische sowie französische Medien am Dienstag. Geplant sind demnach Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie Präsident Izchak Herzog. Zudem soll er mit Angehörigen von Opfern der islamistischen Hamas zusammenkommen.

In der vergangenen Woche hatte Macron gesagt, in den Nahen Osten zu reisen, sobald es eine Aussicht auf konkrete Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas gebe. Für ihn sei wichtig, eine konkrete Einigung erzielen zu können, die Lage zu deeskalieren sowie über humanitäre Fragen zu reden.

Die Zahl der bei dem Hamas-Angriff auf Israel getöteten französischen Staatsbürger wurde zuletzt mit 30 angegeben. Sieben Landsleute würden weiterhin vermisst, hiess es vom Aussenministerium in Paris. Inzwischen habe sich bestätigt, dass einige davon von der Hamas als Geisel genommen worden seien. (dpa)

07:22 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Israel bombardiert erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Hunderte Ziele im Gazastreifen bombardiert und dabei mehrere Kommandeure der islamistischen Hamas getötet. Wie das israelische Militär am Dienstagmorgen auf Telegram bekanntgab, seien im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 400 «Terrorziele» getroffen worden. In einer «grossangelegten Operation zur Zerschlagung der terroristischen Kapazitäten der Hamas» habe man Dutzende Hamas-Kämpfer getroffen, die sich darauf vorbereitet hätten, Raketen abzufeuern und Terroranschläge gegen Israel zu verüben.

Ein Kampfflugzeug habe zudem einen Tunnelschacht der Hamas bombardiert, der Terroristen einen schnellen Zugang zur Küste ermöglichte, hiess es. Ferner seien in der Nacht Kommandozentralen von Hamas-Aktivisten und Aufenthaltsorte in von der Hamas genutzten Moscheen angegriffen worden. Die stellvertretenden Kommandeure von drei Bataillonen der Islamistenorganisation seien getötet worden. (dpa)

05:41 Uhr

Dienstag, 24. Oktober

Israel setzt sich weiter für Geiseln ein - Die Nacht im Überblick

Israel ist im Kampf gegen die islamistischen Hamas-Angreifer im Gazastreifen bereit zur Bodenoffensive und treibt zugleich die Bemühungen um Freilassung der Geiseln voran. Der Auftrag laute: «die Hamas zu eliminieren, ihre Infrastruktur als Militär, als Organisation, als Regierung. Und: Die Entführten zu befreien», sagte Israels Energieminister Israel Katz der «Bild»-Zeitung (Dienstag). Derweil liess die Hamas zwei weitere Frauen frei, wie Israels Regierung in der Nacht zum Dienstag bestätigte. Unklar ist, ob es mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn zu einer begrenzten Feuerpause für Hilfslieferungen in den Gazastreifen kommt.

«Die Hamas möchte, dass wir uns mit den Entführten beschäftigen und unser Militär nicht reingeht, um ihre Infrastruktur zu eliminieren. Das wird nicht passieren», sagte Katz. Seine Regierung bedankte sich bei Ägypten und dem Internationalen Roten Kreuz für ihren Beitrag bei der Freilassung zwei weiterer Geiseln. Die 79 und 85 Jahre alten Frauen seien an Israels Armee übergeben worden, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Nacht auf Dienstag mit. Am vergangenen Freitag hatte die Hamas auf Vermittlung Katars bereits überraschend eine US-amerikanische Mutter und ihre Tochter freigelassen.

«Wir handeln mit jedem Akteur, um die Entführten freizubekommen», sagte Israels Energieminister Katz. «Wir tun alles, um sie nach Hause zu bekommen.» Israel versuche ausserdem, «trotz des grausamen Feindes zwischen der Hamas und der Zivilbevölkerung zu unterscheiden». Im Süden von Gaza gebe es genug Raum, der nicht bombardiert werde: «Wer sich dort aufhält, bleibt unversehrt». Ein BBC-Reporter im Süden berichtete jedoch in der Nacht zum Dienstag von Angriffen auch dort.

Israel: Hamas sitzt auf einer Million Liter Treibstoff

«Die Hamas ist für das Leid in Gaza verantwortlich, nicht Israel», sagte der Sprecher. Nach Angaben der zuständigen Cogat-Behörde in Israel nutzen die Islamisten den von ihr gehorteten Treibstoff dafür, um «ihre Terror-Tunnel zu beleuchten, Raketen abzufeuern und für ihre eigenen Häuser» statt ihn der Zivilbevölkerung bereitzustellen. Es gibt keine unabhängige Bestätigung dafür. Die Vereinten Nationen fordern einen humanitären Waffenstillstand, was aber umstritten ist.

Feuerpause oder Waffenstillstand? Debatte geht weiter

«Jeder Waffenstillstand würde der Hamas die Möglichkeit geben, sich auszuruhen, aufzurüsten und sich darauf vorzubereiten, weitere terroristische Angriffe gegen Israel zu verüben», gab der Sprecher des Matthew Miller am Montag in Washington zu Bedenken. Auch der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hatte zuvor auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Forderungen nach einer humanitären Feuerpause (Englisch: humanitarian pause) und den Forderungen nach einem humanitären Waffenstillstand (humanitarian ceasefire) erklärt, dass für ihn ein Waffenstillstand weit mehr sei als eine Feuerpause.

Bei einem Waffenstillstand brauche es eine Vereinbarung zwischen den Parteien, erklärte Borrell in Luxemburg. Eine Feuerpause sei dagegen schneller umzusetzen. Gleichzeitig gebe es lediglich eine zeitlich begrenzte Einstellung von Angriffen. So etwas brauche man, um humanitäre Hilfe sicher in den Gazastreifen bringen zu können. Borrell geht davon aus, dass sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten bei ihrem nächsten Gipfeltreffen geschlossen hinter Aufrufe zu einer begrenzten Feuerpause für Hilfslieferungen stellen.

China rief die Konfliktparteien zu Friedensgesprächen auf. Es müsse verhindert werden, dass die Situation weiter eskaliere und es zu einer noch grösseren humanitären Katastrophe komme, sagte Chinas Aussenminister Wang Yi in einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Eli Cohen, so das Pekinger Aussenministerium am Dienstag. (dpa)

21:32 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Zwei weitere Hamas-Geiseln freigelassen

Der militärische Arm der Hamas behauptet, zwei weitere Geiseln im Gazastreifen freigelassen zu haben. Eine offizielle Bestätigung etwa aus Israel stand am Montagabend aus, doch laut mehreren Medien bestätigt das internationale Rote Kreuz die Meldung. Der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News berichtete, die beiden Frauen seien am Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekommen. Laut der Jerusalem Post seien die Ehemänner der Frauen weiter in der Gewalt der Hamas-Terroristen.

Die Freilassung der beiden Frauen soll von Katar und Ägypten vermittelt worden sein. Die Geiseln seien «trotz der Verbrechen der Besatzung» aus «humanitären Gründen» freigelassen worden, erklärte Hamas-Sprecher Abu Obeida im Telegram-Kanal der Al-Kassam-Brigaden. (dpa/zen)

20:31 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

UN dürfen weiter keinen Treibstoff nach Gaza bringen

Die Vereinten Nationen dürfen weiterhin keinen Treibstoff in den Gazastreifen liefern. «Der Treibstoff, den wir reinbringen wollen, ist der Treibstoff, den (das Palästinenserhilfswerk) UNRWA braucht. Es wird für unsere Operationen sein. Und natürlich muss auch Treibstoff für die Krankenhäuser und so weiter vorhanden sein», sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Montag in New York. Die Nachfrage, ob es Israel sei, das die Erlaubnis bisher verweigere, beantwortete er nicht.

In den vergangenen Tagen passierten einige Dutzend Lastwagen die Grenze von Ägypten in den Gazastreifen. Die Vereinten Nationen machten dabei aber deutlich, dass die Lieferungen unter anderem von Medikamenten nur vier Prozent des normalen Volumens am Grenzübergang Rafah ausmache. Die Zahl der Lieferungen müsse dringend erhöht werden. (dpa)

19:39 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Neuer Beschuss an Israels Grenze zum Libanon

In Israels Grenze zum Libanon ist es am Montag weiter zu gegenseitigem Beschuss gekommen. Die israelische Armee teilte mit, sie habe «zwei Terrorzellen, die Panzerabwehrraketen vom Libanon abfeuern wollten», mit Drohnen gezielt angegriffen.

Die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon teilte mit, seit der Eskalation vor zwei Wochen seien 28 Hisbollah-Kämpfer getötet worden. Die pro-iranische Miliz bestätigte, sie habe israelische Truppen am Montag im Grenzgebiet fünf Mal angegriffen. Israel habe daraufhin Ziele im Süden des Libanon beschossen. Auf der israelischen Seite wurden bislang sieben Soldaten und ein Zivilist getötet. (dpa)

18:35 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Sunak: Explosion an Klinik in Gaza wohl durch palästinensische Rakete

Die Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen ist nach britischen Erkenntnissen wahrscheinlich durch eine palästinensische Rakete verursacht worden. Die britische Regierung komme auf der Grundlage einer Analyse des britischen Geheimdienstes zu dem Schluss, dass die Detonation «wahrscheinlich von einer Rakete oder einem Teil davon verursacht wurde, die aus dem Gazastreifen gegen Israel abgefeuert wurde», sagte Premierminister Rishi Sunak am Montag im Parlament in London. Aussenminister James Cleverly bestätigte diese Position im Kurznachrichtendienst X.

Sunak kritisierte, falsche Berichterstattung über den Vorfall habe «negative Auswirkungen auf die Region» gehabt, darunter auch auf diplomatische Bemühungen der USA, sowie Spannungen in Grossbritannien gefördert. «Wir müssen die Lehren daraus ziehen und sicherstellen, dass es in Zukunft keine übereilten Urteile gibt», sagte Sunak. (dpa)

17:06 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Gaza-Ministerium: Ägypten soll Verletzten Ausreise ermöglichen

Das von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen hat Ägypten zur Öffnung des Grenzübergangs Rafah für Verletzte aufgefordert. «Wir appellieren an die Arabische Republik Ägypten, den Rafah-Grenzübergang zu öffnen und die Einfuhr von medizinischer Hilfe und Treibstoff zu sichern sowie die Ausreise der Verletzten und Patienten», hiess es am Montag in einer Mitteilung des Ministeriums.

Ausserdem solle das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aus Nachbarländern umgehend Blutspenden bringen. Die Vereinten Nationen wiederum sollten sich für die Lieferung von Treibstoff für die Krankenhäuser in dem Küstengebiet einsetzen. Andere Länder sollten zudem spezialisierte Ärztedelegationen schicken. Die Ärzte im Gazastreifen müssten derzeit unter anderem schwere Verbrennungen behandeln. (dpa)

16:42 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Israels Armee: Erneut «Terrorzellen» im Libanon getroffen

Israels Armee hat nach eigenen Angaben geplante Raketenabschüsse aus dem Libanon vereitelt. Es seien in der Nacht sowie tagsüber zwei «Terroristenzellen» auf libanesischem Boden getroffen worden, gab das israelische Militär am Montag bekannt. Eine der «Terrorzellen» habe den Beschuss der israelischen Stadt Schelomi mit einer Panzerabwehrrakete geplant gehabt, hiess es. Man habe auch einen Raketenabschussposten getroffen. Zu der zweiten Gruppierung und deren genauen Zielen gab es keine Angaben.

Die israelische Armee teilte zudem mit, sie habe eine Drohne nördlich der Küstenstadt Haifa abgefangen. Diese sei vom Libanon über das Meer nach Israel eingedrungen. (dpa)

15:57 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Israel veröffentlicht Videomaterial vom Tag des Hamas-Massakers

Israel hat am Montag Videomaterial vom Tag des Massakers am 7. Oktober im Grenzgebiet zum Gazastreifen veröffentlicht. Das Bildmaterial wurde am Montag von der israelischen Regierungspressestelle herausgegeben. Es zeigt Terroristen der im Gazastreifen herrschenden Hamas, die auf ein israelisches Fahrzeug schiessen und die Insassen töten.

Das veröffentlichte Video ist ein Zusammenschnitt der Auto-Kamera und von Bodycams der Angreifer. Einige der Terroristen tragen Uniformen, die denen israelischer Soldaten ähneln. Einer ist mit einer Panzerfaust bewaffnet.

Ausserdem veröffentlichte die Pressestelle detaillierte Angriffspläne der Hamas sowie Anweisungen zur Geiselnahme unter Israelis. Diese seien bei den Angreifern gefunden worden. Laut der Übersetzung heisst es darin unter anderem, man solle die Geiseln fesseln und ihre Augen verbinden. Kinder und Frauen sollten von den Männern getrennt werden. «Tötet die Problematischen und jene, die eine Drohung darstellen.» (dpa)

15:05 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Baerbock reist zu Nahost-Debatte im UN-Sicherheitsrat

Aussenministerin Annalena Baerbock wird an diesem Dienstag für Deutschland an einer Debatte des UN-Sicherheitsrats zum Krieg zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas teilnehmen. «Die Welt schaut mit unterschiedlichen Augen und brennenden Herzen auf die Lage im Nahen Osten - und in New York bei den Vereinten Nationen kommen alle zusammen», erklärte die Grünen-Politikerin am Montag vor ihrer Abreise.

Es gehe darum, einen Flächenbrand zu verhindern. Zudem setze man sich dafür ein, über den Tag hinaus zu blicken und einen Weg zu finden, «ein Gaza jenseits der Hamas» zu denken. «Für uns in Europa kann der Weg zu einer friedlichen Ko-Existenz von Israelis und Palästinenserinnen und Palästinensern nur über eine verhandelte Zwei-Staaten-Lösung führen», sagte sie. «Auch wenn dies im Angesicht der Gewalt weit weg erscheint, müssen wir diesen Horizont gerade jetzt in den Blick nehmen.»

Zur Lage im Gazastreifen sagte Baerbock, man müsse die Vereinten Nationen dringend in die Lage versetzen, humanitäre Hilfe für die Menschen zu leisten.

Zugleich betonte sie erneut das Selbstverteidigungsrecht Israels. Mit dem Hamas-Terror könne es weder für Israel noch für die Palästinenserinnen und Palästinenser Sicherheit geben. «Der Terror muss bekämpft werden», sagte sie. (dpa)

10:47 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Israel schickt Bodentruppen nach Gaza

Israel hat erste Bodentruppen in den dicht besiedelten Gazastreifen geschickt. Gemäss der Nachrichtenagentur «Reuters» seien die Truppen in der Nacht auf Montag auf der Suche nach Geiseln gewesen. Es soll zu Razzien und vereinzelten Kämpfen gekommen sein.

Mindestens 222 Geiseln sind nach Angaben der israelischen Armee nach dem Terror-Überfall der islamistischen Hamas in den Gazastreifen verschleppt worden. Man habe die Angehörigen der Entführten informiert, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Montag. Die Armee geht davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind. Zwei US-amerikanische Geiseln wurden am Freitag freigelassen. (fan/dpa)

13:59 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

29 UN-Mitarbeiter getötet

Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas sind dort bisher mindestens 29 Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Das bestätigte eine Sprecherin des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Am Sonntag seien zwölf weitere Todesopfer aus dem Kreis der UN-Mitarbeiter bestätigt worden, womit die Zahl auf 29 gestiegen sei.

In dem dicht besiedelten Küstenstreifen, wo rund 2,2 Millionen Menschen leben, ist die humanitäre Lage mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn weiter katastrophal. Etwa 400'000 Menschen, die durch israelische Angriffe vertrieben wurden, halten sich laut UNRWA derzeit in etwa 90 UN-Einrichtungen auf. (dpa)

13:58 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 5000

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober laut Hamas-geführtem Gesundheitsministerium auf 5087 gestiegen. Es seien zudem 15 273 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium in Gaza am Montag.

Das Gesundheitsministerium in Gaza wird von der islamistischen Hamas kontrolliert, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird. Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

12:28 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Weiterer Konvoi bringt Hilfsgüter aus Ägypten in den Gazastreifen

Die Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen gehen weiter. Ein dritter Konvoi aus 40 Lastwagen begann am Sonntag von Ägypten aus die Einfahrt in den Transitbereich der gemeinsamen Grenze, um dringend benötigte internationale Hilfsgüter in das Palästinensergebiet zu bringen, wie der Ägyptische Rote Halbmond mitteilte. Nach Angaben von dessen Leiter im Nord-Sinai, Chalid Sajid, haben die Lkw Essen, Arzneimittel und weitere Hilfsgüter für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen geladen. Es blieb abzuwarten, ob am Montag alle 40 Lkw mit ihren Gütern nach Gaza kommen.

Unter anderem landeten in Al-Arisch Flugzeuge aus Jordanien, Algerien, Tunesien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, der Türkei, Russland, Indien und Pakistan. Zudem trafen Hilfsgüter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Welternährungsprogramms (WFP) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef ein. Die Unicef-Güter kamen mit von der EU organisierten Flügen im Rahmen einer «humanitären Luftbrücke» nach Ägypten. (dpa)

12:19 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Israel Armee greift mehr als 320 Ziele im Gazastreifen an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden mehr als 320 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Darunter seien Tunnel der islamistischen Hamas sowie Dutzende Kommandozentren und Überwachungsposten gewesen, teilte die Armee am Montag mit.

Armeesprecher Daniel Hagari sagte: «Wir greifen weiter Infrastruktur an, die eine Gefahr für Bodentruppen darstellen könnte.» Als Teil desssen seien unter anderem Abschussstellungen für Mörsergranaten beschossen worden. Die Armee bereite sich weiter auf «den Moment des Befehls vor - der Feind ist unter Druck, nicht wir». Der Sprecher sagte weiter: «Hamas-Terroristen verstecken sich in Gaza, unter Belagerung.» Hagari fügte hinzu: «Wir werden aktiv werden, wo und wann wir wollen.» (dpa)

09:30 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

WHO: Israel soll Evakuierungsbefehl für Kliniken zurücknehmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Israel mit Nachdruck aufgefordert, die Evakuierungsaufforderung für Krankenhäuser im Norden des Gazastreifens zurückzunehmen. «Es gibt dort Patienten, die einfach nicht bewegt werden können, viele werden beatmet, es gibt Neugeborene in Brutkästen, Menschen in instabilem Zustand, und es ist sehr schwierig, sie zu transportieren», sagte WHO-Sprecher Tarik Jašarević. Die Aufgabe sei «fast unmöglich». «Wir rufen Israel auf, diese Anordnung zu überdenken», sagte Jašarević.

Bisher seien vier Lastwagen mit chirurgischem und Verbandsmaterial sowie Medikamenten gegen chronische Krankheiten über den Grenzübergang Rafah nach Gaza gebracht worden, sagte der Sprecher. (dpa)

09:05 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

UN-Nothilfebüro drängt auf Treibstoff für Gazastreifen

Mit den ersten Hilfslieferungen in den Gazastreifen ist nach Angaben der UN-Hilfsorganisationen noch immer kein dringend benötigter Treibstoff in das Palästinensergebiet gebracht worden. Ohne Treibstoff würden die Menschen im Gazastreifen, darunter Kinder und Frauen, weiter «stranguliert», warnte der Generalkommissar des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, in einer Mitteilung in der Nacht zum Montag.

Treibstoff wird unter anderem zum Weiterbetrieb von Stromgeneratoren in Kliniken benötigt. Das UNRWA werde seine Reserven innerhalb der nächsten drei Tage aufbrauchen, warnte das UN-Nothilfebüro Ocha in der Mitteilung.

Israel hat jedoch die Sorge, der Treibstoff könnte in die Hände der Hamas fallen und für Terrorangriffe missbraucht werden. Bisher hat das Land nur der humanitären Lieferung von Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente zugestimmt. (dpa)

06:22 Uhr

MONTAG, 23. OKTOBER

Israels Armee: Erneut «Terrorzelle» im Libanon getroffen

Israels Armee hat nach eigenen Angaben einen geplanten Raketenabschuss aus dem Libanon vereitelt. Es sei in der Nacht eine «Terroristenzelle» auf libanesischem Boden getroffen worden, wie das israelische Militär am frühen Montagmorgen bekanntgab. Diese habe den Beschuss der israelischen Stadt Schelomi mit einer Panzerabwehrrakete geplant gehabt, hiess es. Man habe auch einen Raketenabschussposten getroffen.

Israel will angesichts der Eskalation der Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz weitere Ortschaften im Norden des Landes räumen. Verteidigungsminister Joav Galant habe die Evakuierung 14 weiterer Gemeinden gebilligt, teilte sein Büro am Wochenende mit. Vor einer Woche hatte Israel bereits eine Vier-Kilometer-Sperrzone im Grenzgebiet zum Libanon erklärt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte die Hisbollah vor noch stärkeren Angriffen: In den Krieg einzutreten, wäre «der Fehler ihres Lebens», sagte er. (dpa)

05:55 Uhr

Montag, 23. Oktober

Blutiger Häuserkampf in Gaza befürchtet – die Nacht im Überblick

Während Israels Militär seine Vorbereitung für eine Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen mit nochmals verstärkten Luftschlägen vorantreibt, gehen die diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation weiter. Am Dienstag wird Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu einem zweitägigen Besuch in Israel erwartet, wie der Élyséepalast am späten Sonntagabend mitteilte.

Am Montag beraten zudem die Aussenminister der EU darüber, wie ihre Staaten dazu beitragen können, eine Eskalation in Nahost zu verhindern. Derweil beklagen UN-Organisationen, dass mit den ersten Hilfslieferungen in den Gazastreifen noch immer kein dringend benötigter Treibstoff in der abgeriegelten Enklave eintraf.

UN-Vertreter: Treibstoffmangel «stranguliert» Palästinenser

Ohne Treibstoff würden die Menschen im Gazastreifen, darunter Kinder und Frauen, weiter «stranguliert», warnte der Generalkommissar des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, in einer Mitteilung in der Nacht zum Montag. Treibstoff wird unter anderem zum Weiterbetrieb von Stromgeneratoren in Krankenhäusern benötigt.

Das UNRWA werde seine Reserven innerhalb der nächsten drei Tage aufbrauchen, warnte das UN-Nothilfebüro Ocha. Dessen ungeachtet setzt Israel sein Bombardement in Gaza fort. Experten rechnen mit einem bevorstehenden blutigen Häuserkampf zwischen der Armee und der Hamas.

«Es wird viele Kollateralschäden geben»

«Es wird viele Kollateralschäden geben», sagte der Militärhistoriker Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem. Gemeint sind Opfer unter der Zivilbevölkerung. Israels Militär hat deshalb die Bevölkerung im nördlichen Gazastreifen wiederholt aufgefordert, das Gebiet Richtung Süden zu verlassen - doch dort gibt es für die Vertriebenen keine Versorgung. Und Angriffe gibt es auch dort.

Das israelische Militär veröffentlichte in der Nacht zum Montag auf der Plattform X (vormals Twitter) Luftaufnahmen, die zeigen sollen, wie die Hamas Raketenstellungen gegenüber einem UN-Gebäude, einer Moschee und Schulen postierte. «Die Hamas gefährdet unmittelbar die Menschen im Gazastreifen, Israelis und die internationale Gemeinschaft», hiess es.

Weiter katastrophale Lage für die Menschen in Gaza

Die am Wochenende angelaufenen Hilfslieferungen für die notleidenden Menschen in der von Israel abgeriegelten Küstenenklave mit gut zwei Millionen Einwohnern kommen nur langsam voran. Nach Angaben von UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths fuhr am Sonntag ein zweiter Konvoi aus 14 vor allem mit Arznei- und Lebensmitteln beladenen Lkw nach Gaza hinein. Er sprach von einem weiteren «Hoffnungsschimmer».

Am Vortag hatte die erste Lieferung seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober die Grenze passiert. Nach Einschätzung der UN wären zur Versorgung der Menschen rund 100 Lastwagenladungen täglich nötig.

Das wird am Montag wichtig

Die Aussenminister der 27 EU-Staaten wollen in Luxemburg über die Nahost-Krise und die weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland beraten. Beim Thema Nahost geht es vor allem um die Frage, wie die EU dazu beitragen kann, eine regionale Eskalation des Konflikts zu verhindern. (dpa)

20:44 Uhr

SONNTAG, 22. OKTOBER

Israels Verteidigungsminister: Krieg gegen Hamas kann Monate dauern

Israels Verteidigungsminister Joav Galant rechnet im Krieg gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen mit möglicherweise monatelangen Kämpfen. «Es kann einen Monat dauern, zwei oder drei, aber am Ende wird es keine Hamas mehr geben», sagte Galant am Sonntag in Tel Aviv. Bevor die Hamas auf israelische Streitkräfte am Boden treffe, werde «der Feind» zunächst mit Luftschlägen konfrontiert werden. Die nächste Etappe werde «bald kommen».

Es wird erwartet, dass nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vor gut zwei Wochen eine Bodenoffensive des israelischen Militärs im Gazastreifen kurz bevorstehen könnte. (dpa)

19:01 Uhr

SONNTAG, 22. OKTOBER

Ägyptische Soldaten nahe Gazastreifen durch Beschuss Israels verletzt

Israel hat nach eigenen Angaben aus Versehen einen ägyptischen Militärposten nahe der Grenze zum Gazastreifen beschossen. Laut einer Erklärung der ägyptischen Armee vom Sonntag wurden mehrere Grenzsoldaten leicht verletzt. Ein Beobachtungsposten sei von Splittern eines Geschosses getroffen worden, das von einem israelischen Panzer abgefeuert worden sei.

Das israelische Militär entschuldigte sich für den Vorfall. Der Panzer habe den ägyptischen Militärposten neben der Grenze in der Gegend von Kerem Schalom versehentlich getroffen, hiess es in einer Mitteilung. Der Vorfall werde untersucht. Die Armee bringe «ihre Trauer über den Vorfall zum Ausdruck». Israel hatte zuletzt Angriffe auf Stellungen der islamistischen Hamas im Gazastreifen intensiviert und bereitet eine Bodenoffensive vor. (dpa)

14:47 Uhr

SONNTAG, 22. OKTOBER

Zweiter Konvoi bringt Hilfsgüter aus Ägypten in den Gazastreifen

Die Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen gehen in sehr kleinen Schritten voran. Ein zweiter Konvoi aus 17 Lastwagen fuhr am Sonntag von Ägypten aus in den Transitbereich der gemeinsamen Grenze, um dringend benötigte Hilfsgüter in die Küstenenklave zu bringen, wie der Ägyptische Rote Halbmond mitteilte und wie auf Bildern im staatlichen Fernsehen zu sehen war. Die Laster haben demnach unter anderem Arzneimittel, Essen und andere Hilfsgüter geladen. Weitere 155 Lastwagen mit etwa 3000 Tonnen Gütern warteten nach wie vor auf Durchfahrt. (dpa)

Lastwagen mit Hilfsgütern fuhren am Sonntag von Ägypten in den Gazastreifen. (22.10.2023)
Bild: Khaled Elfiqi / EPA

13:45 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Zahl der toten Palästinenser steigt weiter an

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Kriegsbeginn nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 4651 angestiegen.

Darunter sollen 1873 Jugendliche sowie 1023 Frauen sein, wie ein Sprecher am Sonntag in Gaza mitteilte. Die Zahlen waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen. 14 245 Palästinenser wurden demnach verletzt. (dpa)

13:26 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Im Gazastreifen: Niederländerin getötet

Eine 33 Jahre alte niederländische Frau ist im Gazastreifen ums Leben gekommen. Das teilte das Aussenministerium am Sonntag in Den Haag mit. Über die Umstände des Todes der Frau wurde zunächst nichts mitgeteilt. «Meine Gedanken sind bei ihren Familienangehörigen und anderen Nahestehenden in dieser schrecklichen Zeit», schrieb Aussenministerin Hanke Bruins Slot auf der Plattform X, vormals Twitter.

Demnach gehörte sie zu 22 Menschen im Gazastreifen, die die Niederlande um konsularische Hilfe gebeten haben. Das Ministerium bemühe sich weiter darum, eine sichere Ausreise aus dem infolge des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas abgeriegelten Gazastreifen zu ermöglichen, hiess es.

12:18 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

UNO sagt: Für Gazastreifen täglich 100 Lastwagen mit Hilfsgütern nötig

Zur Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung im Gazastreifen sind nach Ansicht von UNO-Nothilfekoordinator Martin Griffiths pro Tag mindestens 100 Lastwagen mit Hilfsgütern nötig. Die Vereinten Nationen begrüssten den ersten Konvoi mit humanitärer Hilfe, der am Samstag in den unter Dauerbeschuss stehenden Gazastreifen fahren konnte. Sie betrachten die 20 Lastwagen aber als Tropfen auf den heissen Stein. Deren Ladung entspreche nur etwa vier Prozent der durchschnittlichen täglichen Einfuhren vor Beginn des Kriegs mit Israel. Es handle sich um einen «Bruchteil» dessen, was nach rund zwei Wochen Blockade der Küstenenklave nötig sei, erklärte das UNO-Nothilfebüro (Ocha) am Sonntag.

Die Vereinten Nationen fordern eine humanitäre Feuerpause, um den mehr als zwei Millionen Menschen helfen zu können. Im Gazastreifen gibt es nach UN-Angaben kaum noch Nahrungsmittel und Trinkwasser, seit Israel nach den Hamas-Terroranschlägen vom 7. Oktober die Belieferung eingestellt hat. Tausende chronisch Kranke und bei israelischen Raketeneinschlägen Verletzte brauchen UN-Angaben zufolge dringend medizinische Versorgung. (dpa)

11:10 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Mindestens 19 Hisbollah-Kämpfer getötet seit Eskalation mit Israel

Seit der Eskalation der Gewalt mit Israel vor zwei Wochen sind mindestens 19 Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon getötet worden. Das teilte das Pressebüro der Miliz am Sonntag auf Nachfrage mit.

Die vom Iran unterstützte Miliz lieferte sich am Sonntag weitere Kämpfe mit Israels Armee und griff einen israelischen Militärposten nahe der Grenze mit Raketen an, wie es aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess. Dabei sei ein Sendeturm beschädigt worden. Israel habe zurückgeschossen.

Die israelische Armee teilte mit, «Terroristen» hätten eine Abwehrrakete auf einen ihrer Panzer gefeuert und dieser habe zurückgeschossen. Verletzte oder Schäden aufseiten Israels habe es nicht gegeben. (dpa)

09:21 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Israels Armee: Angriff auf Hamas-Posten in Moschee im Westjordanland

Die israelische Luftwaffe hat im Westjordanland nach eigenen Angaben eine Terrorzelle der islamistischen Hamas in einer Moschee bombardiert. Die Moschee sei von Terroristen als Kommandozentrale für die Planung und Ausführung von Anschlägen genutzt worden, so die Armee. Zwei Palästinenser kamen demnach ums Leben.

Bei Konfrontationen im Bereich von Nablus und Dschenin wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag drei weitere Palästinenser getötet . Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas am 7. Oktober noch weiter verschärft. Binnen zwei Wochen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein im Westjordanland 90 Palästinenser getötet. (dpa)

09:00 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Neuerliche Angriffe auf syrische Flughäfen

Bei erneuten Angriffen auf die Flughäfen von Damaskus und Aleppo in Syrien ist mindestens ein Zivilist ums Leben gekommen und ein weiterer verletzt worden. Die mutmasslich israelischen Raketenangriffe ereigneten sich zeitgleich an beiden Flughäfen am Sonntagmorgen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Militärkreisen erfuhr. An beiden Flughäfen seien Landebahnen beschädigt worden.

Erst vor gut einer Woche wurden die beiden Flughäfen Ziel von mutmasslich israelischen Luftangriffen. Auch dabei wurden die Landebahnen der Flughäfen beschädigt und der Betrieb zeitweise eingestellt. Nach Reparatur und Freigabe der Landebahn für den Betrieb in Aleppo wurde diese erneut zum Ziel von Angriffen. Die israelische Armee äusserte sich auf Anfrage nicht, wie in diesen Fällen üblich.

Israels Luftwaffe bombardiert immer wieder Ziele im benachbarten Syrien. Israel will damit verhindern, dass sein Erzfeind Iran und mit ihm verbündete Milizen ihren militärischen Einfluss in Syrien ausweiten. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten der Syriens. Die Angriffe haben sich seit dem dem Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten islamistischen Hamas ausgeweitet. (dpa)

08:32 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Neue Raketenangriffe aus Gaza auf Israel – Alarm im Grossraum Tel Aviv

Die Raketenangriffe militanter Palästinenser im Gazastreifen auf Israel gehen trotz der heftigen israelischen Luftangriffe in dem Palästinensergebiet weiter. Im Grossraum Tel Aviv gab es am Sonntagmorgen erneut Raketenalarm, wie die israelische Armee mitteilte.

Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, es gebe bisher keine Berichte über Verletzte. Seit Beginn des Krieges vor zwei Wochen sind nach israelischen Armeeangaben rund 7000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Mehr als 550 seien in dem Palästinensergebiet selbst eingeschlagen und hätten dort auch Todesopfer verursacht. (dpa)

08:18 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Hat Israel einen weitere Hamas-Terroristen getötet?

Das israelische Militär hat bei Bombenangriffen im Gazastreifen nach eigenen Angaben weitere Terroristen der islamistischen Hamas getötet. Wie die Armee am Sonntagmorgen auf Telegram bekannt gab, kam am Vortag unter anderem ein Mitglied der Hamas-Sturmeinheit «Nuchba» (Deutsch: Elite) bei den Angriffen ums Leben. «Nuchba»-Terroristen gehörten zu den Kräften, die das Eindringen nach Israel am 7. Oktober anführten.

Kampfflugzeuge hätten dort am Samstag Dutzende von Hamas-Terrorzielen angegriffen, von denen sich einige in mehrstöckigen Gebäuden befanden, teilte das israelische Militär weiter mit. Im Laufe des Tages seien Tunnelschächte, Waffendepots und Moscheen, die von der Hamas als Kommandozentralen genutzt werden, angegriffen worden, hiess es. (dpa)

08:08 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Israel räumt 14 weitere Ortschaften im Norden des Landes

Israel will angesichts der Eskalation der Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz weitere Ortschaften im Norden des Landes räumen. Verteidigungsminister Joav Galant habe die Evakuierung 14 weiterer Gemeinden gebilligt, teilte sein Büro am Sonntag mit. Vor einer Woche hatte Israel bereits eine Vier-Kilometer-Sperrzone im Grenzgebiet zum Libanon erklärt. (dpa)

06:14 Uhr

Sonntag, 22. Oktober

Die Nacht auf Sonntag im Überblick

Israel will das militärische Vorgehen gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen nach zweiwöchigem Bombardement nun ausweiten. «Wir erhöhen die Angriffe und minimieren die Gefahr», sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari. «Wir müssen unter den besten Bedingungen in die nächste Phase des Krieges eintreten.»

Israel bombardiert «Terrorzelle» in Moschee

Angesichts einer drohenden Eskalation in dem Konflikt ordnete das Pentagon die Verlegung weitere Waffensysteme ins östliche Mittelmeer an. Derweil geht Israel auch im besetzten Westjordanland verstärkt gegen militante Palästinenser vor. In der Nacht auf heute Sonntag griff die Armee nach eigenen Angaben vor einem geplanten Anschlag eine «Terrorzelle» in einer Moschee im Flüchtlingslager Dschenin an.

In der Al-Ansar-Moschee habe sich ein unterirdischer «Terrorkomplex» der islamistischen Hamas und des Islamischen Dschihad befunden, die einen weiteren Terroranschlag geplant hätten, teilte das israelische Militär auf Telegram mit. Unbestätigten Medienberichten zufolge kamen bei dem Angriff zwei Palästinenser ums Leben. Auch an der Grenze Israels zum Libanon gab es zuvor wieder gewaltsame Zwischenfälle. Israels Armee griff nach erneutem Beschuss aus dem Libanon eigenen Angaben zufolge «Terrorzellen» in Südlibanon an. Im Libanon operiert die pro-iranische Schiitenmiliz Hisbollah. Die habe sich «dazu entschieden, an den Kämpfen teilzunehmen», sagte Israels Verteidigungsminister Joav Galant am Samstag laut seinem Büro.

Derweil steht im Gazastreifen eine weitere Intensivierung der Angriffe bevor: «Wir werden den Gazastreifen für eine operative, professionelle Mission betreten: zur Zerstörung von Hamas-Aktivisten und der Infrastruktur, kündigte Israels Armeechef Herzi Halevi an.

UNO zur Lage im Gazastreifen: Die Welt muss mehr tun

Die humanitären UNO-Organisationen warnen ungeachtet der ersten Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen vor einer weiter drohenden Verschlechterung der Lage dort. Sie forderten am Samstagabend eine Feuerpause und ungehinderten Zugang für humanitäre Helfer und Hilfsgüter. Die Zahl der Todesfälle könne wegen Krankheitsausbrüchen und mangelnder Versorgung sprunghaft steigen. Der Gazastreifen sei schon zuvor in einer verzweifelten Situation gewesen. «Jetzt ist die Lage katastrophal. Die Welt muss mehr tun.»

Am Samstag waren nach langwierigen Verhandlungen erstmals 20 Lastwagen mit Hilfsgütern von Ägypten aus in den Gazastreifen gelassen worden. Am selben Tag kamen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bei einem «Gipfel für den Frieden» mehrere Staats- und Regierungschefs der Nahostregion sowie Vertreter der UN und westlicher Staaten zusammen, ohne dass es jedoch Hoffnung auf Entspannung gab - auch weil Israel nicht eingeladen war. Israels Angriffe wurden scharf kritisiert, aber auch der Terror der Hamas.

Hoffnung auf Freilassung weiterer Geiseln

Nach der Freilassung zweier US-Geiseln aus Gefangenschaft der Hamas gibt es vorsichtige Hoffnung auf Freilassung weiterer Geiseln. Dies sei «ein kleiner Funken Hoffnung auch für andere», sagte Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach dem Nahost-Gipfel in Kairo. Die Geiseln, darunter Deutsche, seien dabei zentrales Thema gewesen. Katar, das die Freilassung der ersten beiden Geiseln vermittelt hatte, äusserte sich optimistisch. «Wir sind auf einem Weg, der sehr bald zur Freilassung der Geiseln, insbesondere der Zivilisten, führen wird», sagte Madschid al-Ansari, Sprecher des Aussenministeriums, der «Welt am Sonntag». Über eine Freilassung israelischer Soldaten will die Hamas laut einem Sprecher aber erst nach dem Krieg verhandeln.

Derweil wollen nach israelischen Militärangaben mehr ultraorthodoxe Juden in der Armee dienen. Die Anfragen aus dieser Gruppe nähmen im Gaza-Krieg zu, sagte Armeesprecher Hagari am Samstag. Viele strengreligiöse Männer versuchen normalerweise, den Militärdienst zu vermeiden, was in anderen Bevölkerungsteilen für grossen Ärger sorgt. Die Armee habe in den vergangenen Tagen nun aber mehr als 2000 Anfragen von Ultraorthodoxen erhalten. Ab Montag will das Militär eigenen Angaben nach mit der Einberufung der Freiwilligen beginnen.

Türkei und Ägypten wollen Ende der Gewalt

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan telefonierte unterdessen mit dem Chef der Hamas, Ismail Hanija, und tauschte sich mit diesem über die Lage im Gazastreifen aus. Wie der Pressedienst der türkischen Regierung am Samstag auf der Plattform X mitteilte, betonte Erdogan dabei, dass sich die Türkei weiter für eine baldmögliche Waffenruhe in der Region einsetzen werde.

Ägypten setzt sich auch nach dem Gipfeltreffen in Kairo für eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israelis und Palästinensern ein. Ein «unabhängiger palästinensischer Staat» müsse in kurzer Zeit entstehen, wenn die aktuelle Krise zu einem «neuen politischen Geist» geführt habe, teilte das ägyptische Präsidialamt am Samstag mit. «Die Palästinenser müssen alle Rechte geniessen, die andere Menschen geniessen» - allem voran ein Staat, der ihre Identität verkörpere. (dpa)

22:13 Uhr

SAMSTAG, 21. OKTOBER

Berichte: Israel will Luftangriffe im Gazastreifen verstärken

Israels Armee will Berichten zufolge ihre Luftangriffe gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen noch einmal verstärken. «Wir erhöhen die Angriffe und minimieren die Gefahr», zitierten israelische Medien Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag. «Wir müssen unter den besten Bedingungen in die nächste Phase des Krieges eintreten.» Ob er mit der «nächsten Phase» die erwartete Bodenoffensive in dem Küstenstreifen am Mittelmeer meinte, sagte er demnach allerdings nicht. Seit dem Terrorangriff der Hamas vor zwei Wochen hatte die israelische Armee bereits zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert.

Armeechef Herzi Halevi kündigte am Samstag an: «Wir werden den Gazastreifen für eine operative, professionelle Mission betreten: zur Zerstörung von Hamas-Aktivisten und der Infrastruktur.» (dpa)

20:01 Uhr

SAMSTAG, 21. OKTOBER

Berichte: Mehr als 1000 der Todesopfer in Israel Zivilisten

Von den seit dem Terrorangriff der Hamas getöteten Menschen in Israel sind 1033 Zivilisten. Das meldeten israelische Medien unter Berufung auf die israelische Polizei am Samstag. Von den zivilen Opfern sei bislang gut ein Viertel noch nicht identifiziert worden. Aufgrund der schweren Verbrennungen und Schändungen der Getöteten sei dies oftmals schwierig, hiess es in dem Bericht weiter. Nach Armeeangaben starben zudem 307 Soldaten. Beide Zahlen zusammen gerechnet ergibt 1340 Tote. Laut Israels Gesundheitsministerium starben jedoch mindestens 1400 Menschen. Warum die Zahlen voneinander abweichen, blieb zunächst unklar. (dpa)

18:18 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Kritisches Al-Arabija-Interview mit Hamas-Mann schlägt Wellen

Ein kritisches Interview des arabischen Senders Al-Arabija mit einem Hamas-Führer nach dem Massaker der Islamistenorganisation in Israel hat im Internet für Aufmerksamkeit gesorgt.

Eine Moderatorin des Senders bezweifelt darin die Argumentation des Hamas-Mitglieds Chalid Maschaal, der Grossangriff sei Teil des «legitimen Widerstands» der Palästinenser. «Wie kann man verlangen, dass der Westen und die Welt im Allgemeinen die palästinensische Sache unterstützen, während die Dinge, die die Hamas israelischen Zivilisten angetan hat, Schlagzeilen machen?», fragt die Ägypterin Rascha Nabil in dem bereits am Donnerstag ausgestrahlten Interview. «Ist es Teil der Ideologie der Hamas, Zivilisten so zu behandeln?».

Viele Zivilisten massakriert

Die im Gazastreifen herrschende Islamistenorganisation konzentriere ihren Widerstand auf Soldaten, behauptet Maschaal. «Aber in allen Kriegen gibt es einige zivile Opfer. Wir sind nicht für sie verantwortlich.» Die Moderatorin kontert: «Werden Sie sich für das, was den israelischen Zivilisten am 7. Oktober angetan wurde, entschuldigen?». Von den 1400 Toten in Israel sind nach Angaben der israelischen Armee gut 300 Soldaten – der Grossteil sind Zivilisten. «Von Israel sollte eine Entschuldigung verlangt werden», entgegnete Maschaal auf die Frage und log vor laufender Kamera: «Hamas tötet Zivilisten nicht absichtlich, im Mittelpunkt stehen die Soldaten.»

Er lebt im Ausland

Die Art des Hamas-Angriffs gleicht aus Sicht der Moderatorin einer Kriegserklärung. «Einige Leute fragen sich daher, was Sie von der israelischen Reaktion erwartet hätten?» Die Menschen unter anderem im Gazastreifen, die nun eine «grosse menschliche Tragödie» erlebten, seien zu den Attacken nicht konsultiert worden, hält sie Maschaal vor. Dieser lebt wie viele Hamas-Führer im Ausland.

Auch die mögliche Öffnung einer weiteren Front in Israel mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz sieht die Ägypterin kritisch. Die Lage der Menschen in dem Land sei ohnehin schon schlecht, ein Krieg das Letzte, was sie gebrauchen könnten. «Die sagen sich: Chalid Maschaal sitzt in einem klimatisierten Raum und redet über Krieg.» (dpa)

15:33 Uhr

SAMSTAG, 21. OKTOBER

Wieder Raketenalarm in Tel Aviv und im Zentrum Israels

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am späten Samstagnachmittag erneut Raketen auf Tel Aviv und das Zentrum Israels abgefeuert. Es wurde Raketenalarm ausgelöst, wie die Armee mitteilte. Im Zentrum von Tel Aviv waren zwei Explosionen zu hören. (dpa)

15:08 Uhr

SAMSTAG, 21. OKTOBER

Israel setzt Vorbereitungen für Bodenoffensive in Gaza fort

Die israelische Armee setzt nach eigenen Angaben die Vorbereitungen für die «nächste Phase des Kriegs» im Gazastreifen fort. Dies schliesse auch Einsätze am Boden ein, hiess es am Samstag in einer Mitteilung des Militärs. «In den vergangenen Tagen sind Pläne zur Ausweitung der operativen Einsätze gebilligt worden», hiess es weiter. Einheiten der Armee seien vor Ort stationiert und trainierten gemäss den gebilligten Plänen.

Kommandeur Or Volozhinsky von der 188. Panzerbrigade sagte den Angaben zufolge: «Wir werden mit Kampfgeist und Entschlossenheit das erreichen, was notwendig ist, um unserem Volk für viele Jahre Sicherheit zu bringen.» (dpa)

13:48 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf 4385

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Kriegsbeginn nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums um mehr als 200 Opfer auf 4385 angestiegen. Zuletzt hatte die Behörde noch von 4137 Toten gesprochen.

Am Samstag erklärte das Ministerium, unter den Opfern seien 1756 Kinder und Jugendliche. Seit Beginn des Kriegs zwischen der islamistischen Hamas und Israel am 7. Oktober wurden demnach zudem 13'561 Menschen verletzt. Die Angaben aus dem Gazastreifen liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

13:17 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Israel: Hisbollah hat sich zu Teilnahme an Kämpfen entschieden

Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hat sich nach Einschätzung des israelischen Verteidigungsministers «dazu entschieden, an den Kämpfen teilzunehmen». Dafür zahle die Hisbollah einen Preis, sagte Joav Galant am Samstag nach Angaben seines Büros bei einem Besuch an Israels Nordgrenze. Israel müsse wachsam sein und sich auf jedes mögliche Szenario vorbereiten, sagte Galant weiter. «Uns erwarten grosse Herausforderungen.»

Israels Armee hatte am Freitag im Konflikt mit der Hibsollah-Miliz rote Linien aufgezeigt. «Die Hisbollah weiss genau, wo die Grenze liegt. Wenn sie ihre Langstreckenraketen einsetzen oder etwas tun, das sehr, sehr aggressiv ist, wäre das eine Wende», sagte Militärsprecher Richard Hecht. «Momentan ist unser Grundsatz, dass jedes Mal, wenn sie schiessen, wir zurückschiessen.» Die Gefechte seien derzeit aber nur eine Art «Stochern». Damit wolle die Hisbollah von den Aktivitäten der Hamas im Gazastreifen ablenken. (dpa)

12:55 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Kein Treibstoff aus Ägypten nach Gaza geliefert

Mit den ersten Hilfslieferungen in den Gazastreifen ist nach Angaben der israelischen Armee kein Treibstoff in das Palästinensergebiet gebracht worden. Es handele sich lediglich um Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente für die Palästinenser im südlichen Abschnitt des Küstenstreifens, sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari.

Das von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza warnte am Samstag vor einer «echten Gefahr für Verletzte und Kranke» in den Krankenhäusern, sollte nicht umgehend Treibstoff in das Palästinensergebiet geliefert werden. Israel hat jedoch die Sorge, die Hamas könnte Treibstoff für Terrorziele missbrauchen.

Nach tagelangem Warten fuhren am Samstagvormittag einige Lastwagen mit Hilfsgütern von Ägypten in den palästinensischen Bereich des Grenzübergangs Rafah. Es sind die ersten Lieferungen über Rafah seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas vor zwei Wochen. (dpa)

12:44 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Israelische Armee: Über 700'000 Palästinenser geflohen

Nach den Evakuierungsaufrufen an die Zivilbevölkerung im nördlichen Gazastreifen sind nach israelischen Militärangaben rund 700'000 Palästinenser in den Süden des Küstenstreifens geflohen. Armeesprecher Daniel Hagari sagte am Samstag, man rufe die in der Stadt Gaza und im Norden des Palästinensergebiets verbliebenen Zivilisten dazu auf, sich zu ihrem eigenen Schutz ebenfalls in das Gebiet südlich von Wadi Gaza zu bewegen.

Israel werde die Angriffe auf Hamas-Ziele im nördlichen Abschnitt des Gazastreifens noch verstärken, kündigte Hagari an. «Wir werden weiter Ziele angreifen, die eine Gefahr für Bodentruppen in den nächsten Kriegsphasen darstellen könnten.» Die Angriffe richteten sich gegen militärische Ziele und Regierungseinrichtungen der Hamas.

Nach UN-Angaben sind angesichts der heftigen Luftangriffe Israels bereits etwa 1,4 Millionen Menschen im Gazastreifen aus ihren Häusern vertrieben. Mehr als 544'000 von ihnen hätten in Einrichtungen des Palästinenserhilfswerks UNRWA Schutz gesucht. Andere kamen demnach bei Familie oder Freunden unter. (dpa)

12:13 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Guterres fordert humanitäre Feuerpause

UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem Nahost-Gipfeltreffen eine humanitäre Feuerpause im Gazastreifen gefordert. Er nannte drei unmittelbare Ziele: die ungehinderte humanitäre Hilfe für die Zivilisten im Gazastreifen, die sofortige und bedingungslose Freilassung aller aus Israel entführten Geiseln und engagierte Bemühungen, die Gewalt einzudämmen, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern. An dem «Gipfel für den Frieden» in Kairo nahmen UN-Generalsekretär António Guterres, mehrere Staats- und Regierungschef sowie Minister teil.

Guterres blickte aber auch weiter in die Zukunft: Der Konflikt könne nur mit einer Zweistaatenlösung befriedet werden, einen für Israelis und einen für Palästinenser. «Die Zeit zum Handeln ist gekommen, handeln, um diesen schrecklichen Alptraum zu beenden», sagte er. (dpa)

12:12 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Ein Fünftel der Raketen schlug zuletzt in Gaza selbst ein, sagt Israel

Etwa ein Fünftel der in den letzten 24 Stunden aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuerten Raketen sind nach israelischen Militärangaben in dem Palästinensergebiet selbst eingeschlagen. Seit Beginn des Krieges vor zwei Wochen seien mehr als 550 Raketen, die militante Palästinenser abgefeuert hätten, im Gazastreifen eingeschlagen, sagte der israelische Militärsprecher Daniel Hagari am Samstag. «Fehlgeleitete Raketenangriffe der Hamas und des Islamischen Dschihad töten unschuldige Zivilisten im Gazastreifen», sagte er.

Insgesamt sind nach Armeeangaben binnen zwei Wochen rund 7000 Raketen aus dem Küstenstreifen abgefeuert worden. Die Angaben zu einem Fünftel fehlgeleiteter Geschosse bezog sich nur auf die letzten 24 Stunden.

Nach einer Explosion bei einem Krankenhaus in der Stadt Gaza hatte die israelische Armee von einer fehlgeleiteten Rakete des Islamischen Dschihad gesprochen. Der Dschihad wies dies zurück. (dpa)

11:31 Uhr

SAmstag, 21. Oktober

Israels Armee: Mehr als 1400 Tote in zwei Wochen Krieg

Nach zwei Wochen Krieg hat das israelische Militär eine aktuelle Bilanz der Opferzahlen veröffentlicht. In Folge der Angriffe von Hamas-Terroristen seien mehr als 1400 Tote zu beklagen, mehr als 4600 Menschen seien verletzt worden, hiess es in einem Post auf der Plattform X, vormals Twitter. Mehr als 200 Geiseln seien in den Händen der Hamas.

Die Armee habe inzwischen mehr als 6900 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen gezählt, mehr als 450 davon seien innerhalb des Gazastreifens eingeschlagen. Nach Militärangaben wurden Dutzende Hamas-Anführer eliminiert und mehr als 1000 Hamas-Terroristen - auch auf israelischem Gebiet - neutralisiert. Mit neutralisiert dürfte zumeist getötet gemeint sein. (dpa)

11:09 Uhr

SAMSTAG, 21. OKTOBER

Schweizer Bundesanwaltschaft leitet Strafverfahren ein

Aus der Schweiz soll Geld an die Hamas geflossen sein, berichtet SRF. In der «Samstagsrundschau» gibt der Bundesanwalt Stefan Blättler bekannt, dass deshalb ein Strafverfahren eröffnet worden ist. Aktiv geworden sei die Bundesanwaltschaft kurz vor der Terror-Attacke der Hamas auf Israel. Nähere Angaben konnte er noch nicht machen, der Vorwurf lautet auf Unterstützung einer terroristischen Organisation.

In der «Samstagsrundschau» äussert sich Bundesanwalt Blättler auch zur Bedrohungslage in der Schweiz. Der Nachrichtendienst des Bundes schätze die Terror-Gefährdungslage seit Monaten als erhöht ein, seine Behörde führe rund 70 Strafverfahren im Bereich Terrorismus. (zfo)

10:00 Uhr

Samstag, 21. Oktober

An libanesischer Grenze: Israel bestätigt Tod eines Soldaten

Die israelische Armee hat den Tod eines Soldaten an der Grenze zum Libanon bestätigt. Der 22-jährige Oberfeldwebel der Reserve sei am Freitag während eines Angriffs aus dem Libanon mit einer Panzerabwehrrakete getötet worden, erklärte das Militär am Samstag.

Seit den verheerenden Terrorattacken der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober und den Gegenschlägen Israels auf den Gazastreifen kommt es regelmässig zu Zwischenfällen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Dabei gab es auf beiden Seiten bereits Tote. (dpa)

09:45 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Grenze offen: Erste Hilfslieferungen in Gazastreifen laufen an

Erste Hilfslieferungen in den Gazastreifen sind angelaufen. Einige Lastwagen fuhren am Samstag von Ägypten in den palästinensischen Bereich des Grenzübergang Rafah, wie auf Bildern im ägyptischen Fernsehen zu sehen war. Demnach sollen Güter von 20 Lastwagen mit Arzneimitteln in den Gazastreifen geliefert werden. Es sind die ersten Lieferungen über Rafah seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas vor zwei Wochen. Wie lange die Grenze für Hilfslieferungen offen bleiben sollte, blieb zunächst unklar.

Zuletzt hatten sich etwa 170 Lastwagen mit humanitären Versorgungsgütern auf ägyptischer Seite vor dem Übergang gestaut. Die Lkw seien bereit und auf «Stand-by», sagte eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Samstag in Kairo.

In der Nacht zum Samstag sollten bereits zwei Lastwagen die Grenze überqueren, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Die Lkw hatten demnach Medizin geladen und Medienberichten zufolge auch Leichentücher. Ein Team aus Medizinern sollte mit den Lastwagen ebenfalls in den Gazastreifen einfahren. Die Vorbereitungen zur Einfahrt seien dann aber gestoppt worden wegen neuer Luftangriffe Israels am frühen Morgen, hiess es aus Sicherheitskreisen.

Rafah gilt als der einzige Weg, dringend benötigte Hilfe in den Gazastreifen zu bringen. Israel hatte einer Öffnung des Grenzübergangs für die Lieferung von Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten zugestimmt. Die Lkw und Krankenwagen waren bei einem Grossaufgebot an Sicherheitskräften zur Grenze gefahren. Auf einigen steht geschrieben: «Für unser Volk in Palästina».

UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Grenzübergang am Freitag auf ägyptischer Seite besucht und eine rasche Abfahrt für die Laster gefordert. Zwei Millionen Menschen im Gazastreifen würden «enorm leiden», weil ihnen unter anderem Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente fehlten. «Diese Lastwagen machen den Unterschied zwischen Leben und Tod für so viele Menschen im Gazastreifen.» Israel verhängte nach Beginn des jüngsten Konflikts eine Blockade des Gazastreifens und riegelte die Küstenenklave damit faktisch ab. (dpa)

07:05 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Israel attackiert weitere Stellungen im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat ihr Bombardement der islamistischen Hamas im Gazastreifen auch in der Nacht auf Samstag fortgesetzt. Kampfflugzeuge haben zahlreiche Stellungen der Islamisten in der gesamten Küstenenklave angegriffen, wie das israelische Militär am Morgen auf Telegram bekannt gegeben hat.

Dazu gehörten Kommandozentralen, Abschussrampen für Panzerabwehrraketen und strategische Infrastruktur der Hamas, die für Terrorzwecke genutzt werde. Auch Scharfschützen- und Beobachtungsposten der Hamas, die sich in mehrstöckigen Gebäuden befänden, seien bombardiert worden. (dpa)

06:35 Uhr

Samstag, 21. Oktober

Die Nacht auf Samstag im Überblick

Nach der Freilassung zweier Geiseln der islamistischen Hamas im Gazastreifen laufen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten auf Hochtouren.

Während Ägypten den Weg dafür am Samstag mit einem «Gipfel für den Frieden» ebnen will, bleibt Israel dem Treffen zahlreicher Staats- und Regierungschefs der Nahostregion fern und lässt das eigene Militär weiter eine mögliche Bodenoffensive gegen die Hamas vorbereiten.

Unterdessen wird die Lage für die Hunderttausenden in den Süden des abgeriegelten Gazastreifens Geflüchteten immer unerträglicher. Hilfsgüter für sie stecken weiterhin in Ägypten fest. Das ist das Neuste aus dem Nahost-Konflikt:

Fotos und Video zeigen Geiselfreilassung

Zwei Wochen nach Kriegsbeginn hat die Hamas die beiden US-amerikanischen Geiseln Judith Tai Raanan und ihre Tochter Natalie Shoshana Raanan freigelassen. Das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, der israelische Verantwortliche für die Entführten und Vermissten, Brigadegeneral Gal Hirsch, habe die beiden an der Grenze des Gazastreifens in Empfang genommen.

Auf einem Foto sind sie Hand in Hand mit Hirsch zu sehen, begleitet von Soldaten. Die Hamas veröffentlichte zudem ein Video von der Geiselübergabe. US-Präsident Joe Biden sprach anschliessend am Telefon mit den Freigelassenen und sicherte ihnen Unterstützung zu, sich «von dieser schrecklichen Tortur» zu erholen. «Ich bin überglücklich, dass sie bald wieder mit ihrer Familie vereint sein werden, die von Angst gequält war», teilte der US-Präsident am Freitag mit.

Israel: Hamas ist mörderische Terrororganisation

Israels Militär schrieb am Samstag zur Freilassung der beiden US-Geiseln auf Telegram: «Die Hamas stellt sich der Welt so dar, als hätte sie die Frauen, die sie als Geiseln genommen hat, aus humanitären Gründen zurückgegeben, während die Hamas in Wirklichkeit eine mörderische Terrororganisation ist, die gerade jetzt Säuglinge, Kinder, Frauen und ältere Menschen im Gazastreifen als Geiseln hält und weiterhin Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.»

Der militärische Arm der Hamas hatte zuvor die Freilassung der zwei US-Staatsbürgerinnen als «Reaktion auf die Bemühungen Katars» angekündigt. Israel will nach den verheerenden Terroranschlägen der Hamas die militärischen Fähigkeiten sowie die Herrschaft der islamistischen Organisation ausschalten. Mehr als 1400 Menschen fielen in Israel den Hamas-Angriffen zum Opfer. Mindestens 203 Menschen, darunter auch mehrere Deutsche, wurden zudem entführt.

Zahl der Toten steigt

Seit den Hamas-Angriffen bombardiert Israel Ziele im Gazastreifen. Dabei starben seit dem 7. Oktober nach jüngsten Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen 4137 Menschen, davon 70 Prozent Kinder und Frauen. Mehr als 1000 Menschen würden vermisst. Sie befänden sich vermutlich unter den Trümmern.

Derweil nimmt der Druck auf Israel zu, eine Bodenoffensive in der hermetisch abgeriegelten Küstenenklave aufzuschieben, um mehr Zeit für die Freilassung weiterer von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu gewinnen, wie das «Wall Street Journal» berichtete.

Israel wird an dem «Gipfel für den Frieden» in Ägypten, dem zahlreiche Staats- und Regierungschefs der Nahostregion sowie Vertreter der UN und auch Aussenministerin Annalena Baerbock beiwohnen werden, nicht teilnehmen. Man sei nicht eingeladen und nehme auch nicht teil, so ein Sprecher.

Lage für die Menschen im Gazastreifen spitzt sich zu

Derweil stecken Hilfsgüter für die Menschen im Gazastreifen weiter in Ägypten fest. Grund seien Auflagen, die an die Öffnung des Grenzpostens und die Weiterleitung zu den Bedürftigen gestellt worden seien, sagte UN-Generalsekretär António Guterres vor dem Grenzübergang Rafah auf ägyptischer Seite. «Hinter diesen Mauern haben wir zwei Millionen Menschen, die enorm leiden», sagte Guterres.

«Sie haben kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Medikamente, keinen Treibstoff, sie werden beschossen. (...) Und auf dieser Seite stehen die Lastwagen (...) mit genau den Sachen, die auf der anderen Seite gebraucht werden.» US-Präsident Biden rechnet nach eigenen Worten damit, dass erste Hilfslieferungen in den kommenden ein bis zwei Tagen in den von Israel abgeriegelten Küstenstreifen gebracht werden können. Er habe von Israel und Ägypten die Zusage bekommen, dass der Grenzübergang Rafah offen sein werde. Die Zugangsstrasse sei in schlechtem Zustand gewesen und habe asphaltiert werden müssen. (dpa)

22:55 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Rotes Kreuz transportierte freigelassene Geiseln nach Israel

Die beiden von der islamistischen Hamas im Gazastreifen freigelassenen Geiseln sind am Freitag mit Hilfe des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) nach Israel gebracht worden. «Die Freilassung der beiden Geiseln ist ein Hoffnungsschimmer», teilte IKRK-Chefin Mirjana Spoljaric am Freitagabend in Genf mit. Die Freilassung der beiden US-Amerikanerinnen wurde durch Vermittlung der Regierung von Katar ermöglicht, wie US-Aussenminister Antony Blinken sagte. (dpa)

21:58 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

US-Präsident Biden begrüsst Freilassung zwei amerikanischer Geiseln

US-Präsident Joe Biden hat die Freilassung zweier amerikanischer Geiseln der islamistischen Hamas im Gazastreifen begrüsst. «Ich bin überglücklich, dass sie bald wieder mit ihrer Familie vereint sein werden, die von Angst gequält war», teilte Biden am Freitag in Washington mit.

Biden bestätigte in seiner Mitteilung die US-amerikanische Nationalität der beiden Frauen - zuvor hatten Medien darüber berichtet. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte im US-Fernsehen, dass eine der beiden Doppelstaatsbürgerin sei und auch die israelische Staatsbürgerschaft habe. Es handelt sich um eine Mutter und ihre Tochter.

Biden sagte den beiden Frauen «die volle Unterstützung» der US-Regierung zu. Er bedankte sich bei den Regierungen Israels und Katars «für ihre Partnerschaft» bei der Arbeit an der Freilassung der Geiseln. (dpa)

21:01 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Israel bestätigt: Zwei Geiseln von Hamas freigelassen

Israel hat die Freilassung von zwei Geiseln der islamistischen Hamas im Gazastreifen bestätigt. «Heute Abend (Freitag) wurden Judith Tai Raanan und Natalie Shoshana Raanan aus den Händen der Terrororganisation Hamas entlassen», teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit.

Der israelische Verantwortliche für die Entführten und Vermissten, Brigadegeneral Gal Hirsch, habe sie an der Grenze des Gazastreifens empfangen. Die beiden Frauen seien nun auf dem Weg zu einer Militärbasis im Zentrum des Landes, wo ihre Familienangehörigen auf sie warteten. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den beiden um US-Staatsbürgerinnen.

Der militärische Arm der Hamas hatte zuvor mitgeteilt, als «Reaktion auf die Bemühungen Katars zwei amerikanische Staatsbürger (eine Mutter und ihre Tochter) aus humanitären Gründen» freigelassen zu haben. Die Al-Kassam-Brigaden wollten damit nach eigener Darstellung «dem amerikanischen Volk und der Welt beweisen, dass die Behauptungen von (US-Präsident Joe) Biden und seiner faschistischen Regierung falsch und unbegründet» seien.

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 203 weitere wurden laut israelischer Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Armee geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind.

Unter den Entführten sind dem Militär zufolge mehr als 20 Kinder und Jugendliche. 100 bis 200 weitere Menschen gelten seit den Terroranschlägen noch als vermisst. (dpa)

20:01 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Hamas behauptet: Zwei Geiseln im Gazastreifen freigelassen

Der militärische Arm der Hamas behauptet, zwei Geiseln mit US-Staatsbürgerschaft im Gazastreifen freigelassen zu haben. Eine offizielle Bestätigung aus Israel oder den USA stand am Freitagabend aus. Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, die Geiseln seien dem Roten Kreuz in Gaza übergeben worden. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht.

Als «Reaktion auf die Bemühungen Katars» sollen eine Mutter und ihre Tochter «aus humanitären Gründen» freigelassen worden sein, hiess es in der Mitteilung der Al-Kassam-Brigaden.

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 203 weitere wurden laut israelischer Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Armee geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind. (dpa)

19:43 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Biden erwartet Hilfslieferung für Gaza in nächsten 24 bis 48 Stunden

US-Präsident Joe Biden rechnet nach eigenen Worten damit, dass erste Hilfslieferungen für Gaza in den kommenden ein bis zwei Tagen von Ägypten aus über die Grenze in den abgeriegelten Küstenstreifen gebracht werden können. «Ich glaube, dass in den nächsten 24 bis 48 Stunden die ersten 20 Lastwagen über die Grenze kommen werden», sagte Biden am Freitag in Washington. Er habe von Israel und Ägypten die Zusage bekommen, dass der bislang geschlossene Grenzübergang Rafah für die Lieferungen offen sein werde. Die Zugangsstrasse sei jedoch in einem schlechten Zustand gewesen und habe asphaltiert werden müssen. (dpa)

19:07 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Mehrere hundert Personen nehmen an Pro-Palästina-Demo in Zürich teil

Nach einem Aufruf des «Palästina-Komitees Zürich» haben am Freitagabend in Zürich mehrere hundert Personen bei einer Pro-Palästina-Demonstration teilgenommen. «Gegen die Entmenschlichung der Palästinenserinnen und Palästinenser durch westliche Regierungen und Medien», heisst es in einem Instagram-Post. Die Menge rief unter anderem «Free Palestine!».

Rund 200 Personen haben an einer unbewilligten Pro-Palästina-Demo in Zürich teilgenommen.
Bild: Bild: Ennio Leanza / KEYSTONE

Die Demonstration ist wie alle anderen, die im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt stehen, verboten. Die Polizei war vor Ort und wies gemäss «20Minuten» aktiv Personen weg. (fan)

17:08 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Biden beantragt Milliardenpaket für Ukraine und Israel beim Kongress

US-Präsident Joe Biden hat beim US-Kongress ein 105 Milliarden US-Dollar (93,5 Milliarden Franken) schweres Hilfspaket mit Unterstützung für die Ukraine und Israel beantragt. Allein für die von Russland angegriffene Ukraine erbittet der Demokrat mehr als 61 Milliarden US-Dollar, wie das Weisse Haus am Freitag mitteilte.

Der weitaus grösste Teil ist für militärische Unterstützung in unterschiedlicher Form vorgesehen - inklusive der Aufstockung von Lagerbeständen der US-Armee, die eigene Ausrüstung an Kiew weitergereicht hat. Biden hatte bereits in einer Rede aus dem Oval Office am Donnerstagabend (Ortszeit) angekündigt, ein entsprechendes Hilfspaket beantragen zu wollen - aber keine Details genannt.

Für Israel erbittet Biden angesichts des Gaza-Kriegs gut 14 Milliarden US-Dollar (12,4 Milliarden Franken). Mit dem Geld solle etwa das Raketenabwehrsystem Israels gestärkt werden, hiess es. Auch die Sicherheitsvorkehrungen der Botschaften in Israel und benachbarten Ländern sollen dem Weissen Haus zufolge erhöht werden.

Hinzu kommen weitere Milliarden für humanitäre Hilfe - sowohl für die Ukraine als auch für Israel und den Gazastreifen. Das Hilfspaket beinhaltet zudem Mittel für Sicherheitshilfe im Indopazifik. Die Verbündeten in der Region bräuchten angesichts der Bedrohung durch China diese Unterstützung, hiess es. (dpa)

16:38 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Neue Gefechte an israelisch-libanesischer Grenze

An der israelisch-libanesischen Grenze ist es erneut zu Gefechten gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee vom Freitag hätten sich drei Hisbollah-Kämpfer im Grenzgebiet aufgehalten, woraufhin die Armee mit Angriffen aus der Luft reagierte. Israelische Scharfschützen hätten ausserdem auf bewaffnete Männer geschossen, die im Grenzgebiet identifiziert wurden.

Es seien zudem mindestens 20 Abschüsse aus dem Libanon auf israelisches Gebiet registriert worden, darunter seien auch Panzerabwehrraketen gewesen. Das israelische Militär reagierte nach eigenen Angaben mit Artillerie. Die Schiitenmiliz Hisbollah erklärte, Lenkflugkörper auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben. (dpa)

16:19 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Südafrikas Regierungspartei hält Pro-Palästina-Demo ab

Südafrikas Regierungspartei hat am Freitag eine Pro-Palästina-Demo vor der israelischen Botschaft in der Hauptstadt Pretoria abgehalten. Tausende Mitglieder des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) forderten ein Ende des Gaza-Kriegs und brachten ihre Unterstützung für Palästina zum Ausdruck. «Wir stehen für Frieden in Palästina, aber was noch wichtiger ist, wir stehen für Solidarität mit den Menschen in Palästina», sagte ANC-Sprecherin Mahlengi Bhengu. Präsident Cyril Ramaphosa wird nach Angaben seines Büros beim Nahost-Gipfel am Samstag in Kairo teilnehmen.

Südafrikas Regierungspartei hat am Freitag eine Pro-Palästina-Demo vor der israelischen Botschaft in der Hauptstadt Pretoria abgehalten.
Bild: Bild: Kim Ludbrook / EPA

Der ANC, der seit 1994 das Land mit 62 Millionen Einwohnern am Südzipfel Afrikas regiert, unterstützt seit vielen Jahren eine Zwei-Staaten-Lösung zur Befriedung des Dauerkonflikts zwischen Israelis und Palästinensern und spricht sich für ein «freies Palästina» aus. Die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO hatte die Partei des ehemaligen Staatschefs und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela im Kampf gegen das rassistische Apartheid-Regime unterstützt. Auch Mandelas Enkelsohn Zwelivelile Mandela rief öffentlich zur Unterstützung des palästinischen Volks auf. (dpa)

15:53 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Israels Armee: Mehrheit der Geiseln im Gazastreifen soll am Leben sein

Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der mehr als 200 in den Gazastreifen verschleppten Geiseln noch am Leben sind. Das teilte das Militär am Freitag mit. Woher sie die Informationen haben, sagte die Armee nicht. (dpa)

15:42 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Guterres: Auflagen verhindern Öffnung des Grenzübergangs Rafah

Die humanitären Hilfsgüter für mehr als zwei Millionen Menschen im Gazastreifen stecken weiter in Ägypten fest. Grund seien die Auflagen, die an die Öffnung des Grenzpostens und die Weiterleitung zu den Bedürftigen gestellt wurden, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Freitag direkt vor dem Grenzübergang Rafah auf ägyptischer Seite. «Wir müssen dafür sorgen, dass diese Lastwagen so schnell wie möglich in Bewegung gesetzt werden, und so viele wie möglich», sagte er. Er appellierte an alle Seiten, eine humanitäre Kampfpause einzulegen.

Guterres nannte Israel, Ägypten und die USA. Verhandlungen liefen nun auf Hochtouren, um die Bedingungen einzuschränken, damit die voll beladenen Lastwagen, die vor der Grenze stehen, in den Gazastreifen fahren können. Guterres nannte unter anderem Verifikationsprozesse - vermutlich wollen beide Seiten Kontrollen, dass mit den Lastwagen nichts ausser humanitärer Hilfe über die Grenze gebracht wird.

«Hinter diesen Mauern haben wir zwei Millionen Menschen, die enorm leiden», sagte Guterres. «Sie haben kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Medikamente, keinen Treibstoff, sie werden beschossen. (...) Und auf dieser Seite stehen die Lastwagen (...) mit genau den Sachen, die auf der anderen Seite gebraucht werden», sagte er. «Diese Lastwagen machen den Unterschied zwischen Leben und Tod für so viele Menschen im Gazastreifen.» (dpa)

14:09 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Israel benennt rote Linie für Gefechte mit der Hisbollah-Miliz

Israels Armee hat im Konflikt mit der libanesischen Hibsollah-Miliz rote Linien aufgezeigt. «Die Hisbollah weiss genau, wo die Grenze liegt. Wenn sie ihre Langstreckenraketen einsetzen oder etwas tun, das sehr, sehr aggressiv ist, wäre das eine Wende», sagte Militärsprecher Richard Hecht im Gespräch mit Journalisten am Freitag. «Momentan ist unser Grundsatz, dass jedes Mal, wenn sie schiessen, wir zurückschiessen.»

Die Gefechte seien derzeit aber nur eine Art «Stochern». Damit wolle die Hisbollah von den Aktivitäten der Hamas im Gazastreifen ablenken. Israels Armee sei aber auch auf jedes andere Szenario vorbereitet, so Hecht.

Israel hatte nach den Massakern am 7. Oktober in israelischen Grenzorten im Süden des Landes durch die islamistische Hamas massive Luftangriffe auf den Gazastreifen begonnen. Auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seitdem immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen, die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts schüren. Dabei gab es auf beiden Seiten bereits Tote.

Am Freitag griff Israels Armee eigenen Angaben zufolge in zwei Fällen Mitglieder der pro-iranischen Hisbollah in der Nähe des Grenzzauns an.

Israel kündigte am Freitag auch an, den nördlichen Grenzort Kiriat Schmona evakuieren zu wollen. Die Einwohner sollen in staatlich finanzierten Gästehäusern untergebracht werden. Die Evakuierung wird Hecht zufolge einige Zeit dauern. (dpa)

14:08 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Hamas-Ministerium: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 4100

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen seit Beginn des Krieges am 7. Oktober ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auf 4137 gestiegen. Es seien zudem 13 000 Menschen verletzt worden, hiess es am Freitag von der Behörde, die von der islamistischen Hamas kontrolliert wird. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Nach Informationen der israelischen Armee soll das Ministerium etwa die Zahl der Toten nach einer Explosion an einem Krankenhaus im Gazastreifen übertrieben haben. Israels Militär sprach von gezielter Desinformation. (dpa)

13:15 Uhr

Freitag, 20. Oktober

UN-Menschenrechtler besorgt über Israels Angriffe im Westjordanland

Das UN-Menschenrechtsbüro hat Israels tödliche Gewalt gegen protestierende Palästinenser im besetzten Westjordanland verurteilt. Die illegale Anwendung tödlicher Gewalt habe zugenommen, sagte eine Sprecherin am Freitag in Genf. Israel verteidigt Einsätze als notwendige Massnahmen gegen Terroristen, die teils mit Sprengsätzen angriffen.

Das UN-Menschenrechtsbüro habe Berichte erhalten, wonach seit dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober im Westjordanland 69 Menschen von israelischen Sicherheitskräften getötet wurden, sagte die Sprecherin. Darunter seien mindestens 15 Minderjährige und eine Frau gewesen. Allein am Donnerstag seien nach diesen Berichten 14 Palästinenser umgekommen, die meisten davon bei einem Drohnenangriff.

Auch die Gewalt bewaffneter israelischer Siedler steigt demnach: Sie sollen nach Berichten seit dem 7. Oktober sechs Palästinenser getötet haben. Einige palästinensische Familien seien von ihrem Land vertrieben worden. Nach israelischen Medienberichten unter Berufung auf die Polizei kam am Donnerstag bei Zusammenstössen ein israelischer Grenzpolizist durch einen Sprengsatz ums Leben.

Es gebe zudem Berichte über willkürliche Verhaftungen und Misshandlungen von Palästinensern im Westjordanland sowie von arabischen Israelis, sagte die Sprecherin weiter. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, betone erneut, dass alle Seiten die international gültigen Menschenrechte einhalten müssen. Bei Konflikten müssten Prinzipien eingehalten werden - etwa, ob Einsätze notwendig oder verhältnismässig sind. (dpa)

11:56 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

UN verlangen internationale Untersuchung der Krankenhaus-Explosion

Nach der verheerenden Explosion auf dem Gelände des Al-Ahli-Krankenhauses im Gazastreifen verlangt das UN-Menschenrechtsbüro eine unabhängige internationale Untersuchung. «Wir tun, was wir können, um zusammenzutragen, was passiert ist», sagte eine Sprecherin am Freitag in Genf. Nötig sei die Untersuchung mit ausländischer Beteiligung.

«Der Angriff auf das Krankenhaus war inakzeptabel», sagte sie. Mitarbeiter versuchten, Beweismaterial vor Ort zu sammeln, um den Hergang zu rekonstruieren. Die anhaltenden Bombardierungen und der Treibstoffmangel mache dies aber schwierig.

Bei der Explosion sollen nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas 471 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Hamas bezichtigt Israel, das Krankenhaus beschossen zu haben. Israel spricht dagegen vom Einschlag einer fehlgeleiteten Rakete der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad.

Die Vereinten Nationen gehen - gestützt auf Hamas-Angaben - im Gazastreifen von mehr als 3500 Toten durch israelische Angriffe seit dem 7. Oktober aus. Unter eingestürzten Gebäuden werden hunderte weitere Leichen befürchtet.

Den israelischen Angriffen vorausgegangen war ein verheerender Hamas-Terrorüberfall auf Zivilisten in Südisrael. Dort kamen seit dem 7. Oktober mindestens 1400 Menschen ums Leben. Terroristen verschleppten rund 200 Zivilisten als Geiseln in den Gaza-Streifen. (dpa)

11:50 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Gaza-Hilfslieferungen laut UN «im Laufe der nächsten Tage»

Die dringend benötigte Lieferung von Hilfsgütern in den abgeriegelten Gazastreifen dürfte nach Einschätzung der UN im Laufe der nächsten Tage über den Grenzübergang Rafah von Ägypten aus anlaufen. Davon geht UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths aus, wie ein Sprecher seines Büros am Freitag in Genf sagte. Seine genaue Formulierung am Morgen war, die erste Lieferung sollte «im Laufe des nächsten Tages oder so» beginnen.

Griffiths ist wie auch UN-Generalsekretär António Guterres im Norden Ägyptens, nahe dem Grenzübergang Rafah, um die Koordination der Lieferungen voranzutreiben. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren, sagte der Sprecher.

Vor dem Grenzübergang stehen schon länger jede Menge Lastwagen mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Ägypten hält den Übergang bislang geschlossen und nennt als Grund dafür ungeklärte Sicherheitsfragen. Die Vereinten Nationen verlangen Sicherheitsgarantien von allen Seiten, auch Israel, dass die Güter im Gazastreifen sicher verteilt werden können.

Ägypten hat nach Angaben von US-Präsident Joe Biden zugesichert, in einem ersten Schritt bis zu 20 Lastwagen mit humanitären Gütern über den Grenzübergang Rafah zu lassen. Danach könnten weitere Lieferungen folgen. Biden betonte aber, sollte die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas die Lieferungen konfiszieren, «dann hört es auf».

11:40 Uhr

FREITAG, 20. OKTOBER

Autor Salman Rushdie sieht die Welt «in keinem guten Zustand»

Der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie ist besorgt über die aktuelle politische Lage, will aber die Hoffnung nicht aufgeben. «Die Welt ist in keinem guten Zustand», sagte der 76-Jährige am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse. «Aber unvernünftigerweise bleibe ich optimistisch.» Rushdie wird am Sonntag zum Abschluss der Messe in der Paulskirche mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt. Er wird seit Jahrzehnten von radikalen Islamisten verfolgt und überlebte 2022 einen Anschlag nur knapp.

Die Ereignisse in Israel «erfüllen mich mit Horror», sagte Rushdie. «Ich bin entsetzt über die Anschläge der Hamas und ahne, was (Israels Regierungschef Benjamin) Netanjahu im Gegenzug machen wird.» Es sei darüber hinaus weltweit «eine riskante Zeit für die Demokratie». Nicht nur in den USA verliessen manche Parteien die demokratischen Pfade und entwickelten einen Personenkult.

Autor Salman Rushdie wurde selber Opfer von religiösen Fanatikern. Zuletzt überlebte er einen Mordanschlag nur knapp.
Bild: Keystone

Was dem Autor Hoffnung gibt, ist die Literatur. «Schreiben ist ein optimistischer Akt. Man geht davon aus, dass es später jemand liest», sagte Rushdie, der sich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen den Fragen der Journalisten stellte, dabei aber sehr entspannt wirkte. «Literatur zeigt die Welt als einen reichen und komplexen Ort, was das Gegenteil einer engen, rigiden Weltsicht ist.» Sein neues Buch soll im April 2024 erscheinen. Er habe es vor zehn Tagen beendet. Thema ist das Attentat in den USA, bei dem Rushdie ein Auge verlor. (dpa)

09:32 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Gefechte mit Hisbollah - israelischer Grenzort soll evakuiert werden

Nach den Gefechten zwischen Israels Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz will Israel den nördlichen Grenzort Kiriat Schmona evakuieren. Die Einwohner sollen in staatlich finanzierten Gästehäusern untergebracht werden, wie das israelische Verteidigungsministerium und die Armee am Freitag mitteilten. Der Bürgermeister der Stadt sei über den Plan informiert worden.

Die Stadt hat rund 22 000 Einwohner. Medienberichten zufolge haben viele den Ort aufgrund der anhaltenden Spannungen bereits verlassen. Am Donnerstag waren in Kiriat Schmona bei Raketenbeschuss aus dem Libanon drei Menschen verletzt worden. Israelischen Medien zufolge wurde in dem Ort ein Wohnhaus getroffen.

Israel hatte nach Massakern am 7. Oktober in israelischen Grenzorten im Süden des Landes durch die islamistische Hamas massive Luftangriffe im Gazastreifen begonnen. Auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seitdem immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen, die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts schüren. Dabei gab es auf beiden Seiten bereits Tote. (dpa)

08:24 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Israels Armee fliegt weitere Angriffe gegen Hamas im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat ihr Bombardement von Stellungen der islamistischen Hamas im Gazastreifen fortgesetzt. Kampfflugzeuge griffen in der Nacht mehr als 100 Stellungen an und töteten auch ein an den Terrorattacken in Israel vor knapp zwei Wochen in Israel beteiligtes Hamas-Mitglied, teilte die israelische Armee am Freitagmorgen mit. Unter anderem seien ein Tunnel, Waffenlager sowie Dutzende von Kommandozentren bombardiert worden, hiess es. Der Getötete habe der Hamas-Marine angehört und sich an dem Massaker vom 7. Oktober an mehr als 1400 Menschen in grenznahen Orten beteiligt.

Zudem sei ein Terrorkommando bei einem gezielten Angriff in Gaza-Stadt «ausgeschaltet» worden, nachdem dieses versucht habe, Raketen auf ein Kampfflugzeug abzufeuern, erklärte die Armee. Ferner seien Einrichtungen und Waffen der Hamas in einer Moschee in Dschabalia nördlich der Stadt zerstört worden, die von Terroristen als Beobachtungsposten und Aufmarschgebiet genutzt worden seien. Unterdessen bereitet Israels Armee eine mögliche Bodenoffensive vor. (dpa)

07:00 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Human Rights Watch wirft USA mangelnde Kritik an Israel vor

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den USA und ihren Verbündeten mangelnde Kritik am Vorgehen Israels im Gazastreifen vorgeworfen. «Die Reaktion aus Washington und - mit wenigen Ausnahmen - aus den europäischen Hauptstädten auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen seit dem 7. Oktober ist gedämpft ausgefallen», monierte Tom Porteous, stellvertretender HRW-Programmdirektor, am Donnerstag in einem auf der Webseite der Organisation veröffentlichten Beitrag. Er fragte, wo «die klare Verurteilung der grausamen Verschärfung der seit 16 Jahren bestehenden Abriegelung des Gazastreifens» bleibe.

Dies verschärfte Abriegelung der Küstenenklave komme «einer kollektiven Bestrafung, einem Kriegsverbrechen», gleich. Porteous vermisste zudem Empörung über die Äusserungen führender israelischer Politiker, die versuchten, «die so wichtige Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kämpfern in Gaza zu verwischen, während sie immer intensivere Bombardierungen dieses dicht besiedelten Gebiets» anordneten. Dabei legten die Israelis ganze Stadtviertel in Schutt und Asche. Zudem fehlten klare und unmissverständliche Forderungen, dass Israel bei seinen Angriffen auf den Gazastreifen die internationalen Normen einhalte, kritisierte Porteous weiter.

Er betonte, die Forderungen des humanitären Völkerrechts zum Schutz der Zivilbevölkerung würden für alle gelten: «keine absichtlichen oder wahllosen Angriffe auf Zivilisten, keine Geiselnahme, keine Bestrafung von Zivilisten für die Handlungen Einzelner, keine Verweigerung oder Vorenthaltung humanitärer Hilfe».

Porteous verwies auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, wo die westlichen Staaten in ihrem Bemühen, internationale Unterstützung für die Ukraine zu gewinnen und Russland zu isolieren, betont hätten, wie wichtig die Einhaltung der Regeln für bewaffnete Konflikte sei. Doch nun sehe der Rest der Welt eine gedämpfte Reaktion auf die verheerenden Schäden, die Israels Blockade und Angriff auf den Gazastreifen für die Zivilbevölkerung mit sich brächten. «Die Heuchelei und Doppelmoral der westlichen Staaten ist ungeheuerlich und offensichtlich», kritisierte Porteous. (dpa)

03:04 Uhr

Freitag, 20. Oktober

Biden verspricht Hilfspaket für Israel und die Ukraine

In einer Rede zur Nation hat der amerikanische Präsident Joe Biden am Donnerstagabend die Kriege in Israel und Ukraine miteinander verknüpft. Die beiden Aggressoren in den Konflikten – hier die Terrororganisation Hamas, da der russische Präsident Wladimir Putin – stellten zwar unterschiedliche Bedrohungen dar, aber sie hätten eines gemeinsam: «Sie wollen beide benachbarte Demokratien vollständig vernichten.»

Biden appellierte an den Kongress, bald ein Hilfspaket zu verabschieden, dass das Weisse Haus in den nächsten Tagen vorstellen will. Die Rede ist aktuell von Ausgaben in der Höhe von gegen 105 Milliarden Dollar, wobei Biden diesen Betrag am Donnerstag nicht bestätigte. Die Mehrheit dieses Pakets solle angeblich der Ukraine zukommen. «Was würde gesehen, wenn wir einfach weglaufen würden», fragte Biden die amerikanische Bevölkerung. Ohne die USA, sagte der US-Präsident, wäre die Welt verloren. (rr)

22:57 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Ein Toter bei Gefechten an libanesisch-israelischer Grenze

Bei Feuergefechten an der libanesisch-israelischen Grenze ist am Donnerstag ein Mensch im Libanon ums Leben gekommen. Das teilte Unifil, die UN-Mission im Libanon, am Abend mit. Die libanesische Armee habe die sogenannte Interimstruppe der Vereinten Nationen um die Evakuierung von sieben Menschen gebeten, die während eines Schusswechsels im libanesischen Grenzgebiet gestrandet waren.

Unifil forderte nach eigenen Angaben die israelische Armee auf, das Feuer einzustellen, um die Rettungsaktion zu erleichtern. Der Beschuss sei eingestellt worden, die Personen konnten gerettet werden. «Tragischerweise kam bei diesem Vorfall eine Person ums Leben und die anderen konnten erfolgreich gerettet werden», hiess es. Unifil ist seit 1978 im Libanon tätig, sie gilt als eine der ältesten aktiven UN-Beobachtermissionen. (dpa)

22:31 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Wieder Raketenalarm in Tel Aviv und im Zentrum Israels

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am späten Donnerstagabend erneut Raketen auf Tel Aviv und das Zentrum Israels abgefeuert. Es wurde Raketenalarm ausgelöst, wie die Armee mitteilte. Bereits am Nachmittag hatte es in der Küstenmetropole Raketenalarm gegeben. (dpa)

20:42 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Palästinenser melden zehn Tote nach Zusammenstössen im Westjordanland

Im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben am Donnerstag bei Auseinandersetzungen zehn Menschen getötet worden. Sieben Palästinenser starben bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten in einem Flüchtlingslager westlich von Nablus, wie das Gesundheitsministerium in Ramallah mitteilte. Israels Armee berichtete von «Massnahmen zur Terrorismusbekämpfung» in dem Camp, bei denen den Angaben nach auch fünf Verdächtige festgenommen wurden. Auch in anderen Orten des Westjordanlands seien Razzien durchgeführt worden. Dabei seien mancherorts auch Steine auf die Einsatzkräfte geworfen worden.

In dem Ort Budrus in der Nähe von Ramallah demolierten israelische Einsatzkräfte nach Angaben der Armee und des palästinensischen Gesundheitsministeriums die Wohnung eines mutmasslichen Terroristen. Dagegen leisteten Menschen Widerstand. Rund 20 Personen warfen unter anderem Molotow-Cocktails auf die Einsatzkräfte, wie Israels Armee mitteilte. Diese reagierten mit Schüssen. Ein Palästinenser starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums. Auch in einem Ort südlich von Jerusalem im Westjordanland kam ein Mann bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten ums Leben.

Im zentralen Westjordanland wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums zudem ein 21 Jahre alter Palästinenser in der Nacht zu Donnerstag von Siedlern erschossen. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. (dpa)

20:36 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

50 Millionen Euro humanitäre Soforthilfe für Gaza

Deutschland verstärkt seine Unterstützung für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen mit einer humanitären Soforthilfe in Höhe von 50 Millionen Euro. Mit dem Geld sollten internationale Organisationen wie das Welternährungsprogramm, das UN-Kinderhilfswerk Unicef und vor allem das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) unterstützt werden, kündigte Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Donnerstagabend bei einem gemeinsamen Auftritt mit ihrem jordanischen Kollegen Aiman al-Safadi in Jordaniens Hauptstadt Amman an.

Mit dem Geld sollten «die Palästinenserinnen und Palästinenser, die auch Opfer dieses terroristischen Angriffs der Hamas geworden sind», unterstützt werden, sagte Baerbock. Deutschland konzentriere sich darauf, insbesondere die Gesundheitsversorgung zu verbessern. «Wir bereiten uns darauf vor, medizinische Teams auch nach Gaza entsenden zu können und zudem Möglichkeiten zu schaffen, dass gerade schwer verletzte Kinder auch behandelt werden können.» (dpa)

19:49 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Wut in Nahost gegen Israel wächst

Als die Nachricht eines Raketeneinschlags bei einer Klinik im Gazastreifen mit möglicherweise Hunderten Toten die Runde macht, ist die muslimische Welt in heller Aufruhr. Schon seit Tagen droht die Stimmung in den Ländern der Nahost-Region wegen des Gaza-Kriegs zu kippen. Wütende Menschenmassen strömen mitten in der Nacht in Beirut, Kairo, Istanbul und auch Bagdad auf die Strassen, um sich mit den Palästinensern zu solidarisieren. «Tod für Israel», riefen Teilnehmer der spontan organisierten Demonstrationen.

Eine türkische Tageszeitung titelt: «Hey Europa! Israel ermordet Kinder in Gaza und Du schweigst.» Eine andere und zunehmend wahrscheinlichere Version der Dinge, dass auch eine fehlgeleitete Rakete militanter Palästinenser für die Explosion verantwortlich sein könnte - sie dringt in der Türkei und arabischen Welt kaum durch. Mehr als 1400 Menschen wurden seit dem Grossangriff der Hamas am 7. Oktober in Israel getötet. Im Gazastreifen kamen nach Darstellung des Gesundheitsministeriums der Hamas bereits 3785 Menschen ums Leben.

Schuldzuweisungen der Nachbarländer Israels

«Alle hier glauben, dass Israel dafür verantwortlich ist», sagte der jordanische Aussenminister Aiman al-Safadi dem Sender CNN. Ein Treffen von US-Präsident Joe Biden in Amman mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi sagte Jordanien kurzerhand ab. 1994 hatten Jordanien und Israel Frieden geschlossen. Lange war das Land neben Ägypten der einzige arabische Staat, der diplomatische Beziehungen zum Nachbarland unterhielt.

Aus Kairo kommen bereits seit Tagen scharfe Töne: Die israelische Reaktion gehe über das Recht auf Selbstverteidigung hinaus und komme einer «kollektiven Bestrafung» gleich, erklärte der ägyptische Präsident Al-Sisi. Die ursprünglichen Massaker der Hamas am 7. Oktober scheinen in der Debatte keine Rolle mehr zu spielen. Ägypten bemüht sich aber vor allem um Deeskalation in dem Konflikt, wohl auch aus Eigeninteresse.

«Ägypten möchte natürlich auch nicht in den Konflikt dahingehend hineingezogen werden und verhindern, dass man plötzlich Millionen oder Hunderttausende Flüchtlinge auf ägyptischem Staatsgebiet hat», sagt der Nahost-Experte Daniel Gerlach. «Deshalb handelt man strategisch und relativ emotionslos, was den Umgang mit dem Krieg in Gaza anbelangt.» Auch die guten Beziehungen zu den USA wolle Ägypten nicht aufs Spiel setzen.

Friedensprozesse in Gefahr?

Die halb abgebrochene Mission von US-Präsident Biden im Nahen Osten habe indes nicht dazu geführt, die Glaubwürdigkeit der Amerikaner zu stärken, sagt Gerlach. «Gegenüber einigen arabischen Staaten ist vermutlich jetzt der Eindruck entstanden: Die Amerikaner haben eigentlich nicht verstanden, was die Stunde geschlagen hat. Sie interessieren sich für die Sicherheit Israels und die Bekämpfung des Terrors, wollen sich aber derzeit nicht für eine Lösung des Nahostkonflikts engagieren, die palästinensische Interessen würdigt.»

Sorge vor einem regionalen Krieg

Nördlich von Israel im Libanon rief die eng mit dem Iran verbündete Schiitenorganisation Hisbollah zu einem «Tag des beispiellosen Zorns» auf, dem Tausende Anhänger folgten. Schon seit Tagen demonstriert die Miliz mit gezielten Raketenangriffen ihre Kampfbereitschaft. In vielen Ländern der arabischen Welt richteten sich die Proteste auch gegen Vertretungen der USA, die im Krieg an Israels Seite stehen.

Die Reaktionen der Staaten, die im Rahmen der Abraham-Abkommen ihre Beziehungen mit Israel normalisiert hatten und sich bisher zurückhaltend äusserten, lesen sich immer schärfer. Die Vereinigten Arabischen Emirate etwa gaben alleine Israel die Schuld an der Explosion bei dem Krankenhaus. Der Golfstaat Bahrain äusserte sich ähnlich. Die Regionalmacht Saudi-Arabien will ihre Gespräche über eine mögliche Normalisierung schon zuvor auf Eis gelegt haben.

Wenige Zwischentöne

«Diejenigen, die die Katastrophe frühzeitig als ein israelisches Kriegsverbrechen mit Hunderten von Toten in Gaza dargestellt haben, waren - was auch immer am Ende bei den Untersuchungen rauskommt - auf jeden Fall erfolgreich», sagt Experte Gerlach.

Um Ausgeglichenheit bemühte Stimmen gibt es wenige. Eine davon ist die türkische Journalistin Nevsin Mengü. Auf der Plattform X schreibt sie schliesslich: «Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Menschen nicht mehr nach der Wahrheit suchen oder sich für sie interessieren. Jeder ist hinter seiner eigenen Desinformation her.»

Erdogans Balanceakt zwischen Verbündeten und Anhängern

Der Nato-Staat Türkei gilt als Brücke zu Asien, so ist Präsident Recep Tayyip Erdogan um einen Balanceakt bemüht. Nach der Explosion sprach er von einer «in der Geschichte beispiellosen Brutalität» Israels. Später verzichtete er auf Schuldzuweisungen. Dass der Gaza-Krieg die Beziehungen zu Israel dauerhaft belastet, ist aber unwahrscheinlich. Erdogan gilt als Pragmatiker und will etwa bei der Freilassung von Geiseln vermitteln.

Wut im Westjordanland – nicht nur gegen Israel

Im Westjordanland, wo mehrheitlich Palästinenser leben, strömten nach der Explosion Tausende Menschen auf die Strassen. In mehreren Städten kam es zu gewalttätigen Konfrontationen mit Sicherheitskräften. Die Wut richtete sich nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen die palästinensische Führung. Demonstranten versuchten auch, den Sitz von Präsident Mahmud Abbas zu stürmen.

Generell ist die Stimmung seit dem blutigen Überfall der Hamas auf Israel im Westjordanland extrem angespannt. Täglich kommt es zu tödlichen Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten oder israelischen Siedlern.

Abbas wird unter anderem vorgeworfen, mit Israel zusammenzuarbeiten und sich nicht ausreichend für die Rechte der Palästinenser in dem von Israel besetzen Gebiet einzusetzen. In der Stadt Hebron im Süden des Landes wurde er von Demonstranten als «israelischer Spion» beschimpft. (dpa)

18:08 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Berichte: Israels Verteidigungsminister will baldige Bodenoffensive

Israels Verteidigungsminister Joav Galant hat laut israelischen Medienberichten eine baldige Bodenoffensive im Gazastreifen angekündigt. «Der Befehl wird kommen», sagte er demnach am Donnerstag zu in der Nähe der Küstenenklave stationierten Truppen. Diese sähen den Gazastreifen jetzt noch aus der Ferne, würden ihn aber bald schon von innen sehen, zitierten Medien Galant weiter. (dpa)

17:32 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Humanitäre Hilfe für Gaza: Hunderte Lastwagen warten in Ägypten

Die USA, Israel und Ägypten ringen um die Lieferungen für die Zivilbevölkerung in Gaza. Die Lage ist kompliziert – auch weil die Hamas immer noch israelische Geiseln in ihrer Gewalt hat.

17:32 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

WHO: Ohne Treibstoff bald Tragödie im Gazastreifen

Der Mangel an Treibstoff im Gazastreifen hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verheerende Folgen. Die wenigen Reste müssten aufgeteilt werden unter Entsalzungsanlagen zur Bereitstellung von Wasser, Bäckereien zum Brotbacken und Krankenhäusern, die eine wachsende Zahl von Patienten versorgen müssen. «Wenn Lieferungen nicht sehr bald zugelassen werden, kommt es im Gazastreifen zu einer Tragödie», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. Er appellierte an Israel, Treibstofflieferungen zuzulassen.

Israel hat nach fast zweiwöchiger Totalblockade des Gazastreifens nur Lieferungen von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten genehmigt. (dpa)

16:45 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Neue Raketensalve aus dem Libanon auf Israel abgefeuert

Aus dem Libanon ist erneut eine Raketensalve auf Israel abgefeuert worden. Im Norden des Landes heulten am Donnerstag die Warnsirenen, wie das israelische Militär mitteilte. Es seien mindestens sechs Geschosse abgefeuert worden. Fünf seien in freien Gebieten eingeschlagen, eines sei von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Die Armee habe das Feuer erwidert und Ziele im Libanon angegriffen.

Die Nachrichtenseite «ynet» berichtete von mindestens zehn Raketen, die auf Israel abgefeuert worden seien. Eine davon sei in der Nähe von Naharija nahe der Grenze eingeschlagen. Es gab zunächst keine Berichte über mögliche Opfer. (dpa)

16:35 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Israels Verteidigungsminister übernimmt nach Angriff Verantwortung

Israels Verteidigungsminister Joav Galant hat Verantwortung dafür übernommen, dass der blutige Terrorangriff der islamistischen Hamas passieren konnte. «Ich bin verantwortlich für den Verteidigungsapparat. Ich war in den letzten zwei Wochen dafür verantwortlich, auch bei den schwierigen Zwischenfällen», sagte Galant am Donnerstag Medienberichten zufolge auf einem Militärgelände nahe der Grenze zum Gazastreifen.

Er sei nun auch dafür verantwortlich, das Militär «zum Sieg in der Schlacht» zu führen. «Wir werden präzise und tödlich sein, und wir werden weitermachen, bis wir den Auftrag erfüllt haben», sagte Galant.

Auch die Chefs des Militärgeheimdienstes und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Aharon Chaliva und Ronen Bar, hatten persönliche Verantwortung eingeräumt (dpa)

13:11 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Hamas-Ministerium spricht von mehr als 3500 Toten in Gaza

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen ist seit Beginn des Krieges am 7. Oktober nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auf 3785 gestiegen. Die Zahl der Verletzten liege bei rund 13'000. Das Gesundheitsministerium in Gaza wird von der islamistischen Hamas kontrolliert, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird.

Die Zahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen. Nach Informationen der israelischen Armee hat das Ministerium etwa die Zahl der Toten nach einer Explosion an einem Krankenhaus in Gaza übertrieben. Die Armee sprach von gezielter Desinformation. (dpa)

12:48 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Nach längerer Pause wieder Raketenangriffe auf Israel aus Gaza

Nach längerer Pause haben militante Palästinenser im Gazastreifen den Beschuss israelischer Ortschaften wieder aufgenommen. In der Küstenstadt Aschkelon und in Orten nahe der Grenze zum Gazastreifen heulten am Donnerstag wieder die Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Zuvor hatte es etwa 15 Stunden lang keine Angaben zu neuen Raketenangriffen aus dem Küstenstreifen am Mittelmeer gegeben.

Seit Beginn des Kriegs am 7. Oktober hatten militante Palästinenser Tausende von Raketen auf Israel abgefeuert. Das Palästinensergebiet wird von der islamistischen Hamas kontrolliert, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird.

Hamas-Terroristen hatten am 7. Oktober ein Massaker im israelischen Grenzgebiet mit mehr als 1400 Toten verübt. Israel nahm daraufhin Luftangriffe in dem Küstenstreifen auf. (dpa)

12:07 Uhr

DONNERSTAG, 19. OKTOBER

Britischer Aussenminister will Ägypten, Katar und Türkei besuchen

Der britische Aussenminister James Cleverly will inmitten des Gazakriegs zu weiteren Gesprächen in strategisch wichtige Staaten reisen. Cleverly wolle Partner in Ägypten, Katar und der Türkei treffen, teilte sein Ministerium in London am Donnerstagmorgen beim Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) mit. Ziel der dreitägigen Reise seien Bemühungen, um etwa eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern.

«Es ist in niemandes Interesse - weder der Israelis, der Palästinenser noch des weiteren Nahen Ostens -, dass andere in den Konflikt hineingezogen werden», hatte Cleverly vorab mitgeteilt. Er treffe sich mit Vertretern einflussreicher Staaten, um auf Ruhe und Stabilität zu drängen, humanitären Zugang zu Gaza zu ermöglichen und zusammenzuarbeiten, um die Freilassung der Geiseln sicherzustellen.

Auch der britische Premier Rishi Sunak ist in der Region unterwegs, er traf sich am Donnerstag in Israel mit Präsident Izchak Herzog. (dpa)

11:07 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Medien: Weibliches Mitglied von Hamas-Politbüro in Gaza getötet

Bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen ist nach palästinensischen Medienberichten das einzige weibliche Mitglied des Hamas-Politbüros getötet worden. Die israelische Armee teilte am Donnerstag mit, sie prüfe die Berichte. Die 68-jährige Dschamila al-Schanti wurde den Berichten zufolge bei einem Luftangriff getötet. Sie war die Witwe des Hamas-Führers Abdel Asis Rantisi, der im April 2004 von der israelischen Armee gezielt getötet worden war.

Israel hatte nach einem Massaker in israelischen Grenzorten und auf einem Musikfestival am 7. Oktober durch die islamistische Hamas massive Luftangriffe im Gazastreifen begonnen. Ziel Israels ist es, die militärische und politische Führung der Hamas auszuschalten. Ein wichtiger Teil der Führung hält sich allerdings im Ausland auf.

Rauch steigt empor nach einem israelischen Luftschlag im Gazastreifen.
Bild: Maya Alleruzzo / AP

Die Hamas hatte 2006 bei Parlamentswahlen gegen die gemässigtere Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gesiegt. Ein Jahr später übernahm die Hamas gewaltsam die alleinige Kontrolle des Gazastreifens. Israel hatte das Gebiet 2005 geräumt und mehr als 20 israelische Siedlungen dort evakuiert. Israel, EU und USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein.

Seit der Machtübernahme der Hamas gab es de facto zwei getrennte Regierungen - eine in Gaza und eine in Ramallah. Seit Beginn des Bruderkriegs zwischen den beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen gab es auch keine neuen Parlaments- oder Präsidentenwahlen mehr. (dpa)

10:46 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Armee: Mindestens 203 Geiseln in Hand der Hamas im Gazastreifen

Die Zahl der Geiseln nach dem blutigen Hamas-Terrorangriff auf Israel liegt nach israelischen Angaben bei mehr als 200. Bisher seien Familien von 203 Menschen über die Entführung ihrer Angehörigen in den abgeriegelten Gazastreifen informiert worden, bestätigte die Armee am Donnerstag.

Zuvor war von mindestens 199 Menschen die Rede gewesen. Darunter sind auch mehrere Angehörige anderer Nationen. Hunderte Hamas-Terroristen hatten am 7. Oktober Israel überfallen und weit mehr als 1400 Menschen getötet. (dpa)

10:24 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Israels Armee: Mehrere führende Mitglieder von Terrorgruppen getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei den Angriffen im Gazastreifen mehrere führende Mitglieder verschiedener Terrororganisationen getötet. Darunter sei auch der Chef des militärischen Arms der Gruppe Volkswiderstandskomitees. Diese steht der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Palästinenserorganisation Hamas nahe, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird.

Ausserdem seien mehrere Terroristen von den Hamas-Kräften getötet worden, die an dem Massaker in israelischen Grenzorten am 7. Oktober beteiligt gewesen seien. «Mehr als zehn Terroristen wurden bei dem gezielten Luftangriff getroffen», hiess es in der Mitteilung.

Binnen 24 Stunden seien Hunderte von Terroreinrichtungen der Hamas getroffen worden, meldete das Militär weiter. Dazu gehörten Abschussrampen, Terrortunnel, Geheimdienst-Infrastruktur sowie Kommandozentren. Es seien auch Dutzende von Granatwerfern getroffen worden. Die meisten seien direkt zerstört worden, nachdem sie zum Abschuss von Mörsergranaten auf Israel eingesetzt worden waren. (dpa)

09:43 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

UN: Israel schränkt Bauern und Fischer im Gazastreifen massiv ein

Israelische Bombardierungen und Aktivitäten im Gazastreifen schränken nach UN-Angaben die Arbeit von Bauern und Fischern dort massiv ein. Das israelische Militär habe die Fischerei vor der Küste nach den Hamas-Angriffe auf Israel am 7. Oktober verboten, berichtete das UN-Nothilfebüro Ocha am Donnerstag. Zudem habe Israel eine Sicherheitszone auf der Gazaseite des Grenzzauns von 300 auf teils 1000 Meter ausgeweitet. Bislang konnten tausende Bauern in der Zone Felder beackern, aber der Zutritt sei ihnen nun verboten.

Die eingestellten Stromlieferungen beeinträchtigten die Kühlung von Agrargütern und die Bewässerung von Feldern, hiess es weiter. Mangels Tierfutter und wegen Schäden durch Bomben hätten Bauern grosse Verluste von Tieren gemeldet, vor allem Geflügelzüchter.

Dies verschärft dem Ocha-Bericht zufolge die ohnehin schon angespannte Versorgungslage durch den Stopp von Nahrungsmittellieferungen von israelischer Seite. Bemühungen um eine Öffnung des Grenzübergangs Rafah nach Ägypten zur Versorgung der mehr als zwei Millionen Bewohner des Gazastreifens laufen auf Hochtouren. Lastwagen mit 3000 Tonnen Hilfsgüter stehen dort bereit, berichtete Ocha. Sie haben Essen, Trinkwasser, Medikamente und andere Hilfsgüter an Bord. Ägypten hat eine Öffnung des Übergangs zugesagt. Wann dies passiert, war zunächst unklar. (dpa)

09:13 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Experten-Runde: «Vorsätzlicher Angriff auf Spital ist ein Kriegsverbrechen»

Nach dem Raketenanschlag auf ein Spital in Gaza mit mehreren hundert Toten beschuldigen sich die Hamas und Israel gegenseitig. Wer den Angriff begangen hat, ist unklar. Nahost-Experte Erich Gysling, Völkerrechtsprofessor Lorenz Lange und Militär-Experte Michel Wyss schätzen die Lage im Israel-Gaza-Krieg im «TalkTäglich» ein.

08:44 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Britischer Premier Sunak in Israel eingetroffen

Der britische Premierminister Rishi Sunak ist zu einem Kurzbesuch in Israel eingetroffen. Das bestätigte eine Sprecherin der Downing Street in London am Donnerstagmorgen. Knapp zwei Wochen nach dem Grossangriff der islamistischen Hamas auf Israel will der 43-Jährige unter anderem Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Izchak Herzog treffen, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Danach plant er im Rahmen seiner zweitägigen Reise Besuche in anderen Hauptstädten der Region. PA zufolge will Sunak die Regierungen im Nahen Osten auffordern, eine weitere gefährliche Eskalation zu vermeiden.

Der britische Premierminister Rishi Sunak will in Israel Regierungschef Benjamin Netanyahu and Präsident Isaac Herzog treffen.
Bild: Keystone

Am Mittwoch hatte US-Präsident Joe Biden Israel besucht und dem Land angesichts der Gewalteskalation im Nahen Osten die Solidarität und volle Unterstützung der USA zugesichert. Seine Reise war von einem verheerenden Raketeneinschlag bei einer Klinik im Gazastreifen am Vorabend überschattet worden. Bundeskanzler Olaf Scholz war am Dienstag zu einem Solidaritätsbesuch in Israel. (dpa)

08:37 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Israels Armee: Todeszahlen bei Klinik-Explosion von Hamas übertrieben

Die Zahl der Toten bei einer Explosion vor einem Krankenhaus in der Stadt Gaza ist nach israelischen Informationen niedriger als von der dort herrschenden Hamas angegeben. «Die israelische Armee hat Geheimdienstinformationen, die stark darauf hinweisen, dass die Zahl der tragischen Todesfälle durch eine fehlgeleitete Rakete des Islamischen Dschihad von der Hamas auch als Teil einer Desinformationskampagne übertrieben wurde», teilte ein Armeesprecher am Donnerstag mit.

Das Gesundheitsministerium in Gaza wird von der islamistischen Hamas kontrolliert, die auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft wird. Das Ministerium hatte am Mittwoch von 471 Toten durch den Einschlag einer Rakete gesprochen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Israel machte für die fehlgeleitete Rakete die Terrororganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen verantwortlich für die Explosion und legte Beweise vor, die das belegen sollen.

Die palästinensische Seite sowie zahlreiche arabische Staaten geben dagegen weiterhin Israel die Schuld. (dpa)

08:11 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Familien von Geiseln wollen Proteste in Israel verschärfen

Nach der Ankündigung humanitärer Hilfslieferungen in den Gazastreifen wollen Familien von Geiseln, die aus Israel in das Palästinensergebiet verschleppt worden sind, ihre Proteste verschärfen. Sie fordern, vor jeglicher Hilfe in Gaza müssten zuerst die Gefangenen freigelassen werden. Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb am Mittwochabend, die Vertretung der Geiselfamilien habe eine geplante Öffnung des ägyptischen Grenzübergangs für humanitäre Güter als «schreckliche Entscheidung» kritisiert.

«Kinder, Babys, Frauen, Soldaten, Männer und alte Menschen - von denen einige an schweren Krankheiten oder Schussverletzungen leiden - werden unter unmenschlichen Bedingungen wie Tiere unter der Erde festgehalten», und dennoch «belohne» die israelische Regierung Mörder und Geiselnehmer, hiess es den Angaben zufolge in der Mitteilung.

Protest gegen den Terror der Hamas in den USA.
Bild: Erik S. Lesser / EPA

Verzweifelte Angehörige der Geiseln demonstrieren bereits seit einigen Tagen vor dem Militärhauptquartier in Tel Aviv. Sie fordern eine rasche Freilassung ihrer von der im Gazastreifen herrschenden Hamas entführten Familienmitglieder.

Ägypten hatte nach Angaben von US-Präsident Joe Biden zugesichert, zunächst bis zu 20 Lastwagen über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen zu lassen. Israel versprach, humanitäre Hilfslieferungen aus Ägypten nicht zu behindern. Es hatte die Menschen in Gaza aufgerufen, sich in den Süden zu begeben.

Hunderte Hamas-Terroristen hatten am 7. Oktober Israel überfallen und weit mehr als 1400 Menschen getötet. Ausserdem wurden mindestens 199 Menschen in den Gazastreifen verschleppt, darunter auch Deutsche. Angehörige deutscher Geiseln wollten sich am Donnerstagvormittag in Berlin mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas treffen. (dpa)

06:00 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

Hoffen auf Grenzöffnung nach Klinik-Explosion - Nacht im Überblick

Nach dem Raketeneinschlag bei einer Klinik im Gazastreifen mit möglicherweise Hunderten Toten mehren sich Anzeichen für eine Öffnung des ägyptischen Grenzübergangs für humanitäre Güter. Ägypten sicherte nach Angaben von US-Präsident Joe Biden zu, zunächst bis zu 20 Lastwagen über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen zu lassen.

Israel, das den Küstenstreifen abgeriegelt hat und dort die islamistischen Hamas-Angreifer bombardiert, versprach, humanitäre Hilfslieferungen aus Ägypten nicht zu behindern. Es hatte die Menschen in Gaza aufgerufen, sich in den Süden zu begeben.

Nach UN-Angaben sind inzwischen rund eine Million Menschen dorthin geflohen, Israels Armee spricht von rund 600'000. Rafah, am Südrand der Küstenenklave, gilt als der einzige Weg, die dringend benötigte Hilfe in den Gazastreifen zu bringen. In der Nacht zum Donnerstag war jedoch noch unklar, wann genau der Grenzübergang geöffnet wird.

UN-Nothilfekoordinator fordert sofortigen Zugang zum Gazastreifen

«Was wir dringend brauchen, ist ein sofortiger, sicherer Zugang für humanitäre Hilfe im gesamten Gazastreifen», forderte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths. Er wies auf die sich weiter verschlechternde Lage in Gaza hin: «Die Zerstörung des Krankenhauses gestern hat den Druck auf dieses bröckelnde, angeschlagene und traurige Gesundheitssystem weiter erhöht», sagte er am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.

Lastwagen mit Hilfsgütern stauen sich vor dem Grenzübergang Rafah.
Bild: Ali Moustafa / EPA

Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde hatte für die Explosion an der Al-Ahli-Klinik umgehend Israel verantwortlich gemacht, arabische Nachbarstaaten schlossen sich dem an. Vor allem in arabischen und islamischen Ländern, aber auch in Deutschland kam es zu wütenden anti-israelischen Demonstrationen. Israel wies eine Schuld entschieden zurück und sprach vom Einschlag einer verirrten Rakete der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bewertete den Raketeneinschlag als Bruch des Völkerrechts - vermied aber eine direkte Schuldzuweisung. «Ich verurteile die Täter hinter diesem Angriff, der ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt und als Völkermord an den Menschen in Gaza einzustufen ist», schrieb Erdogan am Mittwoch auf der Online-Plattform X (ehemals Twitter).

Biden: Hilfsgüter dürfen nicht an Hamas gelangen

US-Präsident Biden sagte unterdessen auf seiner Rückreise von seinem Besuch in Israel, er habe mit dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi telefoniert. Dieser habe zugesagt, «für den Anfang» zunächst «bis zu 20 Laster» über den geschlossenen Grenzübergang Rafah zu lassen. Danach könnten möglicherweise weitere Lieferungen folgen. Biden betonte aber, sollte die in Gaza herrschende Hamas Lieferungen konfiszieren, «dann hört es auf». Vertreter der Vereinten Nationen würden sich auf der Gaza-Seite um die Verteilung der Güter kümmern.

Nach Berichten von vor Ort wurde der Grenzübergang Rafah durch israelischen Beschuss beschädigt und muss nun repariert werden. Nach ägyptischen Angaben stehen dort rund 3000 Tonnen Hilfsgüter für die eingeschlossenen Menschen bereit. Laut Biden sind Reparaturen an der Strasse nötig. Vor Freitag sei die Lieferung daher nicht zu erwarten. Kurz nach dem Treffen mit Biden hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gesagt, sein Land werde humanitäre Hilfe wie Lebensmittel, Wasser und Medikamente nach Gaza nicht behindern. Er machte aber auch deutlich: «Jede Lieferung, die zur Hamas gelangt, wird verhindert.»

UN-Nothilfekoordinator Griffiths wies auf die extreme Wasserknappheit für die Menschen im Gazastreifen hin. Sie seien zunehmend gezwungen, sich aus unsicheren Quellen zu versorgen, wodurch die Bevölkerung dem Risiko von durch Wasser übertragenen Krankheiten ausgesetzt sei.

Nach Biden reist auch Sunak nach Israel

Unterdessen wird der britische Premierminister Rishi Sunak an diesem Donnerstag zu einem Kurzbesuch in Israel erwartet. Er will laut britischen Medien unter anderem Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Präsident Izchak Herzog treffen. Danach plant er im Rahmen seiner zweitägigen Reise Besuche in anderen Hauptstädten der Region. Ziel sei es, auf diplomatischen Weg eine Ausweitung der Kämpfe zu verhindern. Sunak wolle zudem dazu drängen, dass so schnell wie möglich humanitäre Hilfe in den Gazastreifen geliefert wird.

Erneut Zwischenfälle auch an Israels Nordgrenze

Derweil hat das israelische Militär erneut Stellungen der pro-iranischen Hisbollah im Libanon angegriffen. Das gab die israelische Armee in der Nacht zum Donnerstag bekannt. Zuvor hatte sie bereits mitgeteilt, «Terroristen» hätten eine Panzerabwehrrakete auf eine israelische Gegend nahe der Grenze zum Libanon abgefeuert. Das israelische Militär habe mit Artilleriebeschuss reagiert.

Seit den Terrorattacken der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel und Israels Gegenschlägen auf Gaza kam es in den vergangenen Tagen regelmässig zu Zwischenfällen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, die Sorgen vor einer Eskalation schüren. Auch im Westjordanland kam es erneut zu Zwischenfällen. Palästinensischen Angaben zufolge wurde ein 21-Jähriger von Siedlern und zwei Jugendliche bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten erschossen. Die Situation drohe «ausser Kontrolle» zu geraten, warnte Griffiths.

Das wird am Donnerstag wichtig

UN-Generalsekretär António Guterres reist nach Kairo. Dort will er sich laut UN-Angaben unter anderem mit Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi treffen, um eine Öffnung des Grenzübergangs Rafah zu erwirken. Das EU-Parlament will am selben Tag eine Entschliessung zu Israel verabschieden. US-Präsident Joe Biden will sich derweil am Abend (Ortszeit) in einer seltenen Ansprache aus dem Oval Office an die Nation wenden und unter anderem die Reaktion seines Landes auf die Angriffe der islamistischen Hamas gegen Israel erörtern. (dpa)

22:51 Uhr

MITTWOCH, 18. OKTOBER

Gegen 300 Festnahmen nach Protesten beim US-Kapitol

Hunderte von Demonstranten haben am Mittwoch auf dem Areal des amerikanischen Parlamentsgebäudes in Washington gegen den Krieg im Nahen Osten demonstriert. Die Menschen trugen Transparente auf sich, auf denen Botschaften wie «Waffenstillstand» zu lesen waren. Die Kundgebung war durch die linke Gruppierung «Jewish Voice for Peace» organisiert worden, die anti-zionistische Parolen verbreitet.

Im Bürogebäude Cannon Office Building verhaftete die Capitol Police, zuständig für die Sicherheit auf dem weiträumigen Gelände des Kapitols, nach eigenen Angaben gegen 300 Demonstranten. Die Polizeibehörde begründete dieses Einschreiten mit dem allgemeinen Demonstrationsverbot, das in den zahlreichen Gebäuden gelte, die zusammen den Kapitolskomplex bildeten.

Die Bürogebäude rund um das Kapitols sind öffentlich zugänglich. Vor den Büros der Abgeordneten kommt es immer wieder zu unbewilligten Kundgebungen. Der Protest am Mittwoch verlief weitgehend friedlich; gemäss der Capitol Police müssen drei Personen mit einer Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt rechnen. Sämtliche Demonstranten unterzogen sich einer Sicherheitskontrolle. Der Parlamentsbetrieb war nie gefährdet. (rr)

22:39 Uhr

MITTWOCH, 18. OKTOBER

Erneut Schusswechsel an Israels Grenze zum Libanon

An Israels Grenze zum Libanon ist es auch am Mittwoch erneut zu bewaffneten Konfrontationen gekommen. Es seien neun Abschüsse aus dem Libanon registriert worden, teilte die israelische Armee mit. Ausserdem seien auch mehrere Panzerabwehrraketen in Richtung dreier israelischer Grenzorte gefeuert worden. Israelische Soldaten hätten den Beschuss erwidert. Eine Drohne der Armee habe zudem einen Angriff auf eine Terrorzelle ausgeführt, die den Angaben nach Mörsergranaten Richtung Israel gefeuert hatte, hiess es.

Zuvor hatte das Militär bereits berichtet, an mehreren Orten seien Panzergranaten auf israelisches Gebiet gefeuert worden.

Israelische Medien meldeten, ein Mann sei bei einem Raketenangriff aus dem Libanon in Israel verletzt worden. Er wird den Angaben nach in einer Klinik behandelt.

Libanesische Sicherheitskreise meldeten Beschuss mit israelischen Mörsergranaten. Weiter hiess es, es gebe Berichte über eine verletzte Frau. Eine Granate schlug demnach in der Nähe ihres Hauses ein.

Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah erklärte, sie habe «als Reaktion auf die zionistischen Angriffe auf libanesische Zivilisten» mit verschiedenen Arten von Raketenwaffen reagiert. Die Organisation meldete elf Tote unter ihren Kämpfern im Zuge der Gefechte der vergangenen Tage. (dpa)

05:00 Uhr

Donnerstag, 19. Oktober

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