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Luftfahrt

GAV-Vorschlag abgelehnt: Swiss-Piloten drohen mit Streik

Die Pilotengewerkschaft Aeropers hat den verbesserte Vorschlag der Swiss für einen Gesamtarbeitsvertrag abgelehnt. Nun stehen die Zeichen auf Sturm. Ab 17. Oktober könnten die Piloten bereits streiken.

Die Swiss hatte dem Pilotenverband Aeropers ein um 60 Millionen verbessertes Angebot für einen Cockpit-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterbreitet. Dieses sei von der Gewerkschaft abgelehnt worden, teilte die Swiss am Freitag mit. Aeropers bestätigt dies in einer eigenen Mitteilung. Die Swiss sei nicht ausreichend auf die Forderungen der Pilotinnen und Piloten eingegangen, heisst es darin. Aeropers hatte laut Swiss Forderungen im Umfang von 200 Millionen Franken gestellt.

Der Pilotenverband starte jetzt die Vorbereitungen für den «Plan B», heisst es in der Mitteilung von Aeropers. Damit stehen die Zeichen auf Streik: Der Abstimmungsprozess über eine Arbeitsniederlegung starte noch heute Freitag, so die Mitteilung. «Falls die Mitglieder dem Antrag des Vorstandes zustimmen und die Geschäftsleitung der Swiss in der Zwischenzeit kein deutlich verbessertes Angebot vorlegt, sind ab dem 17. Oktober Streikmassnahmen möglich», schreibt Aeropers.

Lohnerhöhungen ausgeschlagen

Der GAV 2022 sei in einer Phase grosser Unsicherheit ausgehandelt worden, die Abstimmung habe aber während der Erholung der Branche stattgefunden. Dies haber zur Ablehnung mit mehr als 80 Prozent der Stimmen geführt. «In der Zwischenzeit hat Swiss zudem sehr gute Halbjahreszahlen präsentiert und der Aufschwung in der Luftfahrt geht unvermindert weiter», schreibt die Gewerkschaft weiter. Im ersten Halbjahr 2022 hatte die Lufthansa-Tochter wieder einen Gewinn von 67 Millionen Franken eingefahren.

Die Swiss hatte ihren Piloten und Pilotinnen nach eigenen Angaben Lohnerhöhungen von 3000 bis 9000 Franken pro Jahr und Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben im Wert von rund 30 Millionen Franken verteilt über die Vertragsdauer von vier Jahren angeboten. Die Swiss sieht darin «eine deutliche Verbesserung auch gegenüber dem letzten Gesamtarbeitsvertrag von 2018», wie sie in ihrer Mitteilung schreibt: «Dies trotz der durch die Corona-Pandemie gestiegenen Schuldenlast und der unsicheren Weltwirtschaftslage.»