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Strukturelle Diskriminierung

Frauenstreik: In der ganzen Schweiz wurde für mehr «echte Gleichstellung» demonstriert

Jedes Jahr am 14. Juni machen Demonstrierende auf die Rechte der Frauen aufmerksam. Auch dieses Jahr gingen Tausende auf die Strassen, um für faire Löhne, Gleichberechtigung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu demonstrieren.

Jährlich am 14. Juni findet in der Schweiz der feministische Streik statt. In diesem Jahr fällt der Streiktag auf einen Samstag. Die Demonstrierenden fordern unter anderem den Ausbau der Kinderbetreuung sowie Massnahmen zum Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hatte unter dem Motto «Kein Zurück – gemeinsam für mehr Gleichstellung» zum feministischen Streik aufgerufen.

Der SGB forderte von Arbeitgebenden und Politik Massnahmen, damit echte Gleichstellung endlich verwirklicht werde, denn diese sei noch lange nicht erreicht, schrieb er im Vorfeld. In Berufen und Branchen mit überwiegendem Frauenanteil würden die Arbeitnehmenden weiterhin schlechter bezahlt und jede zweite Frau erlebe sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

Frauenstreik in Basel.
Bild: Georgios Kefalas / Keystone

Tausende demonstrieren in 25 Schweizer Städten

Der erste Frauenstreik in der Schweiz fand übrigens am 14. Juni 1991 statt. Damals demonstrierten Hunderttausende Frauen schweizweit, um auf die mangelhafte Umsetzung des Gleichstellungsartikels aufmerksam zu machen, der am 14. Juni 1981 eingeführt worden war. Seit 2023 wird der Streik nicht mehr Frauenstreik, sondern feministischer Streik genannt, da der Tag alle feministischen Menschen ansprechen soll.

In der ganzen Schweiz sind heute Samstag Workshops, Aktivitäten und Demonstrationen geplant. In Zürich gingen etwa zehntausend Menschen auf die Strasse, in Basel etwa fünftausend. Auch in Luzern, Bern, Aarau, Solothurn, Genf, Lausanne oder Lugano zogen Demonstrierende durch die Strassen – insgesamt in 25 Städten.