Sexualverbrechen

Der Mord an einem 11-jährigen Mädchen wühlt Frankreich auf – die Wut richtet sich gegen die unfähige Justiz

Der mutmassliche Täter war mehrfach wegen Sexualdelikten angezeigt worden, doch die Behörden liessen die Dossiers liegen. Nun wird der Fall Lyhanna zum Symbol für das Versagen im Kampf gegen Gewalt an Kindern.
In Fleurance gedachten 6000 Menschen bei einem Schweigemarsch der getöteten elfjährigen Lyhanna.
Foto: Frederic Lancelot/Imago

Eine Frage bewegt Frankreich: Wie war das möglich? Wie konnte ein seit Jahren mehrfach angezeigter Mann ein Mädchen entführen, wahrscheinlich vergewaltigen und umbringen? Warum war er nicht längst in Haft? Das Mädchen hiess Lyhanna und war elf Jahre alt. Seine Leiche wurde vor einer Woche unweit ihres Wohnortes im ländlichen und sehr armen Departement Gers im Südwesten Frankreichs gefunden. Die Autopsie ist noch im Gang. Doch niemand zweifelt am Täter.

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