«Das ist für mich direkte Demokratie», sagt Marco Mettler, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes (STS). Nicht grosse Verbände oder Parteien hätten die Vorlage lanciert, sondern Privatpersonen – eine klassische Volksinitiative. «Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten hatten das gleiche Anliegen», so Mettler. Die Rede ist von der Feuerwerksinitiative.
Nach den Gegnern haben nun auch die Befürworter den Abstimmungskampf eröffnet. Für viele Personen und Tiere würde Feuerwerk Stress und Panik bedeuten: «Familien fahren extra ins Ausland, Katzen verkriechen sich unter dem Sofa, Kühe und Pferde wollen flüchten», so Mettler.
Er wehrte sich auch gegen das Argument, die Initiative würde Traditionen gefährden. «Wir haben es diesen Sommer eindrücklich gesehen: Die Qualität eines Nationalfeiertags hängt nicht vom Feuerwerk ab.» Damit spielte Mettler auf die grossflächigen Feuer- und Feuerwerksverbote wegen der Hitzewelle an. Das Feiern solle nicht eingeschränkt werden, sondern «mit mehr Rücksicht» ermöglicht werden.
Ohne viel Geld, dafür mit viel Engagement
Bekannte Politiker gab es bei der Lancierung keine. Dafür Leute wie Corinne Meister vom Initiativkomitee. Geboren ist die Idee eines nationalen Verbots aus Frust über den Lärm von Feuerwerken. Anstatt finanzielle Mittel hätten sie «viel Überzeugung» eingesetzt. Beim Sammeln der Unterschriften habe sie gemerkt, wie sehr die Menschen dieses Thema bewege. Meister ist überzeugt: «Es geht darum, dass die Freude der einen nicht auf Kosten der anderen gehen darf.»
So betonen die Initianten dann auch, dass grosse Feuerwerke von überregionalem Interesse weiterhin erlaubt bleiben würden. Dabei obliegt es den Kantonen, Ausnahmen zu erteilen. Solche Grossfeuerwerke seien klar planbar und so könnten sich Mensch und Tier entsprechend vorbereiten. Auch Vulkane, bengalische Zündhölzer und Tischfeuerwerke bleiben erlaubt.
Gerade Feuerwerke von Privaten seien aus dem Ruder gelaufen, wie es an der Medienkonferenz hiess. Das sei für Tiere aller Art und die Umwelt eine enorme Belastung. Marco Mettler wiederholte dann auch: «Wir stellen keine extremen Forderungen. Wir wollen nur mehr Rücksicht.»
Gegenvorschlag in letzter Sekunde versenkt
In letzter Sekunde ist im Parlament ein Gegenvorschlag versenkt worden. Kernpunkt des Gegenvorschlags wäre ein konsequentes Verbot von Böllern gewesen, also Feuerwerkskörpern ohne visuelle Effekte. Doch während dies den Bürgerlichen bereits zu weit ging, fanden die Grünen das nicht genügend. So versenkte diese unheilige Allianz den Kompromiss.
Damit hat das Stimmvolk nun nur die Wahl: weitgehendes Verbot oder Status quo. Die Feuerwerksbranche fürchtet Entlassungen. Marco Mettler ist dagegen optimistischer: «In der Schweiz wird vor allem lärmarmes Feuerwerk hergestellt.» Die Folgen für die Industrie seien nicht so schlimm, wie von den Gegnern dargestellt. Auch wenn natürlich jede Entlassung bedauernswert wäre, wie Mettler sagte.
Das letzte Wort hat das Volk am 29. November.
