
Ein Helikopter kreist über der Eifel, am Boden kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen: Nahe der Stadt Köln in Nordrhein-Westfalen musste am Freitagmorgen ein ganzes Dorf mit rund 1800 Einwohnern vor einer heranrollenden Feuerwalze in Sicherheit gebracht werden.

Die anhaltende Trockenheit und extreme Hitze erhöhen die Feuergefahr vielerorts dramatisch. Nach den jüngsten Daten des European Forest Fire Information System (EFFIS) sind in Europa seit Jahresbeginn mehr als 600'000 Hektaren Fläche verbrannt. Das entspricht etwa der Fläche des Kantons Bern – und liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
– Am stärksten betroffen ist Spanien. Bis Mitte August waren dort rund 280'000 Hektaren verbrannt. In den letzten 20 Jahren lag dieser Wert in Spanien nur zwei Mal höher – 2022 und 2025. Im Juli wüteten mehrere Grossbrände. In der Provinz Ávila verbrannte ein Feuer rund 50'000 Hektaren. Beim Brand um Los Gallardos in Andalusien starben mindestens 14 Menschen.

– Auch die Franzosen leiden in diesem Jahr besonders: Es ist das trockenste, welches das Land je erlebt hat. Bislang fielen knapp 100'000 Hektaren den Flammen zum Opfer. 2026 weist damit die schlimmste Bilanz der letzten 20 Jahre aus. Besonders schwer traf es die Gironde: Der Grossbrand bei Saumos vernichtete Zehntausende Hektaren Kiefernwald. Rund 200'000 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser oder Ferienorte verlassen. Der Brand im Wald Fontainebleau südlich von Paris hielt die französische Hauptstadt im Juli tagelang in Atem. Ein 19-jähriger Feuerwehrmann gestand später, den Brand gelegt zu haben. 350 Feuer wurden in diesem Jahr bereits registriert.
– Portugal kam in diesem Jahr vergleichsweise glimpflich davon: Bislang verbrannten rund 50'000 Hektaren, ähnlich wie in Italien. Im vergangenen Jahr waren es in Portugal fünfmal so viele. Griechenland liegt mit rund 30'000 Hektaren auch deutlich unter früheren Jahren – etwa 2023, als allein der Evros-Brand knapp 100’000 Hektaren erfasste. Doch die Lage bleibt angespannt: Auf Chalkidiki mussten am Donnerstag Hunderte Menschen aus Siviri und Fourka evakuiert werden.
– Auffällig ist, dass 2026 nicht nur der Mittelmeerraum betroffen ist. Grossbritannien verzeichnete bis Mitte August 30 000 Hektar Brandfläche – dreimal mehr als der Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte. Deutschland, Österreich, Dänemark und die Niederlande lagen ebenfalls über ihren jeweiligen langjährigen Durchschnittswerten.
Nationale Statistiken können wegen anderer Definitionen und Erfassungsmethoden von EFFIS abweichen. Der Trend jedoch ist eindeutig: Die Brandsaison 2026 gehört in Europa schon jetzt zu den besonders schweren der vergangenen Jahre – und sie ist noch nicht vorbei.

