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Konflikt

Explosionen in Venezuela – was wir wissen und was nicht

Mehrere Explosionen erschüttern Caracas. Die Regierung macht den USA schwere Vorwürfe.
Soldaten bewachen das Gebiet um den Präsidentenpalast Miraflores.
Bild: Cristian Hernandez

Nachdem Explosionen die venezolanische Hauptstadt Caracas erschüttern, ist nicht klar, wer dahintersteckt. Doch einen Verdacht gibt es: Die USA haben offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Was bisher bekannt ist - und was nicht.

Was wir wissen

Die USA haben offenbar Ziele in Venezuela angegriffen. Das berichten übereinstimmend US-Medien wie CBS News und Fox News. Nach Angaben von CBS News, die sich auf US-Beamte berufen, hat US-Präsident Donald Trump die Angriffe genehmigt.

Fussgänger rennen in Caracas, Venezuela, nachdem Explosionen und tief fliegende Flugzeuge zu hören waren.
Bild: Matias Delacroix

Die venezolanische Regierung wirft den USA eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor. In einer offiziellen Mitteilung erklärt Caracas, die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar. Die Regierung Venezuelas wirft den USA vor, ihnen gehe es darum, sich Bodenschätze, insbesondere die grossen Ölreserven, anzueignen und einen Regierungswechsel in Caracas zu erzwingen. Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) verwies auf Anfrage der dpa an das Weisse Haus, das sich zunächst nicht äusserte.

Aufnahmen in venezolanischen Medien und sozialen Netzwerken zeigen Explosionen in der Hauptstadt. Mehrere Explosionen sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo sich ein Stützpunkt der Luftwaffe befindet. Der Sender VPItv zeigte Videos mit Hubschraubern über der nächtlichen Stadt. In der Nähe des Präsidentenpalasts Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu sehen.

In Caracas wurden Explosionen und Rauchsäulen beobachtet: US-Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben mehrfach mutmassliche Drogenboote an; laut US-Regierung kamen dabei mehr als 100 Menschen ums Leben.

Bewohner evakuieren ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores.
Bild: Cristian Hernandez

US-Präsident Donald Trump bestätigte zuletzt einen Angriff auf einen angeblichen «Drogenumschlagplatz» in Venezuela. Die USA bauten ihre militärische Präsenz in der Region massiv aus, darunter mit dem Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford», weiteren Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und einem Langstreckenbomber. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela hatte sich schon in den vergangenen Monaten zugespitzt.

Was wir nicht wissen

Umfang, genaue Ziele und Ablauf der US-Angriffe sind bisher unklar. Ebenso unklar ist, wo sich Venezuelas Präsident Nicolás Maduro aktuell aufhält. Er wirft der US-Regierung schon länger vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf.
Bild: Matias Delacroix

Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu Toten, Verletzten oder zur Zerstörung ziviler Infrastruktur. Offizielle Reaktionen der US-Regierung, insbesondere des Weissen Hauses, stehen noch aus. Die langfristigen Folgen für die regionale Sicherheit und die internationale Diplomatie sind nicht absehbar. (dpa)